Glauben oder anstecken?

Ich habe mein Versprechen gehalten, nicht mehr über T und C zu bloggen. Auch jetzt geht es nicht um C. Aber der Anlass ist das andere C, das christliche.

Allerorten ist dein Tempel, wo das Herz sich fromm dir weiht. (Schubert, Deutsche Messe h-moll, D. 872)

ALLERORTEN. Muss ja keine Kirche sein, keine Moschee, keine Synagoge. Aber nein, um von massiven Kirchenaustritten, von der Missbrauchsdiskussion, von Seehofers C in der Parteienlandschaft abzulenken, bestehen bei uns die christlichen Kirchen auf Präsenzgottesdiensten. Als ob die jeweilige Gottesmutante nicht ALLERORTEN  anwesend sein könnte. Das wird den engdenkenden Gläubigen gefallen und den andern egal sein, wenn nicht noch mehr nicht-christliche Menschen dadurch angesteckt werden, leiden, sterben. Das hat mit Christentum nichts zu tun,  auch nicht mit Islam, Judentum oder Hinduismus…ALLE RELIGION, die versucht, sich eine Ausnahmestellung in der Gesellschaft zu verschaffen, irrt. Und wenn man sich aufs Grundgesetz beruft, dann sollte man weiter denken.

Das Grundgesetz ist klüger als die Bischöfe: Artikel 4.

  • Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Natürlich fängt der Artikel mit dem Glauben und nicht mit dem Befolgen der Statuten der Religionsgemeinschaft an. Und nirgendwo steht, wo und wie man seine Religion „ausüben“ muss – die Literatur über die Grenzen der Religionsfreiheit ist unübersehbar, und jede Religion hat ihre Ausnahmeregelungenim Augenblick von Lebensgefahr.  Aber die Bischöfe u.ä. wollen nicht zwischen Glauben und Religion unterscheiden, obwohl manche von ihnen das durchaus könnten. Über den Glauben haben sie keine Macht. Aber wenn sie die Herde zusammentreiben, dann können sie dem Staat Macht demonstrieren und dem Widerstand der geistigen Gelbwesten ihr Opfer bringen.  Und im Zweifel sind die Ansteckungen durch die Gottesmutanten in der Präsenz eben gottgewollt. Glaubensfreiheit ist die bestimmende Variable, könnte man sagen, und die Religionen haben sich verdammt noch mal an das zu halten, was unsere Gesellschaft zusammenhält.  Dann ist es gut und richtig, über die Wechselwirkung unverfügbarer und begrenzter Freiheiten zu sprechen. ALLERORTEN

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