Zensur und Dummheit – die Alice-Salomon-Hochschule soll umbenannt werden…

…fordere ich.

Es ist wahrlich genug dazu geschrieben, wie die grenzenlose verlogene Dummheit dazu geführt hat, das Gedicht von EUGEN GOMRINGER „AVENIDAS“ durch einen Schmarrn zu ersetzen.

Bitte lesen Sie alle den heutigen Artikel „KÜNSTLERPECH“ von Hilmar Klute (28.3.2018) in der Süddeutschen Zeitung. Dass eine so genannte feministische Asta-Sprecherin ihren Namen nicht nennen mag,  weil sie natürlich auch mit Mails überschüttet wird. (Wenn ich das täte, hätte ich schon viele Namen), ist nicht verwunderlich angesichts der Stimmung in diesem Land. Pseudofeministinnen sprechen „Deutsch“.

avenidas/avenidas y flores/flores/flores y mujeres/avenidas/avenidas y mujeres/avenidas y flores y mujeres y/un admirador“.

Übersetzt lautet das Gedicht etwa so: (Aus Cicero)

„Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“

Gomringer, seine Frau und seine Tochter haben sich wie zu lesen ist, vorgestern anständig und ohne sichtbare Verletzung der Diskussion gestellt. Es gibt genug in den Medien, dass man sich über die weiter Verbreitung des Gedichts freuen kann, und sicher nicht als Angriff auf Frauen und Frauenrechte.

Wohl aber soll das ein Angriff auf die VERLOGENE GEFÜHLIGKEIT derer sein, die von gesellschaftlichen Problemen ABLENKEN, um ihrer Befindlichkeit ein Publikum zu verschaffen.

(Über den akademischen Senat dieser Unbildungsanstalt habe ich mich schon geäußert, über den Schmarrn des Ersatzgedichts von Frau Köhler mag die Literaturgeschichte fußnoten).

ABER WARUM HEISST SO EINE HOCHSCHULE ALICE SALOMON?

Für Eilige: https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Salomon

Schon hier kann man lesen, dass und wie sich Alice Salomon für Frauen, Frauenbildung, Emanzipation eingesetzt hatte. Da alle Schriften und Wirkungen dieser bedeutenden Frau gut nachzulesen sind, u.a. im Archiv an der Hochschule, bleibt mir nur darauf hinzuweisen, warum der Name für eine gute Hochschule mit dem Leben (und auch Leiden) einer bedeutenden Feministin gerechtfertigt wäre, wie auch das Wikilexikon kurz auflistet: Für die erzwungene Emigration lassen sich Gründe aufführen:

  • ihre jüdische Herkunft,
  • ihre christlich-humanistischen Ideen,
  • ihr Eintreten für eine pluralistische Berufsarbeit,
  • ihr offener Pazifismus,
  • ihr internationales Auftreten.

Dem so genannten Asta und der Hochschulleitung einschließlich Senat sei zu wünschen, dass sie sich dem anschließen oder ihre Hochschule umbenennen.

P.S. warum ich zu diesem Vorfall und Thema mich immer wieder äußere, wie zu den staatlichen Abschiebungen oder zur Garnisonkirche Potsdam, ist nicht, weil mir die Themen ausgehen. Es gibt Symptome für einen gesellschaftlichen Grabenbruch, dessen Tragweite immer weit größer ist als der jeweilige Anlass. Manchmal nenne ich das Finis terrae, aber es ist auch sinnvoll, immer wieder die Anlässe zu zitieren.

P.P.S. In diesem Fall geht es mir neben der Auseinandersetzung um Kunst und Feminismus und Befindlichkeit noch um etwas anderes, das durchscheinen sollte: den Zustand unserer Hochschulen, das Verhätlnis von Wissenschaft, Freiheit bzw. Kunst und akademischer Freiheit. So, wie ich der Auffassung bin, dass Satire ALLES darf (und es darauf ankommt, dass sie Satire IST), so ist bei KUNST und WISSENSCHAFT  so, dass die Freiheit, die ihnnen zusteht, niemals kontextlos ist – aber dieser Kontext nicht durch partikulare Interessen oder Empfindungen gegeben sein darf.

Das harte Beispiel ist immer: Satire in Auschwitz („Das Leben ist schön“) oder Liebe in Auschwitz oder … So hart ist es hier nicht? Das ist MEIN ANLASS: Auschwitz hatte lang vorher begonnen, bei der moralischen und  ästhetischen Planierung der Gesellschaft, von der Bücherverbrennung bis zum Bilderverbot.

 

 

 

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