„Das kräftigste Tier wird mit Blumen, Stroh und Bändern geschmückt“ (Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstochse 19.5.). Welche politischen Großbullen fallen euch dazu ein, die sich selbst schmücken lassen und dummschnaubend sich für Pfingstochsen halten…?)
Weil sich gerader die aufgeblasenen und dünnhäutigen Politiker dem Implantat von Geist widersetzen – ob heilig oder nicht, ist egal – soll man sie heute nicht noch dadurch ehren, dass man wegen ihnen den Feiertag verunstaltet. Lasst einmal die AfD, und die Schuldenbremse, und Scholzens Vergesslichkeit, und das Tempolimit und…lasst es einmal außen vor, ich sags auch nicht mehr heute, und freut euch über die klarsichtige einsichtige Fernsicht, die dieser Tage die engen Grenzen der deutschen Politik & Kultur erweitert. Wie ich drauf komme? Man analysiert, seziert, zerlegt und setzt zusammen, wie unsere Verfassung doch noch einiges zur Menschlichkeit und zum Fortschritt des multi-ethnischen Konglomerats zwischen Elbe und Weser beitragen kann, erstaunlich, wie sich alles um den Artikel 1 herumwindet, und dann noch ein paar auffällige einprägsame Nachzügler bedichtet. Das ist doch einmal ein Jubiläum, nicht wahr? Wenn schon nicht feiern, kann man doch sich freuen, dass wir wenigstens eine Verfassung haben. (Wo gibts keine? und wo ist sie umstritten? da quizzt es gewaltig). 1989, 1990 … ist ja die geistige Eingebung einer Gesamtdeutschen Verfassung versickert, und das freut alle, die ich heute nicht erwähne, s.o. Aber auch mit dem jetzigen Grundgesetz kann man ja leben, ob mans kennt oder nicht. Ich sag das ja nur, weil es gar nicht schadet, das GG einmal wirklich zu kennen, es ist leichter zu lesen als die meisten Behördendokumente. Und dann hat der Kurbjuweit im SPIEGEL (21/2024) ja recht, dass es auch eine wehrhafte Demokratie gegen die bösen Geister der Geschichte geben solle – er fordert „die Deutschen“ dazu auf, die ja längst nicht mehr alle deutsch sind, und das wünscht man sich den Geist schon einzugreifen: die heiligen Geister der Geschichte treten zwar als Comics auf, aber woher wissen die Meisten eigentlich, was dahinter steckt? Ein wichtiger Philosoph fragt immer nach, woher weiß ich, was ich weiß? (und alle Identitären wissen immer, dass sie die Frage nicht beantworten müssen). Das Grundgesetz ist so eine Art Glaubensbekenntnis, wenn mans aufsagt, ersetzt es die Praxis, das Handeln … Natürlich ist es das nicht, aber es scheint so, und das ist gefährlich, wie alle Bekenntnisse, die eine schwache Politik den prekären Gruppen abverlangt. Je schwächer, desto bekennender. Nur weil man ins GG aufgenommen wird, wirkt es noch nicht einvernehmend und befreiender. Kurbjuweit sagt da noch etwas, neben dem Befund, dass vieles ja richtig und gut läuft in der Demokratie: „Die Erkenntnisse aus der deutschen Geschichte sind mit den Jahren verblasst, für einen Teil der Deutschen wurde die Bundesrepublik mehr und zu einem „normalen“ Land….Und Nationalismus ist ist eine politische Strömung, die thymotische Gefühle weckt“. (da muss ich lachen, denn „thymotisch“, schlagt mal nach, ist auch nur eine Umschreibung des deutschen Gemüts…in der Antike war das sterblich…). Wenn er recht hat und Deutschland wird normal, dann ist das eine prekäre Ambivalenz. Denn wenn wir normal sind, dann fällt viel deutsche Kritik an den anderen Normalen natürlich weg, die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche stellt das auf den Kopf. Wenn er recht hat, dann bedeutet das, dass wir keine Musterschüler in humanistischem Lernzuwachs, in Judenfreundlichkeit und empathischer Grundeinstellung sind, so wenig wie andere…und dann braucht man die Zivilgesellschaft, um das, was das Grundgesetz sagt, auch in der Praxis wirken zu lassen. Die zu haben, wäre normal.