US Katastrophe – EU Hoffnung?

Man kann es nicht fassen, aber man weiß es, ich wusste es: Trump und seine Faschisten haben die US Universitäten weitgehend kastriert, und wo nicht, werden Millionen eingeklagt und keine Forschung mehr gefördert. Die New York Times macht heute deutlich, wie schlecht es den normalen Universitäten geht. Eben Diktatur. How Universities and States Are Increasing Surveillance of Professors – The New York Times Professors Are Being Watched: ‘We’ve Never Seen This Much Surveillance’  5.1.2026. Eine Katastrophe – mit Hoffnung auf viele US Profs, die  bei uns andocken.

Das trifft sich mit der Kritik an Trump von Anne Applebaum: Autocracy, Inc. London 2025: in der 2. Auflage steht ein Vorwort, das Trump unter die Autokraten einreiht. Härter könnten wir es nicht sagen. Ausführlicher, akademischer, mit vielen konkreten Anmerkungen umrahmt sie Da Empoli, über den ich schon geschrieben habe, die Applebaum wird über die Zeithinweg wichtig sein, und die Entwicklung der USA im kulturellen und akademischen Bereich, Forschung UND Lehre, wird da wichtig sein.

Zurück zu Higher Education in den USA. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Jochen Fried, der Familie Schröder, vielen Unileuten wie Reinhold Wagnleitner usw. an der Kommunikation mit amerikanischen Studierenden, zT. aus den Zugangscolleges, zT. aus renommierten Unis, und noch länger war das ein Thema meiner ambivalenten Kulturkritik an den amerikanischen Unis, für mich – noch immer – sind einige dort die besten der Welt, viele nicht mehr. Dazu jetzt aber keine professionelle Analyse, sondern eine einfache Prognose: Viele gute Lehrende und Forschende werden uns in Europa auf- und heimsuchen, nicht nur in Europa, auch in Canada und anderen demokratischen Ländern. Und, wie ihr im vorletzten Blog gelesen habt, die amerikanische Wissenschaft wird schnell veröden, wenn Trump und seine Faschisten sie beherrschen (obwohl, das wissen wir, es schon Überläufer gibt und weitere geben wird). Amis bei uns? Hoffentlich. Sie werden zwar die bürokratischen Hürden überwinden müssen, aber so gescheit, dass sie das können, sind sie, und wenn nicht in Deutschland, so doch anderswo in Europa, obwohl ich für Deutschland um Einkehr bitte.

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Das Thema ist seit 100 Jahren sehr komplex und seither mit Hoffnungen der jeweiligen Hochschul-Elite-Propaganda verbunden, die selten klar macht, wie Wissenschaftlerinnen (bei uns zu wenige) und Wissenschaftler sowohl global wissenschaftliche Erfolge als auch persönliche Status- und Lebenserfolge sich erarbeiten, teilweise sozial leichter, teilweise schwieriger, und kulturell noch komplizierter. Dieser lange Satz beschreibt auch eines meiner lebenslangen Themen. Trump ruiniert nicht nur die Demokratie, er beschädigt das kulturelle und soziale Innovationsdenken der Wissenschaft. Ähnliches, wenn auch anders, geschieht auch bei uns. Das kann man nicht einfach mit Hochschulpolitik grundlegend verbessern, obwohl man das auch sollte, sondern Wissenschaft und ihre Umsetzung in Praxis sollte schon die Gesellschaft eingehen wie Bildung und nicht nur wie leere Investitionen oder Urlaub. Und wie der Staat eingreifen darf, und wo er sich heraushalten muss, ist dabei auch ein Aspekt. Ebenso die Beziehung der Wissenschaft zu Merdien und zum Kapitalismus at large: den gibts ja, ob man das mag oder nicht.

Also: Reform ist angesagt, und mit der erhofften und erwarteten Einwanderung guter Köpfe aus den USA gibt es einen Impuls mehr. (Einwanderung von Wissenschaft aus anderen Staaten, auch Diktaturen, wie Russland, ist analog, hat etwas andere Erscheinungsformen. Und zu meinem Kernthema Israel und dortige Wissenschaft kommt noch ein Extrablog).

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