Kein Pardon…so einfach?

Der Iran hat es mit einem Angriff geschafft, vielen Menschen die Wirklichkeit der Auseinandersetzung in Nahost verständlich zu machen. Das war keine stumpfe Waffe als Antwort auf den Angriff – von wem? – in Damaskus, sondern ein weiteres Element einer sehr langen, global verspannten Auseinandersetzung. Viele Medien üben sich in Information und Aufklärung über die feindselige Konfrontation des Iran mit Israel. o weit, so wichtig sind die Nachrichten und Kommentare.

Aber da stört mich etwas, nicht einfach nebensächlich. Die Konfrontation hatte begonnen, als die Ayatollahs die Macht über den Iran an sich gerissen haben. Das hatte die Konfrontation geformt, aktiviert, differenziert. Diese Nachrichten kann man ganz genau nachvollziehen. Was war davor? Da sagen die meisten Medien, es hätte gute Beziehungen zwischen Israel und dem Schah von Persien gegeben. Wirtschaftlich hätten die beiden Länder sich gut vertragen. Das ist erklärungsarme Information.

Über die Geschichte dieses Diktators hatten wir im Studium und in der akademischen wie politischen Diskussion vieles erfahren und gewusst, auch die Umstände, unter denen er an die Macht kam. Das hat sich erheblich gebissen mit dem öffentlichen und oft privaten Interesse an seinen Gattinnen, zuerst und hochgeschrieben Soraya, dann Farah Diba. So arg kann doch ein Gatte nicht sein, wenn das kleinbürgerliche Herz mit Lebensstil, Fruchtbarkeit, Ehekrise und Oberfläche so rührend umging. Oder aber die Studentenbewegung, der Kampf gegen das Bild des Schahs und die Jubelperser, und die Hoffnungen und Erwartungen in seine Gegner, und dann war es soweit Ayatollah Chomeini statt Reza Pahlevi.

DAS KANN MAN GENAU NACHLESEN. Ich kommentiere die Fakten nicht und schon gar nicht den Strauß an Interpretationen.

Aber OFFENSICHTLICH weiß die Politik ziemlich genau, wie sich Beziehungen von Iran und Israel, und warum und wie, geändert und zu einer feindseligen Konfrontation geführt haben. Viele Fachleute verstehen, warum eine Reihe arabischer Länder in dieser Situation Israel unterstützen, bzw. unterstützt haben. Und zugleich vor einer Eskalation warnen.

Dazu braucht Ihr mich nicht. Aber ich brauche meine Erinnerungen, an die Studentenbewegung, an das Studium (was die Politikwissenschaft, Geschichte, Geographie, Kultur etc. ) – an die Vorfälle – Berlin, wisst Ihr noch? – an etliche Freundinnen und Freunde, damals und heute. Ich brauche diese Informationen aus meinem Gedächtnis um die Erinnerungen an den bundesweiten Soraya-FarahDiba-Diskurs auch wieder aufzurufen, warum ist das auch noch so klar, was war daran so wichtig?

Es lohnt, den Übergang vom Schah zu Khomeini genauer zu studieren, und es lohnt, den ernüchterten Lernprozess nachzuvollziehen, weil doch fast alle denkenden und kritischen Menschen das Abdanken des Schahs begrüßt hatten.

Und fragen wir euch und uns, was haben wir da bei Israel gesehen und übersehen?

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundesregierung-iran-israel-100.html 17.10.2023

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-israel-102.html 21.10.2023

https://en.wikipedia.org/wiki/1953_Iranian_coup_d%27%C3%A9tat

https://www.american.edu/sis/news/20190408-40-years-later-iran-after-the-islamic-revolution.cfm

Und lesen Sie nach, was am 2. Juni 1967 geschah: Benno Ohnesorg. Dann versteht man sehr viel mehr von der damaligen deutschen Geschichte.

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