Faschingspolitik, nicht lustig, – Carne, vale!

Man möchte noch ein, zwei Abende, Montag, Dienstag, aus dem Ruder laufen, feiern und grölen und die lustigen Wagen bewundern, auf denen die Weltpolitik den Despoten Gallenschmerzen und Hirnleere verursacht. Man möchte das, aber es wäre ja lustig Statt dessen sieht mann Rubio und Orban in enger Verbundenheit gegen Demokratie und Europa einander betaschen, Orban quillt aus Fett und Schwarte und Rubio ist der Zyniker, Moskau hat auch so einen. Während dessen ignoriert der Faschismus in den USA Gerichtsurteile, werden gerichtswichtige Daten in den Ministerien gesperrt und werden Universitäten und die Wissenschaft ruiniert. Das wisst ihr alle, und ich habe darüber schon berichtet. Aber dass man darüber lachen könnte, das hattet ihr nicht gedacht. So löcherlich machen sich nur Diktaturen, die keine Gegner mehr fürchten müssen.

Mutig machen die demokratischen Resteuropäer eines klar: mit den größeren, stärkeren Vasallen muss Trump anders umgehen als mit den unscheinbaren, kleinen. Das darf Deutschland schon fordern, wir sind sozusagen Höflinge und keine Lakaien. Nein, wir sind schon wer, dürfen dem Kaiser Wein einschenken und die Krümel vom Hemd wischen. Das dürfen die kleinen Untergebenen nicht. Und dem zuzuschauen ist ungefähr so lustig wie ein Aufmarsch einer Karnevalsgilde…Ein paar gute Journalisten wissen das und kommentieren gänzlich unzynisch die Realität. In Retrospektive hat mich die Sendung zur Münchner Konferenz getröstet, da ahben Journalisten und Politiker die Sicherheitskonferenz schon so beschrieben, dass jeder Fetzenzug (nachschauen im Lexikon) dagegen ein Trauermarsch ist. Nur: noch greifen diese Wahrheiten nicht wirklich ans Bewusstsein und Portemonnaie der Deutschen Mehrheit. Soziales und Kulturelles wird unter Druck gesetzt, und Rüsten wird noch viel mehr Geld kosten, gerade wenn man nicht kämpfen will. Das ist einer der Punkte, wo selbst Pazifisten einlenken. Der Karnevalsumzug zieht weiter, Rubio und Vance spielen good boy, bad boy, und Deutschland zahlt dem Thiel noch fragile Technodividende. Und jetzt steht auf, dreht die Nachrichten ab, werft mit Konfetti und Bonbons um euch und feiert Karneval.

No, ich nicht. Ich geh hinaus in den Schnee und werde mir vorstellen, wie am Aschermittwoch eine Periode der fastenreichen Gewinnung politischer Realität beginnt: dass wir schon auch dazu beitragen müssen, Frieden herzustellen und zu sichern, nicht nur von den Feinden zu fordern.

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