Als der Regen kam…

Erinnert ihr euch an das Lied „Am Tag, als der Regen kam…“ Deutsch 1959 https://de.wikipedia.org/wiki/Am_Tag,als_der_Regen_kam(Lied). Die Jüngeren natürlich nicht, und Dalida wie auch der Komponist Gilbert Becaud waren schon damals nicht unbedingt im Fokus.

Der Text hat sich bei mir eingegraben: „Am Tag als der Regen kam, langersehnt, heißerfleht, Auf die glühenden Felder, auf die durstigen Wälder, Am Tag als der Regen kam, weit und breit, wundersam, Als die Glocken erklangen, als von Liebe sie sangen, Da kamst du, da kamst du.“ STOPPT mal bei „wundersamj“, der Rest ist …naja. Damals gabs keine glühenden Felder, keine durstigen Wälder. In der jugendlichen Vorstellung ging es um Metaphern…glühend, durstig….Aber es war keine abstrakte Bedeutung, ich kannte schon Hochwasser der Alpenflüsse und Überschwemmungen.

Heute. Ein paar Wochen lang war es heiß, trocken, UV nahm zu und damit der Hautkrebs, und da wurde die Trockenheit vorausgesagt. Ich komme gerade aus den Bergen, in wenigen Jahren wird die Wasserversorgung österreichischen Städte durch das Verschwinden der Gletscher gefährdet. Kriminelle Touristenherrscher lassen noch immer nicht vom Kunstschnee ab, was die Krise bald noch verschärfen wird. Trockenheit also.

Heute. Kaum ist die Hitze vorbei, regnet es, manchmal in den dürren Gebieten, manchmal auch woanders. Und die zivilisatorischen Unsinne des Ahrtales zeigen sich natürlich auch anderswo, Dörfer stehen unter Wasser und der Pegel in Passau steigt auf 8 Meter. Genug Wasser, aber wir können es nicht „brauchen“.

Heute. Bei uns. Im privilegierten, noch gut bewohnbaren Norden, einladend – zu Recht – für die, die flüchten müssen: vor Krieg, Trockenheit, Hochwasser und Hunger, und was auch getan wird, es schadet immer dem Klima, das ja angeblich die Menschen global zusammenbindet. Ja, schon, die Menschen, aber nicht uns, nicht die Armee, nicht den Weizenhandel, nicht den Ferienflug mit einen CO2 sparsamen Flieger…gibt es Alternativen?

Ja, natürlich. Aber wenn die Wirtschaftsweisen immer darum herumreden, dass der sog. Wohlstand nicht durch richtige Politik geschwächt oder gefährdet werden soll, dann glauben das nicht nur der Pöbel und der Lindner und die Börse.

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Jetzt keine Predigt. Jetzt, das ist Zeit. Sie sollte das Hier und vor allem das Dort ersetzen, den Raum, den wir durchqueren wollen, um unsere Freiheit zu nutzen. Das ist natürlich für Menschen wie bei uns und nicht für Flüchtlinge so gemeint, schiebt sie ab, damit wir gut bleiben können, sagen die Christen und andere Verächter dieser Welt zugunsten einer späteren.

Man kann aber auch anders argumentieren, und wieder geht es das Jetzt und das Hier und das Dort.

„Mit den Schwalben tanzen“…„Nicht fliehen müssen, an einem Ort bleiben können, das ist Freiheit“, schreibt die Philosophin Eva von Redecker. (SZ 29.8.2023). Bleibefreiheit. S. Fischer, Frankfurt 2023. Lest den ganzen Artikel, wohltuend gegen das Ökonomengeschwätz.

Sie sagt genauer, was ich denke, und deshalb nur der Hinweis auf SZ und das Buch. Bleibt so frei.

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