Sommerflucht in die Resilienz

Ich laufe vor der Wirklichkeit davon. Stellen Sie sich vor, wie man über Israel und den Nahen Osten unaggressiv, „cool“, sachlich und wirksam schreiben kann; wie man über Trump und Putin ohne bissige Charakteristika schreiben kann; wie man über das absurde Regierungstheater Merz schreiben kann, ohne weniger Schuldige zu beschweren und wirklich Schuldige zu entlasten; wie man die nächsten zehn Krisenherde global und die nächsten sozialen Widersprüche bearbeitet, so dass es Wirkung bei den LeserInnen, also bei Ihnen zeigt; und reagieren Sie auf die Kulturzerstörung, die uns sehr schnell den unkultivierten Durchschnittsgesellschaften angleicht. Stellen Sie sich das alles vor der zweiten Tasse Café am Morgen vor, denken Sie ruhig darüber nach, atmen Sie tief ein – und

WAS TUN SIE DANN?

Sagt jemand: Nichts. Und jemand sagt: weiß nicht. Sagen viele, wir schichten erst einmal ab und nehmen uns das Wichtigste vor, aber was wird das sein? Sagt jemand: ich verstärke meinen Widerstand.

Wie kann man Widerstand (aus)üben, wenn die Objekte unerreichbar oder nah, aber diffus und schwammig sind?

(Der normale Rat dieses Blogs wäre, sag erst einmal nichts, denk nach, bevor deine Meinung zu weiterer Untätigkeit führt. Aber darum geht es heute nicht).

NICHTS IST AUCH ETWAS

Aber ja. Wenn man uns vorwirft: „Ihr tut ja (auch) nichts“, muss man das nicht einfach so hinnehmen. Wie im physikalischen Quanten Modell, muss sich der Widerstand auch bündeln, kräftig werden, aber dann, wenn er losgeht, schwer zu bremsen oder zu steuern.

Das meinte ich immer einmal mit der Ablehnung der meisten sofortigen Reaktionen auf falsche oder widerwärtige Angriffe. Ohrfeigen und Rücken-Zuwenden geht im Privaten, aber nicht im Gesellschaftlichen. Wie lange musste die Ohrfeige für Kiesinger vorbereitet werden – und was waren ihre Nachwirkungen? (https://www.deutschlandfunkkultur.de/beate-klarsfeld-ohrfeigt-1968-kanzler-kiesinger-eine-100.html).

Oder ganz anders: gesellschaftlich ist unmittelbarer, wirksamer Widerstand eher eine Ausnahme; hingegen wirkt organisierter und andauernder Widerstand oft, nicht immer, nachhaltig. Trivial? Angesichts der oben au8fgemachten, nicht abschließbaren Liste vielleicht doch nicht. Fragen wir einfach: wie organisieren WIR den Widerstand gegen Merz, Söder, Spahn, Dobrindt & Co.? Wir, nicht „man“.

Mit wem? und vor allem: Im Hinblick worauf?

Widerstand? Was ist das im Frieden? Haben wir überhaupt Frieden? Erstmal sollten wir uns vor Angriffen schützen. Wie schwer das ist, sehen wir jetzt im Konflikt um die Verfassungsrichterin.

Und jetzt machen wir erstmal Kraftsport und Bewegungsübungen.

Was ist schon normal?

‘Civilizational Nationalism’

The West is in conflict with itself.

Eine gute Überschrift zu einem guten Artikel in Noema. (Nathan Gardels, 12.7.2025). Ein wichtiger Absatz lautet : „The cultural wars we are experiencing today, as Alexandre Lefebvre observed recently in Noema, are precisely a battle over who gets to normalize the norms for the whole of society.“

Die Normalisierung der Normen hat mich jahrelang beschäftigt, auch wegen der inhaltlichen Auseinandersetzung zum Normalismus von Jürgen Link, den ich seit vielen Jahren kenne („KultuRRevolution“ (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Link). Und schätze, er hat viel von Frankreich nach Deutschland gebracht, und das war vor 50 Jahren und seither schon wichtig.

Aber die Normalisierung ist ja keine Trivialität. Sie richtet nicht nur in der Gesellschaft etwas an, sie erzeugt auch Strukturen, denen wir uns entweder unterwerfen müssen oder aber die uns in Kontroversen und Konflikte laufen lassen, die unser individuelles Leben etwas übersteigen.

Nun befinden wir uns in einer schrecklichen Zeit, in der wir schon Probleme haben, sie realistisch zu verstehen, und wenn das gelingt, Konsequenzen für die Zukunft daraus zu ziehen. Wie wird unsere Zivilisation beschaffen sein, wie werden wir den drei Atomdiktatoren und ihren Handlangern begegnen müssen und können, wie gehen wir mit dem lokalen und nationalen Rechtsruck –> Normalisierung! – um, vor allem, wenn er die Schwelle zu einem der Faschismen überschreitet?

Das alles kann keine Frage der Theorie allein sein, aus der dann Politik und politische Praxis abgeleitet wird. Es geht auch um die Schlüsse, die wir aus der täglichen Praxis ziehen müssen, um nicht nur bei uns selbst zu bleiben.

*

Dass unsere Zivilisation noch nicht abgeschlossen ist, versteht sich. Dass wir in ein Zeitalter eintreten, in dem KI nur nur Normalität produziert, sondern bis in unsere Hirnzellen hinein in die Evolution eingreift, versteht sich sich nicht so einfach. Dass es nicht ausreicht, wenn WIR die Folgen nicht mehr ganz erleben, ist klar, wenn unsere Kinder und Enkel die Zerstörung der Lebensräume, der Lebensbedingungen nicht nur erleben müssen, sondern ihnen ja aktiv begegnen. Aber wie richten wir was für diese Zukunft ein, in der wir wahlweise zu Staub zerfallen oder in einem absurden Jenseits auch nicht weiter leben werden?

Die Antwort „Politik“ stimmt, ist aber zu einfach. Wie gehen wir gegen die Menschenfeinde der Regierung, gegen die Umweltfeinde der Regierung, gegen die Kulturfeinde der sogenannten Regierung vor?

(Als Kind, ca. 10 Jahre alt, habe ich am Sonntag Vormittag immer die kabarettistische Politikumschau von Heinz Conrads mitangehört, der war auch nicht problemlos, aber sei`s drum: wenn etwas massiv ungelöstes in der Politik aufschien, sagte man "Bei uns, in Bagdad". Würde man heute nicht mehr...aber sei`s drum: damals war klar: Bagdad war hier, war Wien, war die Regierung, waren die Parteien).

Wie kann man gegen die Menschenfeinde Klöckner, Merz, Dobrindt, Bär, Spahn und Konsorten angehen, wenn sie die Normalisierung – siehe oben – schon so weit getrieben haben? Sind die so böse? Nicht einfach rechtsgerichtete DemokratInnen? Sicher sind sie das, aber auch in Demokratien ist die Ausrichtung auf Unmenschlichkeit möglich und oft wirklich – und zwar seit Beginn der Demokratie – was nebenbei ein Argument der Demokratiefeinde und Faschisten war und ist).

Und Europa: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Link (Da sind die Rechten an der Macht oder vor der Tür. Und der Normalismus bekräftigt den Nationalpopulismus, in Regierung und Opposition). Und die Welt?

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Wir sollten uns darauf einstellen, wie sich unsere Lebenswelt unter dem Druck dieser Entwicklung verändern wird. Komprimierte Lebenschancen auf allen Ebenen. Unsereins wird mit Wohlstandseinbußen leichter leben können als die wirklich Armen, die z.T. in die Arme der Rechten getrieben werden, zT. besonders leiden werden. Wir können immerhin IN und MIT der Kultur Widerstand aufbauen, auch mit massiver Kritik am rechtsnormalisierenden Journalismus, aber vor allem mit Kulturproduktion auf allen Ebenen – Bildung, Kunst Dialog.

Wie wir uns dazu organisieren sollten, wird hier nicht beschrieben. Versteht sich. Aber dass sich die Kälber nicht auch noch nur Schlachtbank überreden lassen, ist klar.

Rechtsradikal. Deutsch.

Umwelt im Regen.

Das wäre mein Thema für heute gewesen. Siehe weiter unten

Die rechtlastige Bundestagspräsidentin lässt Regenbogenfahnen aus Bundestagsbüros verschwinden. Ihre Geschichte lohnt nicht, nachvollzogen zu werden. Aber ihre rechtsnationale Gesinnung ist mit ihrem politischen Aufstieg (?) zu einer deutschen Dummheit angewachsen. Dass das gleichzeitig bekannt wird, als sich die CDUCSU an einer Persönlichkeit der Wissenschaft und des Verfassungsrechts vergreift, ist vielleicht zeitlich ein Zufall, aber es passt in das größere Bild einer Nationalisierung der deutschen Politik, einer Rechtswende der Ideologie.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine intensive Recherche noch ein gutes Argument dafür zutage fördern wird, dass Bundestagspräsidentin Klöckner ausgerechnet dieses Symbol zum Anlass nimmt, strengstens auf die Hausordnung zu pochen, während sie Ukraine- und Israel-Flaggen sowie auch Büro-Kruzifixe locker akzeptiert. Bisher wird noch danach gesucht.“ (Ronen Steinke, SZ 12.7.2025)

Kennen wir? Nicht ganz. vieles hat sich geändert. Aber dass die CDUCSU sich gegen die Umwelt, gegen die kulturelle Vielfalt, gegen die Sozialfürsorge für die wirklich Armen verhält wie eben eine Regierung, die eine Rechtswende der Politik vertritt und wenig von einem kleineren Koalitionspartner daran gehindert wird, das ist nur teilweise „neu“. Es ist wegen des geringen Niveaus neuartig, aber so spielt sich die Marginalisierung des Menschlichen in Kultur und Sozialpolitik, in Umwelt und oft in Rechtspolitik fast überall in Europa ab. Wie denn auch nicht.

Man kann das erklären. Das ist nicht ganz so einfach, und jedenfalls sind Blogs weniger geeignet als seriöse Medien, und diese weniger als ernsthafte Analysen und variantenreiche Erklärungen.

Ich erkläre das nicht, aber ich verfolge aufmerksam die Keimzellen des Widerstands.

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Frau Klöckner wird in der Geschichte der Bundesrepublik vergessen werden. Man würde sie ja gerne in eine Regenbogenfahne einhüllen, damit sie nicht männlichen, weißen, starken Männern entführt wird. Aber das soll sie selbst handhaben.

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Eigentlich gehts mir heute in diesem Blog um ganz etwas anderes, und der Vorfall hat mich nur abgelenkt. Ich wollte euch lieber über das Wetter und die Kultur schreiben.

Umwelt im Regen

Endlich regnet es; diesmal richtig, länger anhaltend. Man denkt sofort an die Bäume an der Straße, an den Park, an die Grundwasser-Füllung….man hat schon eine Menge Begriffe gelernt, die z.B. bei mir die sehr viel früheren ländlichen Wetter-Regeln und Vorhersagen ersetzt haben. Ich laufe auch lieber im städtischen Regen las früher, und die richtige Kleidung, sonst für die Berge, habe ich auch. Das aber ist Geschmackssache, während der Regen, das Wasser, die Klimadiskurse ja schon mehr objektiv sind, mehr Rahmen für unser Leben und unsere Diskurse als früher.

Dass wir – aus Zukunftssorge, wenn nicht -angst, etwas über mehr über das Wetter wissen als Generationen vor uns, stimmt nicht. Die waren schon auf die Witterung eingestellt, nur nicht so übergreifend auf das Klima. Hat sich der Begriff in den Jahren geändert? Gesprächsklima, zum Beispiel…und der Streit, der im Donnerwetter mündet, hat heute auch andere Worte dafür? Alles nicht mehr wichtig. Die Sprache bannt die Witterung so wenig wie das Klima, und wenn es die Umwelt wirklich angreift, Fluten, Brände, Trockenheit… dann sind die alten Geister nicht mehr im Diskurs. Auch gut.

Euch fällt auf, was ich weiß: es fällt einem zum Regen, zum Klimadiskurs wenig ein, schreibt man nicht, wahlweise wissenschaftlich oder poetisch, unsereins als Laien können wir nicht eingreifen, noch nicht, sagen die zukunftssicheren Militärs. Und Sintfluten wird es eher an Küstenstädten geben…

Aber über das ganz nahe Wetter vor der Haustüre zu sprechen, tut manchmal gut. Heute zum Beispiel.

Postkolonial? Begriff & Morast

Der Titel soll euch nur aufmerksam machen. Es geht um sehr viel, nicht nur mir. Israel und Gaza. Das ist kein Pünktchen auf der Weltkarte. Es geht um Antisemitismus, Antiislamismus, Islamismus, ja, und um Geschichte, auch unsere – Unsere Geschichte, das ist eine nationale, manchmal auch jüdische Geschichte. Zuviel um einfach zu sein.

Mein Fachblatt SOZIOLOGIE, Jg. 54, Hefte 2 und 3, befasst sich mit der Wissenschaft Soziologie und dem Antisemitismus, und dabei gibt es von einem Symposion mehr oder weniger klarstellende Artikel. Am letzten habe ich mich festgehakt: Jens Kastner: Widerstand gegen Weiße: Zur Thematisierung von Israel/Palästina in der dekolonialistischen Theorie 314-319. Ein deutlicher, nicht aggressiver Artikel gegen die Kolonialansicht von Israel durch propalästinensiche Wissenschaft, konkret Vergues 2024 und Grosfoguel 2009. Propalästinensisch ist „mein“ vager Begriff, denn oft wird eine Ideologie auch bloß als muslimisch, bloß als arabisch, bloß als „palästinensisch“ verwendet. Kastner ist glaubwürdig und vielseitig (https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Kastner). Worum es mir geht, da ich ja in letzter Zeit so viele Blogs und einige Vorträge zum Thema gehalten habe? Das Unwissen über Israel, auf das auch Kastner anspielt, ist eine Waffe, nicht nur des Antisemitismus.

Ich denke, man muss hier weiter ausholen. Weil und wenn die jüdische Besiedlung Palästinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht kolonial war, so hatte sie doch viele Merkmale der Nationalitätsgründung vieler anderer Länder. Und alle, ausnahmslos, haben das Problem gehabt, Verdrängung und Integration handhaben zu müssen. Dabei spielte in Palästina eine Rolle, dass es bis 1918 unter Türkischer, danach aber unter Britischer Herrschaft stand, und die Engländer eine erhebliche, heute beiseite geschobene Kolonial- und Besatzungspolitik ausgeübt hatten, teilweise in Bürgerkriegen, mit und ohne Intervention weiterer Mächte. Aber die jüdischen Einwanderer und -innen waren jedenfalls nicht kolonial, und nach Gründung des Staates Israel 1948 muss man die Geschichte von Gaza genau verfolgen, damit man bei diesem Votum bleiben kann. Nun zu einem schmalen Detail: Wer waren und sind die Palästinenser? Die Antwort darauf ist kompliziert und widersprüchlich, aber ohne die Frage zu stellen, ist der Kolonialvorwurf an jüdische Israelis nicht nur falsch, sondern auch pervers.

Ich gebe hier bewusst keinerlei Literaturhinweise, weil diese so vielfältig sein müssten, um Kastner zu ergänzen und zu erweitern. Aber ich rate, auch den Wissenschaftler:Innen und Interessierten, die ganze Geschichte zu erkunden und sich eine Zusatzfrage zu stellen: ob der Antisemitismus, welchen Alters auch immer, nicht vorrangig durch den Israelbezug erklärt werden kann. Für Diskussionen und Hinweise dazu stehe ich zur Verfügung. Für die Soziologie als Wissenschaft und institutionell ist das ein wichtiges Thema, für das man danken kann, weil es sich öffentlich darstellen lässt.

Aufregen und ruhig bleiben

2 Träume, in kurzen Abständen. Ich sollte mehr im Regen spazieren gehen, als unter dem Schirm träumen. Aber die Wirklichkeit frisst sich ins Unterbewusste, wie der Wolf in die Schafherde

VARIANTE 1

Regt euch nicht so auf. Die Weltpolitik war NIE gut für alle, es hat immer Gewinner und Verlierer gegeben, und das natürlich auch vor Ort.

Zur Zeit ist eben eine konservative Korrektur einer nicht wirklich erfolgreichen linken Politik, und die Übertreibungen in der sozialen und ethischen Politik und vor allm in der Umwelt unterschätzen die Selbsthilfekräfte des Volkes, die ja auch die Demokratie korrigieren.

Der Republikaner Trump korrigiert überall, innen und außen, die liberalen Übertreibungen, die an der konservativen Volksmehrheit vorbei agieren. Der Diktator Trump lässt dauernd unliebsame arme Einwohner abschieben, am besten werden sie mit Gewalt in andere Länder gebracht. Das Oberste Gericht gibt endlich unmenschliche, aber rechtsmäßige Urteile ab. „Oberstes US-Gericht macht Weg für Trumps Massenentlassungen frei“ (reuters, 9.7.2025)

Der gestrenge Putin korrigiert den anarchischen Verlust der russischen Machtposition, die allein zu weltweiten Verhandlungspositionen führen.

Der weitsichtige Chinese Xi schafft mit China ein gutes Gegengewicht gegen den arroganten Westen und formiert seine Staatsbürger zu einer konfliktarmen Einheit.

Wirtschaftliche Abhängigkeiten führen oft zu mehr sozialen und politischen Freiheiten im eigenen Land, und das ist ja wohl das Wichtigste. Und strenge Verhaltensregeln im eigenen Land, wie von Frau Klöckner angeordnet, machen uns eindeutiger, ebenso wie der symbolische, wenn auch aufwändige, Grenzverkehr von Dobrindt endlich wieder nationales Selbstbewusstsein schafft. Und wenn die Bürger, d.h. das Volk, die Umweltpolitik reduzieren, dann leben sie dafür ihre Freiheiten länger und besser aus, und sie werden schon sehen, wie sie als Alte behandelt werden – menschlich, sagt der Aktionär.

VARIANTE 2

Der Diktator Putin lässt dauernd unliebsame hochrangige Gegner ermorden, am besten werden sie aus dem Fenster gestoßen. Und die Ukraine wird vernichtet, was regt sie sich auf?

Der Diktator Trump lässt dauernd unliebsame arme Einwohner abschieben, am besten werden sie mit Gewalt in andere Länder gebracht. „Das Oberste Gericht gibt endlich unmenschliche, aber rechtsmäßige Urteile ab. Oberstes US-Gericht macht Weg für Trumps Massenentlassungen frei“ (reuters, 9.7.2025)

Der Diktator Xi lässt dauernd fast die gesamte Bevölkerung überwachen und reguliert auf diese Weise das regierungstreue Verhalten. Dafür kann diese große Volkswirtschaft auch geordnet angeleitet werden, KI endlich praktisch gegen Individualismus eingesetzt.

Drei Diktatoren, die von ihren jeweiligen Gefolgschaften natürlich nicht so bezeichnet werden, sondern vielmehr umschmeichelt. Jeder Diktator hat sein Gefolge.

INTERMEZZO

Trump wird von Netanjahu umgarnt, einem israelischen Diktator und Anführer einer teils faschistischen, teils ultrareligiösen Regierung. Die Vorstellung, dass er Trump für den Friedensnobelpreis nominiert hat, ist so satirisch komisch, dass man ihn nur beglückwünschen kann. Unjüdischer, dümmer geht es nicht, das weiß auch Trump. Aber es nützt ihm. Umgekehrt sind Trumps Pläne für Gaza erstmals kurzfristig für Netanjahu hilfreich. Als ob die Hamas dem Trump etwas eingeflüstert hätte, bevor sie sich auflöst. „US-Medien meinen, der Friedensnobelpreis sei zu Trumps „ultimativer Fixierung“ geworden, die er für seine Bemühungen um die Beendigung von Konflikten in der ganzen Welt, einschließlich des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen, für wohlverdient halte.“ (msn 8.7.2025)

Bei den letzten Sätzen müsst ihr nachdenken. Sind die logisch, sind sie haltbar? Ungefähr so wie das Bündnis zwischen den beiden. Solche Dualpartnerschaften haben Putin und Xi nicht, die müssen anders handeln. Trump braucht das nicht. Netanjahu scheinbar auch nicht.

VARIANTE 3

Wir von unten, am Rande, nicht so im Zentrum der globalen Machtbalance.

Und wie geht Deutschland damit um? DAS beschäftigt mich, nicht vorrangig? die tyrannischen Tatsachen der Weltherrscher.

Ich werde der Bundestagsdebatte nicht vorgreifen. Erst analysieren, dann Thesen aufstellen. Variante 3 kommt demnächst. Ich hoffe, die Träume bleiben konkret.

ZWISCHENBILANZ

Leider hat die Debatte zu keinem Urteil gereicht, wie eine Variante 3 aussehen könnte. Fast alles, das von den Parteien heute, am 9.7., vorgetragen wurde, hätten wir vorhersehen können, und die selbstbewusste Arroganz von Frau Klöckner ist schon eine Vorstadtbühne wert…

Variante 3 kommt noch

Juden, jüdisch – Klug und dumm?

Vorspiel: Dummheit und Faschismus

„Der Faschismus entsteht immer aus einem Geist der Provinz, einem Mangel an Kenntnis der wahren Probleme und der Ablehnung der Menschen, sei es aus Faulheit, Vorurteilen, Habgier oder Ignoranz, um ihrem Leben eine tiefere Bedeutung zu verleihen. Schlimmer noch, sie prahlen mit ihrer Ignoranz und suchen Erfolg für sich selbst oder ihre Gruppe durch Anmaßung, unbegründete Behauptungen und falsche Darstellung guter Eigenschaften, statt an echte Fähigkeiten, Erfahrung oder kulturelle Reflexion zu appellieren

Faschismus kann nicht bekämpft werden, wenn wir nicht erkennen, dass er einfach die dumme, erbärmliche und frustrierte Seite von uns selbst ist, für die wir uns schämen müssen. “
(Federico Fellini: Im Gespräch mit Natalia Ginzburg., dankbar von Edith Pedevilla am 7.7.25 übermittelt).

Es geht um die Verbindung von Faschismus und Dummheit. Ergänzt meine Blogs der Vergangenen Tage. Und erweitert den Hinweis auf DUMMHEIT in einem besonders peinlichen Fall, ja, Syndrom.

  1. Akt: Dummheit entfaltet

Der von mir seit Jahrzehnten unverändert verehrte und gelesene Robert Musil (Törless, Der Mann ohne Eigenschaften u.v.m.) hat im März 1937 zweimal auf Einladung des österreichischen Werkbunds einen Vortrag über die Dummheit gehalten (Österreichischer Werkbund – Wien Geschichte Wiki). Zweimal, das kann also schon beim ersten Mal gewirkt haben, schwierig zu lesen, die Ironie muss wienerisch und nicht norddeutsch verstanden werden – und sehr aufschlussreich, wie die Dummheit über alle Gebiete und Sphären aufgegliedert und verstanden wird, und keineswegs der Klugheit oder Intelligenz im Weg steht. (Musil, R.: Über die Dummheit. Hamburg 2022, Nikol). Ich habe mich eher durchgebissen als den Essay überflogen, nichts geht ohne die Dummheit, die Weisheit schon gar nicht. Warum ist das wichtig? Weil viel in dem, was wir andenken oder anvisieren, widersprüchlich ist, und deshalb braucht es dieser Dialektik, um überhaupt zu verstehen.

  • Akt: Juden müssen nicht jüdisch sein

So, wie Kluge oder Gescheite auch dumm sein können, so wenig sind alle Juden jüdisch. Ihre ethnische Herkunft kann man nicht ändern, aber ihre soziale Qualität und ihr Verhalten, also jüdisch zu sein, zu leben, sich jüdisch zu verhalten, ist nicht festgelegt. Und je dogmatischer sie vorgeblich dargestellt wird, desto mehr sollten wir zweifeln.

Die meisten antisemitischen Vorurteile gelten formal den „Juden“, beziehen sich aber auf das, was den Judenfeinden am Jüdischen nicht gefällt oder nicht passt. Das heißt natürlich, dass ich das Jüdische verteidige, gegen Antisemiten und gegen den Missbrauch des Jüdischen durch bestimmte Juden. „Bestimmte“? Ja, nicht alle, und schon gar nicht „Die Juden“ an sich. Mit anderen Worten: es kommt darauf an,  „Jüdisch„ zu definieren, für sich in Anspruch zu nehmen und den Begriff nicht einfach allen anderen zu überlassen, vor allem nicht denen, die damit das Judentum herunterwirtschaften, geistig und materiell. Die sind meistens antisemitisch, manchmal aber auch Juden.

  • Akt: Wie komme ich jetzt dazu?

Wir befinden uns in einer ziemlich schrecklichen Situation, weltweit. Mit einem aggressiven Kern, neben anderen, von unauflösbarer Gewalt im Nahen Osten, sagen wir in Israel und Palästina. Dazu habe ich seit langem viel geschrieben, gesagt, nicht nur Richtiges und Kluges, aber doch meist glaubhaft. Und viele äußern sich dazu, und man kann gut nachweisen, dass es ein begriffliches Dreieck gibt: „Israel-Juden-Antisemitismus“ – jetzt kommt es darauf, wer welchen der drei Begriffe wie, positiv oder negativ, verwendet und wie die drei verknüpft sind. Wer immer einen direkten Bezug zum Antisemitismus aufgrund der Juden in Israel vornimmt, aufgrund bestimmter Juden, wohlgemerkt, verwechselt die ethnische Herkunft mit dem Verhalten. Und wenn das verabsolutiert wird, dann meint es genau das Jüdische, das seit ewigen Zeiten für den Antisemitismus steht. Und wie komme ich jüdischer Mensch dazu, mich darüber auszulassen? Wieder einmal?

  • Akt: Dummheit antisemitisch, schwer aufzulösen

Alle möglichen Gründe für die israelische, die palästinensische, die arabische, die globale Nahostpolitik werden dauernd herausgebracht, und sie werden mit jeder Drehung antisemitischer (so als würde man immer auf den eigenen Spuren im Kreis reiten und meinen, man käme dem Ziel näher). Welchem Ziel? Frieden? Völkerrecht? Überleben der Palästinenser? Auslöschung der Hamas? Zweistaatenlösung? Machtzuwachs für Netanjahu, damit er nicht vor Gericht muss? Vernichtung Israels von der Wüste bis zum Meer? Ein floridierender Strand für Trump? Ich habe noch mehr ???

Warum antisemitischer? Weil man die Vorurteile gegen die Juden, also antijüdische, als Ausgangspunkt der Analysen und politischen Meinungen (Gemeinplätze) verwendet und so tut, als könnte mit diesem Fixpunkt die Realität erklärt werden. Das ist dumm.

  • Akt: Der Fixpunkt ist falsch. Das Judentum entwickelt sich weiter

Es kann sein, dass Netanjahu für einige Zeit die Oberhand behält. Dass viele kritische, intelligente, religiöse Jüdinnen und Juden das Land Israel verlassen, dass nicht nur der Zionismus gescheitert ist, sondern Israel als letzter Zufluchtsort für alle Juden. Was dann bliebe, ein gewalttätiges Land von Siedlern und Ultrareligiösen, die sich mit anderen, z.B. arabischen Ultras in der Umgebung irgendwie einigen oder auch nicht, aber jedenfalls ein weiterhin ungesichertes Ziel von jüdischen Menschen abgebaut wird. Wer weiß, für wie lange, wer weiß, mit welchen Folgen für jüdische Menschen an anderen Orten der Erde, in einer zunehmenden Rückkehr nicht nur des Antisemitismus. Auch Israel würde dann nicht mehr das Land sein, in das man sich gerne begeben würde, sei es aus Wertschätzung oder aus Fluchtgründen. Wenn das zuträfe, dann wäre Israel nicht mehr „jüdisch“, und die Juden, die dort lebten, wären es auch nicht zur Gänze.

Und wir, die das Jüdisch sein weiter und immer weiter entwickeln, müssten schon überlegen, wann und wie wir nach Israel, mit Israel weiterleben, und viele von uns IN ISRAEL.

Ist das so unwahrscheinlich angesichts der Realität, nicht der Ideologie? Und den Hinweis auf Dummheit habe ich unter anderem gebraucht, damit wir Juden nicht abwechselnd als klug und dumm zugleich missachtet werden – und weil Musil schon Recht hatte.

Widerstand ist nicht Gewalt

The crisis of democracy must find a democratic solution. Fortunately this is quite possible. The border between these two Americas is entirely open and on the Blue side, migrants are welcomed with all possible warmth“ (Marilynne Robinson, NYRB, 26.6.2025: „Notes from an Occupation“).

Das gilt für die USA – Einem Land unter gegenwärtiger Besatzung, „Occupation“. Und das gilt für Deutschland und die EU. Hier zerstört der rechte Flügel der konservativen Merz-Regierung in Windeseile nicht nur Umweltpolitik, auch die Menschenrechte. Der Kampf gegen die Migration ist menschenfeindlich, pragmatisch dumm (Grenzpolitik aus der Sandkiste) und demokratiefeindlich.

Lest über Seenotrettungsabsage der sogenannten Bundesregierung: SZ. 7.7.2025: Hilfe schadet nie.

Wir sind eine andere „Blue side“ als die US Demokraten, und vieles ist bei uns anders. Aber die Seite des Humanismus bleibt aufgeschlagen. Der Merzklub kämpft für die untere Mittelschicht UND die Oberschicht gegen die Armen und Marginalisierten in Deutschland. Und die Autonarren, Umweltignoranten, Wohlstandsstabilisierer ignorieren das, indem sie fiktive Alternativen propagieren, wie work-life-„Balance“. In der Balance liegt das Problem, weil das Gleichgewicht jeder Art immer der Gegner des Interesses jeder Art war und ist. Man macht seinen Job, klar, aber jenseits der Arbeitszeit ist Freizeit und Freiwilligkeit privates und nicht mehr öffentliches Unterfangen. Öffentlich heißt nicht staatlich, sondern über den Rand der eigenen Bedürfnisse hinaus.

*

Widerstand. Keine Retroidealisierungen. Nicht nur lokal oder föderal demokratische Alternativen wählen, das auch. Handeln, als ob von der Mitwirkung der Erfolg abhinge, ob das humanitäre Spenden sind, wer sich das leisten kann, oder eben Mitwirkung, Praxis geht vor Koalitionskritik, oft. Gewaltlosigkeit muss man nicht predigen, man muss sie nur praktisch leben. Widerstand ist auch dann gewaltlos, wenn er auf Gewalt stößt. Was natürlich im Kleinsten der Fall ist, und auch im Großen. (Das ist übrigens die „Blaue“ Hoffnung der USA, jenseits und mit der Demokratischen Partei.

Widerstand können wir lernen und weiter entwickeln, wir haben ja das Potenzial. Ich erinnere mich an die eigenen Diskussionen, so 1975 bis 1980, im Studium und in der aufkommenden Politisierung. In dieser Memory spielt die Beziehung von Öffentlich und Privat, anders Öffentlich und Individuell, eine große, oft aus heutiger Sicht komische und überzogene Rolle. Aber die Diskussion dieser Beziehung hatte schon Folgen, Trennungen und „Beziehungen“ (aller Art, KörperGeistSeele), Und die Kritik an Institutionen hat langfristige Folgen nach sich gezogen, paradox natürlich in den politischen Sekten, und eine Demontage bis heute. Anders gesagt: auch wenn politische Parteien weiterhin für eine Demokratie wichtig ein können, sie bilden nicht das Rückgrat des demokratischen Widerstands., auch wenn sie Opposition sind oder an der Regierung mitwirken. Ironisch: so wenig wie Religionsgemeinschaften.

Wenn man mit guten Grund WIR und nicht ICH sagt – der Grund muss allerdings da sein und gut, dann können wir Widerstand anbieten, auch den Kleinbürgern und Kleingeistern, die uns bisher in die elitäre Höhe verbannt haben, um zu sehen, wie wir abstürzen.

Hannah Arendt & Dorothy L. Sayers – In Potsdam

am 3. Juli fand im Rahmen des Literaturfestivals Potsdam ein Doppelabend statt: Zunächst

Anpassung oder Autonomie? Thomas Meyer: Hannah Arendt: Die Biografie, Über Palästina von Hannah Arendt Natan Sznaider: Die jüdische Wunde. Lesung und Gespräch Moderation: Miryam Schellbach

Nach einer Pause: Dietmar Bär liest Dorothy L. Sayers Moderation: Denis Scheck​.

Da ich kein Literaturkritiker bin und nicht in der Lage, die Kritik der kritischen Kritik zu AutorInnen und ihren Interpreten anzubringen, wozu schreibe ich dann dazu? DAS IST ES, spannend, wie man so einen Doppelabend verarbeitet, ich sage nicht verdaut. Hannah Arendt beschäftigt mich seit Jahrzehnten, und schon deshalb hatte mich der Dialog zweier Autoren interessiert. Die Bücher:

Thomas Meyer: Hannah Arendt: Die Biographie. Piper 2023

Natan Sznaider: Die jüdische Wunde. Hanser 2024

Beide Autoren sind gut besprochen, in den entsprechenden intellektuellen Blasen. Meyers Buch überrascht mich, denn es gibt viel Biographisches zu Hannah Arendt, und da ist der Titel schon anmaßend. Beide Bücher sind interessant. Und die Diskussion? Darüber habe ich während und danach schon nachgedacht, was einem an Form und Inhalt des Dialogs (gut moderiert) wie interessiert hat. Ich bin kein Arendt-Experte der ersten Reihe, aber ich bin gut mit denen vernetzt, die da wirklich sind – deren Erwähnung hat mir sehr gefehlt: vor allem Antonia Grunenberg, aber die 10 Autorinnen zu Arendt in meiner Bibliothek hätten schon neben den Piper-Namen ihren Platz haben sollen…aber gut, das ist ja auch eine Buchvorstellung. Inhaltlich fand ich das ganze eher gut, ob alles verstanden wurde, wenn man Arendt nicht genauer kennt, weiß ich nicht, aber es war schon von beiden gut zusammengefasst. Es ging letztlich darum, wie und warum jüdische Menschen (Juden also) beides sein wollten und konnten: universalistisch, human, aufgeklärt, und menschlich wie alle Menschen, und partikularistisch, also „Juden“, trotz allem, wobei das Alles natürlich nicht breit ausgeführt werden konnte. Hätten wir das diskutiert, wären wir schnell zu meinem Thema gekommen, der Differenz zwischen Juden und jüdisch, ethnologisch vs. kulturell und moralisch. Dass die Religion draußen blieb, war richtig, paradoxerweise hätte man es begründen können.

Die Diskussion, v.a. Meyer bezieht sich an das frühe Werk von Arendt zu Rahel Varnhagen. In der lexikalischen Beschreibung finden sich alle die Bezüge, die mir, siehe oben, gefehlt haben (https://de.wikipedia.org/wiki/Rahel_Varnhagen_(Arendt)). Aber die Weiterentwicklung der Konzepte in den 30er Jahren sind schon von großem Interesse für einen Einstieg in die Werksgeschichte von Arendt, die ja teilweise mit einem fatalen Missverständnis „nach Deutschland“ zurück charakterisiert wurde (Das war auf dem Podium gut dargestellt).

Also? Solche Veranstaltungen sind wichtig und sinnvoll. Mehr davon, und am besten mit Fragen und Diskussionen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern. Mehr von Arendt.

*

Nach einer Pause, mit Sonnenlicht, Wein und Begegnungen, dann Dorothy Sayers. Wer sie nie gelesen hat, hat von dieser Vorlesung von Bär nicht so viel, aber es ist schon spannend, wie vor hundert Jahren in die Krimiwelt eine andere Form von Klassenironie einzieht, als man gemeinhin gewohnt war und ist. Ich hatte Sayers gelesen, als ich vor mehr als 60 Jahren Bücher für meine Großmutter aus der Bibliothek holte. Die theatralische Beschreibung der britischen Klassenstruktur hatte sich lang anhaltend eingeprägt, seltsam nur, dass ich das alles nie als „Krimi“ verstanden habe. Zu langer Abstand zurück.

*

Das reicht nicht, für mehr als einen Hinweis. Die Diskussion um Hannah Arendt hat mich weit in die Vergangenheit geführt, nach Freiburg und Marburg, und die frühe Begegnung mit Arendt war eine mit dem Namen, ich hatte begonnen, über Ernst Bloch zu dissertieren, und die Beziehung von Bloch zu Arendt wird später eine wenn auch marginale, so doch wichtige, als ich begonnen hatte, mich mit Arendt auch zu beschäftigen. Angeregt durch Antonia Grunenberg, die später nach Oldenburg kommen sollte, durch das Archiv, durch die amerikanischen Schlüsselorte (Bard College, New York). Aber ich habe eben in den letzten Jahren (Jahrzehnten) immer mehr von Arendt gelesen, manchmal auch etwas dazu geschrieben, und was mich an ihr bis heute fasziniert, ist eine Metapher, der Zwischenraum, zwischen zwei Polen, Thesen, Entwicklungen – und die Intensität, mit der sie Themen zu Begriffen machte, nicht selten contra der hauptsächlichen Auffassung. Natürlich der Eichmann-Prozess (Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, 1963). Die Kontroverse dauert bis heute. Aber für mich noch wichtiger ihre vielfältigen Auseinandersetzungen mit dem Antisemitismus, sekundär mit Israel (vgl. Israel, Palästina und der Antisemitismus, 1991; u.v.m.). Es beschäftigt mich bis heute – und lernen kann und will ich natürlich von ihrem Denktagebuch 1950-1975: aus diesen vielen Seiten kann ich immer wieder lernen, – und das führt mich zur Diskussion in Potsdam: es geht nicht darum, was sie denkt und sagt, sondern wie sie denkt. Ich habe auch viel darüber gelesen, wie sie mit und gegen Heidegger gedacht und gelebt hat, aber das muss und soll nicht im Vordergrund stehen, wenn sie vorgestellt wird und gar, wenn man sich mit ihr beschäftigt. Der Abend in Potsdam war sinnvoll um Menschen anzuregen, sich auf Arendt einzulassen, weil sie ja nicht über Klappentexte verstanden werden kann. Viele ihrer Freunde und Bekannten, Jaspers und McCarthy und… kann man (kann ich) von ihr aus besser verfolgen als im direkten Zugang. Jetzt stehen sie beide in meinen Regalen, Bloch in der Philosophie und sie in der Politik (sie wollte keine Philosophin sein), aber das ist fast trivial, beide waren fast alles.

Als der Abend an der Potsdamer Orangerie vorbei war, da klang sie nach und entfaltete Erinnerung an Texte (hätte ich sie doch in ihren letzten Jahren in New York kennengelernt, passé…), und was ich heute noch für mich ganz wichtig erachte, war ihre Wahrnehmung des Nachkriegs, NachNS, Deutschlands, das sich in früh schon, bei aller Entwicklung, den Illusionen auch hingab, die die heutige Debatte zu Israel so unerträglich schwierig macht.

P.S. Sayers wirkte anders nach: wie denkt man nach mehr als 60 Jahren an (zu) frühe Lektüre? Das hat mehr mit früher Biographie und wenig mit Text zu tun…

Israel, Palästina

Michael Daxner

Israel, Palästina.

2.7.2025

Liebe Leserinnen und Leser!

In diesem Blog fasse ich wichtige Gedanken und Erfahrungen zu den Konflikten in Israel und Palästina zusammen, mit mehr Gewicht auf historische und politische, auf kutlurelle und ethnische Hinweise als auf gewichtige Schlussfolgerungen. Es handelt sich sozusagen um eine Folie, die zu aufklärenden und diskussionswürdigen Zwecken angereichert werden kann. Ich werde mich bemühen, Ihnen eine Vorstellung von der Komplexität eines Konflikts im Nahen Osten zu geben, die im Allgemeinen weder von der Politik noch den Medien hinreichend dargestellt wird.  Dieser Vorwurf hat selbst Hintergründe, die durchaus analysiert werden können, wenn nötig. Andererseits ist es schwierig, sich in die vorhandene und teils kontroverse, teils sehr schwierige Fachliteratur so hineinzuarbeiten, dass man die kurzfristigen Veränderungen der Situation auch noch mitverfolgen und bewerten kann. Damit gebe ich auch schon meine Grenzen an, und ich erwarte Kritik, Fragen und Stellungnahmen zu diesem Text: dafür danke ich jetzt schon. In dieser Fassung habe ich trotz meiner großen Bibliothek und Literaturkenntnis häufig Wikipedia u.ä. angegeben, wenn das schnelle und tragfähige Einlesen im Vordergrund steht. Es ist klar, dass die differenzierte Beschäftigung einen dann sehr viel weiter führt. Im Rückblick auf eigene Erfahrungen in Israel, auf Exkursionen und Lehrveranstaltungen und auf Diskussionen über viele Jahre hinweg kann ich nur sagen, es wäre gut, wenn sich mehr Menschen mit der wirklichen Geschichte dort auseinandersetzten und nicht die sicher oft angenehmen Illusionen zu Juden und Palästinensern immer weiter trügen. Wenn Sie Rückfragen und Kommentare haben: herzlich willkommen; meine Selbstdarstellung unterbleibt weitgehend, das wäre ein anders gestalteter Zugang.

Eine grundsätzliche These stelle ich an den Anfang: der auch in Deutschland umstrittene deutschisraelische Philosoph Omri Boehm vertritt die These, dass man das Thema mit einander ausschließenden mehreren Antworten nicht einer Wahrheit unterordnen kann; wenn es mehrere Antworten gibt, dann bedarf es eines übergeordneten Begriffs, der uns leiten sollte, für ihn – und mich – ist das die Gerechtigkeit (Boehm 2023).

Nach dieser Einleitung kann ich zum Thema kommen, Israel und Gaza vor und nach dem 7. November 2023.

Ich beginne mit einem Hinweis auf die Terrorgruppe des 7. Oktober, die Hamas, ohne die man das Thema nicht diskutieren kann, und beziehe mich dabei auf ein informatives Buch, das uns in mehrere Ebenen des Geschehens einführt: Joseph Croitorou: Die Hamas – Herrschaft über Gaza, Krieg gegen Israel (Croitoru 2024). Der Titel enthält auch die Richtung der Auseinandersetzung, nicht aber eine Parteinahme. Bitte informiert euch über die Geschichte des Autors (Joseph Croitoru Wikipedia (7.6.2025). Man kann in diesem Buch die Geschichte des Verhältnisses von Israel zur Hamas vor dem 7.10. und seither lernen – und zum zweiten, aktuellen Teil gibt es ja unübersehbar viele journalistische und wenige wissenschaftliche Vergleichstexte[1], zum ersten Teil aber wird es schwieriger. Woher kommt die Hamas, was war und ist ihr Verhältnis zu anderen Organisationen – arabischer, islamischer, politischer Herkunft, und zum Staat Israel bzw. aktuell zur Regierung Netanjahu[2].  Soweit meine Einleitung.

^          Was müssen Sie wissen, damit Israel in den richtigen Koordinaten Ihres kritischen

Bewusstseins kommt, und ähnlich, nicht identisch, gilt das für Palästina? Fangen wir mit den Juden an, und da kann man entweder viertausend Jahre zurückgehen, was mehr als aufwändig und anstrengend ist, oder ein Jahrhundert und ein paar Jahre zurück. Breiten wir jetzt nicht gleich die Vielschichtigkeit von Theodor Herzl[3] aus, sondern konzentrieren wir uns auf die Entscheidung, die Jüdische Migration in den Nahen Osten, in das ehemalige Land der Bibel, nach Palästina zu platzieren.[4] Hier fängt das Problem schon an: es gibt eine Hauptströmung, nennen wir sie Zionismus[5], es gibt eine kontroverse Strömung, den revisionistischen Zionismus[6], es gibt starke antizionistische Bewegungen[7], es gibt religiöse Varianten von allen.

Das alles ist bis heute kontrovers…Ein kleiner Aperitif: wenn Sie die Entwicklung der Politik und die Partei von Netanjahu nicht kennen, dann sagt Ihnen vielleicht ein Faktum etwas:

Knesset Debate Print article. Rachel Fink Noa Shpigel Jun 10, 2025 8:50 „pm IDT Galit Distel Atbaryan, a Knesset member from Benjamin Netanyahu’s Likud party, ordered MK Gilad Kariv of the Democrats party, who is also a Reform rabbi, removed from a Knesset meeting on Monday after a heated discussion, suggesting Reform Jews aren’t „real Jews.“

Reformjuden sind also keine richtigen Juden. Reicht das zur Charakteristik von Netanjahus Partei und Politik? Aber wie kommt es in Israel dazu? Und dieses Beispiel hat großes, auch historisches Gewicht für die letzten Jahrzehnte. Aber zurück an die Hauptlinie.

*

Es macht Sinn, weit zurück zu gehen, auch um zu verstehen, wie wir mehrere Blasen aufbauen konnten, die die Wirklichkeit überbauten. Lassen Sie mich fragen: Sagt Ihnen die Unterscheidung von Judenstaat und Jüdischem Staat etwas?[8] Allein die unterschiedlichen Erklärungen dieser Differenz füllen Debatten und Thesen. Wir kommen nicht um etlichen Spannungen herum, die man für diese Begriffe, selbst vor jeder Politik des Staates ab 1948, verstehen muss, um zu wissen, was sich hinter und unter den Titeln verbirgt. Herzls „Judenstaat“ ist vielleicht noch erklärbar aus dem damaligen Nationalismus-Gründungsgedanken. Aber würde das ein Staat werden können, der nur für Juden strukturiert wäre, und alle anderen sollten – ja, was? Minderheiten sein? – Natürlich wurde das schon damals diskutiert, und mit dem Beginn des Zionismus war eine Spaltung relevant: Warum wollten die Jüdinnen und Juden in Westeuropa, in Deutschland zumal, einen Nationalstaat – und warum wollten die jüdischen Zionisten aus Osteuropa, zumal Russland, Polen, einen solchen? Warum ging es um Staat und/oder Gesellschaft? Warum ging es um die Sprachfrage: Hebräisch[9] oder Jiddisch[10], gar Deutsch? Und welche Rolle spielte die Religion?

             Das sind alles wichtige Fragen, deren Antworten Sie auch zu Entscheidungen führen können.

             Aber wenn wir bei Palästina sind, Israel gibt es ja erst ab 1948, dann müssen wir schon auch das verdrängte postkoloniale Diskurserbe hervorholen: Das Land war ja im Osmanischen Reich und nach 1918 hat Großbritannien schnell versucht, koloniale

Herrschaft zu erreichen. Lassen wir die Details, dann bleibt doch, dass mit Herzls Nachfolgern der Judenstaat wohin projiziert wurde, wo ein anderes Reich eigentlich geherrscht hat, und dass alle Auseinandersetzungen zwischen 1918 und 1948 immer das Dreieck Juden-Palästinenser-Briten im Zentrum hatten, abgesehen von vielen anderen Akteuren. Die britischen Positionen – von der Balfour Deklaration[11] bis zur Geschichte des Gazastreifens12 – sind eine der großen Leerstellen u.a. des deutschen Bewusstseins für die Region, und das ist keine Marginalie. Genauso wenig, wie die pro-jüdischen und antisemitischen Positionen der Politiker, die vor 1948 – teilweise auch danach – eingegriffen haben, nicht automatisch aus Dokumenten und Verträgen, aber auch politischen Entscheidungen abgelesen werden können.

Lassen Sie mich einmal sofort auf die Kehrseite meiner jüdischen Geschichte springen, und zum Gaza bzw. zur Westbank wechseln: die Seite sollte man schon auch kennen, wenn man sie bewerten will, und zwar sowohl aus der Sicht der jüdischen Besiedlung vor und nach der zionistisch geprägten Einwanderung als auch nach 1948 und eben bis jetzt. Schon die Frage, wer und was und woher die Palästinenser kommen und wie sie „sind“, ist kompliziert, weil die Einigung auf eine Definition immer und notwendig parteiisch ist. Aber wenn wir heute die Geschichte abkürzen, dann konzentrieren wir uns auf zwei Linien: die Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und zunehmender Jüdischer Ansiedlung vor 1948 in eben dem oben beschriebenen Dreieck, und die Geschichte der Nakba nach dem Sieg der israelischen Verteidigung nach dem Angriff auf den neugegründeten Staat nach der teilweisen Vertreibung bzw. Isolierung der Palästinenser.13 Wir können und sollen auch diskutieren können, wie gerade in Deutschland und Österreich die Beziehung von jüdischen und palästinensischen Menschen im gesellschaftlichen Konglomerat von Politik, meist laizistisch, und Religion, meist islamisch, auch christlich, drusisch, zur mehr als einer Spaltung geführt hatte, in der auch das Attentat von 1972 hineinspielte14. Aber mein eigenes Erleben war auch geprägt vom einzigen offiziell-politischen Besuch mit Ministerin Helga Schuchardt in Israel, wo ich hauptsächlich die unterschiedlichen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen im Ressort hatte, aber natürlich schon viel(e) andere Seiten kannte. Bei den Gesprächen mit arabischen/palästinensischen Politikerinnen war es nicht gut möglich, die aktuelle Politik – Kooperation x Konfrontation – von der Geschichte der Arafat-Genese zu trennen, und damit indirekt auch die deutsche NS-Geschichte aufscheinen zu sehen (Lebl 2003)15. Aber wichtig und bereits erwähnt ist der Wechsel von der eher laizistischen PLO zur religiös inspirierten Hamas (Vgl. FN 2, den gesamten Text lesen).

Zehntausende jüdischer Emigranten sind freiwillig aus Israel ausgewandert, viele von ihnen zu uns nach Deutschland, viele aus Gründen der Abkehr von dem ultra-religiösen Durchmarsch der jetzigen Regierung bzw. ihrer Vorgänger unter Netanjahu, andere aus wirtschaftlichen, manche aus kulturellen Gründen – und ja, etliche suchen im religiösen Pluralismus hier eine für sie erträgliche Variante. Aber wahrscheinliche ist die laizistische Migration die größte, und die Politik des Zerntralrates und der jüdischen Organisationen hat nur einen beschränkten Einfluss auf die Einwanderung von ca. 30.000 jüdischen Menschen in Deutschland, die in Kontrast zur überalterten jüdischen Gemeinde-Mehrzahl stehen, welche wiederum in orthodoxe, konservative und liberale Gemeinden aufgespalten ist, von laienhaften Jüdinnen und Juden, die keiner Gemeinde angehören, abgesehen16. Viele – bei weitem nicht alle – fühlen sich zunehmend in Deutschland verunsichert, verfolgt, ausgegrenzt17.

             Eine ähnliche Migrationszusammenfassung, bezogen auf Israel und Gaza, oder auf Palästinenserinnen und Palästinenser in Deutschland ist schwieriger. Aber da Sie ja die vielen pro-palästinensischen Kundgebungen und Proteste kennen, können Sie schon die Herkunft der Protestierenden nachvollziehen, und da sind natürlich auch die deutschen Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Proteste. Und beachten Sie bitte die Kritik an der Kritik dieser Kundgebungen[12]

*

             An dieser Stelle muss die brisante Schlüsselfrage gestellt werden, ob und wie Israel und die Palästinenser jeweils und auch gemeinsam gerecht, richtig und zukunftsweisend gehandelt haben. Und in die Antwort muss auch einfließen, warum und wozu wie gehandelt wurde, und wer wie interveniert hatte. Dabei ist klar, dass das, was innerhalb der Gesellschaft geschieht und das, was der Staat nach innen und außen tut, nicht deckungsgleich sind.

             Da wir hier nicht in der Universität, sondern im öffentlichen, politischen Diskursraum sind, kann und soll die Antwort nicht abstrakt akademisch ausfallen, sie muss schon ethisch und in einen wirklichkeitsnahen Zusammenhang gebracht werden. Darum muss ich mich und müsst Ihr euch, müssen Sie sich fragen, was an dem Thema für wen interessant ist. Angesichts der Medienflut keine abstrakte Frage.

             Bevor ich abschließend zu den ganz aktuellen Ereignissen komme, habe ich zwei vorläufige, aber vielleicht orientierende Antworten. Erstens: wenn wir die ganze Vorgeschichte und Vielschichtigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft, v.a. der europäischen vor 120+ Jahren, einmal beiseite lassen und abwägen, was wirklich geschehen ist, dann können wir die zunehmende Durchführung der jüdischen Staatsgründung als gesellschaftlich relativ späte Nationalisierung des Judentums ansehen. Vergleiche sind da vielfach möglich. Dass so etwas fast immer mit Landnahmen und territorialen Verschiebungen vor sich gegangen ist und zT. heute noch geht, ist politisch und moralisch immer prekär – und jede Rechtfertigung muss über den machtpolitischen Realismus hinausgehen und ethisch wie humanistisch begründbar sein. Stellen wir dazu Fragen, bevor wir mit den Antworten umgehen. Zweitens ist meine Antwort kompliziert: weil die Juden und Jüdinnen im Zuge v.a. des Zionismus sich für ein Land entschieden haben[13], spielt sich ihre nationale Festsetzung dort ab – also im Kontext einer komplexen historischen Wirklichkeit und nicht als abstraktes politisches Spiel der Herrschenden. Man beginnt, sich mit dem Osmanischen Reich, mit dem britischen Empire, mit Deutschland, mit dem Vatikan etc. auseinanderzusetzen, und nach 1918 wird alles noch einmal anders, und über die Geschichte von Kooperation und Konfrontation, über Freund- und Feindschaften, über britische Dominanz etc. müssen wir im Zeitlauf genauso reden, wie, ob die Shoah die Staatsgründung oder der vorgängige Zionismus begründet hat.

             Ein zweiter Hinweis ist mir wichtig: Wenn man die versuchten und gelungenen Staatsgründungen des 19. Jahrhunderts, national und/oder kolonial, postkolonial betrachtet, gibt es in dieser Hinsicht wenig Grund, die jüdische Intervention in Palästina gesondert-negativ herauszugreifen. Es gab und gibt hier immer ethische Verwerfungen, und es kommt nicht so sehr auf ihr Faktum als ihre Bewältigung an.

Ich hatte schon einige gesellschaftliche Spaltungen erwähnt, Ashkenasen versus  Sepharden, Sprachdiversionen: Hebräisch, Jiddisch, Sephardisch, Staatsorientierung versus gesellschaftlich emanzipierte Einbettung etc. und all das in einem kleinen Gebiet, das auch noch von den Briten vor allem geformt wurde, lange vor 191820.

            Wie also soll, kann, darf ich nach der historischen Darstellung die letzten Ereignisse bewerten. Ich gebe dazu einen Rat: Lest genau die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Mit einer schrecklichen Zäsur: „Am 4. November 1995 wurde

Ministerpräsident Rabin vom rechtsradikalen jüdischen Studenten Jigal Amir in Tel

Aviv erschossen. Rabins Nachfolger wurde Schimon Peres. Peres führte die Friedenspolitik Rabins weiter und trat Anfang 1996 die Verhandlungen über den permanenten Status in Taba an.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Oslo

Friedensprozess) (17.6.2025). Jigal Amir war nicht einfach rechtsradikal, er war ultrareligiös21. Darüber müssten wir ausführlich sprechen, um die heutige Situation noch besser zu verstehen. Und wir müssen auch darüber sprechen, warum weltweit die Politik durch eine über alle Konfessionen sich ausbreitende Radikalisierung der Religion unter Druck gesetzt wird. Für Israel bedeutet das zu erklären, warum das

sowohl innerhalb der Judenschaft als auch in Palästina die laizistische Nationalbewegung ausgebremst hat.

Hier würde ich sonst zu einem Abschlusstatement übergehen. Nun muss man aber zum Angriff auf den Iran Stellung beziehen, und viele – die Israel wegen Gaza kritisieren – sind sehr positiv zu diesem Akt gestimmt, und das Völkerrecht ist hier in sich gespalten, weil man natürlich nicht warten kann, bis die Atomwaffen einsatzbereit sind (DLF 19.6.2025, 8.10). Tendenziell ist der Artikel in

der ZEIT zu Netanjahu gut ausgewogen, aber er greift zu kurz mit der Personalisierungidee. Es fehlt teilweise der Hintergrund22. Nicht zufällig  argumerntiert der Neue Historiker Benny Morris am 22.6. in der FAZ ausführlich über das jüdisch-palästinensische Verhältnis aus relativ ausgewogener Sicht (Israelischer Historiker Benny Morris: Das iranische Regime ist sehr stark , 20250622)23. Die Literaturliste ist wichtig: Benny Morris Wikipedia.

Zur Kriegsentwicklung kann ich jetzt nur vorläufig sagen, dass Israel damit strategisch eine stärkere Einbindung von Trump als Unterstützer anstrebt – und das Zeitfenster internationaler Akzeptanz ausnützt, das ihm bei Gaza weitgehend verweigert wird. Das ist eine sehr fragile Rechnung, ich bin eher skeptisch.

Zum Abschluss des Abschlusses. Haltet euch informiert, d.h. verlasst euch nicht auf offizielle Darstellungen der Regierungsorgane und Botschaften. Das ist ein hartes Urteil, aber ich stehe dazu, ebenso wie ich meine, dass wir der deutschen Doppelpolitik von Staatsräson und internationalem Völkerrecht nicht ohne weiteres folgen können, auch wenn wenn wir ihr weitgehend zustimmen. Ein Dilemma für alle von uns.

Nicht annähernd alle Aspekte der Situation habe ich hier eintragen können, aber die wichtigsten. Ich empfehle als Information regelmäßig die englische Version von Haa‘retz, der BBC London, der New York Times, in Deutschland der SZ und des

Tagesspiegels, des Deutschlandfunks, konservative Kontrollen der liberalen

Meinungsbildung über die Jerusalem Post, FAZ und die NZZ. Ich stehe für Rückfragen mit einer sehr viel umfangreicheren Bibliothek zur Verfügung.

             Ich danke für Eure und Ihre Aufmerksamkeit. Zum Übergang in die Diskussion empfehle ich noch ein Buch, zu dessen Autorin ich einiges beitragen kann: (Horvilleur 2024) „Wie geht’s? Miteinander sprechen nach dem 7. Oktober“. Das sollten wir immer.

Zitierte Literatur:

Avineri, S. (2016). Theodor Herzl und die Gründung des jüdischen Staates. Berlin, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag Berlin.

Bodenheimer, A. R. (1996). Rabins Tod. Zürich, Chronos.

Boehm, O. (2023). Radikaler Universalismus. Berlin, Ullstein.

Brenner, M. (2002). Geschichte des Zionismus. München, Beck.

Bunzl, J., Ed. (1980). Israel/Palästina. Hamburg, Junius.

Cohen, J. (2021). The Netanyahus. New York, NYRB.

Croitoru, J. (2024). Die Hamas – Herrschaft über Gaza, Krieg gegen Israel. München, C.H.Beck.

Harkabi, Y. (1979). Das palästinensische Manifest und seine Bedeutung. Stuttgart, Seewald.

Herzl, T. (1985). Der Judenstaat. Königstein, Athenäum.

Horvilleur, D. (2024). Wie geht’s? Miteinander sprechen nach dem 7. Oktober. München, Hanser.

Khalidi, R. (2024). Der hundertjährige Krieg um Palästina. Zürich, Unionsverlag.

Klein, J. (1982). Der deutsche Zionismus und die Araber Palästinas. Frankfurt/New York, Campus.

Langer, F. (1994). Brücke der Träume. Göttingen, Lamuv.

Lebl, l., Zeni (2003). Hadz-Amin in Berlin. Beograd, Cigoja stampa.

Oz, A. (2016). Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Suhrkamp.

Segev, T. (2005). Es war einmal ein Palästina. Berlin, Siedler.

Segev, T. (2007). 1967 – Israels zweite Geburt. München, Siedler.

Shibli, A. (2023). Eine Nebensache. Berlin, Berenberg.

Wetzel, D., Ed. (1983). Die Verlängerung der Geschichte. Frankfurt, Neue Kritik.

Yehoshua, A. B. (1992). Mr. Mani. New York, Doubleday.

michaeldaxner@yahoo.com

Feuerbachstraße 24-25

14471 Potsdam

Der Text kommt auch in meinen Blog: http://michaeldaxner.com


[1] Hier kann ich bei Nachfrage Auskunft geben. Keine einfache und schon gar nicht einseitige Auswahl. 

[2] Für ganz eilige LeserInnen empfehle ich den Abschluss „Ausblick“ S. 193f. des Buchs, das insgesamt eine wesentliche informative Grundlegung ist. Vgl. auch Freiburger Horizonte Joseph Croitoru Freiburg Institute for Advanced Studies (20250611).

[3] Herzl, T. (1985). Der Judenstaat. Königstein, Athenäum.

               , Avineri, S. (2016). Theodor Herzl und die Gründung des jüdischen Staates. Berlin, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag Berlin.

[4] Tom Segev hat eine breite Darstellung über das 20. Jahrhundert geleistet. Ich empfehle hier vor allem Segev, T. (2005). Es war einmal ein Palästina. Berlin, Siedler.

[5] Oz, A. (2016). Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Suhrkamp.

                Hier kann man die Entwicklung aller Spielarten des Zionismus in der Rückschau von Oz genau studieren, subjektiv und objektiv, das Buch ist 2001 geschrieben, Oz ist 1939 geboren und wohl der wichtigste Vertreter von Geschichte UND Literatur zum Thema. 

[6] Vgl. Revisionistischer Zionismus Wikipedia (8.6.2025), Brenner, M. (2002). Geschichte des Zionismus. München, Beck.

[7] Antizionismus Wikipedia (19.6.2025). Vorsicht: die gute Übersicht verbindet die Darstellung auch mit muslimischen, arabischen, christlichen, internationalen Antizionismen, und da gehen vielen Ausgangspunkte gegeneinander quer. 

[8] Der Judenstaat Wikipedia (11.6.2025), Der Begriffsweg vom Judenstaat zum jüdischen, oder jüdisch-demokratischen Staat hat einen mehrfach gebrochenen Staatsbegriff und eine bis heute nicht gelöste Dualität von ethnischer und religiöser Begriffsdominanz zum Thema. Deshalb nehmt euch Zeit, dem nachzugehen, wenn es euch interessiert. Im Übrigen ist das ein bis heute lebendiges Thema auch der israelischen Belletristik, neben den bereits erwähnten AutorInnen empfehle ich sehr Yehoshua, A. B. (1992). Mr. Mani. New York, Doubleday.

[9] Hebräisch Wikipedia

[10] Jiddisch Wikipedia

[11] BalfourDeklaration Wikipedia (15.6.2025): „Damals befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen. Die damalige britische Regierung unter Lloyd George versprach sich von der Zusage an die zionistische Bewegung Vorteile in der Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen während des Krieges und auch langfristige strategische Vorteile.“ Diese Zusammenfassung erklärt nicht im Mindesten die anhaltenden Diskussionen um die Zielrichtung des multiethnischen Territoriums und der zionistischen Hauptlinien. 

[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Palaestina_Staat (2.7.2025). Das erklärt, trotz „Vorgeschichte“ nicht die Essenz des Begriffs Palästina. Der Artikel gibt aber hinreichend viele Hinweise auf Quellen. Ein Problem ist, dass die Landesbezeichnung/der künftige Staatsname nicht wirklich die ethnische Herkunft und gesellschaftliche Gliederung der Palästinenser erklärt, und hier ist ein Singular unangemessen.

[13] Andere Länder waren im Gespräch, z.B. Uganda…Dass sich das alttestamentarische Kernland relativ schnell fixieren ließ, hat seine eigene Geschichte und zeigt deutlich die komplizierte Spaltung in Ethnie und Religion.

Kleine Literaturauswahl: Harkabi, Y. (1979). Das palästinensische Manifest und seine Bedeutung. Stuttgart, Seewald.

 , Bunzl, J., Ed. (1980). Israel/Palästina. Hamburg, Junius.                                          

 , Klein, J. (1982). Der deutsche Zionismus und die Araber Palästinas. Frankfurt/New York, Campus.

 , Wetzel, D., Ed. (1983). Die Verlängerung der Geschichte. Frankfurt, Neue Kritik.

 , Langer, F. (1994). Brücke der Träume. Göttingen, Lamuv.

 , Shibli, A. (2023). Eine Nebensache. Berlin, Berenberg.

 , Segev, T. (2007). 1967 – Israels zweite Geburt. München, Siedler.

 , Khalidi, R. (2024). Der hundertjährige Krieg um Palästina. Zürich, Unionsverlag.           

14 Die Rekonstruktion aus deutscher Sicht wird sehr häufig durch relativ geringe Wahrnehmung der Tektonik der israelischen Politik und der arabisch islamischen bzw. nationalen Umgebungskultur festgehalten, wobei es scheinbar einen theoretischen, de facto meist politisch-ideologischen Überbau gegeben hat, bei dem schon „die Juden“ eine besondere Rolle spielten, positiv oder fraglich. Wichtig im Kontext dieses Aufsatzes ist der besondere Bezug zu Deutschland. {Ash, 2025}

  1. Vgl. Mohammed Amin alHusseini Wikipedia,  Jassir Arafat Wikipedia (15.6.2025), u.v.m.
  2. Jüdische Menschen in Deutschland: „Im Jahr 2023 registrierte der Zentralrat der Juden 90.478 Juden in den deutschen Gemeinden und Landesverbänden. Seit dem Jahr 2005 fallen die Mitgliedszahlen in den jüdischen Gemeinden kontinuierlich ab. Weltweit ist die jüdische Bevölkerung hingegen am wachsen.“ (Statista Research Department, 04.06.2025). Nicht religiöse Jüdinnen und Juden sind schwer abzuzählen, meiner Schätzung nach aber ca. ebenso viele, sowie einige Sektengruppen. 
  3. Das ist ein besonderes Problem, weil die über bestimmte Medien jeweils dargestellte Ausgrenzung und Verunsicherung jüdischer Menschen und Gruppen oft nicht mit anderen Wahrnehmungen übereinstimmen. Eine nachhaltige Abwehr antisemitischer Wahrnehmungen im akademischen Bereich ist das Netzwerk

Jüdischer Hochschullehrender (NJH)  info@n-j-h.de website: www.njh.de . Aber wie überall gibt es ein

Problem, welche Auseinandersetzungen konkret antisemitisch sind und welche in anderen politischen Koordinaten stehen. Deshalb gehe ich hier konkret auf keine der vielen Organisationen ein, sondern diskutiere sie je einzeln, wenn sie im Diskurs aufscheinen. 

  • Vgl. dazu die letzten beiden Kapitel von Yehoshua, wo die vielfältigen nationalen Hintergründe von früher Eingewanderten subtil ausgebreitet werden Yehoshua, A. B. (1992). Mr. Mani. New York, Doubleday.
  • Mein enger Freund Aron Bodenheimer hat noch 1996 einen umstrittenen, religionskritischen Essay dazu geschrieben: Bodenheimer, A. R. (1996). Rabins Tod. Zürich, Chronos.

 Vor allem ab S. 36 kann man Linien direkt bis zur Gegenwart ziehen. Bodenheimers tief gebildete Religionskritik ist erheblich zum Verständnis der heutigen Konfrontationen, v.a. innerhalb der Religionen und gegeneinander.

  • Jan Ross: Er meint es tödlich ernst. ZEIT #26, S.2 . Dazu bräuchte es die Geschichte der Familie weiter ausholend, die Herkunft des Likud, und Personalia wie z.B. die Geschichte der Klausners bei Amos Oz (Oz, A.

(2016). Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Suhrkamp.

 Des weiteren „The Netanjahus“ von Joshua Cohen Cohen, J. (2021). The Netanyahus. New York, NYRB.

 Die Wahrnehmung der wirklichen Geschichte Israels und der Palästinenser ist durch eine besondere Ablenkung der deutschen Identifikation mit dem Land und seiner Gesellschaft verbunden. Das findet sich vielfach und kritisch in der Literatur. Und jedes Beispiel für die eine oder andere Seite sollte man kritisch hinterfragen. Vgl. Es gibt sehr wenig Wissen zur deutschen Rolle im Konflikt“ | dis:orient (19.6.2025) ist eines der Beispiele, ich habe es wegen des Titels herausgesucht. Wichtiger scheint mir der große Aufsatz von Timothy Garton Ash zu sein: FN 14

  • Hört euch das bitte an: diese Sicht kann so etwas wie der Minimalkonsens über die Geschichte der

Konfrontation sein, seit den 1920er Jahren. Wichtig erscheint mir die Kritik an England und an der NakbaIllusion von arabischer Seite, sozusagen als Gegenbild zur Illusion auf israelischer Seite. Am besten auch das Buch lesen:  Benny Morris:  Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems: Eine Neubetrachtung  – 1. Mai 2025, von Gesellschaft für kritische Bildung (Herausgeber).

Die Dürre lacht

Nein, das ist keine beleidigende Kommentierung einer untergewichtigen Person.

Auch keine Metapher für die Fröhlichkeit unterbemittelter Politik.

Es geht um Witterung (Reim: Erbitterung), Trockenheit, Sturzfluten, alles in allem um Dürre.

Um darüber nachzudenken und zu schreiben, bedarf es einer gewissen Distanz zu den Personen und Handlungen der sogenannten Weltpolitik, die sich ja meist erst in klimageschützten Innenräumen vorbereitet, und dann die Erdoberfläche beleidigt und ruiniert, und uns Menschen dazu.

*

Was macht man, wenn man nicht genug Wasser zum trinken hat, zu wenig um sich und die Wäsche zu waschen, und nichts, um seinen Rasen zu sprengen und das Auto zu waschen. ? Man? es kommt auf uns zu. Die paar heißen Tage sind nur ein Vorblick auf die langfristige Wirklichkeit, die auch uns in Europa treffen wird.

Aber jetzt stellt euch vor, wie wir uns darauf einstellen. Nur mehr konzentriert einmal am Tag Hände und sensible Körperteile waschen und ansonsten uns schützen lassen von der Kruste, die uns bald überzieht, trocken und salzig, aber auch vor Sonnenbrand schützt und Stechmücken abhält. Stellt euch vor, wie wir große Strecken mit Kanistern wandern, fröhlich in der Expedition Meinungen oder Scherze austauschend, wir müssen ja gehen, also können wir auch entspannt sein. Kommt das Gewitter oder der Sturzregen, dann suchen wir Unterschlupf, und bald sind wir der sicheren und trockenen Rettungsinseln, Höhlen oder Gebäuden kundig, die uns das aushalten lassen. Wie man Nahrung rankommt? Wenn nicht gerade Trump einen die Versorgung versaut oder Putin sie kärglich einstellt, dann kommt es darauf an, dass wir einen Teil der verbliebenen Erdkruste noch bepflanzen und das ernten, was dort tatsächlich wächst. Den Rest müssen wir uns verdienen – und abholen.

AUFWACHEN.

Das alles wird tausendfach vorhergesehen, in allen Variationen, und wird doch anders als im Textvorspiel. Gaza oder der Sudan verbieten geradezu die Satire, und ironisch kann ich nur um mich schauen, wenn ich meine Wohnung verlasse, und darauf warten, dass am Himmel ein megagroßes NOCH erscheint. Noch ist es nicht so weit. Das liegt näher als zum Beispiel: noch bin ich nicht tot. Noch gibt es Wasser in der Havel und auch vom Wasserhahn.

Aber was mich politisch interessiert: der Zwischenraum zwischen JETZT und der absehbaren Zukunft. Sie ist absehbar, und was uns jetzt nicht hier trifft, trifft andere Menschen schon jetzt, manche seit langem, und anderswo ist in der vernetzten Welt immer ganz nahe beim Hier.

*

Dass zweitrangige sogenannte PolitikerInnen gerade jetzt die Umweltpolitik zurückdrehen, ist pervers. Aber am Gartenzaun gelehnt, atmen manche Menschen auf, endlich kein Druck. In dreißig Jahren, wenn wir noch leben, ist noch Zeit genug, und manche werden dann ohnedies nicht mehr leben…

Influencer und Start-ups beginnen, für die trockene Zeit Bilder, Fotos und Filme in Auftrag zu geben, die den trockenen Generationen Erinnerungen wachhalten und vor allem den darauf folgenden Kindern und Enkeln etwas erzählen können, was für uns noch wirklich ist.

ABER SO WAR ES IMMER, VON ANFANG AN.

Ja und nein, das wisst ihre alle. Und so wie jetzt nie.

*

Ich hatte euch doch einen schönen und lustigen Blog versprochen? Ist er ja, denn anders als gegen die Diktatoren, Tyrannen und Idioten kann man ja für die Umwelt und das Überleben noch etwas tun.

Das Argument der Feinde, man solle jetzt das Leben in vollen Zügen genießen, weil man ohnedies für die Zukunft nichts machen kann, ist schwer zu bekämpfen, aber dazu sind wir ja da. Das ist nicht nur Politik, auch Anschauung und Privatheit.

Politik ist natürlich, Strukturen zu verändern und nicht alles der privaten Mülltrennung als Heilmittel zu übergeben. Dazu müssen wir die mächtigen Lobbys mit ihren lernäischen Hälsen bekämpfen. (Lest über die Hydra https://de.wikipedia.org/wiki/Hydra_(Mythologie), es lohnt. Und gebt jedem Kopf eine Lobby oder einen Aktienkurs, nicht nur die ganz großen. „Bekämpfen“ ist mehr als nur kritisieren. Das bewirkt Konflikte, wo denn nicht, …

Sagen die Pseudo-Liberalen: jede(r) Einzelne soll sich das zu Herzen nehmen und entsprechend handeln. Geht nur sehr beschränkt, siehe oben. Aber es ist etwas daran, dass man bei sich selbst auch etwas ändern muss…Und wir werden bald vieles ändern müssen, was die zu erwartende Kargheit betrifft, die über freiwillige Sparsamkeit der wöhlerhabenden Mittelschicht hinausgeht. Wenn Merz und Dobrindt jetzt schon die Armen immer ärmer machen, also Trump nachfolgen, wird das gegen sie zurückschlagen.

Ach ja, ich wollte ja einen besseren Blog schreiben. Morgen gibt es eine Rezension. Genießt den Sonnenuntergang, das ist keine Ironie.