Deutsches Widerstreben – der Aprilscherz

Ich bin nicht nur Österreicher, auch Deutscher (Staatsbürger), aber im Prinzip Kosmopolit und kein Nationalist. Diese Bemerkung ist wichtig, weil die Kritik am Neu-Nationalismus vieler auch europäischer Staaten viele Gründe haben kann. Alles Mögliche an der 0.8 Regierung des Merz kann einem die Galle hoch treiben, aber man bleibt der Demokratie loyal, dann erst kann Kritik Fuss fassen. Mit dem Sonderheft des SPIEGEL kann man sich auseinandersetzen, da geht es weder um Zustimmung noch um Ablehnung. Die Demokratie zu thematisieren, anstatt an der Oberfläche der AfD herumzukratzen, ist schon wichtig. Und die rechts- wie linksradikalen Hufeisenschlüsse auch in den anderen Parteien nicht nur sichtbar zu machen, sondern einzuordnen in die eigene Position, gehört eben nicht einfach zum Privaten. Eine mir wichtige These: alle Aussagen – von Parteien, PolitikerInnen und Medien, dass es einen demokratischen Zusammenschluss aller in der Mitte geben müsse, um gegen die radikalen Ränder zu agieren, sind, wenn nicht falsch, so irreführend. Denn was die Mitte ist, kann nicht ideologisch fixiert werden und ist nicht besser oder schlechter als irgendeine Position auf der Achse des längst fragil und unrealistischen Rechts-Links-Schemas.

Warum ich das heute schreibe, wo ich doch „eigentlich“ über den Frühling, also nicht Merz, sondern April schreiben möchte? Das Problem ist u.a. daß „eigentlich“ das verfremdende Adverb ist, wenn man eigentlich etwas anderes denkt oder sagen will, aber da hin getrieben wird…zum Beispiel durch die Nachrichten oder aus heftigen Diskussionen, nicht zwischen Gegnern, sondern unter Freunden und Genossen. Die Frage war, was wir „eigentlich“ machen würden, wenn z.B. die AfD verboten würde, oder wenn sie an der Regierung deutscher Staaten beteiligt wäre, oder wenn ihr radikalerer Flügel weiter politische und kulturelle Erfolge verbuchen könnte. Soll man die Faschisten verbieten? Es gibt Gründe dafür und dagegen, aber eines ist klar, die Bewegung lässt sich schwerer ausschalten als eine politische Partei altmodischen Musters, wie CDU/CSU SPD FDP und teilweise GRÜN. (Ich erinnere mich an Gründungsdiskussionen der Grünen bei beginnendem Aufstieg, 1980 + , ob Partei oder Bewegung der richtige Ansatz sei…, deshalb „teilweise“; vgl. auch zur AfD Zur Debatte um das AfD-Verbot – wie gefährlich ist die AfD in Niedersachsen? – GRÜNE Braunschweig es geht da nicht um Zustimmung oder Kritik).

Was sich aus den rechtsnationalen, rechten und teilweise faschistischen Elementen innerhalb der demokratischen Parteien doch deutlich erkennen lässt, ist die gewollte und offene Umordnung von Kultur und Sozialsystem. Das ist in der CDU deutlicher als bei den anderen, aber nicht monopolig. Zugleich dient die Politik dieses Flügels, nicht der ganzen Partei!, dazu, die kommende34 soziale Verarmung und kulturelle Einengung sozusagen um die Ecke vorzubesprechen, „eigentlich“ geht es um etwas anderes. Und das meinte ich mit meinem Blogtitel. Noch ist unser Land so wohlständig, dass wir noch immer nicht der Realität ins Auge schauen können und wollen, umgeben von den Rauchwolken des selbst fragil gewordenen politischen und kulturellen Systems. Dazu muss man schon etwas denken, wenn wir die Demokratie erneuern wollen und uns nicht vom Blick auf die Faschisten erstarren lassen.

Deshalb der Hinweis auf den SPIEGEL. Und noch etwas typisch „Deutsches“ Der Umgang mit den Juden, mit Israel, mit der Differenz von Juden und jüdisch, ist hier so anders als in allen anderen Ländern, und im Gegensatz zur Rhetorik ist das nicht mit der deutschen NS Geschichte, nicht mit der Shoah zu begründen, sondern mit der Herstellung eines dazu passenden panzerigen Selbstbewusstseins nach 1945, das allen Angriffen standhält…die Erklärung, warum das so ist, beschäftigt nicht nur mich, sondern die ganze Forschung der deutsch-jüdischen Geschichte seit Jahrzehnten und weiterhin. Und paradoxerweise hängt auch das zusammen mit der „eigentlichen“ Distanz zur demokratischen Weiterentwicklung, die ja auch Geschichte implizieren muss. Warum? Schaut darauf, wie die Sichtweise der israelischen und palästinensischen Politik von der 0,8 Regierung eingeengt wird, und schaut, wie die Kultur durch diese Regierung eingeengt werden will, ohne dass es den Hinweis auf Selbstkritik und eigene Veränderung wirklich gibt – das wäre auch eine Aktion in der Demokratie und nicht einfach gegen d8ie AfD und andere Faschisten.

Dazu demnächst ein zweiter Teil, konkreter und analytisch. Aber heute schon: die nachweisliche Abwendung von der Umwelt, die ja „eigentlich“ im Zentrum des Überlebens steht, gibt dauernd, auch heute, die Themen vor.

Irrsinn und Strafjustiz

Nicht nur die die Unterschichtmedien, auch manche seriöse Berichterstattung und Kommentare beschreiben Trump und Putin, oft auch andere PolitikerInnen, als wahnsinnig oder dement. Sie wollen damit deutlich machen, dass man diese Diktatoren nicht mit den Mitteln aufgeklärter Vernunft und Erfahrung bewerten dürfe, schon gar nicht „nur“ so. Wenn Trump oder Putin, oder einer von beiden, geisteskrank sind, ist das keine Diskriminierung, sondern eine Entlastung. Wenn ein Verbrecher an etwas nicht (gänzlich, gar nicht) schuld ist, dann kann man ihn nicht richtig bestrafen oder auch nur beschuldigen, man muss mit ihm umgehen wie mit einem geistesschwachen Menschen auch sonst (solche Menschen landen oft vor ihren Prozessen bereits in Irrenanstalten, nein, Gefängniskliniken natürlich) spätestens danach). Klingt doch ganz durchschaubar und vernünftig, nicht wahr?

Vor vielen Jahren schon hat sich Maren Hoffmeister des Themas angenommen: Emotionen im Fokus des Deutungsmusters Lustmord, vgl auch Maren Hoffmeister, Emotionen im Fokus des Deutungsmusters Lustmord – PhilPapers . Nun, es geht scheinbar nur um die Differenz zwischen psychopathischer und juristischer Wertung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber im Kern ist die Frage der Schuldzuweisung mit juristischer und/oder pathologischer Beurteilung immmer politisch und damit auch gesellschaftlich, oft gesellschaftlich gegen die Staatlichkeit. Ob die Kirchen früher bei Hexen oder die Antisemiten bei Juden oder ob der Anschein schon die Verurteilung oder Einweisung vor einem (rationalen) Urteil ihre Macht in die Urteile haben einfließen lassen, ob Urteile auf Vorurteilen beruhen, das ist nicht geheimnisvoll, aber mühsam zu bedenken…zurück zu Trump und Putin, früher zu Hitler und Stalin oder…

Warum soll ein Diktator nicht verrückt sein, wenn er nur seine Macht zum Aufrechterhalten seiner Position nutzen kann? Umgekehrt, warum soll ein Psychopath nicht n+1 Menschen für sich einnehmen, von seinem Irrsinn überzeugen, weil sie Angst haben, weil sie ihn fürchten, weil er es ihnen bequemer macht, seine Sündenböcke als die ihren zu benennen (nicht notwendig: zu begreifen). Dass Sloterdijk dazu etwas schreibt, das nicht einfach die Fürsten des Machiavelli in der Gegenwart aufgreift, ist kein Zufall (Neues Buch – Peter Sloterdijk). Und auch andere, wie Da Empoli oder Ann Applebaum). Also: es geht um die Wirkung der Handlungen der Herrscher – früher der Fürsten – und nicht so sehr um unseren Schluss auf ihren Geisteszustand.

Dass sich die meist faschistischenm oder kriminellen Untergebenen der Diktatoren in die Dialektik von Strafe und Pathologie einmischen, verwundert nicht, ist aber bis zum Sturz des Diktators Nebensache. Aber wartet, bis Vance sich auf Trumps Sessel setzt….

Die Strafjustiz erreicht die Diktatoren so wenig wie das Völkerrecht. Wer sich den Diktatoren anbiedert, muss mehr oder weniger deren Diktat der „Normalität“ und nicht die eigene Einschätzung, was normal sei, akzeptieren. Das ist schwierig und verlangt von uns einiges Verständnis für unsere Regierung, auch wenn sie nur 0,8 % ist. Aber wie man an Meloni sieht, die kann auch anders. Die rechtslastige Sektion unserer Bundesregierung handelt jedenfalls kontrafaktisch, sowohl in der Justiz als auch in der Sozial- und Gesundheitspolitik. Was nicht bedeutet, dass die Opposition gerade wirklich gute gegenteilige Pakete schnürt, leider. Beide Gruppen, Regierung wie Opposition, ignorieren die Wahrnehmung, Denkfähigkeit und Leidensentscheidung der Bevölkerung – mit Ausnahme der Begünstigten und der noch immer Umnebelten, die auf sozialen und wirtschaftlichen Verzicht nicht im Mindesten vorausdenken. Schade, die sind jetzt schon rechts, und werden es bei den wirklichen politischen Ereignissen erst recht. Vorweggenommen von einigen Regierungsmarginalisten.

Hoffnung schillert durch den Nebel

Natürlich: die Ungarn Wahl, man kann und soll sich freuen, aber Vorsicht: auch hier siegt die konservative Demokratie über die „illiberale Demokratie“ des Faschisten Orban. Warum sollte es auch einen „linken Durchbruch“ geben, wenn einfach nur Demokratie angesteuert wird, und die ist nicht originäre links oder rechts.

Die Wucherungen faschistoider Einbrüche in scheinbar sichere demokratische Strukturen sind gefährlich, oft nicht erklärbar, und je weniger sicher die Demokratie erscheint, desto weniger sicher ist sie. Das ist kein Paradox. Die oft schwer erträgliche Diskussion um die gefährdete demokratische Struktur behandelt die Demokratie oft als Ideal, oft aber auch als beschädigte Realität, in beiden Fällen statisch. Das ist meine Kritik am Diskurs.

Zu keinem Zeitpunkt war Demokratie optimal und/oder für alle Menschen die fraglos beste Lösung. Sie ist „nur“ das beste Herrschaftssystem, verglichen mit anderen, aber nicht das beste an sich. Und sie bleibt nur das beste System, wenn sie sich immer weiter entwickelt. Das ist trivial, ich weiß. Ich will aber hier nicht auf die endlose oder endgültige D-Theorie hinaus, sonsern auf eine bestimmte Wahrnehmung: dass zum Beispiel das besondere an der demokratischen Republik, nicht irgendeiner anderen, so schwer diskutiert wird – da hat Ungarn uns einen Anstoß gegeben. Oder dass Demokratie im Konflikt zwischen Freiheit und Gleichheit nicht die Lösung in sich trägt, sondern die Ausgangsdifferenz, der Konflikt muss gesellschaftlich immer wieder gelöst werden, das ist Politik. Und nicht die Berufung auf die jeweiligen zehn Gebote der Politik als Religion der hoffnungsvollen, friedlichen Vorstellung. Die sollen wir schon haben, aber nicht als Fundament unseres Realismus.

Worauf ich hinaus will, ist etwa anders, verschoben. Vieles, nehmen wir einmal Deutschland, wird von einer 0,8 Regierung mit einem doch radikal rechten – (noch) nicht faschistischen Flügel – gegen die Einsicht sowohl des liberalen Kapitalismus als auch des sozial- und kulturpolitischen Widerspruchs gegen den Schrebergarten der oberen Mittelschicht, gar der Oberschicht, durchgesetzt (wie das teure und sinnlose Verbrennermotorevangelium der Großen Koalition). Die Ärmeren und Armen werden in nächster Zeit durch diese Politik viel verlieren – in Gesundheit, Bildung, Sozialsicherung – und das zu reparieren braucht es mehr als eines punktuellen Wahlerfolgs. Es braucht eine Weiterentwicklung der Demokratie – und eine Kritik am Faschismus dort, wo er wirklich faschistisch ist und nicht dort, wo er auch nur eine Variante der o,8 Politik verbreitet.

Seltsam: wenn und wo immer ich diese These verbreite und diskutiere, wird sie eher zustimmend akzeptiert, aber offiziell, d.h. staatlicher und parteipolitischer Seits, ist sie eher neblig verhüllt. Aber man sagt mir schon, ich sei seltsam. In diesem Fall hilft es mir, die Abwehr der Faschismen zu begründen und zu sagen, wo reden allein nichts nützt, man muss auch handeln. Demokratie tun heißt sie weiter zu entwickeln.

Glück als Waffe

Oft reden und schreiben Journalisten, Politiker und die massenhaften Laien (Schiedsrichter, Wettergünstlinge und Nachbarschaftshelden) über die Weltmächtigen, also z.B. den Verbündeten des NATO Generalsekretärs, also oft reden und schreiben sie als wären die Diktatoren und ihre direkten Handlanger auf der gleichen intellektuellen und geistigen Ebene wie sie – nur dümmer, unmoralischer, unberechenbarer als sie, die Kommentatoren, es sich eigentlich vorstellen.

Werte LeserInnen: hier sind alle Personengruppen männlich, nicht zufällig, und hier wird verallgemeinert trotz der mir bewussten Ausnahmen.

Gehen wir davon aus, dass die Diktatoren einen höheren IQ haben als die Kommentatoren, dass sie verschiedene Verhaltensweisen nach Lust und Laune anwenden können, ohne Sanktionen zu befürchten, dass sie mehr Macht über uns haben als wir kollektiv über sie, und dass ihre Pundits, Untergebenen, Handlanger und Arschkriecher eher faschistisch als demokratisch orientiert sind. Dann bedeutet das einerseits, dass diese Diktatoren Macht und Herrschaft über uns haben, die weder durch das Völkerrecht noch die aufgeklärte Vernunft wirklich geändert oder reduziert werden können. Das gilt für Xi, für Putin, für Trump. Hoch ist die Zahl der vielen direkten und indirekten Abhängigen, meist auch Diktatoren, aber nicht nur, meist untereinander verfeindet, aber dem jeweiligen Herrn untertan. Gibt es da einen Ausweg? direkt nicht. Was zählt, ist David – wir – gegen Goliath – sie.

Bleiben wir bei unserem Herrscher Trump. Der NATO Generalsekretär kriecht ihm in den Putin, die Presse zitiert Trumps unerträglich niedrige Schmähungen – wir täten so etwas nicht, unsere Regierungen auch nicht – etc. Als wäre wir alle im Ornat Goliaths. Oben steht „einerseits“. Was ist „andererseits“? Jedenfalls die Einsicht, dass auch Diktatoren mit hohem IQ verrückt sein können, geisteskrank, süchtig – So wie Hitler und Stalin gesagt hätten, sagen das Trump und Xi, Putin auch: Na und?!

Natürlich können wir damit umgehen, auch der Kapitalismus kann es, auch die Gesellschaftskritik kann es. Aber nicht frontal, wir sind wenige und müssen überleben. Dazu gehört, dass wir einsehen, dass es uns nichts nützt, wenn sein Geistesschaden dem Diktator schadet. Wir müssen so handeln, als bestimmten wir die moralischen und kulturellen Werte der Auseinander-setzung, und das heißt zunächst: nicht so konfrontativ, dass wir im Knast oder schlimmer landen. Und wie sollen wir handeln? Fragt nicht so komisch, ich hab es ja gesagt, und das Beispiel ist nur eines von vielen. Dass der Feind verrückt ist, werden wir im nachhinein ausführen können. Dass wir es wissen, kann uns jetzt nützen. Aber vor allem: dass wir nicht aus lauter Angst selbst verrückt werden oder uns zudröhnen, anstatt den Schmerz die Wirtklichkeit wahrzunehmen, zu ertragen – darum geht es auch.

Erwartungen schlagen die Hoffnung. Ergebnis: Murcks

In den letzten Tagen wurde die Inhaltsleere der meisten deutschen Hirne deutlich. Da ging es um die Spritpreise, die Ablehnung von Tempolimit, den Streit um höhere, niedrigere, gespaltenere Mehrwertsteuern und alles mögliche unsinnige Bewahren von Öl und Sprit, und um die Menschen, die im Krieg Iran Israel USA und anderswo geschlachtet werden, ging es nur, wenn aus einigen Oppositionsecken darauf hingewiesen wurde. Die sog. „christliche“ Partei, demokratisch und sozial, hat Angst, dass die Millionäre uns verlassen – obwohl man deren Anlagen und Gelder ja an sich nehmen könnte, wenn sie schon gehen wollten, die SPD kämpft um ihre weitere Existenz und schließt sich den dümmsten Forderungen an, aber sie greift die Tankstellenherrscher auch nicht an, Eigentum ist heilig…in meiner liberalen Lieblingszeitung steht dagegen eine Wahrheit: wie blöd auch immer Trump handelt )handelt, nicht: ist), der Kapitalismus setzt ihm Grenzen, wenn unsere Politik es nicht tut…Und binnen Minuten sind diese Flach- und Dummheiten ohnedies vergessen, weil ja angeblich Frieden einkehrt, deas Öl wird billiger, die Aktien steigen, und die rückständigen Evolutionsgarden gehen in ihre Vorgärten, Tee trinken, nachdem sie ihre Autos gewaschen haben. Dabei hätte man ja schnell und gut etwas tun können gegen die Abzocke, nicht nur beim Tanken…aber lassen wir das. noch sind sie nicht wirklich aufgewacht, sie blinzeln, die selbstständigen WEuropäer, die Deutschen, die wir ja sind….

Warum ich so daherschreibe, als ob ich Experte für nationale volkswirtschaftliche Potenziale und Irrwege wäre, der ich nicht bin, und als gebildeter Laie muss ich mich zurückhalten, weil mich das Gelächter sonst in den Abgrund stürzen wollte, wenn ich eine Meinung zur politischen Ökonomie der Gegenwart äußerte. Ich meine ja nur, dass in Teheran, im Iran, in Israel, im Libanon, und noch weitaus herum hunderte, tausende ziviler Menschen sterben, ermordert oder hingerichtet werden oder eben nur randmäßige Zufallsopfer beim Hinrichten der Feinde geworden sind…und mir da die Ölpreise eher sehr abhängige Variable scheinen…ja, ich „meine ja nur“ hat seine Tücken, wenn ich nicht sage, an wen ich mich wende, damit diese(r) daraus Konsequenzen zieht. Nein, ich denke das in mich hinein und bin erstaunt, wie leer und unklug das reiche Deutschland regiert wird, Vorbild für weniger reiche Länder, und eine gefährdete Demokratie wie alle Demokratien. Ich denke das in mich hinein und betrachte meine Umgebung als prekär. Am meisten wundert mich, wie das sogenannte Volk Heilung erwartet, wenn das Öl billiger wird, und nicht nur Öl und Dünger, auch Touristen wieder durch Hormus in die Freizeit pilgern dürfen, Freizeit, nicht Freiheit, bitte…

Ein mir bekannter fast täglicher Kommentator ist natürlich heute erleichtert und hofft auf die Verhandlungen, die am Freitag beginnen sollen. Die Erwartungen kämpfen gegen die Hoffnung. Leider. Umgekehrt wäre es spannend: was können wir hoffen, das wir angesichts der jetzigen Herrschaften nicht erwarten dürfen? Erster möglicher Schritt: nehmt die Kinder, die Alten, die Frauen, die Verwundeten in den Blick und nicht die Spritpreise.

*

Natürlich könnte sogar ich etwas über Hoffnung versus Erwartung nachdenken und schreiben. Aberdarum geht es mir ehute gar nicht. Wenn man schlechte Politik an die Massen so verscherbelt, dass kein Ausweg in die Freiheit, in den Frieden sich abzeichnet, muss man sich nicht wundern, dass die Brandmauern bröckeln. Darum gehts mir. Und die Spritpreise sind nur ein schwaches Symbol für den Schleier vor den Augen in die Zukunft. Aus Hoffnung kann gute Politik kommen, aus Erwartungen kaum. Es sei denn, man tut etwas, man handelt, aber dann muss man ja hoffen…

Wolf und Lamm und

Über Gläubige mache ich mich nicht lustig, die brauchen so etwas, wie andere Natur oder Schicksal. Religion ist etwas anderes, seit Beginn der Menschheit gehört sie zur Gesellschaft wie Familie, Staat, Militär und die Trennung oder Vereinigung von Politik und Ökonomie. Kultur ist noch einmal etwas anderes, aber erst einmal: zwei Tage vor dem Ostersonntag wünsche ich zunächst

Frohe Ostern I

Zu viel Karfreitag Von Heribert Prantl Ostern ist die Zeit, die wir erhoffen. Karfreitag ist die Zeit, die wir erleben. Der Weg von der Verzweiflung zur Entzweiflung. SZ 2.4.2026“

Dann sehen wir weiter. Glückwünsche kann man am Karfreitag schon brauchen, so traurig die Rundfunkmusik, so beschwerlich die Nachrichten (DW 3.4. 10.20): Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld: von Paul Gerhardt, und trauriges Barock, lest ruhig: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld – Gerhardt , am Karfreitag sind die Protestanten noch trauriger als die Katholiken, die freuen sich schon auf die österlichen Freudensprünge. Vorher aber kommen noch andere Tiere in die Feiertage:

Neues vom Rottweiler! Sie erinnern sich: So nennt Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ihren Persönlichen Referenten. Der Mann zeigte der Verwaltung erfolgreich die Zähne, um die vom CDU-Abgeordneten Christian Goiny geforderte Bewilligung von Förderanträgen durchzubeißen. (Tagesspiegel 2.4.2026)

Hier geht es aber um das Lamm. Das hatte man schon früh geopfert und gegessen. Seine Verbindung zu Gott, dem Gottessohn oder seiner Anhängerschaft ist kulturgeschichtlich interessant. Agnus Dei – Wikipedia . Da kann man mehr als Religionsgeschichte und Rituale lernen. Aber heute? Wenn man auch vegetarisch isst, so hat das Lamm noch immer Wolle und Emotionen. Und das Schimpfwort „du Schaf“ ist weniger aggressive als „Dumme Kuh“ und „Blöder Hund“. Soweit zur religionsgewürzten Alltagskultur.

Jetzt kehren wir das Blatt um. Warum gibt es keinen heiligen Wolf? Die Kinder lesen heute ja kaum mehr das Märchen „Rotkäppchen“, mit dem Wolfsbauch voller Pflastersteine (Rotkäppchen – Brüder Grimm). Die beiden Grimmigen Märchensammler, hatten viele Tiere vereinnahmt, Hase und Igel, Drosselbart usw.), aber der Wolf ist uns geblieben. Es lohnt, auch ohne Grimm: Die 10 beliebtesten Fabeln und Märchen vom Wolf, Damian. Der Wolf – Eine abenteuerliche Reise quer durch Europa und viele andere, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Wir (BK und ich) haben noch eine ganz andere Sicht auf die Wölfe: warum werden sie im Alltag schlecht gemacht, oft mit bissigen Hunden verwechselt, in Westeuropa und zunehmend in Deutschland nicht nur wieder angesiedelt, sondern auch gejagt und verfolgt? Das ist in Osteuropa besser, weil die Schafsmetaphorik dort nicht so überhöht ins Mythische und Mystische gehoben wird wie im Rotkäppchen.

Wichtiger Einschub. Seit Jahrzehnten ist ein Mensch durch einen Wolf getötet worden, mitten in Hamburg. PEINLICH: In den Medien sind die ersten zehn (und mehr) Hinweise auf „Wolf“ diesem Vorfall gewidmet. Ernsthaft berichtet Wolf beißt Frau in Altona – Polizei fängt ihn am Jungfernstieg ein | ndr.de , aber nicht auf antiwölfische Schlagwörter: wolf beißt frau altona . (2.-3.4.2026)

Ernsthaft könnebn wir viel über Wölfe erfahren. Von der Gründung Roms (Romulus and Remus – Wikipedia) bis hin zur aufgeklärten Information: Wolf – Wikipedia , und natürlich die Wolfsunterstützer: Wölfe in Deutschland – NABU , auch beim WWF, da ist interessant: Die Wölfe sind in Gefahr und in Österreich Wolf: In Österreich streng geschützt & dennoch bedroht I WWF . Ärgerlich ist die deutschnationale Jagdhilfe durch die Bundesregierung, siehe auch Wolf jetzt im Jagdrecht aufgenommen | Deutscher Jagdverband. Dazu muss man sich schon entgegenstellen zB. Paternschaften für Wölfe annehmen.

Was hat das mit Ostern zu tun? Zunächst einmal mit der schäfischen Religionsneigung, die ja schon den kleinen Kindern vermittelt wird. Und für viele gehören zu Ostern Hasen, Lämmer und Schafe. Dann aber mit dem klassisch dualen Tugendverständnis: Lamm gut – Wolf schlecht. Das hat nichts mit Religion zu tun. Im Paradies der Religionensanfänge liegen ja Wolf und Schaf friedlich nebeneinander (In Jesaja 65:25 wird der Wolf friedlich mit dem Lamm weiden, was ein Bild für Gottes zukünftigen Frieden und die Überwindung von Feindschaft ist.)

Da können wir noch viel dazu erfahren, aber schaut euch bitte auch die Videos über Wölfe an, das sind schon schöne und kluge Tiere. Dass „Wolf“ auch ein Name ist, dass der Werwolf ideologisch nachbedacht wurde, dass Wölfe wichtig für die Literatur sind