„N“, „I“, kann man darf man?

Wenn man historische oder soziale Fachliteratur liest – nicht Belletristik – dann ist die Wortwahl oft schwierig, natürlich kann man nicht von Negern sprechen, und auch nicht von anderen Volksgruppen in den Worten früherer kolonialer Ableitung. Aber damals, nicht so lange her, war die Wortwahl auf allen Seiten anders, nicht nur bei Negern, auch bei Eskimos, bei Indianern usw. Und die Auseinandersetzung damit kann politisch wichtig sein. Für mich jedenfalls auch im Rückblick auf meine Begriffe, längst über die Jugend hinaus.

Hier geht es um Neger und Indianer, und ich sage nur: lest das im Kontext der „Besichtigung einer Epoche“, wie Karl Schlögel den Untertitel seiner „American Matrix“ präzisiert (Hanser, München 2023). Man glaubt es nicht, dass dieses Buch erst drei Jahre, schon drei Jahre alt ist, und was sich in den USA und unter Trump getan hat und tut. Aber wer wenig von diesem Land weiß, sollte diese Sozial- und Kulturgeschichte von anfang an lesen. Weil selbst gute, kritische und umfassende amerikanische Revision der allgemein bekannten Geschichte nicht so virtuos mit einer Vielzahl von Vergleichen, zeitlich, inhaltlich, mit den USA umgeht, die ja nicht Schlögels lebensbearbeitender Schwerpunkt sind – Osteuropa! – und das macht dieses Buch so besonders lesenswert. Ja, und wieso N und I? Nachdem man schon fast alles und bestens erfahren hat, kommen zwei Kapitel, S. 671-736, und man erfährt, was man vielleicht allgemein weiß oder gar aus den USA kennt. Nicht nur die Geschichte, die Auswirkungen, die Widersprüche usw. der Schwarzen im Land der Weißen, und erst recht die der Indianer, nein, auch das Gewebe der USamerikanischen Gesellschaft jenseits aller rassenbezogenen Plattitüden. Ich lasse die Schwarzen mal außen vor, die Literatur ist sehr gut und man erföhrt manches, das man nicht so gern aufnimmt. Mich hat völlig verblüfft, wie genau das Kapitel „Archipel Amerika“ mit dem ersten Abschnitt „Indianerland: Die große Abwesenheit“ (S. 705) beginnt. Und dann eine Geschichte durchhält, in der es keine Variable gibt, die auch der weißen, von alten Männern vertretenen Welt genüge täte, damit es vielleicht doch erträglich und ausgewogen wirkt. Die minutiöse Darstellung der Vernichtung eines Volkes hat genaue Daten und Thesen, 713ff. im Kern, aber man muss zurückgehen, zum Präsidenten Jefferson und seinen Nachfolgern, zu den Siedlern, zur Dialektik der Vernichtung mit juristischen und gewalttätigen Mitteln, um zu wissen und zu verstehen, was wie wirklich geschehen ist – und die Reste davon heute im 2004 eröffneten Museum kritisch anschauen, – obwohl, das schreibe ich 2026, nicht 2023, Trump alles versucht, auch dies auszuwischen.

Alles gut und wichtig, kritisch mehr zu wissen und gegenüber den USA und global zu vernetzen. Aber ich selbst habe auch ganz spannende Erinnerungen, vom Indianerspiel im Fasching 1952, mit Federn im Haar, bis zu vielen Büchern von Karl May, nicht nur Cooper u.a., und daran anschließend die Filme, – aber zu keinem Zeitpunkt hat meine akademische Ausbildung das Thema auch nur gestreift…Trotzdem habe ich mich etwas daran gemacht, nach den ersten beiden Reisen in den Südwesten der USA, genaueres zu erfahren, und die tourismus-relevante Darstellung der tribalen Vergangenheit ist ein weiteres Kapitel des Halbwissens. Natürlich haben wir seit den 70ern die afroamerikanische Geschichte bis zu den Black Panthers und danach nicht nur erfahren, auch diskutiert. Bei den Indianern war das so nicht der Fall, die erste tiefer gehende Nachdenklichkeit begann mit der Einwanderung aus Asien auf den amerikanischen Kontinent (Die Literatur bei Schlögel ist mehr als reichlich, einiges hatte ich lange davor erfahren, als ich in äußersten Osten Russlands die ethnische Geschichte erstmals erfahren habe). Was ich spannend für mich finde, wieviel Literatur und Beschreibungen dieser Geschichte für die ganzen amerikanischen Kontinente jetzt einfach aufzuklicken ist, teilweise recht gut verständlich. Aus unserer jugendlichen Sozialisation konnten wir uns befreien. Wir – und da steckt in der amerikanischen Geschichte, der Geschichte einer Volksvernichtung über mehr als 200 Jahre, ein schwerer Brocken unterbewusster (oder auch ganz offener) Selbstverhärtung – nicht zuletzt in globalen US Kommentaren zu anderen ethnischen Kontroversen. Die Psychoanalyse des USamerikanischen Gesellschaftsbewusstseins hat hier ein großes Feld. Und auch wenn es nicht alles erklärt, vieles bleibt unentschuldigt.

Ich finde das wichtig, weil es in das Halb- und Unterbewusste schauen lässt, und es entschuldigt nichts an USA, aber natürlich sind die Analogien zu anderen, vor allem zu uns, um eine Facette reicher.

Zuföllig gibt es gerade im Netz Info Wichtige Ereignisse und Helden in der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner (30.5.2026)

Himmelfahrt – Höllensprung

Nein, nichts zum Feiertag. 40 Tage nach Ostern, immer am Donnerstag Christi Himmelfahrt: Christen feiern leibliche Aufnahme von Jesus in Himmel – religion.ORF.at – das reicht. Die Himmelfahrten gehen heute ins Weltall, hunderte, tausende, Fluchkörper, die sich selten treffen, aber insgesamt einen gewaltigen Müll anrichten bzw. selbst darstellen. Was für ein Glück, dass das nur in einem kleinen Winkel des großen Weltraums sich ereignet, obwohl – doch ziemlich weit und nicht wirklich erfreulich. Naja, das Wetter sagen sie besser voraus, und die Kommunikation geht einfacher durch die Welt und rund um die Erde. Aber das Wichtigste: die Elite der Elite sucht jetzt schon Wege, wie sie oder ihre Nachkommen unbeschädigt in den Weltraum entkommen können, wenn die Erde unwirtlich oder unbewohnbar wird…nur, wenn sie dort im All sind, dauert es statistisch 1,2 Millionen Jahre, bis sie den nächsten Wohnplaneten erreichen, der heißt „terra“…

Drehen wir das um. Ohne Religion, ohne Weltraum, ohne Erkundung oder Flucht. Man geht die Straße entlang, bei einem bestimmten Deckel hält man an, steigt in den Untergrund und ist für die meisten verschwunden. Jetzt stellt euch vor, wohin man dann kommen kann, wenn man nicht nur Rohre und Kabel und Wasserleitungen erreicht, sondern plötzlich im umgekehrten Weltall gelandet ist. Der Mythos, dass wir in der Innenseite der Weltkugel leben, ist natürlich alt und leider nicht ironisch genug, um zu überleben.

Warum mich das interessiert? Weil die religiösen Feiertage, beispielhaft, Assoziationen in die voraufgeklärte Welt erlauben – da kann man sich noch vorstellen, was früher die Einbildung, aber auch die Gläubigkeit an das Unverständliche geprägt hatte.

Und natürlich gegen die Aufklärung richtet sich, was heute politisch angestrebt und mit Mythos ummantelt wird, nicht nur Peter Thiel, sondern eigentlich noch alle Kirchen, Sekten und reaktionären Programme. Was bleibt denn dann „positiv“ übrig, sozusagen „real“? Eine ganze Menge, und wir basteln unsere immer neuen Mythen ja ständig und immer wieder.

Mit anderen Worten: so weit sind wir noch gar nicht entwickelt. Wenn wir uns an die Aufklärung halten, bedarf es auch der Neugierde, des Interesses hinter die Vorhänge zu schauen. Und dann ist natürlich die Historiographie der religiösen wie der wissenschaftlichen Begründungen schon spannend: Wie kommt es zu den Vorstellungen vom Universum und vom Weltraum und von der interstellaren Reise (oder eben vom Gegenteil: von der Reise zum Erdmittelpunkt oder in den Körper). Die Bilder vom Jenseits des Lebens richtung Hölle sind sicher im Tunnel anschaulicher als im unendlichen Universum (Lest einmal Dürrenmatts „Tunnel“), aber mehr Phantasie kann man im Weltraum schon entwickeln, nur – dort herumzurasen ist ja nicht unbedingt eine Erlösung, auch nicht die Himmelfahrt des Gottessohnes.

Die heutige Ökonomie, Musk & Co., baut genau diese Phantasie ab, um interglobale Märkte zu imaginieren, die ihr ja doch nur die Macht hier auf Erden erweitern würde, – aber die Erde geht ja gerade kaputt. Das wiederum verführt viele zum Mythos zu greifen.

Dass Christus auch zur Befreiung in die Hölle gefahren ist, eine volkstümliche Marginalie, aber tiefsinnig (ER muss ja die bislang vor ihm Abgestiegenen befreien (Wilhelm Maas: Gott und die Hölle – Studien zum Descensus Christi. Einsiedeln 1979). Es lohnt aber auch, die Höllenfahrt bis in das gegenwärtige Kino zu verfolgen (Höllenfahrt – Wikipedia), denn Hälle ist in jedem Fall spannender als die einschränkende Vorstellung vom Leben im Himmel. Unglück lässt sich eben menschlicher übersetzen als Glück, das wissen sogar wir.

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Der Spaß, Feiertage zu dekonstruieren, geht natürlich weiter, wenn man die Biographien von Heiligen, echten Menschen und anderen Wesen zerlegt. Mein Vorschlag: sucht euch einen besonderen Feiertag aus und feiert seine Geschichte.

Naive Vergleiche – und sinnvolle Differenzen

Fast schon ein Kalauer: die EU mit dem römischen Reich, Imperium Romanum, zu vergleichen; oder Stalins Sowjetunion mit Gorbatschows Russland – oder mit Putins? oder die AfD mit NS oder Meloni mit Mussolini oder…Wenn es „private“, persönliche Vergleiche sind, kann und soll man darüber diskutieren, Klarheit schaffen, warum jemand einen bestimmten Vergleich erfindet oder übernimmt, ihm zustimmt oder ihn ablehnt. Heute sind derartige Vergleiche fast immer in den Medien und haben größeren Einfluss nicht nur auf private, sondern auch auf öffentliche Bewusstseinsbildung, mit Einwirkung auf die Politik – oder nicht.

Oder nicht. Auch darauf kommt es mir an. Wer akademische Logik studiert, kann Vergleiche in allen Varianten verstehen, erkennen, gestalten. Nur: das ist nicht einfach und auch gebildeten Laien nicht einfach zugänglich. Wikipedia ist da streng: Vergleichende Methode – Wikipedia

  • der formalen Beschreibung (Vergleich von Strukturen, Regierungssystemen etc.),
  • der darauf aufbauenden Erklärung (von kausalen Zusammenhängen, Ursache-Wirkungs-Beziehungen im engeren Verständnis),
  • einer auf der Analyse basierenden Prognose (zur Vorhersage möglicher Entwicklungen, etwa durch den historischen Vergleich), sowie
  • der bewertenden Interpretation (speziell für normative Aussagen zum politischen System).

Das meine ich „eigentlich“ nicht, aber Vergleiche in der Alltagskommunikation haben den gefährlichen Nachteil, oft ganz anders weiterzuwirken, als ein vergleichender Einwurf es vorhatte. Andererseits: ohne Vergleiche gibt es keine Wissenschaft, schon gar keine Geschichtswissen-schaft, schon gar keine…Aber im Alltag gehts nicht um die Wissenschaften, da sind es oft Erfahrungen und Eindrücke, oft Überlieferungen, oft irrige Vorstellungen, die Vergleiche dauernd anstellen. Und ohne sie wäre Kommunikation ganz und gar unmöglich und jedenfalls schwierig.

WARUM ich das so einsetze? Weil im politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen Diskurs über Vergleiche mehr als nur Haltungen und Überzeugungen erzeugt werden, sondern wiederum Politik, Ökonomie etc. beeinflusst und geprägt werden.

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Macht selbst ein Experiment: Vergleicht Hitler mit Stalin, mit Putin, Trump mit Putin und Hitler usw. und vergleicht eure Kriterien mit dem Nachdenken, wie ihr drauf kommt, und welche Quellen sich da als erste vordrängen. Diese Vergleichsvorgänge sagen etwas über eure Bildung, eure Standpunkte, eure Vorurteile…

Eines meiner wichtigsten Beispiele ist ganz aktuell: Womit können wir Israelis mit Palästinensern vergleichen, weiterhin Israelis sich und Palästinenser, diese sich mit Arabern, die Israelis mit Juden oder als Juden oder als jüdische Mehrheit etc. Ihr erkennt, dass hier eine lange Entwicklung von Fragen und Vergleichen sofort möglich ist, aber dass es auch unmöglich ist, ein- oder wenig-dimensional Schlussfolgerungen zu erzeugen und zu kommunizieren. Aber es kann ja sein, dass solche notwendig sind, um das, was in Israel, Gaza, dem Nahen Osten, dem Kampf gegen Iran etc. sich ereignet, nicht nur zu verstehen, sondern darüber mit einer Meinung, einer Haltung sich zu verständigen. Wenn ich z.B. die gute Informationssendung des DLF am 13.5. um 7.50 zur rasanten Entwicklung der radikalen israelischen Rechten auch bei Militär verstehen will, reicht es nicht, allein die Daten festzustellen. Wo kommt die religiöse Verbindung mit dem Zionismus historisch her? Und kann ich von „dem“ Zionismus überhaupt sprechen? Die Antworten sind, darauf bestehe ich, zu komplex für Schlagworte; sie zu verstehen, bedarf es ziemlich viel Wissen, und früher hätte man gesagt, es bedürfe einer breiteren Bildung, um die Beziehung der Juden (Ethnos) bzw. der jüdischen gesellschaftlichen Strukturen (ethis, sozial, kulturell, historisch etc.) zu einander und „nach außen“ )in die nicht-jüdische Welt und Umwelt zu verstehen und sich zu positionieren.

Bei diesen Bemerkungen denke ich an Diskussionen mit dem gerade verstorbenen Micha Brumlik, mit vielen meiner jüdischen Freunde, mit Studis und KollegInnen…und die möglichen und wirklichen Kontroversen untereinander konstituieren geradezu das, was so einfach „Judentum“ heißt. Nun, dazu habe ich hier viel geschrieben, und wenn wir zurück an den Anfang dieser Mitteilung gehen, dann zeigt sich auch, womit man Juden und Palästinenser „vergleichen“ kann und soll, und womit nicht.

Wisst ihr, wer Daniel Libeskind ist? ein auch mit KI verfasster Text von gestern weist auf ihn hin („Sollte es besser wissen“: Star-Architekt Libeskind mit Warnung an Deutschland). Warum ich das aufrufe? Weil es schon zeigt, in wieviele Ritzen und Falten der Gesellschaft das Thema geht. Und ihr wisst, warum ich bei diesem Thema bleibe. Das heißt aber nicht, dass es das gedankliche Zentrum der Welt ist, es muss da immer so viele geben, wie für die Zukunft wichtig sind. Umwelt an erster Stelle. Und dazu kann man den altmodischen Begriff der Bildung exhumieren, zum Beispiel.

Ich hatte ja begonnen über VERGLEICHE zu schreiben. Und wenn ihr immer die Vergleiche heranzieht, die euch wichtig sind und nicht die, die gerade diktiert werden, dann kommen spannende Themenmuster zustande, die schon Einfluss auf das politische Selbstverständnis haben. Vergleiche enthalten den Begriff der Gleichheit, eine Folge von Freiheit, nicht ihren Ausgang. Das macht sie so spannend.

Wolf und Lamm und

Über Gläubige mache ich mich nicht lustig, die brauchen so etwas, wie andere Natur oder Schicksal. Religion ist etwas anderes, seit Beginn der Menschheit gehört sie zur Gesellschaft wie Familie, Staat, Militär und die Trennung oder Vereinigung von Politik und Ökonomie. Kultur ist noch einmal etwas anderes, aber erst einmal: zwei Tage vor dem Ostersonntag wünsche ich zunächst

Frohe Ostern I

Zu viel Karfreitag Von Heribert Prantl Ostern ist die Zeit, die wir erhoffen. Karfreitag ist die Zeit, die wir erleben. Der Weg von der Verzweiflung zur Entzweiflung. SZ 2.4.2026“

Dann sehen wir weiter. Glückwünsche kann man am Karfreitag schon brauchen, so traurig die Rundfunkmusik, so beschwerlich die Nachrichten (DW 3.4. 10.20): Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld: von Paul Gerhardt, und trauriges Barock, lest ruhig: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld – Gerhardt , am Karfreitag sind die Protestanten noch trauriger als die Katholiken, die freuen sich schon auf die österlichen Freudensprünge. Vorher aber kommen noch andere Tiere in die Feiertage:

Neues vom Rottweiler! Sie erinnern sich: So nennt Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ihren Persönlichen Referenten. Der Mann zeigte der Verwaltung erfolgreich die Zähne, um die vom CDU-Abgeordneten Christian Goiny geforderte Bewilligung von Förderanträgen durchzubeißen. (Tagesspiegel 2.4.2026)

Hier geht es aber um das Lamm. Das hatte man schon früh geopfert und gegessen. Seine Verbindung zu Gott, dem Gottessohn oder seiner Anhängerschaft ist kulturgeschichtlich interessant. Agnus Dei – Wikipedia . Da kann man mehr als Religionsgeschichte und Rituale lernen. Aber heute? Wenn man auch vegetarisch isst, so hat das Lamm noch immer Wolle und Emotionen. Und das Schimpfwort „du Schaf“ ist weniger aggressive als „Dumme Kuh“ und „Blöder Hund“. Soweit zur religionsgewürzten Alltagskultur.

Jetzt kehren wir das Blatt um. Warum gibt es keinen heiligen Wolf? Die Kinder lesen heute ja kaum mehr das Märchen „Rotkäppchen“, mit dem Wolfsbauch voller Pflastersteine (Rotkäppchen – Brüder Grimm). Die beiden Grimmigen Märchensammler, hatten viele Tiere vereinnahmt, Hase und Igel, Drosselbart usw.), aber der Wolf ist uns geblieben. Es lohnt, auch ohne Grimm: Die 10 beliebtesten Fabeln und Märchen vom Wolf, Damian. Der Wolf – Eine abenteuerliche Reise quer durch Europa und viele andere, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Wir (BK und ich) haben noch eine ganz andere Sicht auf die Wölfe: warum werden sie im Alltag schlecht gemacht, oft mit bissigen Hunden verwechselt, in Westeuropa und zunehmend in Deutschland nicht nur wieder angesiedelt, sondern auch gejagt und verfolgt? Das ist in Osteuropa besser, weil die Schafsmetaphorik dort nicht so überhöht ins Mythische und Mystische gehoben wird wie im Rotkäppchen.

Wichtiger Einschub. Seit Jahrzehnten ist ein Mensch durch einen Wolf getötet worden, mitten in Hamburg. PEINLICH: In den Medien sind die ersten zehn (und mehr) Hinweise auf „Wolf“ diesem Vorfall gewidmet. Ernsthaft berichtet Wolf beißt Frau in Altona – Polizei fängt ihn am Jungfernstieg ein | ndr.de , aber nicht auf antiwölfische Schlagwörter: wolf beißt frau altona . (2.-3.4.2026)

Ernsthaft könnebn wir viel über Wölfe erfahren. Von der Gründung Roms (Romulus and Remus – Wikipedia) bis hin zur aufgeklärten Information: Wolf – Wikipedia , und natürlich die Wolfsunterstützer: Wölfe in Deutschland – NABU , auch beim WWF, da ist interessant: Die Wölfe sind in Gefahr und in Österreich Wolf: In Österreich streng geschützt & dennoch bedroht I WWF . Ärgerlich ist die deutschnationale Jagdhilfe durch die Bundesregierung, siehe auch Wolf jetzt im Jagdrecht aufgenommen | Deutscher Jagdverband. Dazu muss man sich schon entgegenstellen zB. Paternschaften für Wölfe annehmen.

Was hat das mit Ostern zu tun? Zunächst einmal mit der schäfischen Religionsneigung, die ja schon den kleinen Kindern vermittelt wird. Und für viele gehören zu Ostern Hasen, Lämmer und Schafe. Dann aber mit dem klassisch dualen Tugendverständnis: Lamm gut – Wolf schlecht. Das hat nichts mit Religion zu tun. Im Paradies der Religionensanfänge liegen ja Wolf und Schaf friedlich nebeneinander (In Jesaja 65:25 wird der Wolf friedlich mit dem Lamm weiden, was ein Bild für Gottes zukünftigen Frieden und die Überwindung von Feindschaft ist.)

Da können wir noch viel dazu erfahren, aber schaut euch bitte auch die Videos über Wölfe an, das sind schon schöne und kluge Tiere. Dass „Wolf“ auch ein Name ist, dass der Werwolf ideologisch nachbedacht wurde, dass Wölfe wichtig für die Literatur sind

Faschingspolitik, nicht lustig, – Carne, vale!

Man möchte noch ein, zwei Abende, Montag, Dienstag, aus dem Ruder laufen, feiern und grölen und die lustigen Wagen bewundern, auf denen die Weltpolitik den Despoten Gallenschmerzen und Hirnleere verursacht. Man möchte das, aber es wäre ja lustig Statt dessen sieht mann Rubio und Orban in enger Verbundenheit gegen Demokratie und Europa einander betaschen, Orban quillt aus Fett und Schwarte und Rubio ist der Zyniker, Moskau hat auch so einen. Während dessen ignoriert der Faschismus in den USA Gerichtsurteile, werden gerichtswichtige Daten in den Ministerien gesperrt und werden Universitäten und die Wissenschaft ruiniert. Das wisst ihr alle, und ich habe darüber schon berichtet. Aber dass man darüber lachen könnte, das hattet ihr nicht gedacht. So löcherlich machen sich nur Diktaturen, die keine Gegner mehr fürchten müssen.

Mutig machen die demokratischen Resteuropäer eines klar: mit den größeren, stärkeren Vasallen muss Trump anders umgehen als mit den unscheinbaren, kleinen. Das darf Deutschland schon fordern, wir sind sozusagen Höflinge und keine Lakaien. Nein, wir sind schon wer, dürfen dem Kaiser Wein einschenken und die Krümel vom Hemd wischen. Das dürfen die kleinen Untergebenen nicht. Und dem zuzuschauen ist ungefähr so lustig wie ein Aufmarsch einer Karnevalsgilde…Ein paar gute Journalisten wissen das und kommentieren gänzlich unzynisch die Realität. In Retrospektive hat mich die Sendung zur Münchner Konferenz getröstet, da ahben Journalisten und Politiker die Sicherheitskonferenz schon so beschrieben, dass jeder Fetzenzug (nachschauen im Lexikon) dagegen ein Trauermarsch ist. Nur: noch greifen diese Wahrheiten nicht wirklich ans Bewusstsein und Portemonnaie der Deutschen Mehrheit. Soziales und Kulturelles wird unter Druck gesetzt, und Rüsten wird noch viel mehr Geld kosten, gerade wenn man nicht kämpfen will. Das ist einer der Punkte, wo selbst Pazifisten einlenken. Der Karnevalsumzug zieht weiter, Rubio und Vance spielen good boy, bad boy, und Deutschland zahlt dem Thiel noch fragile Technodividende. Und jetzt steht auf, dreht die Nachrichten ab, werft mit Konfetti und Bonbons um euch und feiert Karneval.

No, ich nicht. Ich geh hinaus in den Schnee und werde mir vorstellen, wie am Aschermittwoch eine Periode der fastenreichen Gewinnung politischer Realität beginnt: dass wir schon auch dazu beitragen müssen, Frieden herzustellen und zu sichern, nicht nur von den Feinden zu fordern.

Grau in Grau. Grausig und doch.

Für viele ist grau keine Farbe, für manche ein Zeichen dezenter Kleidung, und als Vorsilbe zum Beispiel für Burgunder ganz richtig. Geht man durch die nebelgraue Landschaft, kann das bisweilen romantisch sein, aber man will kein Landschaftsbild grauingrau an der Wand, obwohl…Als Metapher hört mans oft, grauer Alltag, graues Alter, Grauschimmel, Grauwacke und graue Zwischenbereiche von legal und illegal. Also eine auch literarisch verwendbare Bezeichnung, die Kritiker können sich äußern, die Friseure auch.

Oft dient grau dazu, dass man nicht so genau hinschaut oder so richtig etwas erkennt. Jetzt werden wir gebildet, nicht wahr? Der Graus hat übrigens etymologisch, also sprachgeschichtlich nichts damit zu tun, das ist schon grausig genug, und ich mag das Wiener grauslich noch lieber. So erscheinen mir die meisten der letzten Kommentare zu Trump in Davos, zu den Massakern im Bereich der Exekutive in den USA und anderswo, und doch ist grauslich nicht auf die Weltpolitik beschränkt, sondern kommt im Haushalt, beim Essen, und vielfach in sogenannten Witzen vor, die man dann lieber hört als selbst erzählt, und lieber doch nicht gehört hätte, so grauslich waren sie. Viele Variationen gibt es davon „Heinrich! Mir graut’s vor dir.“ (Goethe, keine gute Stelle für Faust, Grete weiß das schon….anderen grau(s)t es auch, literarisch, alltäglich, und übers Grausen kann man schlecht reden, auch wenn man es fühlt und bedenkt. Es graust einem einfach. Und wenn es um bestimmte Menschen geht, graust einem vor einem Lustmörder, aber auch vor einem Politiker. Wenn einem kein Adjektiv einfällt, böse, grausam, gemein, alles mögliche passt nicht, aber „grausig“ impliziert auch die tiefgreifende Abwendung, vor allem in der Politik, da will man nicht diskutieren, wer grausig erscheint, den will man ausblenden, und kann es nicht.

Ich mag jetzt nicht aufzählen, wen ich grausig finde, ich mag die Namen nicht nennen, weil das symbolisch als gewöhnlich missdeutet werden. Wer zu jemandem Grausigen noch etwas sagen kann, findet ihn nicht sooo schlimm. Ich zumindest. Aber ich finde schon einige und nicht nur einen grausig. Und wenn wir über diese Grausen reden, dann versage ich mir alle Bezeichnungen, Eigenschaften, es gibt dann immer nur eine Bezeichnung.

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Ich schaue aus dem Fenster. Draußen ist es grau in grau in grau. Keiner meiner Grausigen zeigt sich im Nebel, schade, dass sie nicht verschluckt werden. Wenn man aus dem Nebel nach Hause, ins Licht kommt, kann man wieder profiliert politisieren. Aber die graue Welt belehrt, dass das Grausige auch da ist, wenn man es nicht so genau sieht, dass man seine Kommentare immer gleich ansetzen kann. Grausam.

Diktaturen auf dem Markt

Natürlich kann man auch im Kapitalismus gegen den Kapitalismus sein. Natürlich – im Wortsinn und symbolisch, politisch. Aber nicht vergessen, dass wir ja keine wirksamen Hebel zur Änderung haben, weder ökonomisch noch weltpolitisch. Ich zitiere einen marktwirtschaftlichen, aber gesellschaftlich kritischen Experten, der immerhin in Witten Herdecke lehrt und Familientherapeut ist:

Nachdem er sich nachhaltig für „Rechtssicherheit, die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Wissenschaften“ eingesetzt hat, resümiert er „Insgesamt gesehen haben sich in der Geschichte der letzten Jahrhunderte (! MD) autokratische Systeme ökonomisch als weniger erfolgreich als demokratische, (mehr) auf die Intelligenz von Märkten setzende Systeme erwiesen – zumindest, was die Höhe des Bruttosozialprodukts angeht. Dass dies nicht unbedingt mit der Zufriedenheit und der Lebensqualität der Bevölkerung korreliert ist, muss an dieser Stelle in Erinnerung gerufen werden…“ (Fritz B. Simon: Wie Diktaturen funktionieren. Carl-Auer 2025, S. 265). Der zweite Satz spricht von der Marktwirtschaft auf uns Menschen. Und im Resümè, steht ganz unerfreulich. „So werden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die noch heute bestehenden westlichen Demokratien (das sind wir! MD) zu Pseudo-Demokratien verkommen, in denen de facto Tech-Milliardäre eine neue Oberschicht von Oligarchen bilden )Musk u.a. MD), die sich ihre Politiker halten, die ihnen mehr oder weniger bereitwillig zu Die4nsten sind…(271).

Kein Optimist, der Simon. Der letzte Satz ist wichtig, denn die Umkehrung, etwa Trump behrrscht Musk und seinesgleichen, geht wegen der intellektuellen und innovativen Vorherrschaft auch der Tech-Bonzen, nicht nur der Akademiker, nicht lange gut. Übrigens: das ist auch bei uns ein Moment der Einsicht, noch nicht ganz so weit).

Dazu kann man eine Menge Varianten spätkapitalistischer Beschreibungen lesen, aber diese Varianten sind keine wirkliche Politik, nur Vorstellungen über bessere umstände (Das Problem der Diktatoren ist anscheinend größer als das der Tech-Bonzen (Vgl. Anne Applebaum, aber auch Giuliano da Empoli).

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Warum ich das schreibe, warum ich? Seit langem misstraue ich den Ökonomen, die die politische Ökonomie entpolitisieren und wirtschaftliche Alternativen aufblättern. Kritische Geisteswissenschaftler verstehen davon mehr, aber auch Polit-Ökonomen. Aber warum schreibe ich darüber? Weil mich nervt, auf welchen Nebenschauplätzen unsere 0,8 Regierung und viele halbherzige Regierungen der verbliebenen Demokratien ihr Volk dadurch beruhigen, dass sie eben halbherzige Themen bearbeiten, um von der globalen weltweiten Gefahr durch die Diktaturen abzulenken. Klar, wir im sog. Westen, brauchen Trump für unser Militär, noch eine Zeit lang jede3nfalls, da dürfen wir ihn nicht gleich zum erklärten Feind machen, obwohl, naja eigentlich, und ohnehin weiß man das ja, äh. Aber die anderen Diktatoren sind ja keine Hilfe und noch nicht einmal wirklich kapitalistisch, siehe oben. Nein, ich will nicht ironisch sein. Das Unterlaufen von Umwelt und Wohlstand durch Krieg und Dominanz ist nicht neu, hat im Gleichen immer Erscheinungsunterschiede. Darum ist Geschichte so wichtig und der soziale Kampf gegen Geschichtsvergessenheit. Aber das kann ja nicht im Zentrum unserer Politik stehen, „unserer“, d.h. die eigene Politikbereitschaft (dazu hat Winfried Kretschmer in Bezug auf Hannah Arendt wirklich fast alles geschrieben). Die „Eigene“ bedeutet, „alle“. Wir müssen um die Politisierung aller werden, dann wird unsere Kultur wirken (also nicht „politische Kultur“ als Ersatz für Politik, wie früher und auch heute).

Die Diktaturen werden sich durchsetzen, wenn auch immer nur auf Zeit. Aber die ist lang, 12, 20, 40 Jahre? Ironisch kann man da nur sagen: die Evolution ist noch nicht so weit…Aber sie zu unterlaufen, erhöht unsere Lebensqualität und schränkt sie nicht ein. Siehe oben.

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Wissenschaftsfreiheit – dafür kann man kämpfen und gerade so veröffentlichen, dass es die Laien und die Politik erreicht. Das bedeutet auch die Freiheit der Kritik, nicht jeden Blödsinn gleichberechtigt neben die Wahrheit stellen, wie das die USA mit ihrem verbeulten Freiheitsbegriff so gern tun. Meinungsfreiheit – analog. Sie muss bestehen, auch wenn sie oft unangenehm ist, aber demolierte Meinungen sind von anfang an nicht „frei“. Da sind sich die drei großen und viele kleine Diktaturen einig: die politisch durchgesetzte Meinung gilt. Und dazu können wir, im Großen wie im Kleinen, nein sagen und Widerstand öben – indem wir den Unterschied zwischen freier Meinung und dem Streben nach Wahrheit immer, ja, immer!, deutlich machen. Das kann zu Konflikten führen, uns vielleicht bedrohen, v.a. in der Lehre und Sozialisation der nächsten Generation. Aber der Konflikt ist auch politisch…

Neues Jahr – alter Schrecken? Altes Jahr – neuer Rückblick?

Ehrlich: ich kann das Weihnachtsgesülze, die Silvesterdramaturgie, die hoffnungslosen Erwartungen auf das „Neue Jahr“ nicht wirklich hören oder lesen, und zugleich kann ich dem so wenig entkommen wie alle anderen. Die Rituale um die Jahresendzeit sind ideologisch und religiös fest verankert, eingepasst in gesellschaftliche Vorgehensweisen und Redewendungen, und etwas milder fragt man sich: warum eigentlich nicht? Lass sie doch, zwei Wochen nach Jahresbeginn rauchen, essen, trinken, schwafeln sie wie früher … und so geht eben der Jahreszyklus des homo sapiens. Das ist jetzt schon fast eine Intervention in den Medien, die ironisch verpackt, was man ohnedies nicht ändern will. Na gut.

Aber dann. Drehen wir das einmal um. Man kann, wir können, doch ohne Häme allen anderen „alles Gute“ zu ihren Festen und Visionen und Träumen wünschen; wir können Toleranz nicht nur predigen, sondern im Jahres- und Lebenskreis auch anwenden, und dabei uns selbst-stärkend beleuchten; wir können das, sicher, und viele fordern wir sollen das. Aber dann. Die drei großen und viele kleine Diktatoren nutzen dieses Bild zur weiteren Trennung von unmenschlicher Praxis (Krieg, Aushungern, Folter, ethnische Säuberung, Rassismus, Eroberung, Infiltration) und menschlicher Programmatik (Frieden, Versöhnung, Kompromiss). Da stocke ich: der Kompromiss bedeutet im Großen etwa Gebietsabtretung an den Aggressor (Russland gewinnt, die Ukraine verliert, und Trump nennt das seinen Friedensschluss), oder ethnische Unterdrückung (Netanjahu und Hamas sind Verbündete gegen ethnische Freiheit), oder schlicht Begrenzung der Entwicklungshilfe gegenüber denen, die wir nach wie vor exportierend, chemisch, plastik-verbreitend etc.) weiterhin ausbeuten, postkolonial. Das „mag“ irgendwie stimmen, klingt aber schräg, ist nicht deckungsgleich mit der globalen, und noch mehr mit der lokalen, Entwicklung. Das liegt ja auch an der Zusammenfassung, an der wirklichkeitsfernen Abstraktion von Politik. Damit die Menschen diesen Analysen „zustimmen“, was dann die Politik rechtfertigt, wo sie große Vermittlungslücken hat. Das hilft dem globalen Aufwuchs von Faschismus und schwächt weiterhin die Demokratien. Und die Diskurse haben sich schon weit gegenüber dem wirklichen Zustand der Lebenswirklichkeit abgehoben. Na ja…nun kein Theorie darüberstülpen. Feiertagsruhe, frierend den klaren Himmel bewundern und sich im Park bewegen? Schon, aber das hat damit wenig zu tun. Und allein dies zu erfahren, macht schon Sinn.

Lassen wir einmal, versuchsweise, die „Guten Vorsätze“ zum jetzigen, bestimmten Zeitpunkt beiseite.

Ich lese und höre jetzt einmal die politischen Stellungnahmen auf facebook, gerade wie sie ankommen. Listet man das auf, landet man zwei Absätze weiter oben. Sehr viel konkreter als die Rundfunk-„Nachrichten“ an den Feiertagen. Meine Themen, weiter oben, viele Kommentare. Nicht alle gleich gut, oder gleich richtig. Aber auf die Wirklichkeit und nicht auf die Kulissen bezogen. Das hilft schon für die nächste Zeit, über die guten Vorsätze hinaus, incl. Spenden, „sich einbringen“, nicht über den Dingen auf dem Feldherrnhügel sitzen und kritisieren, was da nicht richtig läuft. Sich einbringen kann nachgedacht werden. Da fällt mir auf, wie sehr es praktisch sein kann. Und dann erst reden wir über Moral und Politik.

Diktatoren ohne Eigenschaften

Ich hatte davor gewarnt, bei jedem Ereignis den Diktatoren Eigenschaften zuzuerkennen: klug, grausam, unverständlich, vorbildlich…es gehört zum Diktatorentum, sich so zu verhalten, wie man selbst will – und die Abhängigen müssen damit umgehen, nicht der jeweilige Diktator. Vor allem sind Aussagen, dass oder ob ein Diktator klug oder dumm sei, ein unsinniger Reflex der Unkenntnis über Gewaltherrschaft. Ich spreche über wirklich herrschende Diktatoren, Xi, Trump, Putin; zu ihren abhängigen Subdiktatoren, Orban, Erdögan usw. kann man sich ein paar Adjektive leisten oder Adverbien zu ihrer Handlungen, aber Vorsicht: auch sie sind Diktatoren.

Der Faschismus breitet sich global aus, er hält sich auch erfolgreich in der demokratischen EU und anderen, bislang demokratischen Weltgegenden – entweder in der Herrschaft selbst, oder als Opposition, die die Demokratie vor sich hertreibt. Da Faschismus sich auf das Führerprinzip gegen die Demokratie stützt, ist der Zusammenhang zu Diktatoren einsichtig.

Wenn nun faschistische Subdiktatoren auf ihre scheinbar Identität verweisen, um ihre Handlungen zu rechtfertigen müssen wir aufpassen. Orban ist ein Diktator, nicht weil er Ungar ist. Erdögan nicht, weil er Türke ist. Und Netanjahu nicht, weil er Jude ist. Das letztere macht natürlich mehrere komplizierte Diskurse weiter auf. Aber sie sind auch wieder einfacher zu bewerten, wenn man die Abhängigkeit der Politik(er), also von Faschisten und anderen Autokraten von den „großen“ faschistischen Diktaturen genauer analysiert – dazu sollte man sie kennen. Wichtig: nicht WEIL jemand eine ethnische Qaulität hat, handelt er diktatorisch, sondern OBWOHL. Und das können wir analysieren und verstehen.

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Das ist eigentlich nicht mein Thema. Aber ich brauche es als Rahmen, um die Gestaltung von Außenpolitik und Außenerscheinung in Verbindung zur Innenpolitik zu bringen, EU Beispiele Dänemark, Italien und – Deutschland, wenn es um die unerträgliche Misshandlung von afghanischen Schutzbefohlenen geht und um die ausländerfeindlichen Argumente gegen syrische und ukrainische Menschen bei uns. (Vorsicht: ich spreche in keinem Fall von Kriminellen). Da ist die fremdenfeindliche Politik der rechten, angeblich christlichen Regierung, nicht nur peinlich, sie zeigt auch die historisch belegte Öffnung der Religion zum Faschismus, übrigens auch ihren teilweise Widerstand.

Das alles ist der Zwergenregierung von Lenz nicht so deutlich. Umso wichtiger, es immer wieder öffentlich zu machen. Wir werden verarmen, ja, wir werden mit Europa Karthago III wohl erleben; aber wir müssen nicht die Hilfsarbeiter moralisch und ethnischer Diktate werden.

Aufmerksam, nicht hysterisch – Rechts

In den letzten Jahren der Weimarer Republik gab es Opposition au der demokratischen Mitte gegen die rechtsradikalen und manche linksradikale Parteien und Strömungen. Und natürlich gab es innerhalb der einzelnen Strömungen Unterschiede und Opposition zwischen den einzelnen Gruppierungen, wie denn auch nicht? Es gab also mehr rechtsradikale Parteien als die NSDAP und nicht alle waren faschistisch. Rechtsradikal genügt.

Wenn ich an dieser Stelle die Analogie bemühe, ist es keine Gleichsetzung. Das versteht sich, auch haben wir durchaus Faschismen in der AfD oder in der FPÄ Österreichs, aber keine NSDAP (das ist ein anderes Thema, auch wichtig). Mir geht es aber um etwas anderes: innerhalb des demokratischen Deutschland gibt es durchaus rechtsradikale Strömungen und Personen, die nicht oder noch nicht faschistisch sind. Beispiele kommen z.B. aus Bayern, bei den Abgeordneten, die eine demokratische Verfassungsjuristin schwer verwundet und beeinträchtigt haben; z.B. bei einem Innenminister, der keine Ahnung von menschlichem Unglück hat und meint, man könne sich populärer machen, wenn man einfach einmal nicht gegen bestimmte Abschiebungen ist…es gibt viel mehr solcher Beispiele, aber noch funktioniert der demokratische Widerstand gegensolche Entwicklungen. Bleibt aufmerksam, wir wehren uns. Nicht hysterisch, das nützt nur den Faschisten und denen, die mit ihnen gegen die Demokratie konkurrieren.

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Wohin die rechte Diktatur führt, kann man an den USA und Trump sehen (womit die Putins und Xis nicht entlastet werden, sondern wir eine weitere zusätzliche Front zu bedenken und zu bearbeiten haben). Ein Beispiel, ganz aktuell: Trumps Krieg in internationalen Gewässern gegen venezolanische Schiffe: David Cole: Getting Away with Murder. NYRB, 23.10.25, LXXII Schiffe in internationalen Gewässern mit x zivilen Toten. Ohne Justiz. Aber die USA stimmen zu. Nur Minderheits- und Justiz-Kritik. Das deutsche Problem mit den USA ist, dass sie noch für einige Zeit unsere bestimmenden Aufsichtsorgane sind, militärisch und damit leider auch diplomatisch. Aber polöitisch verzwergt bedeutet nicht, erheblich arrogant oder durchsichtig unterwürfig zu sein, sondern was man eben ist: abhängig und international weitgehend unfrei. Das gilt auch für die EU. Und hat weniger mit Nationalismus zu tun, als viele denken.

Das ist unangenehm, ich weiß, aber man kann sich nur befristet rausreden, die Drogen wirken nur befristet, genauso wie die Drogen gegen den Umweltschutz heute – je mehr wir inhalieren, desto weiter werden unsere Enkel und deren Kinder leiden.

Ich sammle Daten über die USA. Bei den Russen und Chinesen brauche ich sie nicht, da muss ich keine Untaten mehr beweisen, da wissen wir, was Diktaturen sind. Bei den USA müssen es viele noch lernen…tyrannische Freunde oder anschmiegsame Gegner. Passt auf, dass sie keine Feinde werden, bevor wir uns unser selbst gewiss sind und uns wehren können. Dazu braucht man nicht nur Waffen, oft eher weniger, dazu braucht man vor allem Gewissen, Einsicht und Kultur: daraus kann man auch Politik machen, die länger lebt als Trump und seine Camarilla. Es gibt auch ein Portfolio mit Alternativen zum „Nein“ nach dem Überleben (–> Brecht)