Deutsche Abgaser

Wer bei dieser Überschrift an eine bestimmte DEUTSCHE Vergangenheit denkt, liegt knapp daneben. Deutschland will weiter Verbrenner in seine Karosserien einbauen und den Tod der Generationen durch Erderwärmung beschleunigen. Deutschland, Vorreiter in der EU, die Konservativen vorne, weil sie den Tod weniger fürchten als die anderen. Die EU will die Umwelt noch mehr beschädigen. Darum muss man den Abgasern ein hohes Lebensalter wünschen, damit sie Folgen ihrer Verbrecherpolitik an den eigenen Kindern und Enkeln erleben – nur werden sie sich nicht bestraft fühlen, weil sie ihre Kinder und Enkel ohnedies im Abgasuniversum aufwachsen lassen. Zu lasten unserer Kinder und Enkel, aber was kümmert das die Abgasgreise?

Das war eine metaphorische Facette der wirklichen Politik, so wie die Regierung auch Tiere sterben lassen möchte, um schneller betonieren zu können.

Der Krieg entfaltet sich, militärisch, wirtschaftlich, religiös. Das wird nicht wahrgenommen, weil sich die einzelnen Sektoren allesamt normal tarnen und sich die faschistischen Gotteslästerer ebenso auf die Meinungsfreiheit berufen wie die Umweltmörder. Wenn alle dürfen, darf auch jeder, sagen sie. Heiliger Trump, beten die einen, seliger Putin die anderen, und in der Provinz erst…Verbal mag ich mich da nicht mit den illiberalen Demagogen streiten. Aber die Tatbestände muss man schon verbreiten.

Das kann man, und noch gibt es die Medien und kommunikativen Plattformen dazu. Wenn heikle Themen im öffentlichen TV aber um 5.00 früh gesendet werden – wie zu den faschistischen Christen vor drei Tagen am morgen, dann ist das zu zögerlich, erreicht zu wenige. Es erfordert gleich mehrerer PolitikEN, und vieles müssen wir erst lernen.

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Im eigenen Kopf gibt es Grenzen dafür, wie Wirklichkeit und Fakten und Umstände und Alternativen bewertet werden und entschieden werden können. Ja, trivial. Aber das ist ein guter Grund, bestimmten Kommunikationen nicht auszuweichen. Obwohl einen das möglicherweise stört oder runterzieht. Man kann auch sagen, dass wir unsere Blasen verlassen sollten, um diese Kommunikation zu erreichen, und das ist schwierig. UND JETZT KOMMT WEDER THEORIE NOCH DIDAKTIK, sondern der Hinweis, dass ich ja oft aus der so genannten großen Politik im Diskurs aussteige, um mir ein paar Wirklichkeiten anzuschauen, sie zu hören und sie zu erinnern.

Ich habe in den letzten Wochen einige Menschen getroffen, die ich viele Jahre, Jahrzehnte, nicht gesprochen habe. Dabei war es unvermeidlich, aber auch unerwartet, was sich in den vielen Jahren in ihren Augen, in ihrem Bewusstsein ereignet hat. Und wie das von den eigenen Vorstellungen davon abweicht, die man hat, wenn man sich in andere hineindenkt. Das ist wichtig, denn über solche Differenzen stolpert man besser als das man sie umgeht, sozusagen außen vor lässt. Und wenn die Beziehungen durch die Differenzen nicht verlieren, sondern gewinnen, umso besser – und das bekräftigt ja unsere Kommunikation im Alter.

Das ist wichtig, weil Erscheinungen wie Kriegsangst, Zukunftsvisionen usw. ja nicht im privaten Rückzug verbleiben (können). Und aus der privaten Diskussion ins eigene Handeln mit dem freundschaftlichen Rückhalt hinüberzugehen, ist auch wichtig )auch wenn man nicht jeden Schachzug gleich an alle herumpostet).

Es ist verrückt: in diesen Stunden beraten die westlichen Untergebenen von Trump, wie sie dessen enge Verbindung zu Putin abmildern können. Mittlerweile hat doch die eigene Kriegsangst die Zuwendung zur Ukraine überbaut. Manche sprechen das sogar aus. Aber hier lässt sich die Frage WAS TUN? nicht am Stammtisch auf den Bierdeckel schreiben. Es ist verrückt: jetzt müssen wir auf Bildung und Kultur setzen, in dem Sinn, endlich, endlich aufgeklärt über die Wirklichkeit zu sprechen, und sie nicht über Ölflecken, Aktienkurse und seltene Erden provisorisch, wie die Massengräber, zuschaufeln zu lassen.

Es ist verrückt, dass wenigstens kein denkender Politiker schon eine Prognose wagt, wie es mit dem Krieg gegen die Ukraine weitergeht, wenn er durch die Gewinnvorstellungen der Einen, die Herrschaftsphantasien der Anderen immer enger für die echten Menschen wird, die von diesem Krieg betroffen sind, Putin und Medwedew, Trump und Familie ja gerade nicht.

Aber wir dürfen uns auch nicht verrückt machen lassen, müssen beobachten, hören und sehen und denken. Das bedeutet auch, Unsinniges abzuschalten und nicht dauernd zu kommentieren, vor allem, wenn es das Denken einschränkt. Ich weiß, das klingt altmodisch. Aber wenn eintritt, was sich schon abzeichnet, sollte man nicht auf Soforthilfe durch eine machtarme Politik oder gar von „oben“ hoffen. Dann gibt es auf einmal nur uns, dann haben wir die Westen längst ausgezogen (bekommen).

Krieg – anders als bisher? Frieden auch.

Wenn man die Verletzten, Toten, Geschändeten, erfährt, wenn man die zerstörten Felder und Häuser sieht, dann kommen die Erzählungen wieder hoch, die sich ja in Bildern – und Statistiken – ausdrücken. Dann spricht MAN vom KRIEG. Der Rückblick, in Deutschland Stalingrad, in den USA Vietnam, usw. erzeugt eine Lücke in der Wahrnehmung. Was ist jetzt anders?

Darüber nachzudenken ist ebenso wichtig wie sich die Zukunft vorzustellen. Wünschbar ist Frieden, aber ja, nur: den können wir uns schwer vorstellen, und den drohenden, näher rückenden Krieg stellen wir uns in den Bildern der vergangenen Kriege vor. Nur die Wahrnehmung des wirklichen Todes, verhungerte und geschändete Kinder, verlassene Alte, gemetzelte Menschen allen Alters, bringt uns die Wirklichkeit nahe, unabhängig davon, wie das Sterben verursacht wurde.

Darüber schreibt man nicht, wenn man nicht auch etwas Praktisches tut. Aber wir wissen es – oder etwa nicht?

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Die Zusammenhänge sind nie einfach gewesen, jetzt sind sie es auch nicht. Aber die unsittliche Plattheit, dass alle irgendwie (selbst) Schuld haben, wabert natürlich durch alle Plots und Kommentare derer, die sich jetzt schon bücken, um die Unterwerfung vorzubereiten.

Das geht in den Alltag.

Wenn man etwas wirklich weiß, muss man nicht dauernd mit sich und seinesgleichen darüber reden. Nur, wenn man etwas zu sagen hat, soll man das Thema ansprechen (das ist die Theorie von A.R.Bodenheimer, einem vor 13 Jahren verstorbenen Freund). Mit anderen Worten, diesmal meinen: über diese Kriege zu sprechen hat nur Sinn, wenn es der Aufklärung, dem politischen Bewusstsein, hilft, praktisch zu werden. Sich auf die Folgen dessen einzustellen, was möglich und wahrscheinlich ist, nicht Wissen durch Vertrauen zu ersetzen (auf Gott, auf Trump auf…).

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Und sonst müssen wir weiter so leben, wie wir es auch, auch! für richtig halten. Der Weltkriegsalltag und seine Vorboten soll keine Mitläufer erzeugen mangels Alternativen. Die derzeitige Regierung verstößt gegen viele Überlebensregeln der Umwelt- und Sozialpolitik. Es ist den Merzen und Dobrindts und Klöckners nicht bewusst, denke ich, dass sie damit indirekt auch die um sich greifenden Kriege unterstützen. Uns muss das zu denken geben – und zu handeln. Das kann uns durchaus stärker machen als uns auf den Ausbruch von Kriegsalltag in der Nähe angstvoll vorzubereiten. Wenn wir richtiger leben und handeln, haben wir weniger Angst. Nebbich?

Kriegszeiten, Jahreszeiten, Unzeiten

In meiner Umgebung gab es immer Jahreszeiten, die Familien Sommer, Herbst und Winter, und statt Frühling hieß unsere Vermieterin Lenz. Ich hatte mir als Kind nie Gedanken gemacht, wie es zu dieser Namensgebung gekommen ist. Und viele Witze gab es in der Schule auch nicht dazu. Die Erklärungen und historischen Belege sind zahlreich (https://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Jahreszeiten), und man kann sich leicht vorstellen, woher dien Einteilung kommt…diese Vorstellung prägt langwellig auch unsere Kulturen.

Trotz aller Modernisierung der Waffensysteme und aller elektronischen Steuerung gibt es in denn heutigen Kriegen durchaus eine Abhängigkeit von Jahreszeiten beim Waffeneinsatz, nicht mehr so direkt wie früher, aber immerhin…

Vorkrieg, Nachkrieg, Bürgerkrieg, Weltkrieg, Rosenkrieg….welcher von diesen ist kein Krieg? Und warum?

Unsere Nachrichten wählen Kriegsbezeichnungen und Mitteilungen darüber aus, sie können gar nicht immer alle Kriege aufzählen und beschreiben, gar bewerten. Aber der Begriff „Krieg“ hat sich in unsere Sprache eingegraben, sich festgesetzt, vom Ehekrieg zum Handelskrieg. vom Krieg der Sterne bis zum Krieg der Welten. Wann und wie der Begriff in Kunst, Literatur und Philosophie eingeht, verschafft vielen eine sekundäre Beschäftigung. Dem gegenüber kommt die Kehrseite, der Frieden, oft zu kurz, wiewohl auch dauernd und vielseitig angewendet. Nicht wirklich mein Thema, jetzt schon gar nicht.

Krieg auf allen Ebenen, das ist wichtig: jeder Krieg hat viele Schichten und greift weit in die Gesellschaft ein, in die Familien, in das individuelle Leben. und natürlich in die Kulturen, und in die Sprache (russisches Begriffsverbot!) und in unser Bewusstsein. Schrecklich, wer nur Krieg kennt, von Geburt und Kindheit an, der braucht den Begriff gar nicht mehr, um die Wirklichkeit zu erleben; und schrecklich, wer den Krieg erst im Lauf des Lebens kennen lernt, erwartet, unerwartet, aktiv mitbetrieben oder passiv erfahren. Kriegszeiten werden auch historisch anders erlebt und beschrieben und weitergegeben als Friedenszeiten. Obwohl das ja nicht einfach zwei Seiten einer Münze sind.

So, wie die Jahreszeiten nicht mehr das sind, was sich uns seit Kindheit eingeprägt hat, so sind Kriege niemals das, was als öffentliche, offizielle Beschreibung und Bewertung an der Oberfläche sichtbar ist und dann doch in Schule, Familie, Tradition, auch Religion, vermittelt und eingeprägt wird. Sprechen über ist etwas anderes als erleben, das ist nur ein Segment. Um welche Vergangenheiten geht es bei welchen Konflikten und Kriegen? Um welche Gegenwarten – Tod, Vertreibung, Verwundung, physisch, psychisch, generationenübergreifend und persönlich, und die dazu gehörigen Propaganden… – geht es wirklich? und gar, um welche Zukünfte?

Für mich ist es schwer, nicht dauernd zu analysieren und meine Meinung zu verbreiten. Paradox: gerade, wenn ich wirklich etwas weiß, einer Wirklichkeit bewusst bin, halte ich mich zurück: Israel, Palästina, Ukraine….Das ist keine Spur von Bescheidenheit, aber eine nachdenkliche Vorstellung, wen meine Aussagen erreichen, wenn sie über Meinung hinausgehen. Mich sozusagen in die Politik dieser Aussagen einbeziehen. Und das Nachdenken darüber, ob wir wirklich, wie ich ernsthaft denke, am Rande eines III Weltkriegs sind oder schon drin. Das ist kein Talkshowthema. Der Lernprozess selbst endet ja einerseits erst mit dem eigenen Lebensende, aber, geht es von einem selbst aktiv aus, nie. Also Vorsicht bei beidem: Rausposaunen oder Zurückhalten. Mittelweg schon gar nicht.

Lacht nicht, wenn ich sage, dass die letzten Absätze bedeuten, politischer zu denken und zu agieren. Privaten Rückzug gibt es nicht…Das heißt gerade nicht, dauernd Meinungen auszusäen. Sondern sie zu bilden und dann zu überwinden.

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Unzeiten gibt es auch: das Richtige zur falschen Zeit, das Falsche zur richtigen Zeit, oder noch verschränkter. Meine Erfahrung ist, nicht selten, das Richtige im Falschen unterzubringen, richtet oft Schaden an. (Philosophisch ist das nicht, aber darüber kann man bei Adorno schon etwas lesen…). Es reicht nicht sich auf seinen Instinkt zu verlassen. Oder vielleicht doch, wenn man ihn weiter ausbildet. Zur Unzeit heißt ja oft, das Ich, das Wir, das Man zu vermischen oder zu verwischen. Bei vielen Themen, u.a. siehe oben beim Krieg, nehme ich das unangenehm wahr, um dann zu sehen, dass es auch bei anderen Themen immer und immer wieder vorkommt.

DRITTER WELTKRIEG #2 Ost-West

Ich bin ja nicht allein. Das Thema gehört mir nicht allein, und nachhören könnt ihre das bei DLF 10.00-11.30 heute 10.3. und in den Medien, NYT, BBC etc.

Ostwest ist was?

    Manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht velwechsern / werch ein llltum (Ernst Jandl)

    Kann man das auch für Ost und West so entkernen?

    Mein erster Essay wurde einerseits kritisiert, weil der WELTkrieg bedeutet, dass die ganze Welt zusammenhängend an EINEM Krieg beteiligt ist, und zB. der Kongo nichts mit der Antarktis zu tun hat. Andererseits wurde ich bestärkt darin, dass die drei NUKLEARgroßmächte die Kriege – ALLE – zwischen einander aufteilen und führen. Ich bleibe bei meinem Begriff, aber mir bleibt auch der Einwand. Was kausal und direkt, was indirekt und was scheinbar zufällig sich ordnet und ereignet, kann man oft nicht trennen.

    „Eigentlich“ möchte ich in den Ost-West Diskurs nicht einsteigen, ganze Bibliotheken sind voll davon. Aber fast täglich wird in der konfliktreichen Auseinandersetzung mit den USA oder mit der Anbiederung, die eine Unterwerfung ist, der „Westen“ dauernd zitiert. Und „eigentlich“ habe ich in „“ gesetzt, weil meine Sozialisation schon die Ost-West Situation aus Wiener Sicht ganz anders dargestellt hatte als ich später in Deutschland erfahren sollte. Ohne es zu wollen, hat sich als erstes heute aufgedrängt: „Vor grauen Jahren lebt’ ein Mann in Osten, der einen Ring von unschätzbarem Wert aus lieber Hand besaß….“ (Lessing, kennt jeder), warum im Osten? und ich erspare euch eine fast lebenslange Auseinandersetzung mit Ost und West, die mich beruflich und vor allem kulturell beschäftigt hat hat. Nur ein Hinweis: Die Kirchenspaltung kam nicht direkt mit der Reichsteilung 395 nC, , sondern erst das Schisma 1054, mit gewaltigen Folgen. Und all das hatte Einfluss auf unsere Kulturerziehung und dafür, was aus dem Osten kam und was zum Westen gehörte. Passt nicht hierher? Falsch. Ich erinnere genau, dass die Begriffe mit der Verteidigung der USA gegen linke und natürlich rechte Angriffe in Bezug auf unseren kulturellen Aufwuchs (mehr noch als auf die Verteidigung gegen den Kommunismus, den „Osten“, ganz wichtig war. Vgl. dazu Vorgänge, 39. Jg, Heft1, März 2000 „Linker Antiamerikanismus“, wobei schon damals auch die Neue Rechte in den Blick geriet, nicht nur die unterschiedlichen Linken. Ich war damals schon stark mitbeteiligt („Eliten, Gemeinschaften, Aggressionen“ Über die US Spitzenunis, S.11-18 in diesem Heft). Für mich war „Westen“ lange Zeit der unverzichtbare Import von fast aller Sozialisation, nicht nur Jazz und Monroe und…TROTZDEM war Österreich in dieser Hinsicht, ist es teilweise bis heute, von Deutschland unterschieden, weil sowohl der Westen pejorative und der Osten positive historische und Struktur-Einflüsse hatte. Meinen ersten, spontanen Aufsatz zur deutschen Wiedervereinigung würde ich heute etwas anders schreiben, aber vieles stimmt: „Was mich angeht, was mich ärgert“ in: Kogel-Schütte-Zimmermann: Neues Deutschland, Frankfurt 1993, S.42-44). Ich zitiere aus meinem Nachwort: „Es waren immer die deutschen Konservativen, die sich gegen die westdeutsche und amerikanische Zivilisation gewehrt haben, damit die Tiefe und Zerrissenheit der deutschen Kultur umso strahlender erschiene“ Das würde ich SO heute nicht mehr sagen, aber es ist historisch richtig. Nur Links-Rechts stimmt nicht mehr im Kontext, Elon Musk und die AfD, Trump und Putin…

    Ostwest hat vor deutschen Teilung und Vereinigung mehrere Rollen gespielt, es spielt auch anders wo eine Rolle, und immer anders als die aktuelle Nordsüd-Diskussion.

    Vorläufig rate ich davon ab, die Ost-West-Diskussion zu einem aktuellen Diskurs um Freiheit von Deutschland und Europa anwachsen zu lassen, wir müssen andere Koordinaten finden, nicht zuletzt neue Bedingungen für Frieden (was den Pazifismus erneuern und ändern heißt) und die Abwehr des europaweit, weltweit und lokal sich ausbreitenden Faschismus, was erneuerbare Elemente der Demokratie mehr als die bloße Kritik der Faschisten bedeutet.

    ? DRITTER WELTKRIEG ?

    Werte Leserinnen und Leser,

    zur Zeit und aktuell schreibe ich einen kurzen Essay über den DRITTEN WELTKRIEG. Ich schreibe das als informierter Laie, nicht als Experte für Kriegs- oder Außenpolitik. Ich werde auch weiterhin den Blog zu allen anderen möglichen Themen weiter schreiben und immer wieder vorläufige Abschnitte des Essays hier veröffentlichen, mit der BITTE UM KRITIK und RÜCKMELDUNG. Danke.

    1. Einleitung

    ZITAT zwei Tage nach diesem Artikel von Oleksij Makeiev, ukrainischer Botschafter in Deutschland:

    Wir in der Ukraine, wir fühlen uns im dritten Weltkrieg. Der Krieg geht nicht nur die Ukraine an, das ist leider unser gemeinsamer Krieg. Denn Russland hat uns alle im Visier.

    *

    Der dritte Weltkrieg (WKIII) hat schon begonnen, aber man kann das Datum nicht gut bestimmen. Ein Phasenübergang, der sich langsam bemerkbar macht.

    Das Modell 1984[1] erlebt eine Neuauflage: Drei Diktaturen, die die Erde unter einander aufteilen, nachkommende Großmächte eher marginalisieren und im Gefolge eine wachsende Anzahl von Faschismen mit sich ziehen; und immer weniger Demokratien.

    Man kann hier an science fiction denken, an den Krieg der Welten[2]. Aber man kann auch an den Alltagsgebrauch des Begriffs denken, Weltkriegserinnerungen kreuzen sich mit Interpretationen wahrgenommener Politik oder von tatsächlichen Kriegen und ihrer Androhung.  

    Die Umweltpolitik hat versagt, was das 1,5° Ziel betrifft, wahrscheinlich auch das 2° Ziel. Die Generationen nach uns werden zunehmend damit zu kämpfen haben, dass die Lebensbedingungen für Kinder, Enkel, Freunde usw. so erträglich wie möglich sein werden, Schuldzuweisungen an unsere Generation sind dann abstrakt – es gibt uns nicht mehr.

    Das kann eine Einsicht sein, die eine diktatorische Elite auf eine zahlenmäßig sehr kleine Flucht in den Weltraum (Mond u.a.) vorbereitet, ohne die Möglichkeit zu benennen, das selbst nicht mehr zu bewegen und zu erleben – oder vielleicht doch? (Trump, Putin, Xi)[3].

    Endzeitthesen sind weder populär noch ausgeführt.  Auffällig ist, dass scheinbar die Erdbevölkerung wenig thematisiert wird, etwa in Bezug auf das Flüchtlingsproblem, und dass die unabgeschlossene humane Evolution noch weniger Erwähnung findet. Die These, dass die menschliche Evolution nicht abgeschlossen, vielleicht sogar von der Technologie (IT etc.) „überholt“ wird, ist im Hinblick auf die Politik nicht irrelevant.[4] Die neuere Überlegung ist etwa auf Harari basiert[5], der mich von Zukunftsforschern befreit hatte.

    Diese wenigen Thesen reichen zum Einstieg. Die in ihnen enthaltenen Überlegungen sind genug für eine Zukunftsenzyklopädie – aber da kann man nicht mit einer Leitwissenschaft und auch nicht mit Philosophie vorgehen, man muss dauernd quer und zeitlich vor und zurückdenken, und auch nicht nur bei der Wissenschaft bleiben, aber auch nicht bei der Literatur, obwohl man beide verbunden braucht. Streng aber gegen die alternativen Wahrheiten, Fakten, Methoden.

    2. Widerspruch in mir und im Text

    Wenn ich gegen eine disziplinäre Analyse und schon gar gegen ein Weltmodell der Situation mit einem wünschenswerten Ausgang oder einem unabwendbaren bin, dann aus mehreren Gründen:

    1. Keine thematisch bezogene Disziplin kann die Vielfalt der Dimensionen der sozialen und politischen Realität hinreichend kommunizieren, inter- und multi-disziplinäre Analysen sind zu allgemein oder verlieren sich in bedeutungsschweren Details – klar, das ist KEIN Argument gegen fachliche und interdisziplinäre Forschung und Wissenschaft, es verweist nur auf die damit noch nicht erfassten Dimensionen von Bedeutung.
    2. Mein soziologischer und kulturwissenschaftlicher Blick umfasst vor allem die Bereiche, die durchaus wahrnehmbar sind, aber nicht in die politischen und verbreiteten Systeme eingepasst werden können.

    Ein scheinbar abwegiges Beispiel: die Rolle von Religion(en) in der politischen Auseinandersetzung wird oft beschrieben, aber selten strukturell erklärt. Als Übung empfehle ich Islam und Judentum in Nahostkonflikt, weit über Israel hinaus; oder die Rolle des spezifischen politischen Protestantismus in den USA, sowohl was die Geschichtsveränderung als auch die gegenwärtigen Koalitionen betrifft.

    • Warum ich das ganze schreibe, hat auch damit zu tun. Ich will da keine wissenschaftliche Arbeit den vorhandenen und zu erwartenden disziplinären Werken antizipierend hinzufügen oder auch die Kluft zwischen dem laienhaften Bewusstsein und der Expertise verkleinern (beides kommt marginal natürlich vor, aber nicht im Fokus). Mir geht es um den Blick in eine von mir nicht mehr erlebbare Zukunft, sozusagen ein Zeitdokument, das meinen Kindern und Enkeln usf. zeigt, dass ich schon antizipiert habe, was sie vielleicht – hoffentlich nicht so arg – erleben und woran meine Generation auch beteiligt war. Das streift sensible Gebiete wie Entschuldigungen und Rechtfertigungen, aber auch die eigene Berührtheit und Empfindung.
    • Es geht über die Strukturanalysen hinaus, wenn ich dazu auch Positionen vertrete. Deshalb ist die Form des Essays angezeigt, sowohl als Versuch als auch in kurzer Form umfassend.

    3. Weltkrieg und der Westen. Vorspiel der Begriffe. Ich spiele sie euch vor.

    Vergleiche sind niemals Gleichsetzungen. Und Oppositionen sind selten symmetrisch. Wenn ich eingangs behaupte, wir seien im 3. Weltkrieg (WKIII), dann assoziieren doch in Europa, wahrscheinlich auch in den USA fast alle die beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945. Ist das weltweit so, oder den Meinungen aufgedrückt, und was assoziieren die Menschen mit den WK? Das ist schon deshalb spannend, weil ja der WKIII sicher anders ist als die beiden vorhergehenden, aber der Inhalt von „Welt“ spielt eine vielleicht größere Rolle, noch größere Rolle, als früher. Man müsste hier in die Theorie der Globalität und des Lokalismus, in die Kommunikationstheorie, in die KI, einsteigen, um die verschiedenen Facetten dessen, was heute weltweit, global, ist zu verstehen[6]. Und es gibt die Ausflüge und Ausflüchte in das Weltall. Die Veränderung, Verkleinerung des Erdraums, die Radikalisierung der Aneignung von Teilräumen, zum Leben, zur Ausbeutung, als Fluchtpunkte, als Verlassenschaften…all das sind wichtige Koordinaten des WKIII. Und dann wird er begrifflich von mir festgelegt und zur Verbreitung angeboten.

    Ganz anders mit dem Westen, dem „Westen“ als festen Begriff und als Balancewort zum Osten, und wo im Nord-Süd-Bereich ist der Westen, der Westen. In diesen Tagen wanken alte und neuere Verständnisse dieses Begriffs. Und so ganz einfach klappt es nicht mehr mit dem Westen: Demokratien, verbunden durch die USA und Europa, jedenfalls nach dem 2. Weltkrieg. Schon so einfache Überlegungen wie die Nichtabgrenzung des „Ostens“, die Fragwürdigkeit der Zuordnung Russlands etc. sind schwierig. Wenn die Ukraine, scheinbar eindeutig, zum Westen gehört, wohin dann mit Moskau? Wenn beide zum Westen gehören, wie ist dann die Westführung durch die USA zu verstehen. Und historisch ist das alles natürlich noch komplizierter, Ostkirchen, Westkirchen, Sprachen, Volkszuordnungen und Zuteilungen usw. Missversteht mich nicht, ich will mich damit gar nicht gern auseinandersetzen, aber es ist ja in der Luft, und die Trump-Putin Achse, die SO nicht bleiben wird, ist auch ein Ost-West-Hinweis. Was aber deutlich sein sollte: ein WKIII geht nicht ins Ost-West Netz. Darum geht es nicht. Und wenn wir in Deutschland uns dem Westen zuordnen (wollen), dann gibt es mehrere Westen, mehrere Ost-West-Beziehungen usw. eigentlich trivial, aber gerade nicht so aktuell.

    Für beides, WKIII und den Westen, werden dauernd Hinweise gegeben, notwendig. Es ist mehr als Meinung, weniger als wissenschaftliche Umgruppierung. Ich will nur abheben vom Alltäglichen, bis tief ins Bewusstsein gegrabene „Wir im Westen…“, das ist so wie Solidarität und Abwehr gegen bestimmte Ethnien oder pardon, Geschmäcker und ähnliches.

    Weil ich darauf zu sprechen komme: gehört Israel zum Westen, also in diesem Sinn zu uns? Das Land  – genauer der Staat Israel – ein westlicher Staat? Wohin gehören die in den letzten Jahrzehnten eingewanderten Sepharden, woher kommen die davor mehrheitlich eingewanderten Ashkenasen, spielt Ost-West eine Rolle? Und Netanjahus Anschmiegung an die USA und deren Machtergreifung in Israel, ein westlicher Eingriff? [7]

    Das ist nur ein Beispiel für die Fragilität der Verwendung von Ost-West.

    Einige Literaturhinweise

    Über die Vergleiche mit WWII Appeasement:

    Arye Neier, NYRB : 202503004 online

    „“It is probably not fair to the British prime minister of the late 1930s, Neville Chamberlain, to compare him to President Donald Trump,” writes Aryeh Neier in the NYR Online this week. “When he tried to appease Hitler at Munich in September 1938, Chamberlain had an urgent reason: he was hoping to avert British involvement in a war for which the country was not prepared…. In attempting to appease Russian President Vladimir Putin, Trump has no interest of comparable urgency.”

    Instead, Neier argues, Trump, Vice President J.D. Vance, Defense Secretary Pete Hegseth, and Secretary of State Marco Rubio have made preemptive and unnecessary concessions to Putin and humiliated Ukraine’s president, Volodymyr Zelensky, without even the suggestion of peace from Russia. “Trump has been far weaker at curbing Putin’s aggression,” Neier notes, “than Chamberlain was at curbing Hitler’s.”

    Below, alongside Neier’s essay, are four articles from our archives about Chamberlain and the costs of appeasement.“

    Nathan Gardels, noema: 20250225 online:

    • „Instead of expressing outrage at China’s plans to take Taiwan, Russia’s bloody attempt to seize Ukraine or Israel’s vision of annexing the West Bank, Team Trump is openly considering its own Anschluss of other people’s territory in Greenland, the Panama Canal and even Canada. From what we can tell so far, the president’s idea of any peaceful settlement to these conflicts entails giving the stronger power what it wants.“

    Harari, Y. N. (2016). Homo Deus. London, Vintage.

    O’Toole, F. (2025). „From Comedy to Brutality.“ NYRB LXII(4).

    Orwell, G. (1949). Nineteen eighty-four. London, Secker and Warburg.


    [1] Orwell, G. (1949). Nineteen eighty-four. London, Secker and Warburg.

    Dass es noch mehrere Modelle von global abdeckenden Weltmächten gibt, steht außer Frage. Aber hier geht es auch um die Wirkung auf mich und die Erklärung von Weltmächten.

    [2] zB. Der Krieg der Welten – Wikipedia (5.3.2025) u.v.a

    [3] O’Toole, F. (2025). „From Comedy to Brutality.“ NYRB LXII(4).

                    Ein für mich relevanter Anstoß zu diesem Essay.

    [4] Warum gebe ich hier keine Literatur und Fußnoten an….unendlich viel Literatur, à Literatur und Quellen zur Geschichte der Bevölkerungswissenschaft mit kommentiertem Namenverzeichnis | SpringerLink Auch in meinen Bibliographien. Nur wenig habe ich dazu gelesen, aber es hat mich 1980-2000 sehr beeinflusst. Die Zukunftsforscher sind auch nicht gerade populär,

    [5] z.B. Harari, Y. N. (2016). Homo Deus. London, Vintage.

                    Und spätere von ihm.

    [6] Wichtig dafür Zygmunt Bauman Zygmunt Bauman – Wikipedia (5.3.2025). Auch wichtig für mich, wegen des Herunterbrechens auf die lokale Ebene und die ja zur Zeit brüchige „Globalität“, nicht nur bei Trump.

    [7] Alle Überlegungen zu Israel beruhen nicht nur auf eigenen Erfahrungen, Forschungen, persönlichen Kontakten, sondern auch auf wichtigen Bezugsquellen, zu Amos Oz und aktuell zu David Grossman: Ohne Titel 13.10.2024 und weitere.

    Blaupause Untergang

    Sogar getröstet habe ich mich und euch, Verhaltensstabilität propagiert, und den Blick von allem Schrecken abgewandt. Die sogenannten Realpolitiker stellen sich auf gezielte Unterwerfung unter Trump ein, hoffen ihn zu überleben, und wie defekt die Welt in 4 Jahren ist, egal. Sie werden das an sich unbedeutende teuto- x austrofaschistische Österreich überleben, die linksfaschistische BSW wird durch sich selbst enttarnt, die Elon Tusk Hymnen auf die Weidel und umgekehrt beschwichtigen die kritischen Geister, und solange Melonis Außenpolitik hält, ist es uns doch egal, wie schlecht es den Italienern geht. Umwelt gibts nicht und die Armen sind selber schuld, dass sie nur Schulden bedeuten für die Lindners dieser Welt. Nerin, ich jammere jetzt nicht, ich habe ja gegenGifte entwickelt. Erinnert euch.

    Ich stelle mir jetzt die sozialen Kommunikationen beim Weltuntergang vor. Parteien, die ohnedies nicht mehr gewählt werden, bedauern ihre Fehlentscheidungen, jetzt ist es zu spät für Taurus und Aktivitäten, die temporären Wahlsieger richten sich auf feierlichen Abschied vom guten Leben ein, es hilft nichts für die Position im Jenseits, nachdenkliche Randständige haben es immer schon gewusst, und Kluge im Zentrum glauben noch immer, dass sich DAS RETTENDE AUCH noch zeigt.

    Wenn die 3° überschritten sind UND die drei Atommächte einander bekämpfen, und ihre diktatorischen Unterläufer noch ihre eigenen Interessen verfolgen und sich bei normalen Menschen der Wohlstand verflüchtigt, der bei den Subnormalen nie angekommen war, und dieses alles von einander unabhängige Variable sind, wenn das alles so ist und man sich nicht auf Trost in einem beliebigen „Jenseits“ einstellt, was dann?

    Das Besondere am Weltuntergang ist, dass Widerstand zwecklos und praktisch unmöglich ist, und dass Unterwerfung unter die offenkundig Mitschuldigen wie unter höhere Mächte zu spät kommt. Apokalypse now.

    Warum habe ich dann so oft in letzter Zeit vom Ausweg geschrieben? Weil wir gerade noch Zeit haben, die Kurve zu kriegen, wenn etwas das „Rettende“ ist, dann wir selbst. es kommt nicht von außen. Das heißt nicht, dass wir gerettet sind, aber es ist möglich, dass wir es werden. Möglich. Das setzt keine vage Meinung voraus, sondern Politik, Gegnerschaft hier, und Kooperation da, und dass wir es mit der Wirklichkeit Ernst meinen.

    Dafür dürfen wir von jedem Glauben abfallen.

    Auf dem Weg zur Ausweglosigkeit versuchen die Hoffnungslosen in der Politik, uns noch einmal zu betrügen, auch wenn es zu spät ist. Das wäre wirklich zu spät, das aber bedeutet Politik Jetzt.

    1984. wieso? so oder so.

    Besonders langweilige oder vorsichtige Kommentatoren warnen vor Vergleichen. Hitler mit Stalin, Stalin mit Putin, Trump mit Putin, Xi mit Trump….die Liste ist unendlich lang, und jedes Ablehnen von Vergleichen ist eine politisch gefährliche Einschränkung.

    Vergleiche müssen sein, sonst kann man die Unterschiede nicht erkennen. Manche Vergleiche sind dumm, andere passen gar nicht, aber keinen sollte man verbieten, bevor er zugänglich ist…nebbich.

    Vor 40 Jahren ging 1984 zu Ende. Vor 80 Jahren geschrieben https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman).

    Das Buch gehört zur Allgemeinbildung. Die Verteidiger der USA werden die Unterschiede des Landes zu China und Russland hervorheben, die Analytiker werden genauer hinschauen, und unsereins wird eher nach Amerika fliehen, wenn die Russen kommen als nach China fliehen, wenn die Amis kommen, oder?

    *

    Die Drei-Mächte-Darstellung von Orwell ist ziemlich wasserfest. Sagen wir einmal, die drei Atommächte teilen sich die Erde. Das hat mich weniger interessiert als das innenpolitische Gefügigmachen der Menschen. Ja, auch in der Diktatur gibt es noch Menschen, die denken und fühlen. Es gibt sozusagen Pausen, in denen die Unterdrückung nicht so drastisch gespürt wird. Scheinbare Freiräume, oder, wie am siegreichen Ende der Diktatur, die ungefährlichen Inseln der intern Abgeschobenen, an denen die Macht schon verübt worden war.

    Stehen wir vor einer globalen Dreistaaten-Diktatur, bei der es immer 2:1 steht, bis sich die Fronten zu einem neuen 2:1 verschieben, von einem Tag zum andern? Damals war das eine Metapher, heute ist es vielleicht komplexer, mit mehr intervenierenden Mächten und Variablen, aber so anders ist es auch nicht. Fahrt nur zu Trumps Parteitag und stellt euch auf die Dreireichelehre ein…

    *

    Ach was, sagt der Politiker in Deutschland, wir überstehen auch Trump (vom senilen Biden ist seit drei Tagen nicht mehr die Rede). Ja wir überstehen Trump ein paar Jahre bis zur Klimakatastrophe. Wir überstehen auch die Vernichtung oder Neudiktatur Israels. Wir überstehen alles bis zum Sterben, und den Tod thematisieren wir oberhalb unseres Alltags, außer die Kugel streift uns und es tut weh.

    *

    Mich ärgert die Resignation. Die Dreireichevision ist angesichts des brüchigen Bildungswesens eine leider rapid sich ausbreitende Begleiterscheinung der globalen Rechtsentwicklung. Auch den Faschismus werden wir überstehen. Opfer gibt es immer. In guten Diktaturen gibt es immer Ventile, zB. für das Kabarett oder die Lyrik oder die Musik, da kann man immunisierte Opposition üben, und es bedarf keiner evidenten Gewalt. schon in den Demokratien steigt die Zensur an, auch bei uns, aber das kennen wir, es ist schon eine alte Methode, die man unterlaufen kann. Kann. Selbst in 1984 wird das beschrieben, scheinbar gibt es noch Inseln, Auswege, Verstecke. Über den Schein kann man bei Hegel lesen oder bei Stephen King. Man kann ihn einüben. Aber erst, wenn man auf die Probe gestellt wird, erweist sich, ob die Übung wirkt. Wer gefoltert wird, sagt die Wahrheit. Wer Angst vor der Folter hat, sagt sie vorher. Wer Angst vor der Wahrheit hat, lügt sie herbei und wird enttarnt.

    *

    Kein Ausweg?

    Doch, viele Auswege. Alle mühsam, aber begehbar. Oft befestigt man die bessere, zB. demokratische Wirklichkeit, indem man nicht die Verbrecher und Diktatoren dauernd zum Maßstab seiner Kommentare macht, sondern in der Praxis etwas tut, für die Gerechtigkeit, die Umwelt, meinetwegen allgemein den Humanismus. Das unterscheidet dann die Demokraten von denen, die jetzt schon, im Unterbewussten, die Unterwerfung und Anpassung proben.

    *

    Von nichts kommt nichts.