Dienst vor Asche.

Nachdem ich euch mit Fasching politisch und Carneval kulturell geärgert habe, was ihr ja anhand des Fetzenzugs unfeierlich angenommen habt, Hauptsache, die hochgeworfenen Beine waren nicht lustig, setzt heute Abend wieder der Alltag ein, ernsthaft und weitläufig.

Dienstag, eigentlich nicht mehr Faschings-D., hat mit Dienst nichts zu tun. Tiu ist der Namenspatron: „The English name is derived from Middle English Tewesday, from Old English Tiwesdæg meaning „Tīw’s Day“, the day of Tiw or Týr, the god of single combat, law, and justice in Norse mythology. Tiw was equated with Mars in the interpretatio germanica, and the name of the day is a translation of Latin dies Martis.“https://en.wikipedia.org/wiki/Tuesday

Aber auch „Der Dienstag ist ein sehr agiler Tag, an dem wir auch Dinge in Angriff nehmen können, vor denen wir sonst vielleicht zurückschrecken, die wir ewig vor uns herschieben“ (https://mein.yoga-vidya.de/profiles/blogs/ die-urspr-ngliche-bedeutung-der-wochentage-dienstag-marstag-tag).

Das alles ist mir eigentlich egal. Fasching ist vorbei, die Kirchen bereiten uns schon auf die Fastenzeit vor. Ich bleibe beim Dienst, einen Augenblick lang: wir haben doch tage- und wochenlang Dienst an der Freude, am Trinken, am Wegschauen und am Hinschauen geübt, das muss ein Ende haben. Wir haben unseren körperlichen und geistigen Extremen gedient, Tag und Nacht getanzt, und manche Witze haben den Abend überlebt. Der Opernball hat Wien zur Hauptstadt der Halbwelt gemacht, und so lustig wear die Welt, dass die Wirklichkeit sich bei den Säuerlingen verborgen hatte. Äh, was erzähle ich da? nur, was ich beobachte und seit Jahrzehnten kenne. Aber es war nicht so lustig wie früher, sagen selbst die Kölner und Mainzer oder die Düsseldorfer. Warum? Wir Älteren wissen, das wurde jedes Jahr gesagt. Geändert hat sich die Lust im Lustigsein. Dafür schreibt bestimmt mindestens eine Philosophin ein Essay.

Ö24 sagt, der Fetzenzug findet am Rosenmontag statt. Nach meiner Erinnerung haben nur Touristen diesen Montag jemals so geflüstert. Die Absetzung von Ö24 ist angesagt. Auch ein Reiseführer spricht vom Rosenmontag. https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/fotogalerie-impressionen-vom-fetzenzug-in-ebensee;art71,4139390

Jetzt aber wird es ernst, also lustig: https://traunsee-almtal.salzkammergut.at/ebensee/artikel/detail/1327/der-fasching-in-ebensee.html
„Der Faschingsdienstag in Ebensee ist ein Höhepunkt der Faschingsveranstaltungen, der von der UNESCO in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Am Faschingsdienstag wird der Fetzenzug gefeiert, bei dem die närrische Gesellschaft mit alten Lumpen, bunten Fetzen und Holzmasken verkleidet ist und humorvoll über Politiker, Kollegen und Nachbarn gespottet. Der Faschingsdienstag beginnt um 15 Uhr beim Gasthaus Neuhütte in Ebensee.“

Sucht weiter…bitte nicht weitersagen. Irgendwann, Dienstag um 23.59 Uhr, ist der Fasching vorbei und der Aschermittwoch beginnt in einer Minute. Niemand jault, aber die religiösen Sendungen in den Rundfunkeln haben schon Voraussicht geübt. Es lohnt, die Details zu lesen, zB. https://de.euronews.com/2026/02/17/beginn-der-fastenzeit-warum-christen-den-aschermittwoch-feiern . Warum? bedeutet nicht Wozu. Nur so nebenbei. Jedenfalls freuen sich die Meisten auf Ostern O *. Während dieser Freude kann man wieder auf die Umwelt, die Kriege, die Gefahren achten. Der „politische Aschermittwoch“ ist eine Verdopplung, er war immer politisch. Und in Bayern besonders. https://www.bing.com/news/search?q=politischer+aschermittwoch+2026&FORM=EWRE

Ich denke mir das alles, weil natürlich viele Bräuche und verinnerlichte Verhaltensweisen bei vielen Menschen weiter verloren gegangen sind, ohne dass es vor dem Verlust besser gewesen wäre, – nur anders. Und die Erinnerungen an diese andere Zeit sind gar nicht so sinnlos. In der Politik hat sich ja auch etwas geändert. Das kann man jetzt wieder genauer bedenken, hungrig.

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