Bürokratie – Das Zauberwort der Zwerge

Diese Bundesrgierung ist etwas verzwergter als frühere, aber auch diese haben Abbau von Bürokratie , meist am Anfang, auf ihre Fahnen und ins Programm geschrieben. Und ihre Beispiele fallen auf fruchtbaren Boden – wenn Genehmigungen, Nachweise, Angaben etc. wegfallen, stellen sich viele vor, dass es weniger Aufwand, kürzere Umsetzungszeiten, mehr Dynamik geben wird – und dass Geld gespart wird.

ja und nein

Die Krtitik an der Bürokratie ist so alt wie die Wirkung dieser Kritik. Yuval Noah Harari hat in Nexus (2024) ausführlich die beiden Seiten der Bürokratie beschrieben (49-58 und mehrfach). Das eine kann man oft nicht ohne das andere haben, und oft rettet uns Bürokratie mit ihrer Datenverwaltung das Leben, nicht nur bei Epidemien, oft zerstört sie jede Dynamik des Fortschritts.

Ich denke, Bürokratie ist ohne Kontext kein praktischer Begriff, sondern Ideologie. Die Herrschaft der Verwaltung von Verwaltung kann fundamental sein – viele Recherchen sind bürokratisch, sie sollen auch transparent sein, sie kann auch fundamental bei der Hinderung von Maßnahmen und der Durchsetzung von Gesetzen sein. etwa bei der Rückführung von AsylantInnen, die schon die Zusage der Rückkehr haben. Also: Thematisierung ohne Kontext und die Aussage, worin die Bürokratie wirklich besteht, ist sinnlos.

*

Bürokratie gehört zu den Begriffen, die viele Menschen ärgern oder ängstigen oder verunsichern. Vom Begriff her muss man die „Kratie“, die Herrschaft so in Frage stellen wie bei der Aristokratie, der Meritokratie, ja, in gewisser Hinsicht auch bei der Demokratie…alles nicht so einfach.

Warum mich das interessiert, neben dem kulturgeschichtlichen Hintergrund? Es ist ein Begriff, mit dem schlechte Politiker die Gefühle und Ansichten der Mehrzahl passiver Menschen manipulieren. Die Dümmeren glauben, dass Bürokratieabbau am Anfang von politischen Einsparaktionen stehen muss, anstatt ein Ergebnis von Reformen zu sein. Natürlich kann man sparen – und dann veröden gesellschaftliche Bereiche, und es geht immer zu Lasten von Bedürftigeren, selten von Reichen oder Mächtigen.

Im Zwergenstaat ist das vielleicht nicht so auffällig. Aber wir werden bald sehen, wie die Sozialhilfe, die Kultur und duie Umwelt darunter leiden, dass die Unternehmer und Kapitaljongleure sich nicht mehr rechtfertigen müssen und die Gerichte weniger Belege für ihre Urteile haben.

Aufmerksam, nicht hysterisch – Rechts

In den letzten Jahren der Weimarer Republik gab es Opposition au der demokratischen Mitte gegen die rechtsradikalen und manche linksradikale Parteien und Strömungen. Und natürlich gab es innerhalb der einzelnen Strömungen Unterschiede und Opposition zwischen den einzelnen Gruppierungen, wie denn auch nicht? Es gab also mehr rechtsradikale Parteien als die NSDAP und nicht alle waren faschistisch. Rechtsradikal genügt.

Wenn ich an dieser Stelle die Analogie bemühe, ist es keine Gleichsetzung. Das versteht sich, auch haben wir durchaus Faschismen in der AfD oder in der FPÄ Österreichs, aber keine NSDAP (das ist ein anderes Thema, auch wichtig). Mir geht es aber um etwas anderes: innerhalb des demokratischen Deutschland gibt es durchaus rechtsradikale Strömungen und Personen, die nicht oder noch nicht faschistisch sind. Beispiele kommen z.B. aus Bayern, bei den Abgeordneten, die eine demokratische Verfassungsjuristin schwer verwundet und beeinträchtigt haben; z.B. bei einem Innenminister, der keine Ahnung von menschlichem Unglück hat und meint, man könne sich populärer machen, wenn man einfach einmal nicht gegen bestimmte Abschiebungen ist…es gibt viel mehr solcher Beispiele, aber noch funktioniert der demokratische Widerstand gegensolche Entwicklungen. Bleibt aufmerksam, wir wehren uns. Nicht hysterisch, das nützt nur den Faschisten und denen, die mit ihnen gegen die Demokratie konkurrieren.

*

Wohin die rechte Diktatur führt, kann man an den USA und Trump sehen (womit die Putins und Xis nicht entlastet werden, sondern wir eine weitere zusätzliche Front zu bedenken und zu bearbeiten haben). Ein Beispiel, ganz aktuell: Trumps Krieg in internationalen Gewässern gegen venezolanische Schiffe: David Cole: Getting Away with Murder. NYRB, 23.10.25, LXXII Schiffe in internationalen Gewässern mit x zivilen Toten. Ohne Justiz. Aber die USA stimmen zu. Nur Minderheits- und Justiz-Kritik. Das deutsche Problem mit den USA ist, dass sie noch für einige Zeit unsere bestimmenden Aufsichtsorgane sind, militärisch und damit leider auch diplomatisch. Aber polöitisch verzwergt bedeutet nicht, erheblich arrogant oder durchsichtig unterwürfig zu sein, sondern was man eben ist: abhängig und international weitgehend unfrei. Das gilt auch für die EU. Und hat weniger mit Nationalismus zu tun, als viele denken.

Das ist unangenehm, ich weiß, aber man kann sich nur befristet rausreden, die Drogen wirken nur befristet, genauso wie die Drogen gegen den Umweltschutz heute – je mehr wir inhalieren, desto weiter werden unsere Enkel und deren Kinder leiden.

Ich sammle Daten über die USA. Bei den Russen und Chinesen brauche ich sie nicht, da muss ich keine Untaten mehr beweisen, da wissen wir, was Diktaturen sind. Bei den USA müssen es viele noch lernen…tyrannische Freunde oder anschmiegsame Gegner. Passt auf, dass sie keine Feinde werden, bevor wir uns unser selbst gewiss sind und uns wehren können. Dazu braucht man nicht nur Waffen, oft eher weniger, dazu braucht man vor allem Gewissen, Einsicht und Kultur: daraus kann man auch Politik machen, die länger lebt als Trump und seine Camarilla. Es gibt auch ein Portfolio mit Alternativen zum „Nein“ nach dem Überleben (–> Brecht)

Umberto Eco I – Wichtiger denn je

UMBERTO. so hießen eine Reihe von mehr oder weniger unbrauchbaren Herrschern über Piemont und später Könige von Italien. Aber es gab nur einen UMBERTO ECO, und den wird es weiter geben, wichtiger denn je.

Erste Fassung des Essays:

Eco

Beitrag zum Seminar von Marion Näser-Lather, Universität Innsbruck, Dezember 2025

1.

Verwendete Literatur:

(Saager 1931, Eco 1972, Eco 1977, Eco 1977, Calvino 1977  , Visentini 1993, Eco 1998, Bach and Breuer 2010, Eco 2020) u.a.

2.

Aufgabe des Essays:

Den italienischen Faschismus aus der Sicht von Umberto Eco zu beleuchten. Das ist keine abgeschlossene wissenschaftliche Arbeit, sondern ein mehrdimensionaler Blick eines Soziologen auf die Aussagen des wichtigen Intellektuellen Eco, der Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler war, und sehr gut vermitteln konnte. Was Eco den „Ur-Faschismus“ nannte, hatte er in 14 Beschreibungen knapp und klar beschrieben (Eco 2020), und oft besser als viele Faschismus-Theorien. Das ist eines der Probleme, „Die Verschwommenheit“ des Begriffs (S.30), die ich  teile.

Kurze persönliche Begegnungen und Diskussionen haben mir den ohnedies sehr geschätzten Kollegen noch näher gebracht, aber ich werde weder Anekdoten noch meine subjektive Vorliebe für eine bestimmte italienische Kultur an dieser Stelle in den Vordergrund rücken, sie stützt mich eher.

3.

Im Fokus mehrerer konzentrischer Kreise steht Ecos „Ewiger Faschismus“ (Eco 2020) Original erschienen 2016, sein spätes Werk mit einem wichtigen Vorwort von Saviano. Bevor er zu seinem Hauptthema, dem Ur-Faschismus kommt, zeichnet er den italienischen Faschismus von Mussolini nach und behauptet, dass sich die nachfolgenden Faschismen daraus ableiten (21). Er stellt implizit zwei Thesen auf: dass der italienische Faschismus schwach sei, weil ohne Philosophie bzw. Ideologie, und dass er essentiell eine Bewegung eher als eine Partei sei. Das letztere teile ich für alle Faschismen, insofern wir sehen werden, was sie bei allen Unterschieden vereint. Das erstere mag aus der Sicht des Wissenschaftlers so erscheinen, nur kann man daraus Schwäche nicht ableiten. Wichtiger ist die Feststellung, dass dieser Faschismus nicht „durchgehend totalitär“ war (22). Für micht entscheidend ist diese nachvollziehbare Entscheidung, obwohl die Herkunft des mussolinischen Faschismus bzw. seine Biographie bei seiner sozialistischen Geschichte hätte anfangen müssen[1]. Das ist ein wichtiges weiterführendes Implikat, aber hier nicht zentral. Für Eco von Bedeutung, dass sich alle wirklichen und potenziellen Faschismen nicht in ihrer Bezeichnung erhalten haben, sondern „Faschismus“ zu einem Oberbegriff jenseits realer Differenzierung wurde und ist. Hier sieht man den Wissenschaftler Eco und weniger den Literaten.

Den hatte ich schon vor dem „Namen der Rose“ im Blick gehabt. Seine akademische und wissenschaftliche Konturierung bleibt neben der literarischen weiterhin wichtig[2].

Bevor Eco zu seinen 14 Merkmalen des Faschismus kommt, verweist er auf die Varianzthese von Wittgenstein, nach der die Elemente des Faschismus  ja unterschiedlich kombiniert werden können. Ausgangspunkt ist: „Aber das faschistische Spiel lässt sich auf vielerlei Weise spielen, und der Name des Spiels bleibt der gleiche“ (28). Und damit erreicht er seinen Einstieg in die Systematik von 14 Elementen des Faschismus (30-39). Mir fällt nicht auf, was hier fehlen könnte, aber natürlich kann die Wissenschaft das alles differenziert und analytisch ausweiten[3] – wenn man das braucht. Einsicht in den Faschismus geht also.

Für mich interessant ist, dass Eco ganz deutlich den Nazismus und den Stalinismus als jenseits des normalen Faschismus verortet, und dass die Normalität überall im Faschismus ihre Bandbreite hatte, was nichts entschuldigt, aber vieles erklärt (nicht zuletzt in der italienischen Kultur). Das ist für mich durchaus wichtig, weil es den Unterschied zwischen Austrofaschismus und Nationalsozialismus sowohl auf der Strukturebene als auch in der Realität erklärt. Der Name des Spiels blieb der gleiche.

4.

Ecos Zeichentheorie war auch in der Wissenschaft zunächst nicht populär. Aus dem Widerstand gegen die Ablehnung heraus schrieb Eco im „Namen der Rose“ gleich drei Aspekte: die Zeichentheorie (auch gegen Jorge Luis Borges), den kirchlichen und sozialen Konflikt des Mittelalters  und eine Kriminalgeschichte ersten Ranges (Eco 1982).

Mit und nach diesem Roman wurde Eco auch ein weltberühmter Autor und viele LeserInnen haben sich mit dem Hintergrund des „Namens der Rose“ nicht befassen müssen, und dem der folgenden Romane und Essays auch nicht. Das geht in Ordnung, aber hier ist ja der Faschismus und seine Erklärung relevant, und da bietet Eco eine gute Basis zum weiteren Diskurs. Denn Faschismus  breitet sich zur Zeit global aus, und sein Hauptgegner in allen Varianten ist die Demokratie, und seine Instrumente sind die 14 Thesen Ecos auch in den verschiedenen Spielarten des Populismus.

5.

Die Differenz von Faschismus und Nazismus ist wichtig, vor allem, wenn man die Nazi-Deduktion der deutschen Faschismusanalyse mit der Darstellung der übrigen Analysen vergleicht, vor allem der Italiens und Österreichs (nicht zufällig).  Die Darstellung der Struktur (22-27, vor den 14 Thesen) ist realistisch, nicht den Fascismo entschuldigend, aber ihn richtig verortnend, und das Verhältnis der Führer zur Kultur genau bescheibernd, das waren die Nazis nun wirklich anders. Ecos Darstellung ist grundlegend, und ihr LeserInnen und Leser +nehmt noch Savianos Vorwort dazu, wo er nicht zuletzt den Mut des älteren Eco hervorhebt (7-14) und immer die Retroperspektive der Nazis betont.

Da nun Eco die „Entstehung“ Mussolinis kaum hervorhebt, gehe ich in die Biographik.Sehr früh fiel mir ein Buch von Adolf Saager (* 18791949) auf. „Mussolini ohne Mythus – Vom Rebellen zum Despoten“ (Saager 1931) beschreibt Mussolinis persönliche und politische Biographie vor der Machtübernahme der Nazis, 1931 (!). Saager, ein Deutsch-Schweizer, eher links-unabhängig, lohnt in seiner Beschreibung Mussolinis Kindheit und Jugend, und wie seinen Charakter und seine Rhetoik erst „links“ und ab 1914 „faschistisch“ entwickelte, wobei „Auf den November 1921 fällt Mussolinis eigentliche Bekehung“ (S. 111). Mich interessiert vor allem Kindheit und Sozialisation des jugendlichen, rhetorisch begabten, gespalten erzogenen Aussenseiters, und eben der politische Beginn mit der Arbeiterklasse, bzw. ihrer Politik dazu. Das macht bis heute eine Schwachstelle der kritischen Faschismustheorie, dass ihr klassenbezogener „linker“ Aspekt nicht zum „rechtsradikalen“ Rahmen passt, obwohl es eher darum geht, die Achse Links-Rechts hier nicht objektivistisch einzufügen.

Für mich, österreichisch-deutscher Doppelstaatsbürger, ist das besonders wichtig, weil es den grundlegenden Unterschied zwischen dem deutschen Nazis und dem österreichischen Austrofaschismus nach 1933 bis 1938 erklärbarer macht. Eco macht deutlich, wie komplex und unterschiedlich sich Faschismen entwickeln und doch Faschismus bleiben.

6.

Saagers Buch habe ich antiquarisch erworben. Darin lag auch eine Rezension aus der SZ, 1985, von Heinz Abosch (Heinz Abosch – Wikipedia): Seine Kritik an einem Vergleich von Hitler und Mussolini ist jedenfalls wichtig in der Rezension von Georg Scheuers Buch über den Ur-Faschismus: „Genosse Mussolini? : Wurzeln u. Wege d. Ur-Fascismus“, Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1985. Und natürlich Ecos Begriff des Ur-Faschismus…

7.

Wieder fällt mir, diesmal in Innsbruck, ein Buch über die „Lega“ in die Hände, also über einen der Koalitionspartner von Meloni. Aber das Buch ist von 1993, und Bertolucci und Bossi spielen entscheidende Rollen und der Zerfall der Demokratie von innen und außen: (Visentini 1993). „Die Lega hat keine Ideen, sie hat keine Programme“ (97). Das könnte so bei Eco stehen, nicht aber bei den Parteihistorikern des Faschismus. Das Buch ist eine grimmige, ich sage fast „klobige“ Übergangsbrücke aus der italienischen Nachkriegsdemokratie zu Berlusconi bis zu Meloni heute. Spannend natürlich für dauernde Besucher Südtirols ist die Rolle der SVP: „Der Südtiroler Volkspartei gefällt die Lega nicht, aber wer weiss…“ (88-96), und da kommen auch Rechtsradikale vor, wie „der Tiroler“ (Zeitschrift, S. 95).


Erste freiheitliche Regierungsbeteiligung: Am 31. Jänner 2024 erfolgte im Landtag die Wahl der neuen Landesregierung (Partei | Die Freiheitlichen). Als erste freiheitliche Landesrätin wird Ulli Mair in der neu gebildeten Koalition aus SVP, Freiheitliche, Lega, Fratelli d´Italia und der Bürgerliste La Civica künftig die Zuständigkeitsbereiche Wohnbau, Sicherheit und Gewaltprävention verantworten. Da sind sie also in der Koalition, die Rechtsradikalen. Noch können sie an die SVP nicht heran. Aber so etwas stärkt natürlich Meloni. Über die  muss man im Kontext nachdenken.

Giorgia Meloni (* 15. Januar 1977 in Rom) ist eine italienische Politikerin und seit Oktober 2022 italienische Ministerpräsidentin. Sie ist seit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Italien 1946 die erste Frau, die eine italienische Regierung anführt.

Meloni ist seit 2014 Vorsitzende der als postfaschistisch klassifizierten Partei Fratelli d’Italia (FdI) und war von 2020 bis 2025 Präsidentin der Europapartei Europäische Konservative und Reformer (EKR). Im vierten Kabinett von Silvio Berlusconi war sie von Mai 2008 bis November 2011 Ministerin für Jugend und Sport. Bei der Parlamentswahl in Italien im September 2022 trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei an, die als stärkste Kraft aus der Wahl hervorging. Politisch wird Meloni als rechtsextrem eingestuft. (Giorgia Meloni – Wikipedia).

Auf sie passen genau die von Eco beschriebenen Unschärfen der Parteienstruktur, von der teilweise sehr akzeptablen Außenpolitik bis zum Manövrieren im Inneren, z.B. in der Kultur, und ihrem Druck auf die Veränderung des Justizsystems (Italien: Parlament stimmt für Giorgia Melonis umstrittene Justizreform). Um die marodierte Demokratie zu verstehen, muss man die Zeit Berlusconis zurückgehen, und die Macht und Deformation der Medien analysieren, übrigens eine von Ecos Agenda.

8.

Eco hat begonnen, Belletristik zu schreiben, um seine Wissenschaft zu vermitteln, begonnen mit dem „Namen der Rose“. Manche seiner Bücher sind ohne diesen Rückhalt schwer zu verstehen, andere sind „reine“ Literatur – als ob diese Trennung möglich wäre. In einem ganz schmalen Bändchen schreibt er über Bibliotheken (Eco 1987). Nachdem er sich über Borges`Unendlichkeit wieder einmal lustig macht, kommt er zu einem durchaus holprigen realistischen Problem, das lesewillige Menschen mit Bibliotheken haben, übriegns auch hier didaktisch vollkommen, freudig unseren Bibliotheksbesuch animierend – und seine Schwächen gleich in den Alltag mitverarbeitend. Das erinnerte mich an die kürzlich bei Jean Cocteau gelesene Stelle: „Unsere Schwäche wird also darin bestehen, Nationen der Disziplin und Ordnung zu beneiden und ihnen nachzueifern. Unsere Stärke aber wird sein, Disziplinlosigkeit und Unordnung einzusehen und auszuwerten“ (Cocteau 2025). Ersetzt die Nationen durch Bibliotheken, und ihr kommt der Wirklichkeit nahe, und Eco, dem Sieger über Borges.

9.

Es gibt noch einiges mehr über den Faschismus zu denken und mitzuteilen. Aber das wird ja in den Veranstaltungen in Innsbruck bestens der Fall sein. Was ich sehr ernsthaft sagen möchte, zum vorläufigen Abschluss, bedenkt rechtzeitig, wie sich der Faschismus seit dem Ur-Faschismus zur Zeit ausbreitet und verfestigt. Wie er nicht als Parteisystem wahrgenommen und bekämpft werden kann, sondern als Bewegung.

Das erfordert aktive Demokratie, nicht einfach abwehrende.

Literatur:

Bach, M. and S. Breuer (2010). Faschismus als Bewegung und Regime. Wiesbaden, VS.

Calvino, I. (1977  ). Die unsichtbaren Städte. München, Hanser.

Cocteau, J. (2025). Brief an die Amerikaner. Düsseldorf, Rausch.

                        Kritik an US ent-menschlichte, maschinelle, glättende Kultur versus  „europäisch“, man muss die Ironie verstehen und den Vorrang der Kunst billigen. Mein Blog 30.10.2025

Eco, U. (1972). Einführung in die Semiotik. München, W. Fink / UTB.

Eco, U. (1977). Das offene Kunstwerk. Frankfurt, Suhrkamp.

Eco, U. (1977). Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

Eco, U. (1982). Der Name der Rose. München, Hanser. Original 1980.

Eco, U. (1987). Die Bibliothek. München, Hanser.

Eco, U. (1998). Nachdenken über den Krieg. Vier moralische Schriften. München, Hanser.

Eco, U. (2020). Der ewige Faschismus. München, Hanser.

Saager, A. (1931). Mussolini ohne Mythus. Vom Rebellen zum Despoten.

. Wien und Leipzig, Hess & Co. .

Visentini, T. (1993). Die Lega – Italien in Scherben. Bozen, Raetia.

Autor:

Michael Daxner

Feuerbachstraße 24-25

D 14471 Potsdam

michaeldaxner@yahoo.com

http://www.michaeldaxner.com

Dank für die Unterstützung an Birgit k. Seemann, Marion Näser-Lather, Tom Koenigs.

Der Text wird demnächst in einer erweiterten englischen Version veröffentlicht.


[1] Kurz zusammengefasst: Nach Anfängen bei der sozialistischen Presse stieg Mussolini 1912 zum Chefredakteur von Avanti! auf, dem Zentralorgan des Partito Socialista Italiano (PSI). Als er dort offen nationalistische Positionen vertrat, wurde er im Herbst 1914 entlassen und aus dem PSI ausgeschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der italienischen Regierung, einiger Industrieller und ausländischer Diplomaten gründete Mussolini bald darauf die Zeitung Il Popolo d’Italia. 1919 gehörte er zu den Gründern der radikal nationalistischen und antisozialistischen faschistischen Bewegung, als deren Duce (von lateinisch dux „Führer“) er sich bis 1921 etablierte. (Nach Anfängen bei der sozialistischen Presse stieg Mussolini 1912 zum Chefredakteur von Avanti! auf, dem Zentralorgan des Partito Socialista Italiano (PSI). Als er dort offen nationalistische Positionen vertrat, wurde er im Herbst 1914 entlassen und aus dem PSI ausgeschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der italienischen Regierung, einiger Industrieller und ausländischer Diplomaten gründete Mussolini bald darauf die Zeitung Il Popolo d’Italia. 1919 gehörte er zu den Gründern der radikal nationalistischen und antisozialistischen faschistischen Bewegung, als deren Duce (von lateinisch dux „Führer“) er sich bis 1921 etablierte. (Benito Mussolini – Wikipedia 31.10.2025).

[2] Ich verweise schon hier auf Eco, U. (1972). Einführung in die Semiotik. München, W. Fink / UTB.

                , Eco, U. (1977). Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

                , Eco, U. (1977). Das offene Kunstwerk. Frankfurt, Suhrkamp.

                Für mich wichtig war schon früh das bis heute aktuelle didaktische Buch „Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt“. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. UTB 14. (!) Auflage. 2020. ISBN 978-3-8252-5377-6

[3] Vgl. Bach, M. and S. Breuer (2010). Faschismus als Bewegung und Regime. Wiesbaden, VS.

Demokratie, jüdisch und soziologisch

Sozio-Demokratie / Instabil

Vorwort

Ich lese regelmäßig mein Berufsblatt „Soziologie“, und meist geht die Diskussion an mir vorüber, aus vielen Gründen. Aber die HerausgeberInnen bemühen sich zunehmend erfolgreich, unsere Wissenschaft mit der Gesellschaft in eine verständliche und kritikfähige Verbindung zu bekommen, und dabei auch die Leerstellen innerhalb der Soziologie zu verzeichnen. Dazu muss ich nicht mehr aktiv in der Uni sein, die Überlegungen helfen schon, bisweilen.

Eine junge Kollegin, Professorin an der Universität der Bundeswehr München (Prof. Dr. Jenni Brichzin (Vertretung) — Institut) schreibt einen langen und komplizierten Aufsatz in der Soziologie: „Die Demokratie der Soziologie – Versuch über eine empfindliche Leerstelle der Disziplin“ (4/2025, 413-447). Sie versucht, das Nachhinken unserer Disziplin in Sachen Demokratie zu erklären und der Kritik auch eine Neubearbeitung folgen zu lassen. Schwierig zu lesen, aber umfassend und m.E. gut so. Warum ich aber damit hier anfange, in meinen Blogs: Brichzin analysiert sehr genau Tocqueville in ihrem Abschnitt „Massendemokratie am Start: Die sozialen Bedingungen der demokratischen Revolution in den USA“ (429-432). Zum Ende des Kapitels und zu Beginn des nächsten fasziniert mich die Genauigkeit, mit der die Volatilität der Demokratie in ihrem „Ensemblecharakter“ beschrieben wird. Ich zitiere jetzt ausführlich, weil hier ein scharfer Blick in eine Gegenwart getan wird, in der demokratische Systeme in kürzester Zeit umgeformt werden, nicht nur die USA, die Türkei, Israel oder Ungarn – im Kern kann das auch bei uns in Bayern oder Sachsen-Anhalt geschehen, darauf kommt es mir aber jetzt nicht an. Unter Bezug auf Tocqueville schreibt Brichzin:

„Und selten wird so deutlich wie hier, dass genau die Mechanismen, die Demokratie doch eigentlich begründen sollen, die gegenteilige Wirkung entfaltenkönnen, ist erst einmal das Zusammenspiel des Ensembles gestört oder ins Ungleichgewicht geraten. Auch die „demokratische“ Ordnung ihrer Zeit kann folglich ins Autoritäre kippen. Als größte Gefahr identifiziert Tocqueville dabei bekanntermaßen die „Tyrannei der Mehrheit“ (T 289). Der unbedingte Glaube der US-Amerikaner:innen an das Mehrheitsprinzip statte die politische Mehrheit mit einer „Allmacht“ aus (T 290), die den „Keim der Tyrannei“ bilde (T 291). Eine spezielle Form der sozialen Schließung ist die Folge, eine Schließung nach Maßgabe der Mehrheit…“ (Brichzin 432, T=Tocqueville). Das kann man natürlich sofort mit Varianten anwenden, nicht nur auf die USA, Israel, die Türkei, Ungarn etc., und auf viele Stimmen in der Demokratie, die nicht von einem Ensemble komplexer Verbindungen ausgehen, sondern von einer, v.a. durch Wahlen bestimmten Form. Mehrheit allein reicht nicht, und nicht nur Brichzin, auch ich denke, dass die Struktur einer Gesellschaft offen gehalten werden muss, immer, und nicht geschlossen werden darf.

Der Artikel insgesamt bleibt interessant, aber ich will mich darauf konzentrieren, wie demokratische Gesellschaften in dieser Zeit eher schnell in autoritäre oder diktatorische und strukturell in faschistische sich wandeln lassen.

*

Für mich ist es wichtig zu hinterfragen, zu diskutieren, zu beobachten, was zur Demokratie „noch alles“ gehört, und der Leitfaden des Artikels bringt einem die nötige knappe Systematik bei. So, und jetzt weg von der Soziologie, ich bin ja längst kein aktiver Hochschullehrer mehr, und zur beobachteten Politik.

Dass neben anderen Trump und Netanjahu Demokratie erfolgreich zerstört haben, wird globale Folgen haben. Die USA, als dritte Nukleardiktatur mit einer nicht nur spontanen, ungebildeten, unkritischen Demokratiefeindlichkeit, hat vor allem auf die Menschen negative Auswirkungen, die ja von den USA in der NATO und im westlichen Welthandel sich abhängig wissen. Nicht gerade kolonial, aber kapitalabhängig. Also wir. Und in Israel zerstört Netanjahu endgültig den Zionismus in all seinen Varianten, er und seine Faschisten zerstören die soziale Aufbaustruktur und so viel JÜDISCHES, dass nur mehr die JUDEN bleiben, aber die jüdische Ethik und Kultur zerstört wird, wohl auch die innovative Wirtschaft, wenn er der trumpoide Herrscher bleibt. Also wir jüdischen Menschen müssen eine zukünftige Geschichtsrevision uns antun.

Mit der Auffassung bin ich nicht allein. Ich kann auch die Hamas initial kritisieren, obwohl sie ja von Netanjahu gefördert worden war, aber sie ist ihm entglitten und eine Macht der Barbarei geworden, so wie Netanjahu mit seinem Blick auf eine iranische Monarchie auch nicht gerade demokratisch denkt und agitiert.

Ich lese Oz, Grossmann, Illouz, Neyer, Shalev und viele andere, und ich lese sie anders die Historien der Palästinenser, Araber und Muslime. In diesem „Anders“ steckt mehr Potential an Kritik, an mehreren Seiten – es sind ja nicht nur zwei – als man vermuten kann: wenn man das Ende des bisherigen Jüdischseins in Israel ernst nimmt und das künftige fürchtet – jüdisch wird man weiterhin weltweit sein müssen und können.

Faschismus: real

Es ist eine Wiederkehr und ein Auftauchen aus fortdauernder Beständigkeit. Auch die vorsichtigeren Medien der Demokratie können nicht mehr beschwichtigt unterspielen, was uns bedroht: anders als Russland bedrohen uns die USA nicht direkt mit Kriegsgewalt, sondern mit der Form von Diktatur, die auf Gewalt aufbaut. Man soll um den Begriff nicht herumreden, Faschismus ist, was er ist: Faschismus.

Trump erklärt „Krieg von innen“: Interview mit Annika Brockschmidt, US-Expertin 2.10., 6.50

(Länge11:40 Minuten Autor Zerback, Sarah). Brockschmidt: „Amerikas Gotteskrieger“, Rowohlt 2021 und „Die Brandstifter“, Rowohlt 2024)

Kein Herumgerede. Trump, Hegseth und andere betreiben eine faschistische Politik. Das wird begründet und ist einsichtig. Die Expertin beruft sich zu Recht auf Paxton bei der Beschreibung des Faschismus. Seit Wochen hoffe ich, dass endlich öffentlich gesagt wird, was wir schon wissen können.

Hier muss ich nicht in die Details der Beschreibung unterschiedlicher faschistischer Bewegungen eingehen – die sind so vielfältig wie kaum ein anderes tyrannisches System, aber sie sind geeint durch Antidemokratie, (meist männliche) Gewalt, (meist wissen) Rassismus und Ignoranz gegenüber der Stimme der Menschen (Das „Volk“ ist eben nicht die humane Gemeinschaft a priori). Gerade Umberto Eco hat das bestens zusammengefasst („Der ewige Faschismus“, Hanser 2020), und Maurizio Bach & Stefan Breuer („Faschismus als Bewegung und Regime“, VS 2010) beschreiben innerfaschistische Differenzen zwischen Deutschland und Italien.

Die USA werden uns nicht vor der russischen Diktatur schützen und die russische Diktatur wird sich nicht gegen die Zerstörung Europas durch die USA wenden, wenn sie ihr Zarenreich wieder aufbaut. Es geht nicht um Schwarz-Weiß, sondern darum, dass wir mit dem Faschisten Trump anders kommunizieren und handeln müssen als mit dem Diktator Putin. „Anders“, das ist schwierig, weil wir schwach sind. Jetzt kommt kein Plädoyer für massive Rüstung, auch keine Unterwerfung unter den einen oder den anderen Mächtigen. Erst einmal müssen wir wissen, was wir als Demokratinnen und Demokraten wirklich wollen, auch wenn wir ziemlich sicher weniger Wohlstand und Sicherheit bekommen, vielleicht mehr Umwelt – und hinreichend Gegner.

*

Wir kennen viele Namen aus dem Trumpgefilde in den USA. Viele Rechtsradikale, die es nicht sinnvoll machen, sich in Attentatsphantasien für Trump zu verlieren, denn was machen wir denn mit Vance oder Hegseth oder…? Die sind ja auch nicht besser, nur vielleicht nicht so klug. Aber Vorsicht: wo wir der US Wirtschaft Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zutrauen, irren wir. Die Großen brauchen seine Förderung und deshalb: „Sie liegen ihm zu Füßen“ (Heike Buchter, ZEIT# 41, S. 19). Das bezieht sich auf die Medienkonzerne. Und Rüstung? Kann man nachverfolgen.

ABER nochmals VORSICHT: Das ist bei uns nicht anders, und die rechten, manchmal faschistoiden Randerscheinungen der bislang demokratischen Parteien sind auch nicht ohne die kleine Variante der bislang demokratischen USA (nicht nur die Richterwahl zum BVG, nicht nur Dobrindt und Konsorten…). Und warum nur bei uns: Schaut auf Israel und Netanjahus faschistische Regierungsgruppe, schaut auf…Saudi-Arabien, Türkei, Ägypten, Iran, und schaut auf die faschistischen Kernzellen der noch demokratischen europäischen Länder. Dass viele von ihnen uns gegen die Russen unterstützen, ist eben nicht einfach die Folge echter Demokratie. Die müssen wir und andere wieder herstellen und entwickeln…

Herbstlicht

Ist doch alles so schön, wenn man in den wolkenlosen Himmel über Potsdam schaut, die Sonne und der kühle Wind. Natürlich: es ist sehr trocken und bleibt es wohl wieder eine Woche lang, anderswo regnet es, aber hier… Natürlich wollen alle über Politik reden, von der Ukraine bis zum Gaza, manche auch über den Sudan und Kongo und die Erdbeben in Südostasien, sogar über Trump und Kimmel wollen sie reden, und unermüdlich über die deutsche Regierung, die endlich aktiv werden muss, damit die Wirtschaft die Kultur und die soziale Wirklichkeit mit weniger Schulden wirkungsvoller unterstützt. Dabei reden sie eigentlich nicht über Politik, sondern über ihre Meinung dazu, also nicht, was sie alternativ zu tun empfehlen und was sie selbst machen wollen.

Noch immer keine Wolken, es bleibt schön, als ob die Umwelt sich auf den Ausblick konzentrieren möchte, wo es immer weniger Einblicke gibt. Gäbe es mehr, wäre die Umweltpolitik zentral und dynamisch und vielleicht wirkungsvoller, also wirklich Politik. Man kann manches nicht vergleichen: die dumpfe Stille vor dem Ausbruch des schon erwarteten Gewitters und die schwere Stille eines nicht wirklich abwendbaren Krieges, der nur anders ist als die Erzählungen und Erfahrungen bisheriger Kriege und Waffengänge. Aber viele unserer inneren Bewegungen sind vergleichbar und bedrückend, auch wenn ihre Anlässe unvergleichlich sind. Und wenn wir Widerstand aufbauen, so gegen die psychische Bedrückung in uns, nicht gegen die Wirklichkeit draußen, in der Welt, von unseren Gefühlen nicht beeinflusst. Warum ich den Vergleich ziehe: das Gewitter zieht ab, nach einiger, meist kurzer Zeit. der Krieg, die Zerstörung, die Folgen….ziehen nicht ab. Und schon gar nicht von selbst.

Kaum Wolken, helles Licht. Natürlich lebt es sich besser als die kleindenkenden Politiker es einem einreden, wenn sie Geld brauchen, aber so weit wissen das alle: nur weil es uns jetzt gerade besser geht als den meisten anderen, ist nichts entschieden, im sozialen Kontext von Karthago III gehen wir nicht in das Lager Rom Nfg. und ergeben uns vorzeitig. Deshalb schreibe ich ja auch.

Zum Widerstand gehört auch, so zu leben, wie man es für richtig hält in den Umständen, die herrschen, nicht denen, die kommen werden. Selbst die Vorbereitung auf soziale Rückstufungen, auf politische Pression und Widerstand kann nicht beinhalten, uns dort zu verkleinern, wo wir ganz richtig leben, von morgens bis abends. Das klingt absurd, ich weiß. Ist es aber nicht.

Europa, Deutschland, unsere Umgebung….werden nicht zu den Siegern und Paradiesen der Entwicklung der nächsten Perioden gehören. Das kann man begründen, politikwissenschaftlich, nicht unbedingt historisch, aber sich auch durch genaueres Durchdenken dessen, was wirklich geschieht, nicht, was in den Kommentaren übrigbleibt. Die Zerstörung der Kultur, die Zerstörung des Sozialen machen unser Leben schlechter und retten unsere Gesellschaft natürlich nicht, nur weil der Goldpreis und die Wirtschaftsdaten steigen. Und all das erreicht uns, früher oder später, eher früher, und der Widerstand macht uns, paradox, doch eher lebensfroh, mit dem NOCH, noch leben wir, noch denken wir, meinetwegen noch lieben, aber jedenfalls gleiten wir nicht die Apathie des „Man kann eh nichts machen“. Der Widerstand: „Es muss etwas geschehen“, ist näher als die kollektive Apathie, das haben wenigstens einige von uns schon gelernt.

Lebensfroh, das ist auch das NOCH leben wir besser als viele. Das kommt nur in den Kommentaren zu Gaza, Ukraine und Kongo nicht vor, oder bestenfalls zu wenig. Die Wiederherstellung der Politisierung des Alltags ist das Gegenteil der sporadischen Stimmabgabe für die Politik der Anderen, denen wir doch nicht vertrauen….würden wir ihnen vertrauen, könnte das ja zusammengehen: Politik und Gesellschaft.

Krieg – anders als bisher? Frieden auch.

Wenn man die Verletzten, Toten, Geschändeten, erfährt, wenn man die zerstörten Felder und Häuser sieht, dann kommen die Erzählungen wieder hoch, die sich ja in Bildern – und Statistiken – ausdrücken. Dann spricht MAN vom KRIEG. Der Rückblick, in Deutschland Stalingrad, in den USA Vietnam, usw. erzeugt eine Lücke in der Wahrnehmung. Was ist jetzt anders?

Darüber nachzudenken ist ebenso wichtig wie sich die Zukunft vorzustellen. Wünschbar ist Frieden, aber ja, nur: den können wir uns schwer vorstellen, und den drohenden, näher rückenden Krieg stellen wir uns in den Bildern der vergangenen Kriege vor. Nur die Wahrnehmung des wirklichen Todes, verhungerte und geschändete Kinder, verlassene Alte, gemetzelte Menschen allen Alters, bringt uns die Wirklichkeit nahe, unabhängig davon, wie das Sterben verursacht wurde.

Darüber schreibt man nicht, wenn man nicht auch etwas Praktisches tut. Aber wir wissen es – oder etwa nicht?

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Die Zusammenhänge sind nie einfach gewesen, jetzt sind sie es auch nicht. Aber die unsittliche Plattheit, dass alle irgendwie (selbst) Schuld haben, wabert natürlich durch alle Plots und Kommentare derer, die sich jetzt schon bücken, um die Unterwerfung vorzubereiten.

Das geht in den Alltag.

Wenn man etwas wirklich weiß, muss man nicht dauernd mit sich und seinesgleichen darüber reden. Nur, wenn man etwas zu sagen hat, soll man das Thema ansprechen (das ist die Theorie von A.R.Bodenheimer, einem vor 13 Jahren verstorbenen Freund). Mit anderen Worten, diesmal meinen: über diese Kriege zu sprechen hat nur Sinn, wenn es der Aufklärung, dem politischen Bewusstsein, hilft, praktisch zu werden. Sich auf die Folgen dessen einzustellen, was möglich und wahrscheinlich ist, nicht Wissen durch Vertrauen zu ersetzen (auf Gott, auf Trump auf…).

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Und sonst müssen wir weiter so leben, wie wir es auch, auch! für richtig halten. Der Weltkriegsalltag und seine Vorboten soll keine Mitläufer erzeugen mangels Alternativen. Die derzeitige Regierung verstößt gegen viele Überlebensregeln der Umwelt- und Sozialpolitik. Es ist den Merzen und Dobrindts und Klöckners nicht bewusst, denke ich, dass sie damit indirekt auch die um sich greifenden Kriege unterstützen. Uns muss das zu denken geben – und zu handeln. Das kann uns durchaus stärker machen als uns auf den Ausbruch von Kriegsalltag in der Nähe angstvoll vorzubereiten. Wenn wir richtiger leben und handeln, haben wir weniger Angst. Nebbich?

Nichts geht mehr?! Was ist Nichts?

Ich höre und lese pflichtbewusst die täglichen Nachrichten, nicht gern und nicht inspirierend. Auf neue Ideen bringen sie mich nicht, und mit vielen Analysemikros kann ich nichts anfangen. Auch der Vergleich mit dem, was Deutschland in die Schlagzeilen gibt mit London, New York und Wien, macht Aufwand, aber es erhellt das Bewusstsein nur mäßig. Die stete Wiederkehr des Murmeltiers oder Weihnachtsmärkte macht den Jahresrhythmus nicht besser.

ODER

So war es immer ?? in der Geschichte, die einen profitieren, den andern geht es immer schlechter, und die Meisten wollen sich das begütigend erklären, und die Armen sollen sich nicht so haben, usw. Die politische Ökonomie lehrt, dass im Zweifel die Wirtschaft die Politik und nicht umgekehrt dirigiert, und das trägt alles zum Fortschritt der Menschheit bei.

UND ABER

Beides stimmt nicht. Oder es stimmt zugleich. Sonst würde ich mich damit ja nicht unruhig befassen. Die Weltnachrichten kann man zwischen den Zeilen durchaus verstehen, wenn man hinhört und hinschaut. Ungut, ja, wie sich die politischen Kräfte neu sortieren, wie tektonische Platten, nur sind die Erdbeben der Politik im Vorfeld von Kriegen nicht so heftig, und danach gewöhnt man sich daran, wenn man nicht gerade selbst betroffen ist. Aber das sind wir ja, sowohl was Umwelt als auch stabilen Frieden betrifft? Ja schon, aber über die nächsten Wahlen hinausschieben.

RESIGNATION VERSUS RESILIENZ

Ärgerlich, dass nicht nur unsere Regierung verbal die Probleme scheinbar erkennt und benennt, nur – was tatsächlich macht, verzögert nur das Bewusstsein um die globalen und lokalen Krisen. Nimmt man das hin und verklärt das sogar als pragmatische Einigkeit der Regierung der „Mitte“, dann wird man von der Wirklichkeit umso härter getroffen werden, man ´wir, unsere Kinder, Enkel, Freunde….Lest einmal über den Kriegsbeginn 1914…

Wir dürfen uns nicht unseren Meinungen hingeben, sondern politisch den Widerstand erst unserer Psyche, dann unserer Praxis einrichten; widerstandsfähiger werden und – für die Umwelt kämpfen, umso mehr, als die Kriege ja die Chance der Umweltrettung weiter ausdünnen.

KEINE IRONIE

ist es, wenn ich meine, wir können „Neben“widersprüche vorsichtig beiseite legen, um die wirklichen Widersprücher, die Erdbeben tektonischer Gesellschaftsplatten, zu überleben und den Widerstand zu beleben.

Darüber kann man sprechen und man kann handeln. Nicht einfach ankündigen und Kommissionen einrichten. Die Zeit drängt und unser Leben ist kurz. Wer es nicht glaubt, soll wieder bei Ovid das VORLETZTE Zeitalter lesen. über das letzte gibt es wenig zu erwarten.

Übereifer

Jeden Tag äußern sich übereifrige Kommentatoren zu den Themen, die ihnen wichtig sind, und von denen sie glauben, dass sie uns auch wichtig sind. Mag sein, aber die dauernde Wiederholung eigener Standpunkte und/oder Analysen aus dem unpolitischen Lehnstuhl haben wenig Sinn und wirken bisweilen, beim Übermaß, eher zur Abwende. Jetzt mache ich eine Zwischenbilanz, dann kommt wieder der Alltag in die Blogs, und wenn es um große Politik geht, dann will ich entweder herausgefordert werden oder ich habe wirklich ein verbreitungsfähiges Anliegen…So aber:

Nationale Demütigungen gibt es seit Sparta und Athen. Manche Länder leben geradezu von ihrer Identität als dauernde Verlierer. Die imperialen Führungsländer haben sich ihre Abhängigen auf unterschiedliche Weise unterworfen, und die haben ebenso unterschiedlich reagiert. Aber allen Unterworfenen ist gemeinsam, dass sie den Herrschenden ihre Wirklichkeit zueignen, sowie ihnen klar ist, was sie sind und wie sie es sind.

Nun hat sich etwas geändert. Als die USA und die Sowjetunion sich die Nordhalbkugel und darüber hinaus aufgeteilt hatten, galten andere Bestimmungsstücke und Ingredienzien als heute. Von Europa aus hat man einiges davon direkt verspürt, und vieles, weiter entferntes, oft unscharf nicht wahrhaben können oder wollen, etwa die Tyrannis der jeweiligen Oberherrschaft. Oft auch die lokalen, regionalen, oft weiträumigen Widerstände, Guerillas, Bündnisse und Kontroversen der Unterworfenen.

Jetzt, nach der scheinbaren multipolaren globalen Befriedung, ist eine deutlich Hierarchie eingetreten, nicht zurückgekehrt. Die drei großen Atommächte – unterschiedlich stark, allesamt diktatorisch regiert, USA, Russland, China – konkurrieren um Macht und Gewaltherrschaft über Erdgebiete, mehr als nur Ost – West, Nord – Süd. Es geht um die Konkurrenz von China und den USA, Russland ist ein gewaltsamer Faktor, für sich nicht wirklich global, und den Abhängigen ist schon klar, dass sie nicht ohne Grund von einem der Drei Großen abhängen. Mit mehr oder weniger Spielraum für die eigenen Politiken unterhalb der Weltherrschaft. Dier USA-China-Achse hat Europa entscheidend uninteressanter gemacht, das verspüren wir auch, und weniger Handlungsfäghigkeit, weil wir unter dem Diktat der USA stehen, auch wenn wir uns autonomer einrichten wollen – in mittlerer Zukunft, vielleicht können, und auch wenn wir dafür mit unserem Wohlstand zahlen werden müssen. Ob auch mit unserer Freiheit, ist mein wirkliches Problem.

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So, wie der Diktator Trump nicht nur Selenski, nicht die EU, nicht nur die Schweiz oder Brasilien oder Mexiko demütigt und ausraubt, so tun es die anderen Imperien mit ihren Abhängigen. Jeder ein wenig anders, aber alle undemokratisch. Wie die EU sich von Trump vorführen lässt, ist eine bühnenreifes Drama, aber Vorsicht! vorschnelle Alternativen lassen sich nicht spontan herstellen, jetzt sind wir erstmal weitgehend abhängig und untergeben, gerade wenn wir demokratisch bleiben und z.B. der Ukraine helfen wollen. Wir wir dem Trump wohin kriechen, wie andere dem Putin wohin kriechen und wieder andere dem XI, ist eine dramaturgisch interessante Vielfalt. Aber bleibt bei den Fakten. Ohnmacht mit Rosenduft, das möchten wohl manche, und andere suchen Nebenschauplätze.

Gibt es gegen die drei großen Diktaturen Widerstand? Natürlich, und je nach Diktator unterschiedlich.

Die wichtigsten Widerstände sind Resilienz, inneres Abtauchen, Guerilla. Offener Kampf ist nicht möglich, ich sage: noch nicht. Das wiederum ist eine Frage der Kultur, der Bildung und des widerständigen Lernens dessen, was die drei Imperialisten nicht können: gegen eine gebildete und ausgebildete Guerilla gewinnen. Aber die Ausbildung muss natürlich erfolgen, nicht nur herbeizitiert werden. Keine Dschungelromantik, bitte. Guerilla muss anders arbeiten, sie muss die Faschisten und Selbstherrscher aushöhlen. Wieder einmal Brecht: den ich manchmal mehr, manchmal weniger, aber hier sehr schätze;:

Bertolt Brecht: Maßnahmen gegen die Gewalt

„Als Herr Keuner, der Denkende, sich in einem Saale vor vielen gegen die Gewalt aussprach, merkte er, wie die Leute vor ihm zurückwichen und weggingen. Er blickte sich um und sah hinter sich stehen – die Gewalt.

„Was sagtest du?“, fragte ihn die Gewalt.

„Ich sprach mich für die Gewalt aus“, antwortete Herr Keuner.

Als Herr Keuner weggegangen war, fragten ihn seine Schüler nach seinem Rückgrat. Herr Keuner antwortete: „Ich habe kein Rückgrat zum Zerschlagen. Gerade ich muss länger leben als die Gewalt.“

Und Herr Keuner erzählte folgende Geschichte:

In die Wohnung des Herrn Egge, der gelernt hatte, nein zu sagen, kam eines Tages in der Zeit der Illegalität ein Agent, der zeigte einen Schein vor, welcher ausgestellt war im Namen derer, die die Stadt beherrschten und auf dem stand, dass ihm gehören solle jede Wohnung, in die er seinen Fuß setzte; ebenso sollte ihm auch jedes Essen gehören, das er verlange; ebenso sollte ihm auch jeder Mann dienen, den er sähe.

Der Agent setzte sich in einen Stuhl, verlangte Essen, wusch sich, legte sich nieder und fragte mit dem Gesicht zur Wand vor dem Einschlafen: „Wirst du mir dienen?“

Herr Egge deckte ihn mit einer Decke zu, vertrieb die Fliegen, bewachte seinen Schlaf und wie an diesem Tage gehorchte er ihm sieben Jahre lang. Aber was immer er für ihn tat, eines zu tun hütete er sich wohl: Das war, ein Wort zu sagen. Als nun die sieben Jahre herum waren und der Agent dick geworden war vom vielen Essen, Schlafen und Befehlen, starb der Agent. Da wickelte ihn Herr Egge in die verdorbene Decke, schleifte ihn aus dem Haus, wusch das Lager, tünchte die Wände, atmete auf und antwortete: „Nein.“ „

Das Aufatmen ist unser Ziel. Gerade wir müssen länger leben als die Gewalt. Das alles ist natürlich metaphorisch und nicht eins zu eins in die heutige Wirklichkeit zu übersetzen. Auch Selenskis Anzug war ein „Nein“….Manche, auch manche unserer Politiker, hüten sich leider nicht davor, einige oder mehr Worte zusagen, verkleiden das leider als Diplomatie statt ihre geringe Macht, oft Ohnmacht, zu beschweigen. Nicht Trump muss es wissen, WIR müssen es wissen.

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Unser NEIN zu Trump ist schwieriger als das zu Putin. Oder zu Erdögan, oder zu Orban oder zu….Hier liegt ein Problem: wir haben zu viele Ablehnungen im Köcher, zu Recht, aber müssen wir sie alle gleichzeitig und gleichartig verschießen? Können wir das? Damit meine ich, dass wir uns zunächst sehr viel stärker darauf konzentrieren müssen, unsere eigene Konsistenz zu festigen, nicht nur verbal, sondern durch Verhalten und Aktionen. Siehe oben. Aber schon gegenüber Trump ist Gegnerschaft etwas anderes als Feindschaft, und solche Differenzierungen sind wichtiger denn je.

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Fragt mich oder euch selbst, warum ich in letzter Zeit mich so mit dem Weltkrieg befasse, und zugleich „meine“ politischen Themen, Israel und Judentum, Ukraine und Freiheit, Demokratie und Widerstand, etwas marginalisiert habe. Die Antwort ist kein Pessimismus und keine Resignation. Es ist ein Verhalten, das ich für mein Alter, für das laienhafte Agieren außerhalb der Politik für angemessen halte. Sozusagen die Voraussicht auf das, was ich für realistisch halte. Meine Generation kann für die Nachkriegsjahrzehnte dankbar sein, und kleinliches Nachhakeln ist zunehmend absurd. Aber die Generation meiner Kinder, Enkel usf. ist ja viel wichtiger (geworden), und sie werden politisch vielleicht mehr gefordert werden als unsereins…Und da muss man schon sagen, was man denkt, das ist, und nicht nur, was sein kann. .

Tragische Komik, hier wie dort

Wenn man die rechtslastigen absurden RandpolitikerInnen der jetzigen Bundesregierung ernst nimmt, dann sind sie nur komisch an der Oberfläche, und tragisch für Demokratie und vor allem Alltagsverständnis von Gesellschaft. Klöckner, Spahn, Dobrindt usw. agieren jenseits ihres unterschiedlich hohen IQ – der nie in Auseinandersetzungen oder Kritik bestritten, gar beschrieben werden soll, siehe weiter unten! – in einer Weise, die ihre Sicht und nicht unsere Reaktion auf die Demokratie absurd. Deshalb muss man sie ernst nehmen, und nicht wegen ihrer konkreten Entscheidungen und Handlungen, die gemessen am Großen Ganzen der Demokratie destruktiv, aber nicht entscheidend sind.

Darum entscheide ich mich dafür, nur solche PolitikerInnen zu kritisieren, denen ich mit der Reaktion auf diese Kritik begegnen kann. Solche, die ich verachte, kritisiere ich nicht, weil mich selbst beschädigen würde, und solche, die ich nicht verachte, deren Position innerhalb der Konstruktion von Staat gegenüber der Gesellschaft ich nicht verstehe, kritisiere ich auch nicht. Das Unverständnis als politische Kategorie müsste ein typisch aktueller Titel für wirksame Texte sein.

Was für Deutschland gilt, kann man auch global übertragen. Die letzten 24 Stunden, Trump, Putin, die Treffen in Anchorage, Washington, Telefonate etc. und die Interpretationen durch wahlweisem anschmiegsame oder leicht selbst-überschätzende KommentatorInnen sind gleichermaßen der tragfähigen Kritik nicht wirklich zugänglich. Die Übertragung der tragischen, als Komik getarnten, Groteske auf das Überleben und die Zukunft von Milliarden Menschen wäre absurd.

Womit soll man sich also beschäftigen? Fragt das jemand ernsthaft? Natürlich mit der Wirklichkeit. Mit dem massenhaften Ermordetwerden, mit der Verhungerungspolitik, mit dem Aufeinanderprall von so genannten Wahrheiten, die keine keine Gerechtigkeit mehr zulassen – das ist im Grenzfall Philosophie (Omri Boehm), und im Normalfall unsere moralische und rationale Verpflichtung. Dass diese im Diskurs, nicht in der Realität, so grauenvollen Unsinn wie die letzten 24 Stunden von Trump & Konsorten ausblenden muss, macht die Wirklichkeit umso wichtiger, umso bedeutender, vor allem weil wir für die Möglichkeiten nach ihr verantwortlich sind. Was also werden soll, damit nichts so bleibt.

Es gibt genügend politisch vernünftige Vorschläge, personell, projektorientiert, sachlich und sofort oder bald ein- und umsetzbar. Das geht nicht auf der Achse revolutionäre versus evolutionär, sondern im Sinne der theoretischen Praxis, die, wenn sie gut ist, zur Praxis und Umsetzung, incl. Fehlertoleranz, führt. Dass die großen und kleinen komischen TragikerInnen das unter allen Umständen verhindern wollen, weil sie ihre Vorzugsinseln oder Kriegsschutzschilde oder Bankkonten schützen wollen das ist die Einsicht, dass Politik auch von uns, konkret von uns, einen Preis verlangt. Einen Handlungspreis.

Zurück zu den schrecklichen flachen Ereignissen in Anchorage und Washington, D.C. Es war ja nicht der letzte Akt der Tragikomödie. Er hat nur noch nicht die Wahrnehmung unserer Beteiligten sensibilisiert, dass der Krieg nicht etwa erst beginnen können, sondern schon sich ausbreitet. Unsere Beteiligten, das sind auch wir.