Eigenwerbung, Bloch, Krise

Jetzt steht der Text im Bloch-Jahrbuch 2018/19, herausgegeben von Francesca Vidal. Vor einem Jahr hatte ich einen Vortrag gehalten, hier umgearbeitet. Ich rezensiere mich nie, und werbe selten für meine Texte. Aber es gibt irgendwie Abschlüsse langer Denk- und Arbeitsperioden, und wenn sich neue Perspektiven eröffnen, tut jeder gut daran, sich des Bodens zu versichern, auf dem er oder sie steht.

Mit Bloch durch die Krise. Francesca Vidal (Hrsg.): Fremdes Zuhause, Urvertraute Fremde. Jahrbuch der Ernst-Bloch-Gesellschaft 2018/19. Königshausen und Neumann:Würzburg 2019, 35-47.

Ich werbe für diesen Text, weil er mir fast als der eines Fremden vertraut gegenübertritt, die Assoziation bloßlegt wie ein Schienennetz von Gedanken, die zu ordnen aktive Politik bedeuten würde, aus der ich mich noch weiter als je früher zurückziehen muss. Eine Menge Bezüge sind so aktuell wie vor einem Jahr, die Krise hat sich weiterentwickelt, metastasiert. Ich meine meinen Blog Finis terrae so ernst wie die andern Einträge, aber Ernstmeinen sagt ja nicht automatisch, dass das alles richtig ist. Aber an wen wir uns wenden können, in unseren Assoziationen der Wirklichkeit und nicht bloß den Konstruktionen unseres intellektuellen Denkens, ist keine triviale Frage, wenn es um das Überprüfen der Ergebnisse dieser Assoziationen geht. Gegenwartsdiagnosen sind so wichtig wie das Wieder-Heraufholen dessen, was nur mehr als Erinnerung in unseren Wissensspeichern liegt, fast schon vergessen und überdeckt. Das legt im Übrigen, nicht ganz ohne Moral und vor allem Selbstkritik, den Anteil, den wir an der Krise haben, bloß, ohne uns gleich zu entblößen.

Jetzt ist der Text gedruckt, steht vor mir und lässt einblicken, wie die letzten Jahre an mir gearbeitet haben. Lest das Jahrbuch, lest meinen Text. Er kommentiert, was mich oft als Kommentar erreicht. Bloch, Arendt, Kertesz, Bourdieu…die nicht mehr leben, begleiten manchmal ein Denken, das noch politisch, praktisch werden kann, wenn auch nicht in großem Maßstab. Burghardt Schmidt war und ist, unausgesprochen, ein Begleiter dieser nicht hoffnungslos nach hinten gewandten  Praxis, und die Time of Useful Consciousness ein bleibendes Moment für eine mögliche Zukunft.

Mit Bloch durch die Krise. Francesca Vidal (Hrsg.): Fremdes Zuhause, Urvertraute Fremde. Jahrbuch der Ernst-Bloch-Gesellschaft 2018/19. Königshausen und Neumann:Würzburg 2019, 35-47.

 

 

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