Das der Diktator Trump keine Adjektive mehr bekommt, ist wichtig und richtig: ein Diktator kann sich mit allen negativen Eigenschaften bedecken, es kommt nicht darauf an, welchen Aspekt man seiner Herrschaft besonders ankreidet – er ist ein Diktator.
Ich bestehe weiter darauf, dass Putin und Trump „verwandte“ Faschisten sind, natürlich mit neuen, zeitgemäßen Formen. Es gibt keinen Grund, Trump für einen partiell näher stehenden Verbündeten vorzuziehen, nur weil wir in der NATO und auf dem Weltmarkt zur Zeit von ihm mehr abhängig sind. Uns es kann immer mehr als einen Diktator geben, den man ablehnt.
Mein Vorbild Prantl schreibt über Jazz vor hundert Jahren und macht einen Sprung in die Gegenwart: Manches, nicht zuletzt die Eskapaden der damals Reichen, erinnert an die Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts. Vieles, und das ist jetzt meine subjektive Sicht, auch nicht. Damit meine ich nicht das Politische, denn das wiederholt sich nicht. Die Autoritären des Jahres 2025 sind nicht wie Mussolini, Hitler oder Stalin. Es reicht schon, dass Putin wie Putin ist und Trump wie Trump. (Prantl, SZ 4.4.25). Man beachte das „wie„. Das heißt ja nicht, dass es keine Analogie der heutigen Faschisten zu früheren gibt, sondern nur, dass sie ihre eigene Prägung haben (und nicht zuletzt deshalb von vielen ihrer unterstützenden Volksmassen gegen deren Lebenseinschränkung hoch gelobt werden). Trotzdem bestehe ich auf der Analogie.
Dass Faschisten und andere Diktatoren oft ihren Antisemitismus hinter scheinbarer Judenfreundlichkeit verbergen, ist fast logisch. Wenn wir heute den Juden Netanjahu, der nun wirklich nicht jüdisch ist, als Freund und Verbündeten von Trump und Orban haben, wenn Musk die deutsche Nazis umgarnt, dann ist das bedrohlich genug. Dass Trump das mit der Demolierung der US Wissenschaft auf die Spitze treibt, muss nicht verwundern, ist aber noch komplizierter, weil es dabei auch um die Verfolgung nicht-weißer Gegner (Orientalen) an amerikanischen Universitäten geht. Dazu muss man die Geschichte des weißen Rassismus in den USA kennen.
(Einschub: zufällig in der gleichen Ausgabe der NYRB wie die folgende Berichterstattung über Christopher Browning ein Rezension von Miri Rubin: Christian Hair, über Magda Teters „Christian Supremacy: Reckoning with the Roots of Antisemitism and Racism“, Princeton. Das ist deshalb so wichtig, weil in den USA Juden und Schwarze durch die weiße „Christian supremacy“ besonders betroffen sind. „In the autumn of 2024 anti-Black and anti-Jewish were by far the most common categories of hate crime in the US. Christian supremacy helped make such suffering possible„. O ja.)
Also zurück zu Trump, dem Antisemiten, und seinen faschistischen Untergebenen: Der Kampf der rechtsreligiösen Amerikaner gegen die Wissenschaft ist schon alt, und breitet sich aus, je schwächer die Demokratie ist. Denn man muss ja die alternativen Wahrheiten verbreiten dürfen. Und wenn man an der Se4ite Netanjahus die arabischen Studierenden der USA demütigen oder verjagen kann, gelingt das umso leichter, wenn man sich als Faschist für die Juden bzw. für Israel einsetzt – wie Trump. Man muss Christopher Browning genau lesen: Trump, Antisemitism & Academia. (NYRB 10.4.2025, S. 42). Trump benutzt einige antijüdische Vorfälle „while openly advocating criminal violence against Palestinians. His campaign against campus antisemitism is simply a hypocritical pretetx for his aussault on American higher education„. Das hat natürlich folgen. Immer mehr Hochschullehrende verlassen US-Unis und gehen in demokratische Länder. „Was hier geschieht, ist Faschismus“ von Frauke Steffens (FAZ 4.4.2025 beschreibt, wie ein Professor aus Yale (immerhin eine der besten Unis der Welt) nach 12 Jahren die Hochschule verlässt und nach Kanada geht (wo man ihn „natürlich“ gern empfängt). Auch Timothy Snyder macht das und andere…auch wir müssen sie aufnehmen und pflegen – die USA lassen das
*
Nochmals. Trump ist ein Diktator, deshalb ornieren wir ihn nicht mit Adjektiven. wissenschaftliche Denken fallen. Das man oft in der Politik taktisch mit ihm umgehen muss, ist angesichts seiner Macht wohl unumgänglich, in Grenzen, aber es gibt keine positive Verbindung – wie man das früher mit dem Westen wohl getan hat, es gibt keine Dankbarkeit gegenüber den USA, es gibt nur die Pragmatik des Schwächeren gegenüber einem Diktator. Das entlastet unser Verhältnis zu Putin nicht. Ein Diktator relativiert nicht einen anderen.
Und wenn die Israelische Politik (Botschafter) in die jüdische Meinu8ngsfreiheit in Deutschland eingreift, muss uns klar sein, dass nicht jeder Jude (Netanjahu) auch jüdisch ist. Darüber kann, muss man streiten. „Jüdisch“ ist nicht nur ein Adjektiv. Es ist eine Bezeichnung, die sowohl historisch, religiös und/oder ethisch als auch politisch auf einer Überlebensmoral beruht, die mit dem Judentum mehr zu tun hat als mit der derzeitigen israelischen Regierung.
Lieber michael, mein Kommentar hierzu
Trump ist ein Diktator. Diese Aussage unterstütze ich. Trump ist ein geldgeiler Mensch, behaupte ich nicht nur, sondern kann es belegen. 1 Million fürs Dinner, 5 Millionen für den Eintritt in die USA. Großes Kino, großes Theater. Von seiner Krypto Werbung und Bibel Verkauf einmal abgesehen. Seinen Skrupellosigkeit und die seiner Gefolgsleute schreien nach einer rational begründeten Antwort. Es wird vergebens sein. Denn das ist nicht das Wesentliche. Er plant einen kalten Staatsstreich, einen Coup. Trump kann nur solange Diktator sein und seine im Rosengarten aufgereihten Claqueure, die sich Regierung nennen, ihm auf Kommando mit versteinerten Gesichtern Beifall klatschen, wie Republikaner die Mehrheit im Kongress und Senat besitzen. Spätestens mit den Mid Term Wahlen können sich die Kräfteverhältnisse ändern. Wähler müssen gewonnen werden. Darum ist es unerlässlich Trump zu ornieren. Criminell Donald ist mein bisheriges Adelsprädikat. Gibberish Donald wird ihm auch gerecht. Mit Blick auf die Arbeiter, die Inflation und die Verarmung Cheating Donald. All diese Prädikate in schöner Abwechslung immer wieder anbringen, damit sich Wähler von ihm abwenden. Mit seinen eigenen Waffen muss man ihn bekämpfen. Garniert mit dem Zukunftsversprechen: YOU WILL BE FIRED.
Wissenschaftliche Lauterkeit beiseite legen und so angreifen, wie er selbst unflätig wird. In den nächsten zwei bzw. vier Jahren muss dies Priorität gewinnen. Sein Versuch, dem Faschismus in den USA zur Blühte zu verhelfen, soll wissenschaftlich untersucht und bewertet werden, wenn er sich in seinem Golf Refugium zurück ziehen muss und zumindest der Trump Tower in New York in Triumph Tower umbenannt und blau angestrichen wird. Er wird nach Florida geflüchtet sein, Kisten mit geheimen Dokumenten im Weißen Haus bleibend, eingezäunt lebend, schmollend und von Hexenjagden fabulierend. Dort kann es sich in seinen Memoiren, geschrieben von Ghostwritern, heroisieren lassen und sich weitere Millionen verdienen. Es werden genug Schafe wissen wollen, warum sie ihm hinterher gelaufen sind und mäh geblökt haben, die Kurzform von maga.
LG von Marion und mir
Wir sind derzeit auf einer Tagung in Rauischholzhausen. Morgen geht es zurück nach Innsbruck.
LikeLike