Hundebeziehung & Beziehungshund

Überraschend hat heute das Heimatministerium bekanntgegeben, dass Beziehungen unter Deutschen Männern und Frauen nicht mehr über Vermittlungsagenturen, Dating-Clubs, Swinger-Events oder gar vor-, außer- und nicht-eheliche Annäherungen geschehen dürfen. Ab sofort darf nur mehr die sogenannte Urszene gespielt werden (d.h. a) zwei einander vergattende Körper müssen vom Zeitpunkt ihrer gelingenden Verschmelzung bis zum Tode des oder der Einen und zum Überleben der oder des Anderen susammenbleiben (d.h. „Ehe“) oder sie haben sich b) dem Arrangement der gesetzlich geregelten Hunde-Beziehung (Paar-Chip-Vergattung) zu unterwerfen. Abteilungsleister Bossi sagte dazu der Presse, es sei bekannt, dass arrangierte Ehen auch nicht schlechter seien als die so genannte Liebes-Heirat, die ja doch nur auf einem Hormonstoß Mitte März beruhe und im Mai zum Tragen komme (daher auch der Begriff „trächtig“ und das damit selten verbundene „beträchtliche“ Vermögen); deshalb habe man im Max-Planck-Institut für Säugetier-Ontologie in Phallingbostel eine spezielle Hundezüchtung betrieben, die beziehungsstiftende Welpen beiderlei Geschlechts und mehrfacher sexueller Orientierungswitterungsvermögen sich vermehren ließ; diese werden jetzt durch das Heimatministerium auf die noch unverpaarten jungen Menschen (16-35, wie bei der Jugendunion) verteilt und zur Beziehungsstiftung angesetzt.

Diese Hunde sind geimpft, entlaust und gechippt, deshalb Paar-Chip, und erregen durch Bellen und Speichelfluss bei willkürlich einander begegnenden Menschen sogenannte Spontanattraktion. D.h. zwei Menschen fallen übereinander her und ineinander, nur weil der Hund dazu kommt und bellt, winselt, und dackelblickend die beiden Augenpaare u.a. in einander tauchen lässt. Die so arrangierte Beziehung wird nach dem ersten Vollzug im Beisein des Hundes dem zuständigen Referatsleiter I/a der Abteilung Heimat im BMI gemeldet, das entstandene „Paar“ wird nach obigem Muster b) als verheiratet oder als ehe-ähnlich registriert und kommt sofort in Steuerklasse 3. Der Hund bekommt für jede angebellt Verschmelzung eine Knackwurst und einen kleinen bairischen Verdienstorden.

Das Max Planck Institut plant nun, neben Hunden auch Beziehungslurche und Hamster zu züchten, um auch den ärmeren Bevölkerungsschichten begehrensinduzierte Vergattung zu gestatten. Wer sich also beziehen möchte, muss heute noch Abschied von den Märzenbechern nehmen und sich im Beisein der pheromon-austauschbereiten Partnerin bzw. eines lenzgeilen Partners zum Paar-Chip-Hund begeben und den Wonnemond anbellen.  Am nächsten Dienstag ist alles vorbei, der Erlass wird zurückgezogen und im Bistum Irrsee überarbeitet.

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