Neuer ANFANG: fast schon vorbei

Ich habe zwei Wochen keinen Blog geschrieben. Ich werde mich heute – und ab heute – wieder regelmäßig im Blog äußern, allerdings – siehe den letzten Blog – nur selten analytisch oder gar belehrend zu Ukraine und Covid. Warum das mir wichtig ist, erkläre ich und bitte euch, wieder regelmäßig zu diesem Blog zu greifen. Am besten den letzten vom 22. Februar als Vorwort lesen.

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Angst, Betroffenheit, Aktualität und medial überaus wirksame Ereignisse erzeugen Laienexperten (bewusst in der männlichen Form, das sind fast immer Männer, man möchte sie in „“ setzen…). Das ist so beim Terrorismus, bei Covid, und beim Krieg, vor allem aber an Politiken, die entweder schwer verständlich sind oder mit denen wir BürgerInnen anscheinend zu wenig zu tun haben (–> Elitendiskurs, –> abgelegt, abgehängt werden, o wir Gelbwesten und Neoliberale Überflieger….).

Natürlich verfolge ich Ereignisse, kontroverse Deutungen und Beobachtungen, bin oft nahe an Gefühlen oder Wutausbrüchen oder Resignation, ABER das bringt mich gerade dazu, mich nicht oder selten oder nicht-öffentlich zu äußern. Und zwar nicht, weil meine Meinung zu den Aktualitäten falsch oder dumm wäre, sondern weil sie mitwirkte das zu verdecken, das AUCH da und wichtig und aktuell ist, und von Putins Krieg und dem Covidchaos in den Subtext, ins Unterbewusste abgedrängt wird.

Klimaschutz, Syrien, Afghanistan, Mozambique und x+1 andere Kriegsländer, Hunger, Klassenspaltung…war da was? vielleicht, aber wenn man die Nachrichten seziert, kommt all das fast nur mehr als Funktion des Ukrainekriegs vor. Das ist brandgefährlich und beruhigt nur die Autoritären und die Neoliberralen, die jetzt schon daran denken, wie sie aus der Krise aussteigen werden, sie, und nicht die vielen Menschen. (Doch zwei Beispiele: Weizenknappheit bei uns wird die Preise steigen lassen, bei uns, was ist mit den armen Ländern? Die Freiheit von Maske und Regeln wird mehr Menschen sterben lassen oder Long Covid verbreitern, aber die gesunden Marktdödis stört das nicht, der Tod gehört zu ihrer Risikorechnung).

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Dreht die Sache einmal um: wer kann mitreden, wenn es um Ursachen und Auslöser des Kriegs geht, und um die Intervenierenden Variablen dieser Situation. Manche Experten und mehr Expertinnen (siehe oben) gefallen sich darin, Verantwortliche zu identifizieren. Die ganz Dummen mit dem Singular: Der Westen ist schuld. Oder: Putin ist geisteskrank (Analogien zu Hitler und Stalin tunlichst abgebogen). Oder es geht um Aufarbeitung einer Geschichte, wonach die Ukraine russisch wäre – oder eben nicht (der letzte Punkt verführt mich zu galliger Historiographie: Schlesien ist unser! Wer sind wir – Österreicher, Tschechen, Deutsche, Geflüchtete…mehr noch gefällig). Fazit dieser Umkehrung: Der Kontext der Schuldzuweisung incl. der Mitschuld und Mit²schuld bestimmt den Diskurs, und was zur Seite abfällt, verdrängt wird, dem Vergessen anheimfällt – kommt hier nicht vor. auch in den guten Medien unterbelichtet. Einigung besteht nur, die Nebenwidersprüche einmal beiseite zu schieben, die polnische Unrechtsjustiz, den ungarischen Regierungsfaschismus, … , der Kontext macht tolerant.

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Die scheinbare Einigung der EU ist doch etwas Gutes im Schlechten? Ja, momentan. Schon beim Erdgas und beim EU Beitritt zerfällt sie, ? Nebenwiderspruch ?

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Individuelle, sozio-psychologische Analogien sind oft in der dogmatischen Politikwissenscht verboten. Schon deshalb ein Versuch, dagegen zu halten. Stellt euch eine Person (m,w,d etc. egal), die hochemotionale Beziehungen in Masse gehabt hat und sich spontan „verliebt“. Wie diese Person meint, mit Haut und Haar (und der, die, das muss es sein). Ich bin versucht, ES zu schreiben, wie bei Faust in Bezugs schöne Gretchen. Nun sagt die allgemeine Meinung, in solchen Situationen wird nicht mit früheren Liebschaften verglichen, jetzt ist alles anders. Was aber geschieht, wenn die Erinnerung an alle diese Liebschaften „davor“ nur im Unbewussten darauf lauern, verglichen zu werden? auch die neue Verliebtheit geht den Weg aller vorherigen.

Davor: DDR, Ungarn, Afghanistan, Georgien, Krim, Donbass; Davor: Vietnam, Afghanistan, Lateinamerika.

Noch weiter davor die Vergleiche von Hitler mit Stalin, von beiden mit Putin, mit Hintersassen wie Erdögan, Kadyrow, etc.

Noch weiter davor: ethnische Überlegenheit und Unterlegenheit als – oft kirchlich gesegnete – Schicksalsgemeinschaft.

Sonst noch was?

Das Unbewusste und das Unterbewusste tauen beide auf, drängen sich ans Licht. Davon haben die, die jetzt leiden, getötet werden, töten müssen dürfen sollen können nichts, vieles vom deutschen Bildschirm aus dem warme Caféhaus und der expertoaffinen Gesprächsrunde heraus. Empathie und Sympathie einfach einmal nicht auf Staaten verteilen, sondern auf Gesellschaften, und da auf Menschen. Einfach? Schon kursiert wieder „Der“ Russe.

Nachwort: versteht das nicht falsch. Ich habe eine eindeutige MEINUNG zu den Ereignissen, aber eine Meinung wird nicht durch Verbreitung zur WAHRHEIT, sondern durch PRAXIS, z.B. Spenden, Unterkunft öffnen, und vor allem sich darüber im Klaren sein, was man beiseite legen muss, oder nicht, um aus der Meinung Politik zu machen.

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