Kevin allein bei Gabriel

Kevin Kühnert hat mit seinem Interview in der ZEIT seiner Partei Ärger gemacht. So,  wie kurz davor Boris Palmer Claudia Roth auf die Palme gebracht hatte. Nur war das bei Palmer ein etwas anderes Niveau. Aber Kühnert allein zu Haus hat schon wichtige Fragen angesprochen, vor allem gegen die Markttrottel ausgeteilt, die den Art. 15 unserer Verfassung kippen wollen.

Die SPD ärgert sich, Ironie und Ablehnung halten sich die Waage (Kahrs, Scholz, uuaah). Aber Gabriel, der glück- und geistarme Ex seiner Verliererpartei, schießt einen Vogel ab, der ihm noch einmal schwer auf den Kopf fallen soll.

Gabriel bringt Kühnert in die Nähe von Trump; er zeiht ihn, ja was, des Populismus a la Trump, er, Kühnert, ignoriere Fakten. www.tagesschau.de/inland/gabrielkuehnert-sozialismus-101.html. Ich hatte von Kühnert nie viel gehalten, aber er denkt schnell, spricht gut und legt Finger in die richtigen Wunden (konstruktiv habe ich ihn nie empfunden). Seit gestern bin ich ein relativer Fan von ihm.

Wenn Siegmar Gabriel Kühnert mit Trump vergleicht, mit diesem pathologischen, sexistischen, rassistischen Exekutiv-Verbrecher (der nur höflich behandelt wird, weil er reale Macht hat und Herrschaft ausübt), dann überschreitet er drei Linien: a) die des gebotenen Anstands, man kann auch sagen: guten Benehmens. Ich schimpfe ja auch gerne (siehe letzten Blog), aber man sollte wissen, wann wo wie und vor allem auf wen. Wenn Kühnert Trump analog handelt, was sag ich dann zu Bolsonaro, Orban, Kaczinsky, Erdögan und andern Faschisten und Kriminellen?. Ich müsste „zulegen“, das widerstrebt mir… b) die der Fakten. An Kühnert ist vieles unrichtig, unrealistisch, aber nie populistisch. Eher links konservativ und wenig handhabbar; c) er grenzt dort aus, wo die Theorie zur materiellen Gewalt werden kann, wenn es die Massen ergreift, um gleich zu Marx zu greifen. Es geht natürlich um Gewalt, die vom Art. 15 ausgeht, gegen die Wohnkonzerne Deutsche Wohnen, Vonovia etc.; gegen die Glyphosatverbrecher in den Chemievorständen; gegen die Umweltkraken in den Auto-Vorständen. Leider, das spricht gegen Kühnert, hat das Klima, die Natur etc.  aus seinen Argumenten ausgeklammert, weil er nicht danach gefragt wurde, wie er nachträglich sagte. Aber er steht natürlich gegen Trump und dessengleichen, wenn es um die Massen geht, die ergriffen werden müssen, um die Verhältnisse zu verändern.

Nun, Siegmar Gabriel. Wenn seine gemeiner blöder Vergleich der SPD schadet, soll mir das recht sein: vielleicht würde sich die Partei dann schneller erneuern als mit Nahles und ihm. Eine gute SPD brauchen die Grünen als Juniorpartner schon,  wenns mit den Schwarzen nicht reicht. Kühnert sei Dank.

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