Abschieber machen weiter

Wahrscheinlich werden heute wieder 20 Afghan*innen gewaltsam aus Deutschland – München – abgeschoben. Weder der Sicherheitsbericht des AA – der natürlich den Staatsbürger*innen in Deutschland vorenthalten wird, weil er sie beunruhigen könnte – noch die täglichen Berichte aus Afghanistan geben diese Zwangsdeportation her. Neue Argumente gibt es nicht, aber das Land wird mit jedem Tag unsicherer.

Appelle nützen wenige, weil die sogenannten christlichen Innenminister in Bayern, Baden Württemberg und Nordrhein-Westfalen ihre Version von billigender Auslieferung an einen gewaltsamen Tod nachdrücklich zur Beruhigung der deutschen Rechtsradikalen einsetzen.

Als Staatsbürger, der für und mit unserer Regierung ebenso arbeitet wie er Gesetzesreue und friedliche politische Maßnahmen hochhält, also als ein solcher, wie ihn sich normale Demokraten wünsche, möchte ich mich deutlich GEGEN DIE GEWALTANWENDUNG DURCH BUND UND LÄNDER aussprechen. Wer solche Gewalt anwendet, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf. Und noch etwas: WENN die Abgeschobenen noch nicht rechtskräftig verurteilt waren, dann müssen sie in Deutschland ihren Prozess rechtsstaatlich erfahren und ggf. bestraft werden. Wenn sie aber schon ihre Strafe verbüßt haben, dann sind sie unschuldig, und man darf sie nach unseren Gesetzen nicht abschieben. Aber das wissen die Maizières und ihre Genossen.

NACHTRAG

Die bayrische CSU hat in den letzten Monaten gezeigt, dass sie in punkto Unmenschlichkeit sicherlich eine Führungsrolle in der Migrations- und Asylpolitik beanspruchen möchte. – bei Abschiebungen, aber auch beim Familiennachzug. Heute Nacht wurden 27 Afghanen abgeschoben, darunter drei „Gefährder“. Mit denen wird die deutsche Sicherheitsapparat also nicht fertig, so wenig wie mit den Nazis vom NSU, die man jahrelang hat gewähren lassen, oder mit Anis Amri. Wer so handelt, erzeugt Zynismus gegenüber dem Rechtsstaat. Nun wollen Bayern und das AfD Land Sachsen auch wieder Abschiebungen nach Syrien durchsetzen, das ist ein aktiver Tötungsversuch. Sie werden es diesmal in der Länderkonferenz nicht schaffen, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

Wenn der Staat sein Gewaltmonopol missbraucht, dann ist Widerstand Bürgerpflicht. Nicht lauthals und nicht mit gleicher Gewalttätigkeit, aber sichtbar. Illoyalität gegenüber den Staatsorganen, die diese Politik der Menschenrechtsverletzung und Inhumanität fördern, ist angesagt. Auch um die Mehrheit der Bediensteten dieses Rechts- und Sozialstaats vor ihren asozialen Untergräbern zu schützen. Und damit uns selbst zu schützen. 

 

 

 

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