Agrofaschos und Grünenhetze

Der Kampf der Bauern und ihrer politischen Unterstützer dient nicht der Landwirtschaft. Er ist für alle Gegner der ökologischen Wende ein willkommener Kristallisationspunkt einer auch in Deutschland – wie in ganz Europa und weltweit – um sich greifenden faschistischen Ausbreitung.

Darf man nicht sagen? Darf man nicht übertreiben? Habt ihr Meloni schon einverleibt ins politische Konzept, Nehammer, Orban, Erdögan, Netanjahu?

Sehr kluge Analytiker haben festgestellt, anders als kommunistische und anarchistische Gewalt merkt man den Faschismus oft erst dann, wenn er da ist, wenn er Fuß gefasst hat. Häufig ist es zu spät.

Wie schon oft (auch hier) festgestellt, unterscheiden sich faschistische Bewegungen untereinander. ihre Merkmale liegen fast nur in der undemokratischen ausschließenden Herrschaftsform und in der Abschaffung kritischer, weiterführender Kultur- und Sozialleistungen für alle zugunsten privilegierter, meist rückständiger, Stimmführer. Schaut mal, was sich unter Meloni schon in Italien verändert hat, schaut euch nur Orbans unverhüllte Politik und Erdögans Gewaltherrschaft gegen die Freiheit an.

Ein wichtiger Punkt: schwächt diese Beobachtung nicht dadurch ab, dass die Nazis nach 1933 eine viel schlimmere Spielart des Faschismus praktiziert hatten.

Und: die diktatorischen Weltmächte Russland, China, vielleicht bald die USA unter Trump, und andere Weltmächte in der Nähe dieser Tyrannis sind nicht „einfach“ faschistisch. Sie haben alle Atombomben, sie müssen sich an keinen UN Beschluss halten, und sie halten sich viele Proxys als Avantgarde, Proxys wie Iran oder manche westafrikanische Staaten oder…

Das alles kann man ohne Schaum vor dem Mund und ohne Resignation feststellen, auch, dass etwas mit der Zuversicht, die keine Hoffnung war, von 1989 in die richtige Bewegung geraten ist. Man kann sich auch gegen antifaschistische Plattitüden verwahren, und nicht alles autoritäre ist faschistisch, nicht alles Konservative ist reaktionär, und dass vieles Linke längst nicht mehr fortschrittlich ist, wissen die Wagenknechte der Reaktion auch.

Also was dann, wie umgehen mit dem allgegenwärtigen Faschismus? Teil der Antwort: jawohl, „umgehen“, handeln, nicht zusehen wie er wächst. Faschismus ist kein Schimmelpilz, der wächst und wächst. Was jetzt wichtiger als vieles andere ist, sind Kritik, Selbstbewusstsein, Meinungsfreiheit (aber nicht das Beharren auf Meinungen, die politisch nichts bewirken….). Wir werden ökonomisch leiden, wenn die USA nicht mehr unser Verbündeter sind. Wenn die Ökologie die letzte Bastion unserer Überlebenschancen ist. Wenn man endlich einsieht, dass es nicht nötig ist, national schon auf den Schlachtfeldern zu kämpfen, wenn man schon längst im Krieg ist.

Die Depression und die Unterwerfung sind zwei probate Mittel der Diktatoren. Dagegen kann man etwas machen. „Man“ ? = wir. Therapeutisch und pragmatisch. Es stirbt sich früh genug.

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Dass der Pöbel gegen die Grünen hetzt, von den Söders und Aiwangers unterstützt und den so genannten Liberalen befördert, ist kein Wunder. Es ist der Kampf gegen die Demokratie im Bewusstsein von Veränderungen, die nur die nicht wollen, die über ihr eigenes baldiges Ende nicht hinaus in die Zukunft denken können.

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