„N“, „I“, kann man darf man?

Wenn man historische oder soziale Fachliteratur liest – nicht Belletristik – dann ist die Wortwahl oft schwierig, natürlich kann man nicht von Negern sprechen, und auch nicht von anderen Volksgruppen in den Worten früherer kolonialer Ableitung. Aber damals, nicht so lange her, war die Wortwahl auf allen Seiten anders, nicht nur bei Negern, auch bei Eskimos, bei Indianern usw. Und die Auseinandersetzung damit kann politisch wichtig sein. Für mich jedenfalls auch im Rückblick auf meine Begriffe, längst über die Jugend hinaus.

Hier geht es um Neger und Indianer, und ich sage nur: lest das im Kontext der „Besichtigung einer Epoche“, wie Karl Schlögel den Untertitel seiner „American Matrix“ präzisiert (Hanser, München 2023). Man glaubt es nicht, dass dieses Buch erst drei Jahre, schon drei Jahre alt ist, und was sich in den USA und unter Trump getan hat und tut. Aber wer wenig von diesem Land weiß, sollte diese Sozial- und Kulturgeschichte von anfang an lesen. Weil selbst gute, kritische und umfassende amerikanische Revision der allgemein bekannten Geschichte nicht so virtuos mit einer Vielzahl von Vergleichen, zeitlich, inhaltlich, mit den USA umgeht, die ja nicht Schlögels lebensbearbeitender Schwerpunkt sind – Osteuropa! – und das macht dieses Buch so besonders lesenswert. Ja, und wieso N und I? Nachdem man schon fast alles und bestens erfahren hat, kommen zwei Kapitel, S. 671-736, und man erfährt, was man vielleicht allgemein weiß oder gar aus den USA kennt. Nicht nur die Geschichte, die Auswirkungen, die Widersprüche usw. der Schwarzen im Land der Weißen, und erst recht die der Indianer, nein, auch das Gewebe der USamerikanischen Gesellschaft jenseits aller rassenbezogenen Plattitüden. Ich lasse die Schwarzen mal außen vor, die Literatur ist sehr gut und man erföhrt manches, das man nicht so gern aufnimmt. Mich hat völlig verblüfft, wie genau das Kapitel „Archipel Amerika“ mit dem ersten Abschnitt „Indianerland: Die große Abwesenheit“ (S. 705) beginnt. Und dann eine Geschichte durchhält, in der es keine Variable gibt, die auch der weißen, von alten Männern vertretenen Welt genüge täte, damit es vielleicht doch erträglich und ausgewogen wirkt. Die minutiöse Darstellung der Vernichtung eines Volkes hat genaue Daten und Thesen, 713ff. im Kern, aber man muss zurückgehen, zum Präsidenten Jefferson und seinen Nachfolgern, zu den Siedlern, zur Dialektik der Vernichtung mit juristischen und gewalttätigen Mitteln, um zu wissen und zu verstehen, was wie wirklich geschehen ist – und die Reste davon heute im 2004 eröffneten Museum kritisch anschauen, – obwohl, das schreibe ich 2026, nicht 2023, Trump alles versucht, auch dies auszuwischen.

Alles gut und wichtig, kritisch mehr zu wissen und gegenüber den USA und global zu vernetzen. Aber ich selbst habe auch ganz spannende Erinnerungen, vom Indianerspiel im Fasching 1952, mit Federn im Haar, bis zu vielen Büchern von Karl May, nicht nur Cooper u.a., und daran anschließend die Filme, – aber zu keinem Zeitpunkt hat meine akademische Ausbildung das Thema auch nur gestreift…Trotzdem habe ich mich etwas daran gemacht, nach den ersten beiden Reisen in den Südwesten der USA, genaueres zu erfahren, und die tourismus-relevante Darstellung der tribalen Vergangenheit ist ein weiteres Kapitel des Halbwissens. Natürlich haben wir seit den 70ern die afroamerikanische Geschichte bis zu den Black Panthers und danach nicht nur erfahren, auch diskutiert. Bei den Indianern war das so nicht der Fall, die erste tiefer gehende Nachdenklichkeit begann mit der Einwanderung aus Asien auf den amerikanischen Kontinent (Die Literatur bei Schlögel ist mehr als reichlich, einiges hatte ich lange davor erfahren, als ich in äußersten Osten Russlands die ethnische Geschichte erstmals erfahren habe). Was ich spannend für mich finde, wieviel Literatur und Beschreibungen dieser Geschichte für die ganzen amerikanischen Kontinente jetzt einfach aufzuklicken ist, teilweise recht gut verständlich. Aus unserer jugendlichen Sozialisation konnten wir uns befreien. Wir – und da steckt in der amerikanischen Geschichte, der Geschichte einer Volksvernichtung über mehr als 200 Jahre, ein schwerer Brocken unterbewusster (oder auch ganz offener) Selbstverhärtung – nicht zuletzt in globalen US Kommentaren zu anderen ethnischen Kontroversen. Die Psychoanalyse des USamerikanischen Gesellschaftsbewusstseins hat hier ein großes Feld. Und auch wenn es nicht alles erklärt, vieles bleibt unentschuldigt.

Ich finde das wichtig, weil es in das Halb- und Unterbewusste schauen lässt, und es entschuldigt nichts an USA, aber natürlich sind die Analogien zu anderen, vor allem zu uns, um eine Facette reicher.

Zuföllig gibt es gerade im Netz Info Wichtige Ereignisse und Helden in der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner (30.5.2026)

Krösus, Trump; keine Chance für die USA

Selten öffne ich meine Blogs für Beiträge von Freunden und Kollegen, ich halte mich an die „Fackel“ von Karl Kraus. Und wenn, dann aus Respekt vor einem besonderen Text, der aufklärt, und den man selbst nicht duplizieren möchte. Mein Freund Dietger Lather war lange Zeit hoher Offizier und ist jetzt ein umtriebiger gebildeter Pensionär, den seine Erfahrung nicht romantisch abgleiten lässt. Aber vor allem der Beginn dieses kurzen Essays hat es mir angetan.

Dietger Lather

Ein unfehlbares Rezept zum Untergang einer Weltmacht

Trug sich ein Kaiser oder König in den guten alten Zeiten mit dem Gedanken, ein anderes Reich anzugreifen, besuchte er Delphi. Das Orakel mit dem größten Bekanntheitsgrad in der griechischen und vorderasiatischen Welt. Wunderschön gelegen in einem halbrunden Talhang. In der Antike ein heiliger Ort, in der Gegenwart ein idyllischer, der Ruhe ausstrahlt und an dem man Ruhe empfangen kann. Vor gut dreitausend Jahren saß in einem Tempel, der dem Gott Apollon geweiht war, auf einem Dreifuß Phytia, eine Priesterin über einer dampfenden Erdspalte. Sie war die einzige, die den Tempel betreten durfte. Wurde das Orakel befragt, atmete sie die Gase ein. Was auch immer sie enthielten, sie waren berauschend. Phytia geriet in Trance und stammelte Worte, Wortfetzen, Urlaute, die niemand verstand. Die Priester des Tempels interpretierten sie und kleideten sie in Sätze. Schon damals verstanden Priester mit religiösen Ritualen Herrscher und deren Politik zu beeinflussen. Mir sind die Aphorismen vertraut, die ich im griechisch-Unterricht lernen durfte. Auf den Eingangsschwellen des Tempels waren zwei eingemeißelt „γνῶθι σεαυτόν“ (gnōthi seauton), „erkenne dich selbst“. Weniger bekannt „μηδὲν ἄγαν“ (mēden agan), „nichts im Übermaß“. Die Geschichte von König Krösos werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, sicherlich kennen. Den Orakelspruch, ein Meisterwerk der Zweideutigkeit, legte er in seiner Hybris für sich positiv aus. Er werde ein großes Reich zerstören, wenn er in den Krieg ziehe. Es war sein eigenes. Krösos landete auf dem Scheiterhaufen. Als der entflammte, ließ Zeus es schauerlich regnen. Aus den noch dampfenden Hölzern rettete Apollo den sterblichen König und brachte ihn an einen unbekannten Ort, weswegen nichts über Krösos weiteres Schicksal bekannt ist. Damals gab es noch Götter, die man nicht nur anbeten konnte, sondern die handelten, auf die Verlass war, manchmal. Heute fehlen uns diese Wesen, die über Leben und Tod befinden können und nach eigenem Gusto in den Lauf der Geschichte eingreifen.

Sie werden sich fragen, liebe Leser und Leserinnen, warum ich an einen Krieg erinnere, der vor 2561 Jahren endete. So wie Krösos wegen seiner Hybris sein Reich verspielte, zerstört Trump derzeit die Weltmachtstellung der USA. Mit donnernden Worten versprach er einen Regierungswechsel im Iran, forderte die Iraner auf, weiter zu protestieren, drohte schließlich mit einem Genozid, mit Vernichtung. Im Original muss man lesen, was er schrieb:

„A hole civilisation will die tonight, never to be brought back again….However, now that we have Complete and Total Regime Change, where different, smarter, and less radicalized minds prevail…47 Years of extortion, corruption, an death, will finally end.”

(Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben, nie wieder auferstehen … Doch nun, da wir einen Vollständigen und Totalen Regimewechsel haben, bei dem andere, klügere und weniger radikalisierte Köpfe die Oberhand gewonnen haben … werden 47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod endlich ein Ende finden.)

Da droht ein Präsident, der nach seinen eigenen Kriterien Nachfolger von illegalen Einwanderern ist und dessen US-amerikanische Zivilisation auf der Unterdrückung wenn nicht Auslöschung der indigenen Bevölkerung aufgebaut ist. Er droht einer jahrtausendealten Zivilisation mit Vernichtung in einer Nacht. Wieviel Atombomben will er dazu regnen lassen, um dies in ein paar Stunden zu erreichen? Wen wundert, dass diese Schaumschlägerei nur Verachtung erzeugt.

Unabhängig davon. Wer als Präsident solche Sätze in die Welt posaunt, ein Armageddon beschwört, sollte unbedingt einen Psychiater aufsuchen. Wer sich anschließend als Jesus postet, angehimmelt von einer betenden Frau, einer Ärztin, einem Soldaten und begleitet von himmlischen Kriegern, die der Sonne entspringen. Wer die heilende Kraft des Erleuchteten in der linken Hand hält, seine golden leuchtende rechte Hand auf der Stirn eines Lazarus ruht und ihn heilt, muss definitiv für Wochen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden. Leider geschieht dies nicht, weshalb der Fokus auf sein Umfeld gelenkt werden muss, das unverändert einen amtsunwürdigen Präsidenten stützt. Doch auch vom Kriegsminister Hegseth, der sein „DEUS vult“ (Gott will es) Tattoo auf seinem Arm präsentiert, führt liebend gerne einen Kreuzzug nach mittelalterlichem Vorbild. Mit den Worten „Gott will es“ soll der Papst zum ersten Kreuzzuges gegen die Barbaren aufgerufen haben. So interpretiert man es heute. Hegseth scheint es zu leben, wobei die historische Begebenheit nicht zweifelsfrei belegt ist. Einen moderneren Kreuzzug gegen die Barbaren schreiben Beobachter dem Vizepräsidenten zu. Letztlich umringen im Oval Office Priesterinnen und Priester den Erlöser Donald an seinem Schreibtisch. Ein Bild ohne Worte, nach dem Völkerrechtsbruch und ersten Angriffen gegen den IRAN veröffentlicht. Gäbe es ein Video, würden die Segnungen zu hören sein. Die göttliche Religion fegt die Errungenschaft der Aufklärung, die Gesetze der Völkergemeinschaft in den Abfalleimer. Die Regierung der USA ist ins Mittelalter zurück gesprungen und führt einen Religionskrieg.

In der Verfassung der USA sind Möglichkeiten aufgeführt, wie ein Präsident des Amtes enthoben werden kann, falls er nicht selbst zurücktritt. Diese Möglichkeit erscheint utopisch. Narzissten noch seltener Erlöser treten nicht freiwillig zurück. Deswegen muss der Vizepräsident J.D. Vance und die Mehrheit der Minister dem Kongress vorschlagen, Trump in ärztliche Behandlung zu überweisen. Trump wird damit nicht einverstanden sein. Letztlich muss der Kongress abstimmen, ob Trump das Weiße Haus verlassen muss und J.D. Vance hinter dem Schreibtisch im Oval Office Platz nehmen darf.

All das wird nicht geschehen. Vielleicht fürchtet sich der Kongress auch davor, J.D. Vance für die nächsten drei Jahre zum Präsidenten einsetzen zu müssen. Er könnte radikaler sein als Donald, befürchten manche.

Ob sich die Mehrheiten nach den Wahlen im November ändern werden, bleibt abzuwarten. Alle 435 Abgeordneten des Kongresses werden neu gewählt und ein Drittel der Senatoren. Deswegen werden die Demokraten keine Anträge auf Amtsenthebung stellen. Sie setzen auf eine weitere phantasievolle visuelle Präsenz des Narzissten Trump, auf weitere Lügen und Misserfolge, auf Preissteigerungen und hohe Benzinpreise in den USA. Sie hoffen auf die nächsten Fernsehbilder, die einen anderen D.J. Vance zeigen. Nicht den Vizepräsident, der mit erhobenem Haupt, mit dem Zeigefinger andere Nationen belehrt und dem Papst die Bibel erklärt, sondern den niedergestreckten Vance, der in Pakistan mit gesenktem Kopf die Verhandlungen mit dem Iran verlässt. Die Bilder würden die Demokraten liebend gerne wiederholt sehen. Die Niederlage von MAGA wird im TV präsentiert. Die demokratischen Wahlkampfstrategen dürften auf einen länger andauernden Krieg gegen den Iran und eine Blockade oder Schließung der Straße von Hormus bauen. Beides erhöht ihre Chancen auf einen überwältigenden Wahlerfolg im November.

Liebe Leserinnen und Leser, sie halten dies für inhuman. Nun, es ist der Kampf um die Macht; natürlich spekulativ, aber weit entfernt davon, eine Verschwörungstheorie zu sein. Denn wie lange der völkerrechtswidrige Krieg gegen den Iran dauert, wird Donald Trump entscheiden müssen, wenn er nur wüsste wie.

Schmerzhaft hat er bisher erfahren, dass all seine Drohungen den Iran nicht dazu bewogen haben, auf seine Forderungen einzugehen. Im Gegenteil. Das Regime in Teheran bietet der größten Weltmacht die Stirn. Es ist dem iranischen Regime gelungen, die von den USA errichtete Sicherheitsarchitektur im Persischen Golf zu zerstören. Es ist der USA gelungen, die Golfstaaten gegen sich aufzubringen. Sie baden die Folgen des Krieges aus, der ihnen ungefragt aufgezwungen worden ist. Das Vertrauen in die USA, wenn es denn je existierte, ist in den Regierungen, bei Emiren, Scheichen und Prinzen auf Dauer zerstört. Dennoch sind sie auf unbestimmte Zeit dazu verurteilt, mit den USA zusammen zu arbeiten. Sie haben im Moment keine Alternative. Sie sind nicht in der Position Irans, zu sagen, Verhandlungen mussten abgebrochen werden, da kein Vertrauen in die US-Delegation vorhanden sei. Auch wenn dies auf Gegenseitigkeit beruhen dürfte.

Der Zwerg ohrfeigt den Riesen, die Welt ist Zeuge. Der Riese verzwergt sich und schadenfrohes Wispern ist überall zu vernehmen.

Erinnern wir uns. Im Februar 1991 forderte der damalige Präsident George D.W. Bush die Kurden und die Schiiten im Irak auf, Saddam Hussein zu stürzen. Der Regime Change im Irak wurde in Washington beschworen. Die Aufstände begannen. Die Unterstützung aus den USA blieb aus. Die Widerstandsbewegungen im Irak fühlten sich betrogen.

Trump forderte das Iranische Volk im Januar auf, weiterhin Widerstand gegen das Regime der Mullahs zu leisten. Hilfe versprach er. Die Bombardierung des IRAN begann. Nachdem der Tod von Khamenei bestätigt wurde, ermutigte Trump am 28. Februar erneut das iranische Volk, den Regime Change, den Umsturz zu vollenden, und den militärischen Truppen legte er nahe, nicht länger zu kämpfen.

Um den Regime Change und die Kapitulation der Revolutionsgarden zu erreichen, hätte er Truppen nicht nur aufmarschieren lassen müssen, was im Krisenmanagement notwendig ist, um Drohungen glaubwürdig zu untermauern. Sie hätten einmarschieren müssen. Jeder halbwegs über von außen gesteuerte Umstürze informierte weiß: eine mörderische Diktatur zu stürzen, erfordert den Einmarsch von Truppen. „Boots on the Ground“, wie die Amerikaner zu sagen pflegen. Stattdessen verkündete Trump den erfolgten Regime Change nach der Bombardierung hunderter Ziele. Leider bemerkte niemand im Iran etwas von diesem Umsturz. Denn außer Zerstörungen ist nichts geschehen. An die Stelle der getöteten Führer sind ihre Nachfolger getreten.

Es gibt kaum eine effektivere Methode für den Präsidenten einer Weltmacht, seine Glaubwürdigkeit und die der USA zu verspielen. Eine zutiefst erschütternde Schlussfolgerung muss zudem gezogen werden: Trump ist das Schicksal der iranischen Bevölkerung egal. Aber eigene Soldaten will er nicht in Gefahr bringen.

Ich fühle mich an Parolen aus den Zeiten des Vietnamkrieges erinnert. Vor Jahrzehnten wurden sie skandiert:

“America love it or leave it!”

„Right or wrong -it’s my country!”

Beides habe ich zu oft von Soldatinnen und Soldaten der US-amerikanischen Streitkräfte vernommen. Auch noch nach Vietnam. Ethische und moralische Grundsätze, wie Gesellschaften, wie Nationen miteinander umgehen sollen, sind danach Makulatur. Die MAGA Bewegung und der Slogan „America first“ sind lediglich die radikalisierten Steigerungen der Jahrzehnte alten Parolen. Trump lebt sie.

Wie werden die betroffenen Staaten reagieren. Die nächsten Jahre werden durch eine stetig zunehmende Abgrenzung von den USA gekennzeichnet sein und der Suche nach Eigenständigkeit und verlässlichen Sicherheitsstrukturen. Beim hierzu erforderlichen Rüstungswettlauf erhalten Drohnen, Raketen, Luftabwehr und die Vernetzung der Systeme oberste Priorität.

Da sich selbst Weltmächte scheuen, Soldaten aufs Schlachtfeld zu schicken, und kleinere Staaten dies nicht aufbringen können, werden Roboter die Aufgaben der Infanterie übernehmen.

Bis dies geschieht, sollte man sich in Großmutters Faltenrock verstecken und hoffen, dass sie dem Teufel seine drei goldenen Haare ausreißt. Nur, wer ist die Großmutter.

Dies sind wir alle. Denn an den wichtigsten Diskussionen in naher Zukunft müssen wir teilnehmen. Wie kann der autonome Einsatz von Drohnen, Robotern und der KI mit der Lizenz zum Töten verhindert werden?

Kein Entkommen…

„Er schon wieder“, ein guter Titel für einen Essay über Carl Schmitt, seit 40 tot, aber noch ganz aktiv in der rechten Hirnhälfte, neuerdings in USA, aber immer schon bei uns, obwohl die linken Hirnlappen da auch zugeneigt waren (Alexander Camman in der ZEIT #19, von dieser Woche). Dieses Feuilleton empehle ich, weil es die zählebige Präsenz der deutschen Rechten belegt, denen die Demokraten leider ausweichen anstatt sie zu konfrontieren.

In der gleichen Zeitung, Abteilung Geschichte, schreibt Claus Leggewie über den „Kaiser von Amerika“, und viele assoziieren sofort Trump, aber so einfach ist es nicht, Joshua Norton (1818-1880) war der Kaiser, den Namen kennt ihr alle nicht, und damals hat man so einen Monarchen in der Republik eben auch kaisern lassen – wenn heute in Deutschland die absurden Neomonarchisten vor Gericht stehen, fehlen die Satiriker. Leggewie schreibt aber zentral: „Wie die laufende Realsatire im Weißen Haus ausgehen wird, ist offen. Fest steht: Man kann nicht von Joshua Norton sprechen, ohne an Donald Trump zu denken. Seine monarchischen Allüren, wiederholte Anspielungen auf eine in der Verfassung untersagte dritte Amtszeit, seine dynastischen Ansprüche, und vor allem die Drohung, demokratische Wahlen zu ignorieren, die ihn nicht im Amt bestätigen, haben ihm zu Recht den Ruf eines <Neo-Royalisten> eingebracht„. Das Begräbnis von Norton war gewaltig besucht, man kann sich das bei Trump wünschen, aber noch lebt er und ist tatsächlich mächtig, mit Nuklear, Armee und Millionen entgeistigter Follower – da ist ein Unterschied zu Carl Schmitt, keine Millionen, aber dafür in der rechts-intellektuellen Szene und nicht nur dort hat Schmitt einen Platz, vor allem mit Freund/Feind und mit dem Ausnahmezustand. Und mit Peter Thiel, dem reichen Wortführer der Rechtsradikalen in USA, der sicher nach Trumps Tod nur ein harmloser Intellektueller gewesen sein will, und all das wird gut hier beschrieben. Anlass für den kurzen Essay sind die geöffneten Kriegstagebücher von Schmitt, nichts wirklich neues. Aber: was hat so viele Linke zu ihm gezogen? Dass er gescheit war, dass ihn also die gescheiten Demokraten ernst nehmen sollten, sagt zu wenig. Ich behaupte, dass er genau den Rand der rechten Theorie – praktisch war er nicht mächtig – so präzise darstellt, dass es eine enge Naht zur linken Demokratie gibt, aber entscheidend ist der Kontext, den man ihm von links nicht aufsetzen kann. Das wäre das Ende, hätte er nicht posthum so viel Einfluss in den USA – und könnte man diesem Einfluss besser und ernsthafter begegnen (wir, ich, können das schon, aber innerhalb der Elitenblase dreht sich vieles in seine Richtung. Meloni, nicht die AfD).

Vom Gegner lernen, das geht schon, aber bei Schmitt nicht wirklich, will man ihn nicht ikonisieren. Aber dem Kaiser von Amerika kann man schon entgegentreten. Nicht als Thronanwärter, sondern demokratisch, republikanisch, und nicht so ernst, wie die Presse Trump nimmt, weil sie ihm Macht unterstellt, die er schon hat, aber nicht so ganz…wie sie alle post mortem sagen werden und lachen an seinem Grab. Seine Opfer werden dann nicht um den Sarg stehen, aber seine Familie wird weiter Geld bearbeiten. Leggewie zeigt genau, mit Namensnennung, wer aller in die royalen Erscheinungsformen getreten ist. Und es bleibt nicht bei Erdögan und desgleichen. Auch bei uns, in einer noch echten Demokratie stecken solche Royalismen, damit man nicht ermüdet…und dann ist es vorbei.

Lest die beiden Artikel. Dann braucht es keiner Metatheorie. Da ist schon viel Realität drin, und Erinnerung, nicht nur bei Schmitt.

USA ohne Grund

Ich werde nicht mehr in die USA reisen, jedenfalls nicht, solange Trump oder ein Trumpist an der Macht ist. Die allgemeinen Gründe für so eine Entscheidung sind bekannt, Amerika entwickelt sich zu einem partiellen Unrechtsstaat, der von einem senilen Hypernarzissten regiert wird. Ich möchte nicht auf dem Donald Trump Airport in Washington DC landen, durch den Arc de Trump in die Stadt fahren und später in New York am Donald-Trump-Bahnhof ankommen. Ich bin ein großer Freund skurriler Dinge, ich habe den Herausgeberrat der SZ 15 Jahre lang ausgehalten, ich lese Ezra Pound und Ernst Bloch. Aber weil ich jenen nicht unbedeutenden Teil Amerikas, der Trump gewählt hat und bis heute unterstützt, für zutiefst disreputable halte, werde ich die Canyonlands, Seattle und Sante Fe nicht mehr sehen. (Kurt Kister, SZ 13.2.2016)

Viele werden nicht mehr in die USA fahren, nicht zum Studium, nicht auf Urlaub, nicht zu Besuchen, und auch nicht um zu arbeiten. Einige werden das alles ertragen und doch hinfahren, weil sie sich etwas erhoffen oder erwarten. Aber die meisten werden Kisters zusammengefasste Argumente gegen die Diktatur von Trump teilen und nicht hinfahren. Auch gut. Damit wird die Erinnerung an das frühere Amerika wieder belebt, und es wird allen klar, dass das Land vor Trump auch nicht ideal war, dass Dellen und Wunden in Demokratie, Wirtschaft und Kultur auch schon vorher gab, dass das Soziale vielfach abschreckend war, und dennoch: ein schönes Land mit einer beachtlich kultivierten demokratischen Struktur, auch Geschichte, von der wir in Europa lange Zeit gelernt und wohl auch profitiert hatten. Vieles an dieser demokratischen Ambivalenz kennen wir, in Variationen, bei uns auch. Das alles wird in diesen Tagen teilweise umfänglich hervorgeholt, soll begründen, was evident ist – dass wir an dieser mächtigen Diktatur nolens volens auch abhängen, macht uns die realistische Wahrnehmung noch schwieriger und unangenehmer (mit der russischen oder chinesischen Diktatur haben wir es da leichter, in die muss man nicht hineinriechen, die kann man als feindlich ablehnen. Aber die USA sind vielfach ein Gegner, den wir brauchen, auch wenn wir ihn ablehnen, den wir ablehnen, auch wenn wir ihn brauchen. Wie alle wirklichen Diktatoren ist Trump Teil einer vielköpfigen faschistischen Oligarchie, die er weitgehend beherrscht . und die ihn weitgehend beherrscht. Das gilt auch für kleinere Diktaturen, deren Diktatoren weniger absolute und objektive Macht haben und die meistens von großen Drei abhängen. Nicht mein Thema im Diskurs. Aber nur, weil viele von uns, sehr viele, so gute Erfahrungen und Erinnerungen an die USA haben, ist Trump nicht besser als Putin oder Xi, eher schlechter, weil er eine besondere Demokratie ruiniert.

Nun hat er uns angegriffen. Seit gestern sind die Umweltprinzipien der USA außer kraft. Seltsam, wie wenig und undifferenziert auch bei uns die Medien darauf reagieren. Resignation oder Gleichgültigkeit, also passive Unterordnung unter den Diktator – schaut euch die Autobauer, Kohlenmineure, Ölmagnaten an, die um Trump herumstanden, als er das verkündete. Das will ich nicht analysieren, aber dass die FAZ bei uns ihm zur Seite springt, muss man schon erwähnen. Nun, wir werden die Folgen verspüren, aber sie werden unseren terrestrischen Niedergang nur beschleunigen, nicht wirklich abändern. Dazu ein andermal.

Der melancholische Abschied von der früheren Neuen Welt soll nicht in die Arroganz münden, dass wir ohnedies alles – zum Teil, wenigstens – besser mach(t)en, und dass wir jetzt erst recht Umwelt so hoch halten und beschützen wie Soziales und Kultur. Solange Politik und Ökonomie gegeneinander ausgespielt werden, hilft die scheinbare Kritik nur wenig. Geht mal in den nächsten Tagen die Kommentare dazu durch und schützt euch vor dem Außenanstrich der Sicherheitskonferenz, dass wir doch, bei allen Differenzen, an der Seite der USA stehen. Nichts leichter, als dass der Gegner zum Feind wird.

US Katastrophe – EU Hoffnung?

Man kann es nicht fassen, aber man weiß es, ich wusste es: Trump und seine Faschisten haben die US Universitäten weitgehend kastriert, und wo nicht, werden Millionen eingeklagt und keine Forschung mehr gefördert. Die New York Times macht heute deutlich, wie schlecht es den normalen Universitäten geht. Eben Diktatur. How Universities and States Are Increasing Surveillance of Professors – The New York Times Professors Are Being Watched: ‘We’ve Never Seen This Much Surveillance’  5.1.2026. Eine Katastrophe – mit Hoffnung auf viele US Profs, die  bei uns andocken.

Das trifft sich mit der Kritik an Trump von Anne Applebaum: Autocracy, Inc. London 2025: in der 2. Auflage steht ein Vorwort, das Trump unter die Autokraten einreiht. Härter könnten wir es nicht sagen. Ausführlicher, akademischer, mit vielen konkreten Anmerkungen umrahmt sie Da Empoli, über den ich schon geschrieben habe, die Applebaum wird über die Zeithinweg wichtig sein, und die Entwicklung der USA im kulturellen und akademischen Bereich, Forschung UND Lehre, wird da wichtig sein.

Zurück zu Higher Education in den USA. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Jochen Fried, der Familie Schröder, vielen Unileuten wie Reinhold Wagnleitner usw. an der Kommunikation mit amerikanischen Studierenden, zT. aus den Zugangscolleges, zT. aus renommierten Unis, und noch länger war das ein Thema meiner ambivalenten Kulturkritik an den amerikanischen Unis, für mich – noch immer – sind einige dort die besten der Welt, viele nicht mehr. Dazu jetzt aber keine professionelle Analyse, sondern eine einfache Prognose: Viele gute Lehrende und Forschende werden uns in Europa auf- und heimsuchen, nicht nur in Europa, auch in Canada und anderen demokratischen Ländern. Und, wie ihr im vorletzten Blog gelesen habt, die amerikanische Wissenschaft wird schnell veröden, wenn Trump und seine Faschisten sie beherrschen (obwohl, das wissen wir, es schon Überläufer gibt und weitere geben wird). Amis bei uns? Hoffentlich. Sie werden zwar die bürokratischen Hürden überwinden müssen, aber so gescheit, dass sie das können, sind sie, und wenn nicht in Deutschland, so doch anderswo in Europa, obwohl ich für Deutschland um Einkehr bitte.

*

Das Thema ist seit 100 Jahren sehr komplex und seither mit Hoffnungen der jeweiligen Hochschul-Elite-Propaganda verbunden, die selten klar macht, wie Wissenschaftlerinnen (bei uns zu wenige) und Wissenschaftler sowohl global wissenschaftliche Erfolge als auch persönliche Status- und Lebenserfolge sich erarbeiten, teilweise sozial leichter, teilweise schwieriger, und kulturell noch komplizierter. Dieser lange Satz beschreibt auch eines meiner lebenslangen Themen. Trump ruiniert nicht nur die Demokratie, er beschädigt das kulturelle und soziale Innovationsdenken der Wissenschaft. Ähnliches, wenn auch anders, geschieht auch bei uns. Das kann man nicht einfach mit Hochschulpolitik grundlegend verbessern, obwohl man das auch sollte, sondern Wissenschaft und ihre Umsetzung in Praxis sollte schon die Gesellschaft eingehen wie Bildung und nicht nur wie leere Investitionen oder Urlaub. Und wie der Staat eingreifen darf, und wo er sich heraushalten muss, ist dabei auch ein Aspekt. Ebenso die Beziehung der Wissenschaft zu Merdien und zum Kapitalismus at large: den gibts ja, ob man das mag oder nicht.

Also: Reform ist angesagt, und mit der erhofften und erwarteten Einwanderung guter Köpfe aus den USA gibt es einen Impuls mehr. (Einwanderung von Wissenschaft aus anderen Staaten, auch Diktaturen, wie Russland, ist analog, hat etwas andere Erscheinungsformen. Und zu meinem Kernthema Israel und dortige Wissenschaft kommt noch ein Extrablog).

Kein Kniefall. Steht still! Bewegt euch.

Recht haben ist nicht lustig. Was sich gestern und heute in Davos abspielt, war nicht im Detail, aber vorauszusehen. Ein Diktator macht, wie er es will, und seine Gefolgschaft verhält sich überwiegend gehorsam oder nachdenklich an der Realität zweifelnd. Nicht alle, deshalb keine allgemeine Verdammung. Kanada und Teile der EU und einzelne Kommentare helfen, so etwas wie Zukunft ins Auge zu nehmen. Aber leider fehlt es nicht an kurzfristig erleichterten Äußerungen, um wieviel leichter der Abend geworden ist nach den Trump`schen Drohungen am Morgen…er hat sein Ziel wieder erreicht. Abkehr von Europa (aber wir sind ja nicht 1,0, bestenfalls 0,8, wie auch unsere Regierung), und wie abhängig, kolonial Grönland werden soll, kann, wirde, und wie die Ukraine dem russischen Lage geopfert wird, alles unklar.

Also: keine Beruhigung, kein Kniefall. Auch keine aufgeblähten Backen, was wir alles denken sagen, hoffen können – das geht an den Diktatoren vorbei. In desem Fall spreche ich nur vom Diktator Trump. Seit Monaten lese ich in vielen Zeitungen seine psychischen und manchmal körperlichen Defekte und Krankheiten. Na Und? Ganz wichtig: würde Trump morgen verschwinden, weil tot oder interniert, würde sich an der amerikanischen Politik fast nichts ändern. Nicht nur die Techno-Kraten (siehe die letzten Blogs), auch eine bürokratische Verwaltungsmacht hat sich längst darauf eingestellt, ohne den Einen weiter zu agieren, das amerikanische Volk zu spalten und die nicht-demokratische Hälfte weiter den Westen und sich selbst zerstören zu lassen. Wie lange hält die andere Hälfte, halten echte Gerichte und Medien noch durch?

Andererseits: da ist auch Hoffnung. Nicht nur Canada, nicht nur >Frankreichs Präsident, nicht nur…der Ansatz des wieder erwachenden Bewusstseins von Europa ohne „Westen“, ohne „US Dominanz“ etc. kann uns bewegen und weiter handeln lassen. Nochmal: Über gestern und heute können wir keine tragfähigen Resultate benennen, die unsere Schlüsse zu akzeptiertem demokratischen Willen führen. Umgekehrt: dieser etwas beschädigte, retroaktive Wille muss erneuert werden und eine Rückkehr zur narkotischen Politik des „Sich beschützt Fühlens“ sollte verhindert werden. Die Politiker, die offen ansprechen, wieviel an unserem Wohlstand wir drangeben müssen, um uns aus der Abhängigkeit zu lockern oder teilweise zu befreien, haben recht. Bitte nicht das Wort „opfern“ verwenden, wenn der Wohlstand reduziert wird. Sich schützen und verteidigen wollen, ist nicht unbedingt widersprüchlich zu einem Pazifismus, das kann man sogar nachvollziehen. Und so können wir Themen neu anordnen, neu Prioritäten setzen, ökologisch, gerecht, transparent. Das erlaubt uns auch, Nebenwidersprüche in unsere Politik aufzunehmen…ich habe den Eindruck, dass manche altbackene Politiker manche Themen zur Ablenkung dagegen offen legen. (Auf dem Gebiet habe ich einige persönliche Erfahrung, manche Erfolge haben sich eingestellt, wenn bestimmte politische Themen nicht gleich wie ein Köder geschluckt wurden….=. Also bitte einmal Pause mit Resümees machen, Da wo es wirklich brennt, ist ja nicht Davos.

Und sich selbst immer wieder stärken und beisammen halten, auch mit dem schönen Wetter, mit dem richtigen Hören und Lesen und Sehen, und zwar nicht gleich aus einem Kanon ableiten. Selber sein, das stört die Diktatoren am meisten, wenn Menschen sie selbst sind.

Ich schaue in den wolkenlosen Himmel. Gehe an die frische Luft und denke daran, was ich heute morgen alles aus und über Davos gelesen habe. Übung für uns alle: fasst das einmal zusammen! Ein Ergebnis? Da fällt mir etwas ein: Wir hören ja viel über Grönland. Was ist der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz? Warum und wozu sind wir politisch und rechtlich an der Seite Dänemarks? Darüber müssen wir auch einen Blick auf unser politisches Bewusstsein werfen. Dann erträgt es sich leichter, Recht zu haben und nicht nur Bodenschätze und Landschaft, sondern auch politische Vereinbarungen zu akzeptieren, für unsere Zukunft.. Ich gehe weiter in der Frühlingssonne, bei Minusgraden. Da kann man auch ganz andere politische und ökonomische Assoziationen haben und die Folgen der Abkehr von der Menschlichkeit durch Trumputin bedenken. zum Beispiel in der Ukraine.

Krieg und … runter von der Illusion

Als wäre es wichtig, ob und dass jetzt ein dritter Weltkrieg sich anbahnt, schon entwickelt , oder erst droht. Als ob der Diskurs die Krieg/Friedenspolitik dirigieren könnte. Es ist auch nicht wichtig, geistige Defekte bei den Diktatoren festzustellen oder zu leugnen, was sie tun zählt, und nicht wie sie es sehen. Auch die Vorschau, wie lange sie als Personen noch leben werden, ist egal, es geht nicht nicht um ihren molekularen Körper, sondern um den zweiten, den symbolischen, der im Mittelalter die Gesellschaften fokussierte.

Analytisch stimmen wir kritischen Geister schon ziemlich überein. Nuancen sind verschieden, ob die Analogie etwa stimmt, Hitler – Stalin, Trump – Putin (ich sehe es eher umgekehrt, und da gibt es noch Xi, und damals gabs keine Nuklearmacht.

ABER

Wen kümmert es wirklich, wie wir gerade über den Tag, über die Zeit denken? Ob drittklassige Politiker dem Trump in den Putin kriechen oder dem Putin in den Trump, macht den beiden so wenig aus wie Lob und Kritik aus subalternen Mündern. Ist Trumps Nobelarroganz wirklich weltpolitisch wichtig? Oder spielt er auch sie, um die Politiker der 0,8 Qualität zu beeindrucken, gar zu beeinflussen.

Ein Deutschamerikaner, ein guter Professor, machte heute morgen deutlich, wie faschistisch die USA sich mittlerweile gerieren. Über Giuliano da Empolis Einsicht in die Stunde der Raubtiere habe ich hier schon berichtet. Und bald, jetzt, merken es die eher freigeistigen, liberalen Medien, wie wenig bedeutsam Einsichten und Meinungen sind.

Zur Zeit sind die Analysen, was wir europäischen Demokraten gegenüber dem Westen, den USA, versäumt haben, sekundär. Wie kann man korrigieren, was uns in den Krieg, konkret in Hunger, Armut, Weltwirtschaftskrise, Nuklearopfer etc. treibt, in welcher Kombination auch immer?

Wir können es nicht. Wir werden sehen, wie und ob die Ukraine Spielball des Trumputin-Pakts der Aufteilung Europas wird, morgen werden die Heuchler ihre Prognosen bestätigt sehen oder sich wundern, was wirklich beschlossen wird, aber das alles hilft uns in Europa wenig. Die Faschisten aller Länder werden noch nicht einmal triumphieren, sie werden ihre Beziehungen zu einander überprüfen, koordinieren. Die Demokraten werden darüber sprechen, wie sie ihr Gesicht wahren können, wenn sie sich schon unterwerfen – müssen, nicht „können“.

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Wenn jemand aus dem Dämmerschlaf der Opiumsession aufwacht, dann schaut die Wirklichkeit dem wachen Auge SELTSAM entgegen. Seltsam sieht die Welt schon aus, richtig, aber wir können sie nicht mehr einfach weg-denken. Keine Philosophie, keine Religion, keine Ratschläge bitte, heute einmal nicht. Aufwachen und daran denken, was einem selbst, dir, mir, uns, wirklich wichtig ist zum weiterleben und dann auf die Politik schauen, die wir offen (kaum) oder verdeckt (eher) tun können.

Jetzt könnt ihr sagen, das alles ist negativ und entmutigend und deprimierend und hilft nicht weiter. Was folgt daraus, wenn ihr das sagt? Es gibt kein großes Portfolio an Optionen und Alternativen. Es kommt auch nicht so sehr darauf an, wie die jeweilige Unterwerfung kaschiert oder umschrieben wird. Es geht um die Lebensqualität der wirklichen Menschen und ihrer sozialen und emotionalen Zusammenhänge. Bekanntlich können Diktatoren sehr viel, auch nicht Zusammenpassendes. Sie können aber die wirkliche Wahrheit aus keinem ihrer Opfer so herausbringen, dass sie daraus eine Bestätigung ihrer Diktatur ablesen können.

Wenn Trump den Friedensnobelpreis bekommt, wird es danach keinen mehr geben. Na und?

Ich weiß, es ist unfreundlich, im hellen Sonnenlicht des Tages so düster zu denken. Aber freundlich den Farben der Eroberer zuzustimmen, bevor man selbst abgeführt wird, ist auch nicht besser.

Darüber kann man auch nachdenken, wenn man im Sonnenlicht spazieren geht und aufwacht.

(Lest Daniel Brössler, SZ von heute, und die 6 Punkte am Ende. So können Unterworfene sich wenigstens in den Spiegel schauen).

Kein Frieden und andere Kriege…

Machen wir uns nichts vor. Friedliebende Kommentare sind keine Wirklichkeit, sondern gestalten unter anderem Überzeugungen und Selbstbetrug. Wenn Merz und andere sagen, es sei kein („richtiger“) Friede und irgendwie schon noch irgendwie kein („richtiger“) Krieg – von Russland gegen Europa, ist das mehr als ein sprachliches Beispiel. Und so schrecklich die Umstände des Gazakriegs sind, die trumpoiden Verhandlungen sind auch „irgendwo“ zwischen Friedensplänen und Kriegspotenzialen, keine Wahrheitsstrategie, sondern Anpassung an eine Israel-Trump-angelehnte Rahmenrealität. Wie ich immer schreibe, dass die Wirklichkeit die Wahrheiten dominiert. Deshalb sind die Kommentare der besseren Medien ungewollte Konjunktive, die Grammatik diktieren andere…das gilt auch für die Ukraine, für Sudan, für Kongo. Natürlich gilt es besonders für die neueste, nicht gefestigte Weltdiktatur USA und ein wenig macht sich diese demokratiefeindliche Realität auch bei uns breit – wie denn auch nicht? Das Einzige, das stimmt, sind die Abbildungen der Wirklichkeit leidender, hungernder verletzter, sterbender Menschen, die gerettet werden sollen, müssen, können, nicht immer dürfen, bevor wir wieder und wieder die Täter anklagen oder mit Preisen und Lecken überhäufen.

Das ist der Grund, warum ich viele Daten und Eindrücke sammle, Zu Israel und Gaza vor allem, zur Ukraine, und zu unserer so genannten Regierung, aber gerade da wenig kommentiere. Denn es ist schon wichtig, dass diese Nachrichten auch empfangen werden und man sich nicht dauernd in sich selbst spiegelt.

Was bleibt, das Weiterleben unter den realen Wolken des beschleunigten Welt- und Politikzerfalls, ist nicht wenig. Das ist keine beruhigende Philosophie und schon gar nicht Ablenkung von der Politik. Aber es kommt auch, auch, nicht nur! darauf an, dass wir unsere Widerstandskraft stärken, lebendig bleiben bezieht sich immer auch auf Umwelt und Sozialisation, und natürlich auf Kultur, also die Bereiche, wo die Dummen und die Gefährlichen gleichermaßen sparen wollen. Das dürfen aber nicht nur rhetorische oder demoinstrative Bekenntnisse sein, wir müssen etwas tun. Wenn wir etwas tun, dann muss nicht jeder sofort erfahren, dass wir aktiv uns für das Richtige so und so einsetzen, aber öffentlich muss sein, was die Konfrontation bewirkt, z.B. die Kritik an den Brosius-Kritikern der CSU (das sind rechtsradikale so genannte Christen aus Söders Gehege), z.B. das Niveau der Wehrdienstdebatte (da kann ich nur raten, von den Finnen zu lernen), und vielleicht mit dem Lob an Trump im Nahen Osten etwas zu warten: auch Diktatoren können manches richtig entscheiden, das entlastet sie aber nicht…

Zurück zum Anfang. Wenn sich der Krieg weiter entwickelt, wird er anders sein als unsere verbreitete Kriegsgeschichte, und er wird keinen von uns ganz in die Freiheit des Friedens entlassen – wohin wollt ihr fliehen? Aber es kommt darauf an, was geht vorzubereiten, und dem, was kommt, zu begegnen (siehe oben). Dass wir dabei nicht gewinnen, ist klar. Aber es gibt wichtigeres in unserem täglichen Leben.

Nur was man wirklich mag, aktiviert Kritik

Die letzten 24 Stunden USA. In Europa geht mir Italien nebst Heimat Austria am nächsten, und Israel transkontinental, und eigentlich lange Zeit die USA vor anderen Americanae. Das ist gar nicht so subjektiv, wie es klingt. Denn die eigene Geschichte hatte mit den Nachkriegs USA so viel zu tun wie wenige andere Länder, und das Sprachstudium, die Reisen, die Universitäten, die Freundschaften haben sich wie ein Pelzkragen um die Familienmitglieder dort gelegt. Nun, die meisten leben nicht mehr, und meine Schwester hat einen deutschen Pass genommen, GsD.

Dass unsereins Trump nicht mögen kann ist mehr als ihn bloß nicht mögen zu dürfen. Man muss einen Diktator ohnehin nicht mögen, auch wenn er im Vergleich zu anderen Tyrannen vielleicht noch erträglich ist. Obwohl: wäre man ein ärmerer US-Bürger, müsste man unbehandelt und hungrig auf private Wohlfahrt oder eben das Nichts angewiesen sein (Thema vieler DLF und ORF Nachrichten, weniger der Sozialpolitik bei uns).

Wie auch in anderen sich festigenden Diktaturen ist der Widerstand gegen Trump erstaunlich gering, bei den Demokratien wie in der Presse. Und meine (abonnierte e-paper) New York Times verfolgt er brutal, das verschreckt die kleineren liberalen Blätter, auch wenn er den 15 Mrd $ Prozess nicht gewinnt. Allein heute die Nachrichten: TV-Shows werden abgesagt, Finanzdiener werden in die Federal Bank eingeschleust, absurde bis faschistische Strafprozesse erhalten immer weniger Widerstand von der Justiz.

Scheinbar gibt es noch mehr Widerstand gegen die Einschränkung der Grundfreiheiten, v.a. Meinung und Presse, mehr Widerstand als in Russland oder China. Aber die US Diktatur macht sich ja gerade „normal“. Das ist eines meiner Probleme: wie schnell die außergewöhnliche, rechtslastige und kulturfeindliche erste Präsidentschaft Trumps heute so akzeptiert wird, dass die Ränder seiner Normalität sich mit der Normalität der Meisten? jedenfalls vieler US BürgerInnen decken.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich keine Eigenschaftswörter und Adverbien für Trump, Putin oder Xi übrig habe, denn Diktatoren dieser Dimensionen können „alles“ tun und auch das Gegenteil, und sich so darstellen, wie ihr Ego es will und nicht, wie wir es wahrnehmen. Bei den sich unterwerfenden Demokratien oder Faschismen darf und kann man gut differenzieren, sie sind natürlich divers, vergleicht den Britischen Hof mit Melonis Inn- vs. Außenpolitik mit NATO usw. Aber mir geht es um etwas anderes: die kaum behinderte Zerstörung der amerikanischen Kultur – die ich immer besonders mochte, siehe oben, – wird sich auf die gegenwärtige und auf die nächsten Generationen so auswirken wie Putins Verschleppung von Kindern in die russische Armut. Wo Trump sich mit den beiden anderen Diktatoren gleicht: im brutalen Misshandeln von Texten und Kultur, v.a. natürlich im Bildungswesen und bei der Umwelt. Und werte LeserInnen und Leser, mal ehrlich, was unterscheidet Trump von den beiden anderen Atomdiktatoren wirklich? Natürlich auch, dass wir noch unter dem Schirm der USA vergleichsweise liberale Spielräume haben, ja, kulturell sogar opponieren dürfen, in Grenzen. Und klar, er hofft auf vorbeugende Selbstzensur der Massen. (Dass die AfD ihm auch ins Trump kriecht, ist kein Zufall, aber auch kein Wunder, nur: die Mehrheit der Politik legt sich etwas weniger peinlich an seine Seite…).

Richtiger Einwand: Was sollen wir denn in Europa tun, ohne die USA überfällt uns Russland, und dann geht auch der Wohlstand verloren. Wenn es nur der wäre, wird das sicher sich so entwickeln, weil Europa am Ende ist, Karthago zwischen II und II Krieg. Aber das dauert länger als Trump überlebt und mit seiner Camarilla herrscht.

Noch haben wir die New York Times. Beispiel heute zu Israel: nicht monothematisch, nicht einseitig:

  1. Israel Is Committing Genocide in Gaza, U.N. Inquiry SaysBy Nick Cumming-BrucePage A8
  2. Trump’s Laissez-Faire Stance Gives Netanyahu Free Pass for Gaza EscalationBy Michael CrowleyPage A9
  3. Why Many Israelis Oppose Netanyahu’s Offensive Into Gaza CityBy Isabel KershnerPage A9
  4. Gaza City Panics as Israel Launches Ground OperationBy Liam Stack, Abu Bakr Bashir and Ameera Haroud

Oder den Kampf von Trump gegen die US-Kulturgeschichte: https://www.nytimes.com/2025/09/16/climate/trump-park-service-slavery-photo-tribes.html

Er ist wie seine Mitarbeiter und Kumpel ein Rassist, vor allem ist er ein Diktator. Nur: er wird breit im so genannten Volk unterstützt. Aber das: Donald Trump will Antifa-Bewegung als Terrororganisation einstufen (Spiegel online 18.9.2025). das kann ein Diktator so wollen. Wo sind die Grenzen?

Aber was bedeutet es, „nur“ eine NYT zu haben? Es bedeutet, unsere Resilienz zu stärken und unser Bewusstsein nicht einlullen zu lassen. NYT und die New York Review, machen nicht mein ganzes US Bewusstsein aus, aber einen guten Teil. Was wir von den USA wissen, ist meist die intellektuelle Couvertüre der Ostküste, der Westküste, der großen Städte – oder kulturelle Höhepunkte. „Auf dem Land“ ist in den USA ziemlich weitläufig, viele Distrikte sind größer als deutsche Bundesländer, zum Arzt oder Supermarkt ist es weit, die lokalen Zeitungen verdienen oft den Namen nicht und die Medien werden durchaus von trumpoiden Radikalen beherrscht: Fox – forscht da einmal nach…https://de.wikipedia.org/wiki/Fox_News_Channel oder im Detail https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/t%C3%B6tet-sie-einfach-fox-news-moderator-schockt-mit-gewalt-aufruf/ar-AA1MwcLx (18.9.2025) – man kann sich da einarbeiten. Weiter: Ein Mord als Vorwand. Jocahim Käppner in der SZ: „…Hoffnung liegt in der Geschichte. Schon einmal, in der Ära des eifernden „Kommunistenjägers“ McCarthy in den frühen 1950er-Jahren, driftete die älteste Demokratie des Westens ins Autoritäre ab. Damals war die Demokratie stark genug, um zu widerstehen. Vielleicht setzt sich der traditionelle Common Sense der Amerikaner auch diesmal durch. Aber es wird schwer“. Und hier bei uns: Nehmt die Erfahrungen mehrerer Generationen mit der Springer-Presse…oder Diskussionen um ZDF-Einführung: da sieht man schon Unterschiede auch im gesetzlichen Bereich. Aber dagegen die gibt es die kaum limitierte Meinungsfreiheit in den USA, die zur Zeit gewaltsam nach rechts gedreht wird….Das alles wirkt schon auch auf uns. Aber es wird schwer…

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Alles heute. Vielleicht morgen etwas anderes, aber nicht anders. Aus Karthago nach Rom schauen, ist nicht immer angenehm. Aber es hilft, sich ein wenig real einzurichten.

Unehrlich ins Desaster

Nach dem lächerlichen Ineinanderkriechen zweier Diktatoren, Pmurt und Nitup, in Alaska, sind die Kommentare der meisten unserer Politiker so peinlich, dass man Pmurt in seiner Egozentrik und Nitup in seinem Stalinismus ja recht geben muss: vor Europa müssen beide nicht spontane Befürchtungen haben. Natürlich geben viele Kommentatoren uns vor, sich Pmurt zu fügen, er ist der nukleare Herrscher Nr.1 und zugleich endlich mit Nitup zu sprechen und zu verhandeln, er bedroht ja Europa und Pmurt wird uns nicht schützen. Gleich aufgeben? Aber ja, Untergebene haben ihre eigenen kleinen Spielräume, wenn sie nur unterwürfig sind…

Einige wenige Politiker und Politikerinnen sagen nicht nur die Wahrheit, sondern raten auch zum Widerstand. Der ist nicht so kompliziert: In Europa sich für die Ukraine auch praktisch, d.h. ggf. militärisch einsetzen, und für die Rüstung und Kampfbereitschaft selbst zahlen. Haben wir ja bisher nicht wirklich gemacht. Rüstung ist sehr viel mehr als Militär, Kampfbereitschaft ebenso, beide sind auch gesellschaftlich, sozial, kulturell – und das wird kosten, das wird so teuer, dass unser Wohlstand auch darunter leidet. Wir werden nicht verarmen, aber unsere Lebensstandards werden nicht steigen, sondern stagnieren oder sinken. Wer soll denn unsere Rüstung gegen die Russen und ohne die USA bezahlen? Und dass wir Waffen eher in den USA kaufen als sie selbst herzustellen, ist sekundär in diesem Kontext.

Alternativen? Sagt doch, wie man Frieden aushandelt, wenn man nichts anzubieten hat als Geld und Unterwürfigkeit. Und das Geld…ach ja, da gibt es mehr als eine Geschichte nach 1945.

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Nein, ich nehme keine Kriegspartei an, sowenig wie flachen Pazifismus. Ich habe sogar Vorbilder in meiner Meinungsbildung, vor allem -aussage. Karl Kraus, Thomas Bernhard. Und was den Frieden angeht, sind sie alle Israelis: Oz, Shalev, Yehoshua, Horvilleur, Boehm, und andere und gegenwärtig vor allem David Grossman. „Frieden ist die einzige Option“, Hanser 2024. Nicht zitieren, lesen. Warum die Friedensdiskurse um Israel für mich so wichtig sind, hat mehrere Gründe, dass ich ein jüdischer Jude, bin ist nur einer davon. Wichtiger aber ist die Entwicklung bzw. das Auseinanderdriften der möglichen Kompromisspartner, die so aber die Voraussetzung für vertrauensvolle Friedensverhandlungen wären. Und da waren sie alle negativ von außen beteiligt, um von innen Unfrieden zu stabilisieren, die Westmächte, die USA, Russland, auch Deutschland….Wenn man Grossman liest, versteht man, wie sorgfältig nicht die scharfkantigen Abgrenzungen zu verhärten sind, sondern wo man die Übergänge findet, wenn es keine Realpolitik geben kann. Und für mich kommt dazu, dass ich den Juden Netanjahu eben als einen nichtjüdischen Faschisten mit seiner Kamarilla erkenne. Und wie er und Pmurt harmonieren und sich von einander abhängig machen ist eine Blaupause für Nitup und Pmurt, wobei letztere der Stärkere, ersterer der Klügere ist.

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Michael Roth hat heute (15.8.) unter anderem Josef Braml kritisiert und eine mutige, schwierige deutsche Position skizziert, die von uns mehr als nur Bekenntnisse zugunsten der Ukraine erfordert. Dass ausgerechnet Roth von seiner Partei eher ausgesondert wurde, ist kein Zufall. Noch hat die Wirklichkeit das Bewusstsein der meisten deutschen Politiker:Innen nicht wirklich erreicht.

Zur Logik gehört, dass man nicht binär vorgehen darf. wenn man gegen Nitup agiert, bedeutet das nicht, dass man automatisch für Pmurt sich unterwirft. Ich weiß schon, dass wir NATO-unterworfen sind, dass wir von starken US Ein- und Angriffen, aber auch Wirtschafts- und Kulturdiktaten abhängig sind, ABER das bedeutet ja nicht Bündnis. Selbst in der Gegnerschaft kann es Verträge geben. Dass wir auf mittlere Sicht unterlegen sind, wissen wir. Nur spricht niemand über die Folgen.

Mit Feinden gibt es kaum Verträge, obwohl selbst da: Geiselaustausch, Toten-Übergabe…..Mit Gegnern muss es Verträge geben können. Auch wenn Pmurt so stark ist, und wir in der gegenwärtigen Konstellation schwach sind, ist er nicht allmächtig und wir sind nicht ohnmächtig. Rütte darf kein Vorbild sein. Zur Demokratie gehört Resilienz – und nicht nur gegebenenfalls, sondern sicher auch Abstriche im sozioökonomischen Wohlstand.

Manche Beispiele – Ukraine? – sollten uns doch ermutigen. So, wie wir von Pmurt vertriebene Wissenschaftler:Innen aufnehmen, so müssen wir weiter und ausgreifend agieren. Unsere Kinder werden es uns danken, nein, eher unsere Enkel.