In diesen Tagen ist Angst auf vielen Sendungen, Texten, Blogs, Dialogen.
Ich habe mich viel mit Heinz Bude auseinandergesetzt, und seine Gesellschaft der Angst 2014 war ein wichtiger Schritt in eine Leserschaft, die nicht nur psychologisch und/oder banal auf Angst reagierte oder sie produzierte. Es war schon klar, dass eine gute Auseinandersetzung nicht einfach eine angstvolle Gesellschaft darstellte.
Wenn es einen Widerspruch zur Angst gibt, dann ist es Hoffnung, nicht aber Furchtlosigkeit oder Zuversicht. Dazu berufe ich mich nicht nur jahrzehntelang auf Ernst Bloch und Hannah Arendt, dazu brauche ich auch die Logik, dass Zuversicht empirische Bestandteile braucht und Furchtlosigkeit nicht notwendig ohne Angst auskommt.
Warum nicht die Hoffnung austesten? Was wollen wir „eigentlich“, das durch die Konflikte und das Voranschreiten der Demokratiegegner immer unwahrscheinlicher wird? Wenn ich auf die Umwelt setze, dann werden die kommenden Generationen noch eine (mäßige) Chance haben, unter humanen Bedingungen die Zukunft gestalten zu können. Diesen Schluss kann ich aus der jetzigen Umweltpolitik oder Ökonomie nicht ziehen. Die Hoffnung, diese Politik umzukehren ist empirisch nicht mehr begründet, leider, wie das vor 10 oder 15 Jahren noch gewesen sein dürfte. Wozu also Hoffnung? Das Zusammentreffen von Ereignissen, die den derzeitigen Abwärtstrend aufhalten, ist nicht voraussagbar, aber möglich. Erbeben plus Friedensschluss plus Aufstand gegen die sozialen Auseinanderbewegungen…Das letztere kann durchaus eintreten, wenn die Menschen die strukturelle Verlogenheit der politischen Ökonomie des angestrebten Wohlstandes durchschauen. Der Friedensschluss kann durchaus global eintreten, wenn die Oberdiktatoren, T P X, und ihre Untergebenen keine Unterstützung durch die Gesellschaft erfahren, die eben nicht „das Volk“ ist, sondern vernünftige Menschen; das Erdbeben kann auch eine Flut oder eine Dürre sein, – jedenfalls wird die ökonomische und ethnische Hilfsverweigerung durch eine Massenbewegung überholt, deren Prinzipien aus dem Durchschauen der ökonomischen Leitideen sich entwickeln. So, ihr Leserinnen und Leser, die drei Maßstäbe sind nicht empirisch vorhanden, sie sind sogar zugleich unwahrscheinlich, aber sie zu er-hoffen ist doch vernünftig und emotional möglich. Das meinte ich mit der Hoffnung. Solche zu befördern kann nicht nur aus Widerspruch und Wahrscheinlichkeit sich entwickeln, es muss, wenn überhaupt, sich aus der Praxis entwickeln, und die kann nur politisch und ethisch zugleich sein.
Wenn, was wir erhoffen, nicht eintritt, so wird es an der Wirklichkeit nichts ändern. SCHLIMM GENUG; ABER NICHT NOCH SCHLIMMER:
Anders gesagt: wir haben ja gar keine Alternative.
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Jetzt könnt ihr euch von diesem Sermon abwenden, weil er nichts bewirkt. Aber könnt ihr wirklich sagen, was ihr zum Überleben eurer Kinder und Enkel, wenn die euch mit bestimmen, tun wollt, anders tun? Sagt es. Am besten schreibt es. Aber wenn wir hoffen und das als Praxis begreifen, dann ist es besser, als bei den Diktatoren und ihren Unterläufeln unterzukriechen und das Absterben von Natur und Kommunikation zu ertragen (auch wenn Untergebene angeblich toleranter werden), anstatt sich selbst einzubringen in den Konflikt, in dem wir ja fast alles werden können, nur keine Märtyrer. Dafür gibt es Beispiele. Die können auch wir sein, nebenbei.