Seit drei Tagen diskutieren denkende und regierende und gegenteilige Menschen die Kriminalstatistik. Allein die Kommentare in den Medien lassen Zweifel an der Denk- und Interpretationsfähigkeit aufkommen, die gelten nicht nur den Nazis von der AfD. Von den Auslegungen der Statistik stehen die C Parteien der AfD am nächsten, allen voran die boarische Innenministerin. Aber auch andere: Ausländerfeindlich wollen sie, dass sich die Geflüchteten unserer Kultur unterwerfen, und sei es die boarische. Und es sollen weniger werden, damit wir noch weniger Arbeitskräfte, aber vor allem noch weniger Sozialschmarotzer, Jugendliche und vor allem Kriminelle ins Land lassen. Natürlich haben ein paar aufgeschreckte kluge InterpretInnen sofort diese hasserfüllte Christliche Kleingeisterei zurechtgerückt, aber die Wirkung beim Pöbel bleibt. Was die Bayern übersehen: sie sind auch keine Deutschen, und ihnen muss man auch die Kultur- und Sozialleistungen streichen…
Wenns nicht so traurig wäre, könnte man daraus Kabarett machen.
*
Natürlich stimmt an der Statistik vieles. Aber man muss sie erklären und verstehen können. Wenn die staatliche und bürgerliche Sozialunterstützung abgebaut wird (Frau Lindnerin will „sparen“, obwohl es keine künftigen Generationen dank ihrer Mithilfe geben wird). Und es sind eben nicht „Ausländer“, die den Deutschen den Kriminalitätsrang ablaufen, sondern sie sind hier, weil sie aus dem Ausland hierher geflüchtet sind. Warum? Das kann jeder wissen, der sich informiert. Einfach ist es dennoch nicht, und wenn Verbrechen geschehen, muss man reagieren. Das Wie? ist keine staatliche Geheimsache, sondern liegt auch im öffentlichen Interesse.
Lest in der SZ von heute, 10.4.: