Oft reden und schreiben Journalisten, Politiker und die massenhaften Laien (Schiedsrichter, Wettergünstlinge und Nachbarschaftshelden) über die Weltmächtigen, also z.B. den Verbündeten des NATO Generalsekretärs, also oft reden und schreiben sie als wären die Diktatoren und ihre direkten Handlanger auf der gleichen intellektuellen und geistigen Ebene wie sie – nur dümmer, unmoralischer, unberechenbarer als sie, die Kommentatoren, es sich eigentlich vorstellen.
Werte LeserInnen: hier sind alle Personengruppen männlich, nicht zufällig, und hier wird verallgemeinert trotz der mir bewussten Ausnahmen.
Gehen wir davon aus, dass die Diktatoren einen höheren IQ haben als die Kommentatoren, dass sie verschiedene Verhaltensweisen nach Lust und Laune anwenden können, ohne Sanktionen zu befürchten, dass sie mehr Macht über uns haben als wir kollektiv über sie, und dass ihre Pundits, Untergebenen, Handlanger und Arschkriecher eher faschistisch als demokratisch orientiert sind. Dann bedeutet das einerseits, dass diese Diktatoren Macht und Herrschaft über uns haben, die weder durch das Völkerrecht noch die aufgeklärte Vernunft wirklich geändert oder reduziert werden können. Das gilt für Xi, für Putin, für Trump. Hoch ist die Zahl der vielen direkten und indirekten Abhängigen, meist auch Diktatoren, aber nicht nur, meist untereinander verfeindet, aber dem jeweiligen Herrn untertan. Gibt es da einen Ausweg? direkt nicht. Was zählt, ist David – wir – gegen Goliath – sie.
Bleiben wir bei unserem Herrscher Trump. Der NATO Generalsekretär kriecht ihm in den Putin, die Presse zitiert Trumps unerträglich niedrige Schmähungen – wir täten so etwas nicht, unsere Regierungen auch nicht – etc. Als wäre wir alle im Ornat Goliaths. Oben steht „einerseits“. Was ist „andererseits“? Jedenfalls die Einsicht, dass auch Diktatoren mit hohem IQ verrückt sein können, geisteskrank, süchtig – So wie Hitler und Stalin gesagt hätten, sagen das Trump und Xi, Putin auch: Na und?!
Natürlich können wir damit umgehen, auch der Kapitalismus kann es, auch die Gesellschaftskritik kann es. Aber nicht frontal, wir sind wenige und müssen überleben. Dazu gehört, dass wir einsehen, dass es uns nichts nützt, wenn sein Geistesschaden dem Diktator schadet. Wir müssen so handeln, als bestimmten wir die moralischen und kulturellen Werte der Auseinander-setzung, und das heißt zunächst: nicht so konfrontativ, dass wir im Knast oder schlimmer landen. Und wie sollen wir handeln? Fragt nicht so komisch, ich hab es ja gesagt, und das Beispiel ist nur eines von vielen. Dass der Feind verrückt ist, werden wir im nachhinein ausführen können. Dass wir es wissen, kann uns jetzt nützen. Aber vor allem: dass wir nicht aus lauter Angst selbst verrückt werden oder uns zudröhnen, anstatt den Schmerz die Wirtklichkeit wahrzunehmen, zu ertragen – darum geht es auch.