Kleinmut versus große Freiheit

Manchmal hilft die ZEIT und widerlegt die allgemeine, gelangweilte Medienschelte der überaus selbstbezogenen Besserwisser. Nicht nur die ZEIT, aber die hatte auch schon schlechtere Zeiten. Ich schreibe aber jetzt nichts zu den Medien, sondern zur Freiheit, vor allem zu einigen Protagonistinnen:

ANNE LENA BAERBOCK wird von Holger Stark zu Recht gewürdigt: Auf der Titelseite der ZEIT#49, 1.12.2022, unter der Überschrift: Der falsche Feind, geht es um Baerbocks Mut, von Anbeginn die Menschenrechte mit fundierter Kritik an ihren Verletzern zu verteidigen, Putin, Erdögan und andere. Jetzt setzt sie sich wieder für Assange ein. Das ist nicht nur richtig, es steht in einem größeren Kontext.

Die USA sind doch nicht schon wieder unsere engsten Verbündeten, weil Trump allmählich und zu Recht abmeiert. Ich habe in diesem Blog immer die Differenz zwischen den Diktaturen und der brüchigen amerikanischen Demokratie herausgehoben, und dass wir bestimmte Politiken und Verteidigungen ohne die USA nicht machen können. Aber anhand des wirtschaftlichen Konflikte droht der EU und Deutschland der Konflikt mit den nicht-diktatorischen Ökonomie, wo wir schon genug mit China, Russland und den illiberalen Partnern unserer Umgebung haben. Und da ist Baerbock eine erfrischend KONKRETE Stimme der Außenpolitik, und ein – zugegeben gefährlicher Satz – Humanität bricht Struktur. Nicht immer, aber in diesem Fall und anderen Fällen notwendig, nicht taktisch.

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Scheinbar etwas anderes. Wenn in den Medien, v.a. im öffentlichen Rundfunk marginale Ereignisse – vier Tote bei einem nicht gelegten Brand in der Provinz – ausführlich berichtet wird, bis hin zum Ahr-Hochwasser, das zugegeben schlimm war, aber dass die großen Katastrophen dieser Art – Fluten in Pakistan als Beispiel, vergleichsweise kaum berichtet werden, es sei in „Spezial“sendungen, dann wird hier etwas verschoben, das sicher Folgen für die Wahrnehmung des Publikums hat. Mein Punkt ist hier, dass das Wichtige von der seltsam klein-patriotischen Formel des „bei uns“ bisweilen scharf getrennt werden muss.

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Das hat Baerbock nicht am Beispiel, sondern konkret ZU Assange getan, das sollten wir zu den größeren und kleineren Unglücken, Fehlhaltungen, Fehlhandlungen auch tun. Und das hat die ZEIT richtig kommentiert.

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