Schatten und Blendung

Die Feinde der Demokratie und des republikanischen Gesellschaftsziels rücken näher, unabgesprochen oft, aber vereint im Kampf gegen Europa, gegen die Erweiterung der Grundrechte und des Rechtsstaats, gegen die gerechte Verteilung der Güter dieser Welt. Die Panik, ja Hysterie wegen Corona ist ein Fake: von Trump über die Polen und Ungarn bis zu den deutschen Gerichten, Autolobbys und Bürgermeistern nutzen alle den Gesichtsschleier CoVid, um ihre Politiken durchzusetzen. Die Seuchenkurve ist seit Jahrzehnten bekannt, sie wird bei CoVid nicht sehr viel anders sein als bei früheren Epidemien, und es werden viele Menschen sterben. Die Maßnahmen dagegen haben wenig mit der Politik der Verschwörungstheoretiker und der Verschwörer zu tun, die oft biedermännische Brandstifter sind. Aber von der Krankheit wissen wir so gut wie nichts.

Normalität ist eine Supernova, die auch gutwillige Menschen blendet.

Blendender Auftakt zu einem sehr guten Artikel:

„Eine der klügsten und zugleich bescheidensten Bemerkungen über das Damoklesschwert namens Corona stammt von einem Mann, der sich selbst zur „Hochrisiko-Gruppe“ rechnen muss. Auf die Frage, wie er die Krise erlebe, antwortete der Philosoph Jürgen Habermas, der in knapp zwei Monaten 91 Jahre alt wird, auf sokratische Weise: „Eines kann man sagen: So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.“ Wie kaum ein anderer in den unterschiedlichsten Wissenschaften belesen, bekennt sich der Philosoph dazu das zu sein, was wir alle sind: Unwissende….“

(Thomas Schmid: Wenn der Geist versagt. Politik und Intellektuelle in Corona-Zeiten1.5.2020 Schmid.welt.de).

Es lohnt weiterzulesen. Es lohnt aber auch, dem Unwissen zu folgen auf seinen absurden Spuren. Es ist gemein, wenn ich assoziiere, dass die oben Genannten und viele andere Akteure im Coronazirkus die Unwissenheit, die auch ihre ist, ausnutzen, sie instrumentalisieren. Endlich ist das Gefälle zwischen Eliten und dem sog. Volk der Laien eingeebnet, die einen wissen so wenig wie die andern. Aber fast alle, der bloggende Kritiker eingeschlossen, versuchen sich natürlich, bescheidene Wissensvorsprünge zu nutzen, um sich Gehör zu verschaffen. Es geht aber nicht darum, zu wissen, sondern bloß eine bessere Logik, eine plausiblere Prognose anzuwenden, auf demselben fadenscheinigen empirischen Fundament. Auch das kann politische Absicht sein, kann Überzeugungen und Überredungen untermauern.

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Wogegen ich mich wehre: gegen den Missbrauch meiner Verhaltensloyalität, die auferlegten Verhaltensweisen ohne Kommentar zu erledigen, und dafür mit unsinnigen, nicht nur Freiheiten, auch Lebensweisen und -perspektiven eingrenzenden Praktiken konfrontiert, d.h. bestraft zu werden, wie zB. das gesamte Grenzregime des Seehofer und seiner Kumpanen in angrenzenden Ländern darstellt. Da fast alle Maßnahmen der Politik mit CoVid begründet werden, wird jede Kritik an der Regierung und an den Partikularinteressen von politischen Akteuren automatisch coronaisiert. Das bedeutet, dass ich mich nicht entziehen kann.

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Die Gewaltenteilung des Rechtsstaats wird durch den aufgeblasenen Ausnahmezustand pervertiert. Und es ist nicht beruhigend, dass sich zwar seit einigen Tagen fast alle alten Verhaltensmuster fröhlich re-etablieren, aber umso dringender das Murren des Volkes, es wolle zur Normalität zurückkehren, mit der Drohung, nichts würde so sein wie vorher, beantwortet wird: obwohl alles den Anschein erwecken muss, es wäre wie vorher (außer der Mundschutzverbreitung, nach wochenlanger Unfähigkeit der Regierung, den zu beschaffen, haben wir jetzt einen Überfluss an prachtvollen Mundnasenschutzfeudeln. Tragen wir ja auch, siehe oben).

Mir geht es ums Unwissen. Ich denke wiederholt, dass es keine Klassen- und Schichtenimmunität der Coronapolitik gibt, mit Ausnahme der  o,x %, die tatsächlich am Virus sterben. Ansonsten geht es zu Lasten der Ärmeren, der Einsamen, der Alleinerziehenden, der Kinder. Wenn Unwissen nur zum aufgewärmten Glauben an die Gebete führt, ist das harmlos, schadet nicht. Wenn es die Verschwörungstheorien befeuert, dann sind bald die Chinesen, oder die Wissenschaftler, und am Ende immer die Juden schuld; das schadet schon. Wenn das Unwissen aber dazu führt, was ich befürchte,  dass die zweite Welle die Antwort auf die populistische Öffnung zur Normalisierung sein wird, dann werde ich nicht schadenfroh sein, weil es damit mehr Menschen schlechter geht als sonst notwendig.

Und wie machen wir dann Politik? Nicht: wie reflektieren wir die Zeit danach?

 

 

Finis terrae XXXVI 3. Teil: Blockwart und Gott

Prolog:

Nun ist die Zeit der Blockwarte und Denunzianten wieder im Anbruch. Wo allgemeine Regeln gelten, wird jeder Verstoß gern gemeldet, und geahndet. Vigilantes heißt das bei den Rechten. In ihrem CoVid Roman beschreibt Marlene Streeruwitz die Wandlung der Nachbarn (https://mail.yahoo.com/d/search/name=Marlene%2520Streeruwitz&emailAddresses=mail%2540marlenestreeruwitz.at&emailAddresses=office%2540marlenestreeruwitz.at&listFilter=FROM&contactIds=74dd.5a4a/messages/93617?reason=invalid_cred). Eine Welt von Beobachtern, man zählt selbst dazu, weil einem plötzlich das Verhalten einer großen Menge auf dem Wochenmarkt auffällt, wenn sich die Hälfte nicht an die Regeln hält, die man auch dann befolgen muss, wenn sie einem nicht klug erscheinen. Habeck hat heute früh (DLF 7.15) das Richtige dazu gesagt: auch wenn man Regeln befolgt, darf und soll man kritisieren: nicht die auferlegten Regeln, sondern die Politik dahinter.

Die Strafe Gottes:

Einen Gott, den „es gibt“, gibt es nicht. Dietrich Bonhoeffer 1929. Lest auch sein Glaubensbekenntnis.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,…(aus dem apostolischen Glaubenbekenntnis)

Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft! Aus dem Sch’ma Israel

Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Muslimische Shahada

Ich kann hier endlos fortfahren mit Dogmen, die das politische Handeln der Herrschaften, wo sie gelten, legitimieren sollen. Macht wenig Freude, weil generell die Staatsreligionen Herrschaftsreligionen sind, und wo das nicht der Fall ist, die Religionen bis heute mit dem Staat um das Recht konkurrieren, in das Leben der Einzelnen oder kleinster Gruppen eingreifen zu dürfen…und sei es nur, die Ziviltrauung zu verhindern. In Zeiten großer Not lehrt diese beten, sagt man. Mag sein, nur was kommt dabei heraus?

In vielen Ländern wehren sich Kleriker gegen die Sperrung von Gotteshäusern und die Beschränkungen beim Gottesdienst. Makabre Gestalten behaupten, dass CoVid niemanden befällt, der so richtig an den richtigen Gott glaubt (Allah zur Zeit besonders häufig, Ramadan ist und Ostern ist vorbei, was den Evangelikalen eine Chance gegeben hat). CoVid als Strafe Gottes macht es sich leicht – sündig hat man vor Januar 2020 gelebt, schnell holt einen die irdische Strafe ein. Und da die Mehrheit der Menschen an einem Ort nicht an den richtigen Gott richtig glauben, werden die Kollateral-Geschädigten aufs Jenseits verwiesen, sterben müssen wir alle, wie der Faschist Bolsonaro richtig sagt, und nicht nur er…um die Tatsache geht es nicht, sondern um die Unzeit des Sterbens und die Umstände.

Im Schatten der Seuche versuchen die Religionsgemeinschaften verlorenes Terrain wieder zu gewinnen. Macht die Kirchen auf, die 15, die noch immer gekommen sind, dürfen auch jetzt hinein, und den Mitgliederschwund werden sie ja jetzt ein wenig abflachen, da es nicht um Kirchensteuer geht, sondern um ein Vorsorgeticket ins Paradies. Lass sie doch glauben, wovon sie wissen, dass es wenig Sinn hat, zumindest kausal. Gott war in Auschwitz grad nicht dabei, beim Ausbruch von HIV und Ebola auch nicht, in Fukushima und Chernobyl schon gar… wäre er dabei gewesen und hätte nicht eingegriffen, hätten die Sünder ja recht behalten, die Satmarer, Islamisten, christlichen Fundamentalisten, Hindus in Indien, Buddhisten in Myanmar –  alles das gleiche Spiel: Das Virus ist ein Trajectory, eine Rutschbahn zur Wiederbelebung Gottes, bzw. einer Gotteskonstruktion. Wer daraus Trost zieht, soll nicht daran gehindert werden. Nur: welche Hoffnung jenseits der vielfältigen und solidarischen Tröstung gibt es dabei?

„Das von den Vereinigten Arabischen Emiraten initiierte Hohe Komitee der menschlichen Brüderlichkeit (Higher Committee of Human Fraternity) schlägt den 14. Mai als weltweiten Gebetstag gegen die Coronavirus-Pandemie vor.“ ORF online 2.5.2020

Die Kirchen öffnen Meditationsräume, um die Versäumnisse der utilitaristischen Politik zu kompensieren. Wenn man glaubt, am besten an den allmächtigen Gott, dann muss man sich fragen lassen, warum der nicht eingreift – die Antwort ist klar: weil ER nicht will. (oder er (nicht ER) kann nicht, dann ist der Glaube vielleicht etwas zu schwach…). Wir werden mit allen menschengemachten Katastrophen bestraft: unsere Umwelt-, Wirtschafts-, Sozial-, Kultur-, Justiz-, Migrations-etc. Politik, hat mitverursacht, worunter manchmal viele, manchmal wenige leiden, je nachdem, ob die Klassenunterschiede eine größere oder kleinere Rolle spielen.

Da Virus wird benutzt, um die Frauen zu diskriminieren (Rückkehr an den Herd, weltweit, nicht nur in Bayern), um die Kinder zu schädigen (anfangs hat man die Kitas und Schulen gar nicht im Blick gehabt), um die Umwelt unter das Normalitätsprinzip des ökonomischen Ausnahmezustands zu unterwerfen (siehe Habeck oben), … und es gibt denen Auftrieb, die die Verursacher in den Juden, Chinesen, Amerikanern, Wissenschaften, Ungläubigen oder im schicksalhaften Zufall suchen. Das freut die Regelbrecher aller Schattierungen, von den Klinikbetreibern, Seniorenheimbesitzern, bis hin zu Freigängern einer nicht funktionalen Justiz…(schaut mal, welche Prozesse jetzt eingestellt werden, dem Virus sei Dank).

Zurück zu Gott.  Religionsfreiheit bedeutet, dass das soziale Ordnungssystem Kirche (pauschal, alle organisierte Konfessionen) eine Rolle neben andern Akteuren bei der Stabilisierung einer Gesellschaft spielt…alle haben die Wahl, und wenn jetzt viele Gott als Begründung für religiöses Handeln und Solidarität aus Ritual wählen: in Ordnung. Glaubensfreiheit heißt in diesem Zusammenhang, einen Wirkungszusammenhang anzunehmen, den niemand beweisen kann, weshalb es eine persönliche Entscheidung ist. Diese führt nicht notwendig zur Wahl einer Religionsgemeinschaft, aber sie kann. Dass die Öffnung der Kirchen und Moscheen gegen die Öffnung der Möbelhäuser und Friseurläden ausgespielt wurde, ist rhetorischer und ideologischer Unsinn. Auch die Kirchen könnten, wenn sie wollten, eine Umkehr oder Veränderung ihrer Politik nach der akuten Zeit der Virusausnahme anstreben und damit werben…das können die Autohäuser und Blumenläden nicht so richtig. Aber zurück zum Vorwurf: Der Glauben wird angerufen, weil die Politik und die Zivilgesellschaft nicht hinreichend die betreuen, die sich nicht positionieren können. Das heißt, dass alles falsch ist, das die Politik macht? – keineswegs; es heißt aber, dass man Fragen, wie sie Schäuble und Palmer  aufwerfen, nicht einfach abbügeln darf, sondern beweisen kann, dass die Antworten ein Mehr und kein Weniger an Solidarität erbringen können, um den Preis von vielleicht größeren Opfern an Wohlstand und Lebensqualität als man uns, der Bevölkerung zutraut.

Gott hat noch jede Krise überlebt. Wir übrigens auch, mit einer unterschiedlichen Zahl von Opfern und mit sehr ungleich verteiltem Leid. Die Pointe ist nicht ganz einfach: wer daran glaubt, dass seine oder ihre Handlungen (=gelebte Solidarität, Handeln) im Jenseits vergolten werden, der handeln und dann, wenn noch Zeit ist, beten. Er oder sie würden, dem Dogma entsprechend, auch ohne Gebet mit einem schönen Jenseits belohnt. Wer Gott anruft, um Vertrauen gegen Handlungen einzutauschen, soll sich nicht wundern, wenn Gott wieder einmal nichts tut. Also haltet die Moscheen, Synagogen und Kirchen offen, es tut ja auch gut, sich vom Handeln auszuruhen.

  • Übrigens: Blockwarte kommen nicht in den Himmel.

Finis terrae XXXVI: 2. Teil Hoffnung und Enttäuschung

Hoffnung und Enttäuschung. Kehrtwende vor dem Weltuntergang?

Kann Hoffnung enttäuscht werden? „Sie wird enttäuscht werden, ja, sie muss es, sogar bei ihrer Ehre; sonst wäre sie ja keine Hoffnung“ (Ernst Bloch).

Nicht zufällig teile ich mit einem nahen Freund zeitgleich eine Erwartung, die zur Hoffnung sich steigert, in der Vorstellung: wir steuern auf den dritten überheissen Sommer zu, mögen die Polkappen schmelzen, mögen die Brandenburgischen Wälder abbrennen, die Ernten verdorren und die Wasserspeicher austrocknen. 2020, nicht erst 2025 oder 2030.

Wir werden die panik-produzierende CoVid-Zeit noch nicht überwunden haben, da würden die Menschen, in Deutschland, Europa, anderswo schnell den Unterschied zwischen Ursachen und Anlässen der Talfahrt unserer Spezies verstehen.

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Die Wirtschaft hofft auf Erholung, damit der Lebensstil der Wohlstandsgesellschaft mit einem etwas abgesenkten Wohlfahrtsstaat bald wieder aufrechterhalten wird.

Die Hoffnung wäre, dass die Lebensqualität bei massiv abgesenktem Konsum- und Reisewohlstand bei uns und einer wirtschaftlichen Restrukturierung in den armen Ländern (3/4 aller Länder, 4/5 aller Menschen) so verteilt würde, dass es keine internen Klassenkämpfe gibt und wir gut leben. (Wirtschaftlich würde diese Absenkung bedeuten, dass wir etwa das Niveau der Schweiz von 1975[1] etwas gerechter verteilen können…das soll nicht ohne Opfer möglich sein?).

Die Erwartung ist allerdings, dass die Herstellung der alten Ungleichheit wieder durchgesetzt wird, mit zwei Argumenten: 1. wenn es den Unternehmen und den Investoren gut geht, dann profitieren auch die Arbeitnehmer, und man kann sogar ökologische Zugeständnisse machen, wenn die Finanzen stimmen und die Aktionäre bei Laune bleiben, letztlich sollen staatliche Hilfen nur dazu dienen, dass der Markt wieder auf die Beine kommt. 2. Wenn alle gesellschaftlichen Herrschafts- und Druckmittel – Gender pay gap, Einschränkungen von Meinungs- und Kritikfreiheit, Zuteilung von Anerkennung und Integration, Flüchtlings- und Migrationsrestriktionen, – in einem Nationalismus zusammengefasst werden, der die Konkurrenz des nation-first Ansatzes in jedem dazu fähigen Land als legitim anerkennt.

Die Freiheit spielt sich im Bewusstsein vieler Menschen, vielleicht der Mehrheit, außerhalb der Sozio-Ökonomie ab. Bösartig gesagt, in Kultur, Freizeit, Gefühlen und in Wahlentscheidungen, die nur dann politisch sind, wenn sie wenig Wahrscheinlichkeit mit sich tragen, die Wähler zu enttäuschen. Das klingt so einfach wie es wohl ist, dass weltweit Demokratien, auch bei uns, gefährdet oder auf dem Rückzug sind.

Wie Demokratie auf dem Rückzug auch in noch nicht abgewirtschafteten Demokratien aussieht, ist anhand des Österreichers Kurz gut und knapp beschrieben: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-04/sebastian-kurz-coronavirus-krisenmanagement-strategie?utm_source=pocket-newtab (1.5.2020).  Und ich selbst lobe ja viele Entscheidungen, die Österreich hinbekommt und die deutsche Flickschusterei nie. (Das Beispiel: In Wien darf im Regelfall künftig kein Wohnhaus mehr ohne Solaranlage errichtet werden. So ist es in einer neuen Bauordnungsnovelle festgeschrieben, die dieser Tage in Begutachtung geschickt wird, wie am Montag bekanntwurde (27.4.2020). Damit will ich etwas heikles sagen, dass es nämlich nicht unbedingt der Grundrechte und demokratischen Prozesse bedarf, um sinnvolle Maßnahmen gegen Partikularinteressen durchzusetzen. Ich finde das nicht richtig, aber es funktioniert. Meine Kritik ist, dass es auch funktionieren kann, wenn man die Prozesse wieder demokratischer und offener gestaltet, wie bei der Solarverordnung.  

Und das wird unausweichlich, alternativlos, Angela! sein, wenn wir die Gesellschaft auf die notwendige Klimapolitik der nächsten Jahrzehnte einstellen wollen, damit die nachkommenden zwei bis drei Generationen überhaupt eine Chance zur Politik bekommen. Denn weniger Wohlstand und mehr Solidarität zu Lasten unserer Generation kann man nicht befehlen, wie das umgekehrt Trump, also zu entgegengesetzten Zielen Trump, Modi und Bolsonaro ja erfolgreich tun. Nur ist nicht zu erwarten, dass denen schnell jemand die Gurgel zudreht, weil davon ja die richtige Klimapolitik auch nicht heraufdämmert.

Wer meint, dass das auf eine undemokratische Verzichtethik hinausläuft, irrt. Wer meint, dass die jetzt schon Benachteiligten die Generationen der terrestrischen Endphase gerne mit weiteren Waffenkäufen und Bürgerkriegen vergeuden, sollte die hiesiegn Waffenlieferanten siomt ihrer Arbeitsplätze und Gewerkschaften erst einmal zur Räson bringen. Dann wird Politik daraus, und weiterhin etwas hellerer Himmel – hoffen wir.

Morgen geht’s zur Religion, betet schon einmal.


[1] Die Zahlen habe ich von einem prominenten Umweltphysiker 1990, anlässlich einer Podiumsdiskussion an der Humboldt Universität.