Dass die Bayern genügend Geld für elternfiese Ferien haben, dass sie Kitsch in Weltkultur verkaufen, dass sie dauernd über ihre DNA schwätzen, … Naja, Minderbemittelte müssen mehr auftrumpfen, das versteht sich. Bayern gehört ohnedies nicht wirklich zu Deutschland, zu „uns“. Eigentlich reicht die Kritik der Medien an Söder und seinen rechtsradikaleren Exponenten, um das Thema abzuhaken.
ABER: da waren sie, die Dobrindtisten, jetzt wieder, für etliche Millionen €, auf der Zugspitze, den Deutschen von Österreich als Gipfelchen überlassen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Zugspitze). Nein, Dobrindt hat keine Demokraten unabsichtlich hinuntergestoßen, er hat sich vielmehr mit Gleichgesinnten wieder darauf geeinigt, Menschenrechte, Menschen, weiter zu verletzen, zu vertreiben, zu demütigen. Drittstaaten werden erpresst, deutsche Opfer aufzunehmen: das ist das Prinzip. Rechte werden verletzt, bis keiner mehr etwas vom Rechtsstaat weiß, das ist das Prinzip von Dobrindt, Deutschland soll ja Führungsmacht werden. Nicht weit vom Führerquartier am Untersberg. (https://de.wikipedia.org/wiki/Berghof_(Obersalzberg) Ich weiss, dass es nicht als anständig gilt, diesen naheliegenden Bezug auch nur auszusprechen. Aber fragen Sie sich, was Dobrindt und seine rechtsradikalen CDUCSU Verzerrer damit zu tun haben. Sagen Sie doch, warum der Bezug absurd ist, und eine Demokratie solche Rechtsabweichler, wie Spahn, Dobrindt, Söder etc. ertragen können muss, ja, sie noch zur Demokratie zählen sollte, gegen die „wirklichen“ Rechten. Sagen Sie es, bitte.
Auch der Kalauer mit der Spahnzange gehört hierher. Ich habe auch nicht Zahnspahnge gesagt. Aber zurück zur Zugspitze.
Es gibt schwerwiegende Kritik an der Rechtsbewegung der deutschen Politik, von der Anbiederung an Faschisten im In- und Ausland bis zur fatalen Unsicherheit im Gerichtsfall. Aber die Zugspitzposse zeigt, wie weit die NORMALISIERUNG sich durchgesetzt hat, was ja wissenschaftlich schon gut begründet ist, aber eben sich politisch immer stärker auswirkt. (Im Deutschen soll man dazu schon Jürgen Link (https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Link) lesen, aber Normalisierung hat einen sehr viel breiteren Diskursrahmen erreicht).
Die herumschwirrende These, dass das mit einer Unsicherheit, ja Ungewissheit, gegenüber der Demokratie einhergeht, beschreibt vieles, und erklärt fast nichts. Dabei gibt es für den Abbau der Lebenssicherheit in der Demokratie ja doch eine Reihe auch populärer Vermutungen und Thesen, z.B. Wilhelm Heitmeyer im neuen SPIEGEL „Hass“, S. 50, und früher, oder die politischen Angstdiskurse, in den letzten Jahren vielfach erklärt.
Die Nähe bzw. Überschneidungen der deutschen rechtslastigen Konservativen mit den Faschismen ist kein Einzelfall. Aber jeder Fall muss einzeln geprüft werden, weil oft widersprüchliche Entwicklungen die gleichen faschistischen Grundvoraussetzungen schaffen. Historisch müsste man sagen „geschaffen haben“. Ich will mich gar nicht mehr als gebildet und laienhaft mit den Faschismen auseinandersetzen, aber die Politik, die mich in der Demokratie interessiert, wird ja auch von ideologischen Geistesschwäche ihrer (zu) schwachen Repräsentanten verbogen und abgelenkt. Und da lohnt es schon, genauer die Querbezüge der einzelnen Faschismen zur wirklichen Politik festzustellen und sich zu erklären versuchen. Merz-Meloni ist mein Musterbeispiel oder die dänische Demontage ehemaliger Demokratie oder…
Nebenbei dringt Faschismus aus Angst in die Kultur durch vielfältige Verunsicherungen ein. Wir haben nicht hinreichend viele Klaus Peymanns, die die wichtigen Texte zum Leben erweckten. Aber gerade wir brauchen die aktive Präsenz in allen Formen der Kultur, vom Zirkus bis zur Lyrik, von der Kunst bis in die Musik, und kein UntenOben sondern Wirklichkeit gegen Ideologie – und Unterwerfung unter Herrschaft, Religion und, eben, Faschismus.
Lieber Michael, vielen Dank für deine Zeilen und Gedanken, die immer wieder anregend sind. In all dem dogiatlen Mist, die sich ssoziale Medien nennen, deren Soziales ich aber sehr oft nicht erkennen kann, heben sich deine Ausführungen wohltuend ab.
Allerdings fände ich es gut und wichtig, den auch von mir häufg genutzten Begriff „Faschismus“ zu konkretisieren, damit die Dimension der Gefährlichkeit von Faschismen deutlcher wird. Orientieren kann man sich dabei z.B. an Jason Stanley, der wie viele andere auch, dem wie auch zu bezeichnenden Trump nach Kanada entflohen ist. Jedenfalls tut eine schärfere Präzisierung von Faschismus gut.
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