Wenn man die rechtslastigen absurden RandpolitikerInnen der jetzigen Bundesregierung ernst nimmt, dann sind sie nur komisch an der Oberfläche, und tragisch für Demokratie und vor allem Alltagsverständnis von Gesellschaft. Klöckner, Spahn, Dobrindt usw. agieren jenseits ihres unterschiedlich hohen IQ – der nie in Auseinandersetzungen oder Kritik bestritten, gar beschrieben werden soll, siehe weiter unten! – in einer Weise, die ihre Sicht und nicht unsere Reaktion auf die Demokratie absurd. Deshalb muss man sie ernst nehmen, und nicht wegen ihrer konkreten Entscheidungen und Handlungen, die gemessen am Großen Ganzen der Demokratie destruktiv, aber nicht entscheidend sind.
Darum entscheide ich mich dafür, nur solche PolitikerInnen zu kritisieren, denen ich mit der Reaktion auf diese Kritik begegnen kann. Solche, die ich verachte, kritisiere ich nicht, weil mich selbst beschädigen würde, und solche, die ich nicht verachte, deren Position innerhalb der Konstruktion von Staat gegenüber der Gesellschaft ich nicht verstehe, kritisiere ich auch nicht. Das Unverständnis als politische Kategorie müsste ein typisch aktueller Titel für wirksame Texte sein.
Was für Deutschland gilt, kann man auch global übertragen. Die letzten 24 Stunden, Trump, Putin, die Treffen in Anchorage, Washington, Telefonate etc. und die Interpretationen durch wahlweisem anschmiegsame oder leicht selbst-überschätzende KommentatorInnen sind gleichermaßen der tragfähigen Kritik nicht wirklich zugänglich. Die Übertragung der tragischen, als Komik getarnten, Groteske auf das Überleben und die Zukunft von Milliarden Menschen wäre absurd.
Womit soll man sich also beschäftigen? Fragt das jemand ernsthaft? Natürlich mit der Wirklichkeit. Mit dem massenhaften Ermordetwerden, mit der Verhungerungspolitik, mit dem Aufeinanderprall von so genannten Wahrheiten, die keine keine Gerechtigkeit mehr zulassen – das ist im Grenzfall Philosophie (Omri Boehm), und im Normalfall unsere moralische und rationale Verpflichtung. Dass diese im Diskurs, nicht in der Realität, so grauenvollen Unsinn wie die letzten 24 Stunden von Trump & Konsorten ausblenden muss, macht die Wirklichkeit umso wichtiger, umso bedeutender, vor allem weil wir für die Möglichkeiten nach ihr verantwortlich sind. Was also werden soll, damit nichts so bleibt.
Es gibt genügend politisch vernünftige Vorschläge, personell, projektorientiert, sachlich und sofort oder bald ein- und umsetzbar. Das geht nicht auf der Achse revolutionäre versus evolutionär, sondern im Sinne der theoretischen Praxis, die, wenn sie gut ist, zur Praxis und Umsetzung, incl. Fehlertoleranz, führt. Dass die großen und kleinen komischen TragikerInnen das unter allen Umständen verhindern wollen, weil sie ihre Vorzugsinseln oder Kriegsschutzschilde oder Bankkonten schützen wollen das ist die Einsicht, dass Politik auch von uns, konkret von uns, einen Preis verlangt. Einen Handlungspreis.
Zurück zu den schrecklichen flachen Ereignissen in Anchorage und Washington, D.C. Es war ja nicht der letzte Akt der Tragikomödie. Er hat nur noch nicht die Wahrnehmung unserer Beteiligten sensibilisiert, dass der Krieg nicht etwa erst beginnen können, sondern schon sich ausbreitet. Unsere Beteiligten, das sind auch wir.