Diktaturen und Kulturen im Herbst

Man kann gar nicht anders, von allen Seiten prasseln die Informationen und Warnungen auf einen zu. In der ZEIT Nr. 48, vom 11.11., wird unter „Ich, die Macht“ eine beachtliche Auswahl von 10 Diktatoren des 21. Jahrhunderts mit Amtszeiten von 11 bis 46 Jahren vorgelegt und 5 auf dem „Weg zum Autokraten“, von Erdögan (23 Jahre) bis Trump (1 Jahr). 10 weitere „Historische Gewaltherrscher“ sollen unser Wissen vervollständigen. Natürlich fehlen einige in der Gegenwart, man kann die Liste vervollständigen, und man kann den Autokraten und Diktatoren noch viele Zuschreibungen anfügen, und vielleicht gar eine Hierarchie herstellen, die etwas zu unserem Bildungsbewusstsein beiträgt – wie reden wir denn über die jeweiligen Gewaltherrscher, wenn wir schon über sie reden. (Wenn wir ihnen weitgehend untergeben sind, werden wir milder und fürchten Strafen – aber wir denken grüber über sie . Es lohnt sich, zwischen Gegnern und Feinden zu unterscheiden, und zwischen uns machtvoll Beherrschenden und denen, die das untergraben wollen, etwa zwischen Trump und Putin). Ähnliches habe ich mehrfach und anderswo gehört und gelesen, es gehört zu unserer Allgemeinbildung. In der gleichen ZEIT ist auch eine Darstellung vom massiven Influencer der US-Autokratie, Peter Thiel, mit einigem ideologiekritischen Hintergrund: Nicolas Killian : Seine Gedanken beherrschen die USA (S.20f.). Yuval N. Harari beschreibt diese Diktaturen ähnlich, auch heikle Namen, wie Netanjahu sind dabei und Trump wird schon härter verbucht, und vor mit stapeln sich weitere Analysen in diese Richtung, Anne Applebaum, Fritz B. Simon und Giuliano Da Empoli…alles aktuell. Nun, „neu“ ist das nicht, aber wenn man die Zögerlichkeit der deutschen Zwergenregierung wahrnimmt, die noch immer keine wirkliche Vorbedreitungspflicht auf eine globale, europäische, stattliche Abwehrentwicklung sieht, fragt man sich, warum und wie. Und da die Umwelt beiseite gelegt wird, kann die globale Kriegswirklichkeit deren Untergang nur vorwegnehmenm, sicher nicht reduzieren. Dazu werden wir mehr und besser denken müssen, und handeln.

*

ABER da gibt es die Hoffnung der Gegenwart: die Kultur – sie ist immer für die Zukunft da. Manche würden sich fragen, was das bedeutet. Aber Kultur verändert die menschliche Gesellschaft dort, wo die Evolution noch nicht oder nicht mehr angekommen ist (Hier kann man mit Thiel vergleichen, für den die Apokalypse überwunden werden muss (!) – für die Elite und um jeden Preis…da gibt es übrigens eine peinliche Analogie, wegen seiner deutschen Herkunft). Kultur muss nicht in „richtige“ Richtung wirken, aber sie kann, und da kommen WIR ins Spiel. Nur zuschauen und zuhören reicht nicht. Teil der Kultur ist jene Verbesserung der Zivilisation, die uns den Vorsprung vor IT und Medienherrschaft und Führerprinzip gleichermaßen auferlegt wie möglich machen sollte, wollen wir nicht in der Vergangenheit versinken. Denken, schreiben, hören, fühlen, und sich nicht dem Wissen der Macht überlassen, sozusagen die Perle in der Muschel sein. Das sind wir nicht.

*

Das wird nicht einfach. Unsere Zwergenregierung steuert uns auf das dritte, das letzte Karthago zu, wie ganz Europa. Hohe Löhne, niedrige Renten, schlechte Bildung, teure Reisen, und keine wirklichen Innovationen, das ist weder Zufall noch einfach umsteuerbar ohne unseren persönlichen Aufwand, und das wollen die meist älteren Abdanker nicht. Dann lieber noch einmal Ökonomie vor Ökologie – da geht es wenigstens farbenfroh in den Sonnenuntergang – glauben die. Aber, das denke ich, der Widerstand gibt nicht nur mehr Kraft und Resilienz als die pöbelhaften Vereinfachungen der rechten und anderen Populisten. Aber Überleben ist nicht einfach.

Umberto Eco I – Wichtiger denn je

UMBERTO. so hießen eine Reihe von mehr oder weniger unbrauchbaren Herrschern über Piemont und später Könige von Italien. Aber es gab nur einen UMBERTO ECO, und den wird es weiter geben, wichtiger denn je.

Erste Fassung des Essays:

Eco

Beitrag zum Seminar von Marion Näser-Lather, Universität Innsbruck, Dezember 2025

1.

Verwendete Literatur:

(Saager 1931, Eco 1972, Eco 1977, Eco 1977, Calvino 1977  , Visentini 1993, Eco 1998, Bach and Breuer 2010, Eco 2020) u.a.

2.

Aufgabe des Essays:

Den italienischen Faschismus aus der Sicht von Umberto Eco zu beleuchten. Das ist keine abgeschlossene wissenschaftliche Arbeit, sondern ein mehrdimensionaler Blick eines Soziologen auf die Aussagen des wichtigen Intellektuellen Eco, der Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler war, und sehr gut vermitteln konnte. Was Eco den „Ur-Faschismus“ nannte, hatte er in 14 Beschreibungen knapp und klar beschrieben (Eco 2020), und oft besser als viele Faschismus-Theorien. Das ist eines der Probleme, „Die Verschwommenheit“ des Begriffs (S.30), die ich  teile.

Kurze persönliche Begegnungen und Diskussionen haben mir den ohnedies sehr geschätzten Kollegen noch näher gebracht, aber ich werde weder Anekdoten noch meine subjektive Vorliebe für eine bestimmte italienische Kultur an dieser Stelle in den Vordergrund rücken, sie stützt mich eher.

3.

Im Fokus mehrerer konzentrischer Kreise steht Ecos „Ewiger Faschismus“ (Eco 2020) Original erschienen 2016, sein spätes Werk mit einem wichtigen Vorwort von Saviano. Bevor er zu seinem Hauptthema, dem Ur-Faschismus kommt, zeichnet er den italienischen Faschismus von Mussolini nach und behauptet, dass sich die nachfolgenden Faschismen daraus ableiten (21). Er stellt implizit zwei Thesen auf: dass der italienische Faschismus schwach sei, weil ohne Philosophie bzw. Ideologie, und dass er essentiell eine Bewegung eher als eine Partei sei. Das letztere teile ich für alle Faschismen, insofern wir sehen werden, was sie bei allen Unterschieden vereint. Das erstere mag aus der Sicht des Wissenschaftlers so erscheinen, nur kann man daraus Schwäche nicht ableiten. Wichtiger ist die Feststellung, dass dieser Faschismus nicht „durchgehend totalitär“ war (22). Für micht entscheidend ist diese nachvollziehbare Entscheidung, obwohl die Herkunft des mussolinischen Faschismus bzw. seine Biographie bei seiner sozialistischen Geschichte hätte anfangen müssen[1]. Das ist ein wichtiges weiterführendes Implikat, aber hier nicht zentral. Für Eco von Bedeutung, dass sich alle wirklichen und potenziellen Faschismen nicht in ihrer Bezeichnung erhalten haben, sondern „Faschismus“ zu einem Oberbegriff jenseits realer Differenzierung wurde und ist. Hier sieht man den Wissenschaftler Eco und weniger den Literaten.

Den hatte ich schon vor dem „Namen der Rose“ im Blick gehabt. Seine akademische und wissenschaftliche Konturierung bleibt neben der literarischen weiterhin wichtig[2].

Bevor Eco zu seinen 14 Merkmalen des Faschismus kommt, verweist er auf die Varianzthese von Wittgenstein, nach der die Elemente des Faschismus  ja unterschiedlich kombiniert werden können. Ausgangspunkt ist: „Aber das faschistische Spiel lässt sich auf vielerlei Weise spielen, und der Name des Spiels bleibt der gleiche“ (28). Und damit erreicht er seinen Einstieg in die Systematik von 14 Elementen des Faschismus (30-39). Mir fällt nicht auf, was hier fehlen könnte, aber natürlich kann die Wissenschaft das alles differenziert und analytisch ausweiten[3] – wenn man das braucht. Einsicht in den Faschismus geht also.

Für mich interessant ist, dass Eco ganz deutlich den Nazismus und den Stalinismus als jenseits des normalen Faschismus verortet, und dass die Normalität überall im Faschismus ihre Bandbreite hatte, was nichts entschuldigt, aber vieles erklärt (nicht zuletzt in der italienischen Kultur). Das ist für mich durchaus wichtig, weil es den Unterschied zwischen Austrofaschismus und Nationalsozialismus sowohl auf der Strukturebene als auch in der Realität erklärt. Der Name des Spiels blieb der gleiche.

4.

Ecos Zeichentheorie war auch in der Wissenschaft zunächst nicht populär. Aus dem Widerstand gegen die Ablehnung heraus schrieb Eco im „Namen der Rose“ gleich drei Aspekte: die Zeichentheorie (auch gegen Jorge Luis Borges), den kirchlichen und sozialen Konflikt des Mittelalters  und eine Kriminalgeschichte ersten Ranges (Eco 1982).

Mit und nach diesem Roman wurde Eco auch ein weltberühmter Autor und viele LeserInnen haben sich mit dem Hintergrund des „Namens der Rose“ nicht befassen müssen, und dem der folgenden Romane und Essays auch nicht. Das geht in Ordnung, aber hier ist ja der Faschismus und seine Erklärung relevant, und da bietet Eco eine gute Basis zum weiteren Diskurs. Denn Faschismus  breitet sich zur Zeit global aus, und sein Hauptgegner in allen Varianten ist die Demokratie, und seine Instrumente sind die 14 Thesen Ecos auch in den verschiedenen Spielarten des Populismus.

5.

Die Differenz von Faschismus und Nazismus ist wichtig, vor allem, wenn man die Nazi-Deduktion der deutschen Faschismusanalyse mit der Darstellung der übrigen Analysen vergleicht, vor allem der Italiens und Österreichs (nicht zufällig).  Die Darstellung der Struktur (22-27, vor den 14 Thesen) ist realistisch, nicht den Fascismo entschuldigend, aber ihn richtig verortnend, und das Verhältnis der Führer zur Kultur genau bescheibernd, das waren die Nazis nun wirklich anders. Ecos Darstellung ist grundlegend, und ihr LeserInnen und Leser +nehmt noch Savianos Vorwort dazu, wo er nicht zuletzt den Mut des älteren Eco hervorhebt (7-14) und immer die Retroperspektive der Nazis betont.

Da nun Eco die „Entstehung“ Mussolinis kaum hervorhebt, gehe ich in die Biographik.Sehr früh fiel mir ein Buch von Adolf Saager (* 1879 – 1949) auf. „Mussolini ohne Mythus – Vom Rebellen zum Despoten“ (Saager 1931) beschreibt Mussolinis persönliche und politische Biographie vor der Machtübernahme der Nazis, 1931 (!). Saager, ein Deutsch-Schweizer, eher links-unabhängig, lohnt in seiner Beschreibung Mussolinis Kindheit und Jugend, und wie seinen Charakter und seine Rhetoik erst „links“ und ab 1914 „faschistisch“ entwickelte, wobei „Auf den November 1921 fällt Mussolinis eigentliche Bekehung“ (S. 111). Mich interessiert vor allem Kindheit und Sozialisation des jugendlichen, rhetorisch begabten, gespalten erzogenen Aussenseiters, und eben der politische Beginn mit der Arbeiterklasse, bzw. ihrer Politik dazu. Das macht bis heute eine Schwachstelle der kritischen Faschismustheorie, dass ihr klassenbezogener „linker“ Aspekt nicht zum „rechtsradikalen“ Rahmen passt, obwohl es eher darum geht, die Achse Links-Rechts hier nicht objektivistisch einzufügen.

Für mich, österreichisch-deutscher Doppelstaatsbürger, ist das besonders wichtig, weil es den grundlegenden Unterschied zwischen dem deutschen Nazis und dem österreichischen Austrofaschismus nach 1933 bis 1938 erklärbarer macht. Eco macht deutlich, wie komplex und unterschiedlich sich Faschismen entwickeln und doch Faschismus bleiben.

6.

Saagers Buch habe ich antiquarisch erworben. Darin lag auch eine Rezension aus der SZ, 1985, von Heinz Abosch (Heinz Abosch – Wikipedia): Seine Kritik an einem Vergleich von Hitler und Mussolini ist jedenfalls wichtig in der Rezension von Georg Scheuers Buch über den Ur-Faschismus: „Genosse Mussolini? : Wurzeln u. Wege d. Ur-Fascismus“, Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1985. Und natürlich Ecos Begriff des Ur-Faschismus…

7.

Wieder fällt mir, diesmal in Innsbruck, ein Buch über die „Lega“ in die Hände, also über einen der Koalitionspartner von Meloni. Aber das Buch ist von 1993, und Bertolucci und Bossi spielen entscheidende Rollen und der Zerfall der Demokratie von innen und außen: (Visentini 1993). „Die Lega hat keine Ideen, sie hat keine Programme“ (97). Das könnte so bei Eco stehen, nicht aber bei den Parteihistorikern des Faschismus. Das Buch ist eine grimmige, ich sage fast „klobige“ Übergangsbrücke aus der italienischen Nachkriegsdemokratie zu Berlusconi bis zu Meloni heute. Spannend natürlich für dauernde Besucher Südtirols ist die Rolle der SVP: „Der Südtiroler Volkspartei gefällt die Lega nicht, aber wer weiss…“ (88-96), und da kommen auch Rechtsradikale vor, wie „der Tiroler“ (Zeitschrift, S. 95).


Erste freiheitliche Regierungsbeteiligung: Am 31. Jänner 2024 erfolgte im Landtag die Wahl der neuen Landesregierung (Partei | Die Freiheitlichen). Als erste freiheitliche Landesrätin wird Ulli Mair in der neu gebildeten Koalition aus SVP, Freiheitliche, Lega, Fratelli d´Italia und der Bürgerliste La Civica künftig die Zuständigkeitsbereiche Wohnbau, Sicherheit und Gewaltprävention verantworten. Da sind sie also in der Koalition, die Rechtsradikalen. Noch können sie an die SVP nicht heran. Aber so etwas stärkt natürlich Meloni. Über die  muss man im Kontext nachdenken.

„Giorgia Meloni (* 15. Januar 1977 in Rom) ist eine italienische Politikerin und seit Oktober 2022 italienische Ministerpräsidentin. Sie ist seit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Italien 1946 die erste Frau, die eine italienische Regierung anführt.

Meloni ist seit 2014 Vorsitzende der als postfaschistisch klassifizierten Partei Fratelli d’Italia (FdI) und war von 2020 bis 2025 Präsidentin der Europapartei Europäische Konservative und Reformer (EKR). Im vierten Kabinett von Silvio Berlusconi war sie von Mai 2008 bis November 2011 Ministerin für Jugend und Sport. Bei der Parlamentswahl in Italien im September 2022 trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei an, die als stärkste Kraft aus der Wahl hervorging. Politisch wird Meloni als rechtsextrem eingestuft. (Giorgia Meloni – Wikipedia).

Auf sie passen genau die von Eco beschriebenen Unschärfen der Parteienstruktur, von der teilweise sehr akzeptablen Außenpolitik bis zum Manövrieren im Inneren, z.B. in der Kultur, und ihrem Druck auf die Veränderung des Justizsystems (Italien: Parlament stimmt für Giorgia Melonis umstrittene Justizreform). Um die marodierte Demokratie zu verstehen, muss man die Zeit Berlusconis zurückgehen, und die Macht und Deformation der Medien analysieren, übrigens eine von Ecos Agenda.

8.

Eco hat begonnen, Belletristik zu schreiben, um seine Wissenschaft zu vermitteln, begonnen mit dem „Namen der Rose“. Manche seiner Bücher sind ohne diesen Rückhalt schwer zu verstehen, andere sind „reine“ Literatur – als ob diese Trennung möglich wäre. In einem ganz schmalen Bändchen schreibt er über Bibliotheken (Eco 1987). Nachdem er sich über Borges`Unendlichkeit wieder einmal lustig macht, kommt er zu einem durchaus holprigen realistischen Problem, das lesewillige Menschen mit Bibliotheken haben, übriegns auch hier didaktisch vollkommen, freudig unseren Bibliotheksbesuch animierend – und seine Schwächen gleich in den Alltag mitverarbeitend. Das erinnerte mich an die kürzlich bei Jean Cocteau gelesene Stelle: „Unsere Schwäche wird also darin bestehen, Nationen der Disziplin und Ordnung zu beneiden und ihnen nachzueifern. Unsere Stärke aber wird sein, Disziplinlosigkeit und Unordnung einzusehen und auszuwerten“ (Cocteau 2025). Ersetzt die Nationen durch Bibliotheken, und ihr kommt der Wirklichkeit nahe, und Eco, dem Sieger über Borges.

9.

Es gibt noch einiges mehr über den Faschismus zu denken und mitzuteilen. Aber das wird ja in den Veranstaltungen in Innsbruck bestens der Fall sein. Was ich sehr ernsthaft sagen möchte, zum vorläufigen Abschluss, bedenkt rechtzeitig, wie sich der Faschismus seit dem Ur-Faschismus zur Zeit ausbreitet und verfestigt. Wie er nicht als Parteisystem wahrgenommen und bekämpft werden kann, sondern als Bewegung.

Das erfordert aktive Demokratie, nicht einfach abwehrende.

Literatur:

Bach, M. and S. Breuer (2010). Faschismus als Bewegung und Regime. Wiesbaden, VS.

Calvino, I. (1977  ). Die unsichtbaren Städte. München, Hanser.

Cocteau, J. (2025). Brief an die Amerikaner. Düsseldorf, Rausch.

                        Kritik an US ent-menschlichte, maschinelle, glättende Kultur versus  „europäisch“, man muss die Ironie verstehen und den Vorrang der Kunst billigen. Mein Blog 30.10.2025

Eco, U. (1972). Einführung in die Semiotik. München, W. Fink / UTB.

Eco, U. (1977). Das offene Kunstwerk. Frankfurt, Suhrkamp.

Eco, U. (1977). Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

Eco, U. (1982). Der Name der Rose. München, Hanser. Original 1980.

Eco, U. (1987). Die Bibliothek. München, Hanser.

Eco, U. (1998). Nachdenken über den Krieg. Vier moralische Schriften. München, Hanser.

Eco, U. (2020). Der ewige Faschismus. München, Hanser.

Saager, A. (1931). Mussolini ohne Mythus. Vom Rebellen zum Despoten.

. Wien und Leipzig, Hess & Co. .

Visentini, T. (1993). Die Lega – Italien in Scherben. Bozen, Raetia.

Autor:

Michael Daxner

Feuerbachstraße 24-25

D 14471 Potsdam

michaeldaxner@yahoo.com

http://www.michaeldaxner.com

Dank für die Unterstützung an Birgit k. Seemann, Marion Näser-Lather, Tom Koenigs.

Der Text wird demnächst in einer erweiterten englischen Version veröffentlicht.


[1] Kurz zusammengefasst: Nach Anfängen bei der sozialistischen Presse stieg Mussolini 1912 zum Chefredakteur von Avanti! auf, dem Zentralorgan des Partito Socialista Italiano (PSI). Als er dort offen nationalistische Positionen vertrat, wurde er im Herbst 1914 entlassen und aus dem PSI ausgeschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der italienischen Regierung, einiger Industrieller und ausländischer Diplomaten gründete Mussolini bald darauf die Zeitung Il Popolo d’Italia. 1919 gehörte er zu den Gründern der radikal nationalistischen und antisozialistischen faschistischen Bewegung, als deren Duce (von lateinisch dux „Führer“) er sich bis 1921 etablierte. (Nach Anfängen bei der sozialistischen Presse stieg Mussolini 1912 zum Chefredakteur von Avanti! auf, dem Zentralorgan des Partito Socialista Italiano (PSI). Als er dort offen nationalistische Positionen vertrat, wurde er im Herbst 1914 entlassen und aus dem PSI ausgeschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der italienischen Regierung, einiger Industrieller und ausländischer Diplomaten gründete Mussolini bald darauf die Zeitung Il Popolo d’Italia. 1919 gehörte er zu den Gründern der radikal nationalistischen und antisozialistischen faschistischen Bewegung, als deren Duce (von lateinisch dux „Führer“) er sich bis 1921 etablierte. (Benito Mussolini – Wikipedia 31.10.2025).

[2] Ich verweise schon hier auf Eco, U. (1972). Einführung in die Semiotik. München, W. Fink / UTB.

                , Eco, U. (1977). Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

                , Eco, U. (1977). Das offene Kunstwerk. Frankfurt, Suhrkamp.

                Für mich wichtig war schon früh das bis heute aktuelle didaktische Buch „Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt“. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. UTB 14. (!) Auflage. 2020. ISBN 978-3-8252-5377-6

[3] Vgl. Bach, M. and S. Breuer (2010). Faschismus als Bewegung und Regime. Wiesbaden, VS.

Retrogegenwart und Vergangenfutur

Der Diktator Trump erkauft und erdroht sich seinen Nobelpreis. Wahrscheinlich knicken alle vor ihm ein, die Speichellecker, Faschisten, Naiven und Gutgläubigen. Lasst ihm den Preis, wenn er izhn erhält, wird der alternative Friedenspreis umso wichtiger sein, und an der Vergangenheit kann der Diktator ohnedies nichts ändern. Was Frieden heisst, kann man ja bei George Orwell in 1984 gut nachlesen. Außerdem, Nobel und sein Dynamit sind ja auch nicht glatt eindeutig…

Ein Freund schenkte mir ein Buch: „Brief an die Amerikaner“ von Jean Cocteau, übersetzt von Paul Celan (Düsseldorf 2025: Rauch). 1949 in einer Flugnacht von New York nach Paris geschrieben. Und als Vorwegnahme der Gegenwart wieder aufgelegt.

Cocteau (1889 – 1963) war schon ein wichtiger Künstler und Intellektueller in Frankreich vor, im und nach dem zweiten Weltkrieg. Seine Reaktion auf die Tage in New York, )Neuyork bei Celan) sind doch nicht die reaktionäre europäisch-konservative Zweiteilung der westlichen Welt in Kultur vs. Zivilisation, aber gerade das kann man bei der Lektüre auch verstehen.

Er vergleicht implizit, manchmal auch deutlicher, die USA mit Frankreich. Seine Kritik an Frankreich ist dem schon berühmten Künstler und Intellektuellen anscheinend wichtiger als die Kritik an den USA, aber hier geht es um das Wegziehen des Vorhangs vor der kulturellen Wirklichkeit Amerikas.

Das Ganze ist schnell, fast fiebrig hingeschrieben. Es geht Cocteau auch um die Schlussfolgerung aus der amerikanischen Art Kunst wahrzunehmen, sich einzunehmen. Mitten im Flug beschwört er sie „(Meine Dankbarkeit…) beschwört Euch (diese Zeilen) nicht zu lesen, während Euer Rundfunk <Musik für Lesende>sendet“ (S. 33). Und vorher, fast pathetisch, warnt er vor der Kunst als „Zerstreuung“, sie sei eine „Weihe“. (S.32). Später wird die Kritik fast gefährlich in ein Retro verpackt, wenn er Goncourts Kritik an den Waschbecken wiedergibt, die an der Wandbefestigt sind…Ist doch gut, oder? Das ganze Essay wendet sich immer gegen die Herrschaft der Zahlen und der Maschine, und hier, beim Händewaschen, klingt es erstmals retrokomisch: „Früher wurde uns das Wasser gereicht, das Licht, die Nahrung und wir brauchten uns nicht von unserem Platz zu rühren. Zahllose Hände waren zur Arbeit bereit und forderten kein Entgelt. Und doch kam jeder auf seine Rechnung. Jetzt sind diese Hände verschwunden. Die Maschine hat sie verdrängt“ (S. 47). Der Ansatz ist natürlich falsch und deshalb auch die Folgerung. Worauf er hinauswill, ist scheinbar paradox: „die Wasserhähne funktionieren in den USA gut“ (Mittelschicht, Massendemokratie) und in Frankreich „äußerst schlecht“, und so kommt er gerade hier zu einem seltsamen Fazit „Unsere Schwäche wird also darin bestehen, Nationen der Disziplin und Ordnung zu beneiden und ihnen nachzueifern. Unsere Stärke aber wird sein, unsere Disziplinlosigkeit und Unordnung einzusehen und auszuwerten“ (Ebda.).

Seine großartige Künstlerschaft, anarchisch, führt er bis zum Ende, dann wird er aktuell wie kaum jemand: „In meinen Träumen bewohne ich eine Welt, in der es noch keine Kontrolle gibt. Es wird sie aber geben, wenn Euer Gefälle sich fortsetzt. Man wird die Träume kontrollieren, und es wird keine Kontrolle der Psychiater sein, sondern die Kontrolle der Polizei. Man wird die Träume kontrollieren sie bestrafen. Die Traumhandlungen wird man bestrafen. Gute Nacht!“ (S. 59)

Stimmt das etwa nicht, bei Xi, Putin, und jetzt Trump? Und gibt es für die drei nicht hinreichend Handlanger?

Und versuchen nachgeordnete Diktatoren das zu übernehmen? Aber ja, nur nicht so dauerhaft und hartnäckig. Nun, mit Kunst und kritischem Denken (allein) werden wir die Diktatoren nicht loswerden, aber ohne diese überhaupt nie. Cocteaus Träume sind ein Hinweis darauf, wo die Gewalt noch nicht direkt hinkann, aber hinwill. Kunst gefährdet die Gewalt, nicht nur sie.

Die Diktatoren der Gegenwart, allesamt mit ihren Lakaien, berufen sich auf die Wiederherstellung der „echten“ Vergangenheit, in Religion, Literatur, Kunst und Philosophie, übrigens auch über die Entwicklung der Geschlechter. Dass sie damit keine Zukunft haben können, heißt nicht, dass in der Zukunft weiterhin in der Vergangenheit leben werden. Da hilft einem Cocteau in seinem übernächtigen Flug…und lässt uns träumen.

Mode macht Modelle – Joop macht mehr

Vor fünf Jahrzehnten habe ich die letzte Modenschau in Wien Hetzendorf gesehen. Was war da? Dazwischen lange Zeit bestenfalls Clips im Fernsehen,. Dann vor ein paar Tagen das Modemuseum in Antwerpen. Überrascht und erfreut https://michaeldaxnerdotcom.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=7825&action=edit … und heute habe ich die Ausstellung WOLFGANG JOOP IM KUNSTRAUM in Potsdam gesehen 4. Oktober bis 18. November, Kunstraum Schiffbauergasse, Potsdam.

Und bin beeindruckt. Vor dieser Ausstellung habe ich natürlich den Namen gekannt, aber keines seiner Produkte, also seiner Models und Modelle. Und jetzt weiß ich, was und wieviel mehr er kann. Vielleicht ist es klug, die Information erst zu lesen, nachdem man die Ausstellung gesehen hat https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Joop.

Denn das Gesamtkunstwerk bezieht ihn und seine Produkte zu einer erstaunlichen Gesamtheit ein, und es lohnt, sich auch die Filme und Interviews und die Kunst, die Mode, die Modelle und die Skulpturen als einen umfassenden Hinblick auf diesen Mann zu begreifen: Wen und Was sehe ich denn da, was für Assoziationen hatte er und haben wir jetzt, und welche Praxis und Kommunikation lag zwischen den Ideen und den Produkten (er sagt da einiges in den Filmen). Aber zunächst fesselt mich in der Ausstellung eines der Bilder, die er in jungen Jahren gemalt hat. Da gibt es viele Vorbilder im 16. und 17. Jhdt., aber Joop ist schon eigenwillig – und er hat sein Gemälde im Ofen auf „alt“ gebacken (!). Später sehe ich dann Bilder, die ihn mit Egon Schiele verbinden, fast genial. Kunst ein Leben lang, und nicht als laienhaftes „Daneben“ – Bis zum Ende Kunst, Bildnisse und Imagination. Aber natürlich: die Mode war sein Mainstream und er macht das transparent, Handwerk, Erfahrung, Kunst – uns Imagination.

Die Engel und die Affen (Rilke waren es die Engel und die Rosen: Rose, reiner Widerspruch), Hier sind es die Affen und auch die Engel, die haben mehr als Flügel. Und Joop kann mit den Widersprüchen umgehen, ihm fehlen weder Pathos noch Ironie.

Aber schaut euch das einfach an, nehmt euch die Zeit auch für die großen Installationen von Modellen, die auf einen zukommen – man kann sich oft in vieles hineindenken, ohne es sich gleich anziehen zzu wollen, auch das ist Kunst und Inspiration. Ihr merkt, ich bin begeistert und nachdenklich geworden.

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WOLFGANG JOOP IM KUNSTRAUM 4. Oktober bis 18. November, Kunstraum Schiffbauergasse, Potsdam

Gedenken, Bedenken und Heucheln. Heute.

Überall in Demokratien gedenkt man der Opfer des Hamas Überfalls vom 7. Oktober 2023.

Das ist richtig so – und hinterlässt doch mehr als nur ein unruhiges Gefühl. Wie ist es zu diesem grausamen, kaum je erlebten Massaker gekommen?

Ich frage mich selbst, warum mich die Vorgeschichte des 7. Oktober so wenig verlässt wie mein eigener, wirklicher Schrecken. Warum diese Geschichte auch nur andenken, wenn Netanjahu die Macht über Gaza und die Hamas entglitten war?

Lest erst einmal: https://en.wikipedia.org/wiki/Israeli_support_for_Hamas (7.10.2025). Unschärfe und Details möglich, die Hauptlinie stimmt. Aber dann muss man auch untersuchen, warum und wozu viele konservative, nationalistische und ultra-religiöse israelische Strömungen den Likud (Partei) und andere Entwicklungen schon lange vorher betrieben haben. Lest auch die Geschichte der Gaza Verhandlungen 1948f. (Ich gehe nicht in die Vorkriegszeit zurück, aber meine Kritik am britischen Kolonialismus bleibt bestehen). Wiederum: es muss nicht alles im Detail mitgetragen werden, aber man muss das Zwischenkapitel: „Das Gaza-Plan-Zwischenspiel“ im 10. Kapitel „Lösung des Flüchtlingsproblems…“ bei Benny Morris genau lesen, um etwas von der Vorgeschichte zu verstehen (Benny Morris: Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems, Hentrich&Hentrich 2024, original 2004, überarbeitet). Und dazu gehört natürlich eine Vorgeschichte seit der letzten Jahrhundertwende und vor allem ab 1936, und dazu gehört die Selbstständigkeit des Staates Israel und der freimachende Krieg 1948, und dazu gehört die Vorgeschichte der jüdischen Gegner des Zionismus und der britische Kolonialismus, und dazu gehört….

Wenig davon erklärt oder gar begründet die unmenschliche Grausamkeit der Hamas am 7. Oktober 2023 und die Vorbereitung darauf.

Die fatale Täter-Opfer-Rotation der Kritik an Hamas und an der israelischen Reaktion darauf verkürzt nicht nur Wissen und Bewusstsein, sondern auch die moralischen und ethischen Positionen, die nicht mit einer Wahrheit umgehen dürfen, ohne Gerechtigkeit – für alle Situationen und nicht linear – an die Begründung der eigenen Position und Interessen zu stellen. Dazu reicht Benny Morris natürlich nicht aus, da muss man schon tiefer in die Geschichte des Zionismus in allen Spielarten, der Gegner des Zionismus etc. graben – und die Geschichte der Palästinenser genauso genau verfolgen, wenn man es aufgrund der zugänglichen Quellen so genau kann.

Wiederum: Wenig davon erklärt oder gar begründet die unmenschliche Grausamkeit der Hamas am 7. Oktober 2023 und die Vorbereitung darauf.

eine Überschrift bedeutet keine Leerstelle: Gedenken hat nur Sinn, wenn es wirkliche Menschen und die Ursache und Folgen ihres Leidens und Sterbens betrifft. Strukturelles Gedenken ist eine gängige, oft folgenlose politische Entmenschlichung. Die Bedenken sind zahlreich, etwa die Kritik an oder Erlaubnis zu Demonstrationen der propalästinensischen Aufmärsche, die sich auch antisemitisch ausbreiten, und mit dem antisemitischen, genauer, judenfeindlichen Substrat der Geschichte zusammengehen. Auch die ambivalente, doppeldeutige, manchmal -züngige jüdische Position zur Situation des Kriegs von Netanjahu (cum et sine Trump) und seiner teils faschistischen, rechtsradikalen Regierung kann man nicht geglättet als Reaktion auf den 7. Oktober einfach hinnehmen. als jüdischer Mensch kann ich das nicht, als Jude bleibt mir nichts anderes übrig?! Diese Differenz bestimmt zur Zeit viel an meinem Denken, Fühlen und also Leben.

Und so würde ich mir heute wünschen, dass die Menschen bevor sie öffentlich werden, nochmal Amos Oz, David Grossmann, Zeruya Shalev, aber auch Omri Boehm, Tom Segev, Ron Leshem, Joseph Croitoru, und auch Herzl und seine Tagungen lesen (ich weiß schon, das geht nicht an einem Tag, aber doch?!). Zu manchem Leid kann man nur Schweigen. Und darf nicht heucheln. Das gilt auch für jeden von uns selbst, gar nicht so einfach.

Kein Frieden und andere Kriege…

Machen wir uns nichts vor. Friedliebende Kommentare sind keine Wirklichkeit, sondern gestalten unter anderem Überzeugungen und Selbstbetrug. Wenn Merz und andere sagen, es sei kein („richtiger“) Friede und irgendwie schon noch irgendwie kein („richtiger“) Krieg – von Russland gegen Europa, ist das mehr als ein sprachliches Beispiel. Und so schrecklich die Umstände des Gazakriegs sind, die trumpoiden Verhandlungen sind auch „irgendwo“ zwischen Friedensplänen und Kriegspotenzialen, keine Wahrheitsstrategie, sondern Anpassung an eine Israel-Trump-angelehnte Rahmenrealität. Wie ich immer schreibe, dass die Wirklichkeit die Wahrheiten dominiert. Deshalb sind die Kommentare der besseren Medien ungewollte Konjunktive, die Grammatik diktieren andere…das gilt auch für die Ukraine, für Sudan, für Kongo. Natürlich gilt es besonders für die neueste, nicht gefestigte Weltdiktatur USA und ein wenig macht sich diese demokratiefeindliche Realität auch bei uns breit – wie denn auch nicht? Das Einzige, das stimmt, sind die Abbildungen der Wirklichkeit leidender, hungernder verletzter, sterbender Menschen, die gerettet werden sollen, müssen, können, nicht immer dürfen, bevor wir wieder und wieder die Täter anklagen oder mit Preisen und Lecken überhäufen.

Das ist der Grund, warum ich viele Daten und Eindrücke sammle, Zu Israel und Gaza vor allem, zur Ukraine, und zu unserer so genannten Regierung, aber gerade da wenig kommentiere. Denn es ist schon wichtig, dass diese Nachrichten auch empfangen werden und man sich nicht dauernd in sich selbst spiegelt.

Was bleibt, das Weiterleben unter den realen Wolken des beschleunigten Welt- und Politikzerfalls, ist nicht wenig. Das ist keine beruhigende Philosophie und schon gar nicht Ablenkung von der Politik. Aber es kommt auch, auch, nicht nur! darauf an, dass wir unsere Widerstandskraft stärken, lebendig bleiben bezieht sich immer auch auf Umwelt und Sozialisation, und natürlich auf Kultur, also die Bereiche, wo die Dummen und die Gefährlichen gleichermaßen sparen wollen. Das dürfen aber nicht nur rhetorische oder demoinstrative Bekenntnisse sein, wir müssen etwas tun. Wenn wir etwas tun, dann muss nicht jeder sofort erfahren, dass wir aktiv uns für das Richtige so und so einsetzen, aber öffentlich muss sein, was die Konfrontation bewirkt, z.B. die Kritik an den Brosius-Kritikern der CSU (das sind rechtsradikale so genannte Christen aus Söders Gehege), z.B. das Niveau der Wehrdienstdebatte (da kann ich nur raten, von den Finnen zu lernen), und vielleicht mit dem Lob an Trump im Nahen Osten etwas zu warten: auch Diktatoren können manches richtig entscheiden, das entlastet sie aber nicht…

Zurück zum Anfang. Wenn sich der Krieg weiter entwickelt, wird er anders sein als unsere verbreitete Kriegsgeschichte, und er wird keinen von uns ganz in die Freiheit des Friedens entlassen – wohin wollt ihr fliehen? Aber es kommt darauf an, was geht vorzubereiten, und dem, was kommt, zu begegnen (siehe oben). Dass wir dabei nicht gewinnen, ist klar. Aber es gibt wichtigeres in unserem täglichen Leben.

Nur was man wirklich mag, aktiviert Kritik

Die letzten 24 Stunden USA. In Europa geht mir Italien nebst Heimat Austria am nächsten, und Israel transkontinental, und eigentlich lange Zeit die USA vor anderen Americanae. Das ist gar nicht so subjektiv, wie es klingt. Denn die eigene Geschichte hatte mit den Nachkriegs USA so viel zu tun wie wenige andere Länder, und das Sprachstudium, die Reisen, die Universitäten, die Freundschaften haben sich wie ein Pelzkragen um die Familienmitglieder dort gelegt. Nun, die meisten leben nicht mehr, und meine Schwester hat einen deutschen Pass genommen, GsD.

Dass unsereins Trump nicht mögen kann ist mehr als ihn bloß nicht mögen zu dürfen. Man muss einen Diktator ohnehin nicht mögen, auch wenn er im Vergleich zu anderen Tyrannen vielleicht noch erträglich ist. Obwohl: wäre man ein ärmerer US-Bürger, müsste man unbehandelt und hungrig auf private Wohlfahrt oder eben das Nichts angewiesen sein (Thema vieler DLF und ORF Nachrichten, weniger der Sozialpolitik bei uns).

Wie auch in anderen sich festigenden Diktaturen ist der Widerstand gegen Trump erstaunlich gering, bei den Demokratien wie in der Presse. Und meine (abonnierte e-paper) New York Times verfolgt er brutal, das verschreckt die kleineren liberalen Blätter, auch wenn er den 15 Mrd $ Prozess nicht gewinnt. Allein heute die Nachrichten: TV-Shows werden abgesagt, Finanzdiener werden in die Federal Bank eingeschleust, absurde bis faschistische Strafprozesse erhalten immer weniger Widerstand von der Justiz.

Scheinbar gibt es noch mehr Widerstand gegen die Einschränkung der Grundfreiheiten, v.a. Meinung und Presse, mehr Widerstand als in Russland oder China. Aber die US Diktatur macht sich ja gerade „normal“. Das ist eines meiner Probleme: wie schnell die außergewöhnliche, rechtslastige und kulturfeindliche erste Präsidentschaft Trumps heute so akzeptiert wird, dass die Ränder seiner Normalität sich mit der Normalität der Meisten? jedenfalls vieler US BürgerInnen decken.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich keine Eigenschaftswörter und Adverbien für Trump, Putin oder Xi übrig habe, denn Diktatoren dieser Dimensionen können „alles“ tun und auch das Gegenteil, und sich so darstellen, wie ihr Ego es will und nicht, wie wir es wahrnehmen. Bei den sich unterwerfenden Demokratien oder Faschismen darf und kann man gut differenzieren, sie sind natürlich divers, vergleicht den Britischen Hof mit Melonis Inn- vs. Außenpolitik mit NATO usw. Aber mir geht es um etwas anderes: die kaum behinderte Zerstörung der amerikanischen Kultur – die ich immer besonders mochte, siehe oben, – wird sich auf die gegenwärtige und auf die nächsten Generationen so auswirken wie Putins Verschleppung von Kindern in die russische Armut. Wo Trump sich mit den beiden anderen Diktatoren gleicht: im brutalen Misshandeln von Texten und Kultur, v.a. natürlich im Bildungswesen und bei der Umwelt. Und werte LeserInnen und Leser, mal ehrlich, was unterscheidet Trump von den beiden anderen Atomdiktatoren wirklich? Natürlich auch, dass wir noch unter dem Schirm der USA vergleichsweise liberale Spielräume haben, ja, kulturell sogar opponieren dürfen, in Grenzen. Und klar, er hofft auf vorbeugende Selbstzensur der Massen. (Dass die AfD ihm auch ins Trump kriecht, ist kein Zufall, aber auch kein Wunder, nur: die Mehrheit der Politik legt sich etwas weniger peinlich an seine Seite…).

Richtiger Einwand: Was sollen wir denn in Europa tun, ohne die USA überfällt uns Russland, und dann geht auch der Wohlstand verloren. Wenn es nur der wäre, wird das sicher sich so entwickeln, weil Europa am Ende ist, Karthago zwischen II und II Krieg. Aber das dauert länger als Trump überlebt und mit seiner Camarilla herrscht.

Noch haben wir die New York Times. Beispiel heute zu Israel: nicht monothematisch, nicht einseitig:

  1. Israel Is Committing Genocide in Gaza, U.N. Inquiry SaysBy Nick Cumming-BrucePage A8
  2. Trump’s Laissez-Faire Stance Gives Netanyahu Free Pass for Gaza EscalationBy Michael CrowleyPage A9
  3. Why Many Israelis Oppose Netanyahu’s Offensive Into Gaza CityBy Isabel KershnerPage A9
  4. Gaza City Panics as Israel Launches Ground OperationBy Liam Stack, Abu Bakr Bashir and Ameera Haroud

Oder den Kampf von Trump gegen die US-Kulturgeschichte: https://www.nytimes.com/2025/09/16/climate/trump-park-service-slavery-photo-tribes.html

Er ist wie seine Mitarbeiter und Kumpel ein Rassist, vor allem ist er ein Diktator. Nur: er wird breit im so genannten Volk unterstützt. Aber das: Donald Trump will Antifa-Bewegung als Terrororganisation einstufen (Spiegel online 18.9.2025). das kann ein Diktator so wollen. Wo sind die Grenzen?

Aber was bedeutet es, „nur“ eine NYT zu haben? Es bedeutet, unsere Resilienz zu stärken und unser Bewusstsein nicht einlullen zu lassen. NYT und die New York Review, machen nicht mein ganzes US Bewusstsein aus, aber einen guten Teil. Was wir von den USA wissen, ist meist die intellektuelle Couvertüre der Ostküste, der Westküste, der großen Städte – oder kulturelle Höhepunkte. „Auf dem Land“ ist in den USA ziemlich weitläufig, viele Distrikte sind größer als deutsche Bundesländer, zum Arzt oder Supermarkt ist es weit, die lokalen Zeitungen verdienen oft den Namen nicht und die Medien werden durchaus von trumpoiden Radikalen beherrscht: Fox – forscht da einmal nach…https://de.wikipedia.org/wiki/Fox_News_Channel oder im Detail https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/t%C3%B6tet-sie-einfach-fox-news-moderator-schockt-mit-gewalt-aufruf/ar-AA1MwcLx (18.9.2025) – man kann sich da einarbeiten. Weiter: Ein Mord als Vorwand. Jocahim Käppner in der SZ: „…Hoffnung liegt in der Geschichte. Schon einmal, in der Ära des eifernden „Kommunistenjägers“ McCarthy in den frühen 1950er-Jahren, driftete die älteste Demokratie des Westens ins Autoritäre ab. Damals war die Demokratie stark genug, um zu widerstehen. Vielleicht setzt sich der traditionelle Common Sense der Amerikaner auch diesmal durch. Aber es wird schwer“. Und hier bei uns: Nehmt die Erfahrungen mehrerer Generationen mit der Springer-Presse…oder Diskussionen um ZDF-Einführung: da sieht man schon Unterschiede auch im gesetzlichen Bereich. Aber dagegen die gibt es die kaum limitierte Meinungsfreiheit in den USA, die zur Zeit gewaltsam nach rechts gedreht wird….Das alles wirkt schon auch auf uns. Aber es wird schwer…

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Alles heute. Vielleicht morgen etwas anderes, aber nicht anders. Aus Karthago nach Rom schauen, ist nicht immer angenehm. Aber es hilft, sich ein wenig real einzurichten.

Sind wir am Ende? Ja, aber: wovon?

Keine Apokalypse, bitte. Wenn die Menschheit von der Erde verschwindet, wird das etwas kürzer dauern als bei den Sauriern, aber länger als bei den meisten von uns vernichteten Insekten, und überhaupt: die ZEIT ist angesichts des Ende von Humanwesen etwas anderes als unsere Lebenszeit. Ich bin dabei meine Liste an Nicht-Kommentierung täglicher Schreckensnachrichten zu verlängern. Ukraine, Gaza, Sudan sowieso, die Kommentare schwächen meist die Wirklichkeit ab und wer die inhumane Politik der Aggressoren verteidigt, befreit sich von weiteren Stellungnahmen, sofern die keine praktische Wirkung haben. Wenn allerdings…Aber was soll man sagen zu Entwicklungen, die unsere Vernunft anscheinend nicht erreichen? So, wie man Menschen, die man verachtet, nicht wirklich kritisieren kann, sowenig kann man kommentieren, was auf unterschiedlichen Ebenen zugleich sich abspielt.

Beispiel: Kritik an der Politik von Netanjahu, die ja mit seiner Unterstützung der Hamas ziemlich früh begonnen hatte, kann nicht gleichgesetzt werden mit der Kritik an Hamas und ihren Unterstützern. Dazu muss man aber nicht nur die Geschichte zurückverfolgen, von der Rechtsentwicklung der israelischen Politik bis zur Entwicklung und Hamas-Inklination der Palästinenser Gaza. Kritik an den Einen kann gar nicht Abmilderung der Anderen bedeuten, wir sind ja keine weißschwarz-Sekte einfältiger Orden. Man darf auch mehr als einen Gegner haben. Für mich jedenfalls ist das mehr als Literaturbedarf, man muss da schon empirisch genau wissen, wann was begonnen hat – und nicht mit der Bewertung die Analyse zurückdrängen. Dieses Beispiel nehme ich, weil mich Israel besonders auch persönlich berührt.

Aber die globale Endzeit hat ja zwei Ebenen mindestens: die Entwicklungen und Abläufe der Gesellschaft (en), die sozusagen in Lebenszeitabschnitten dem Ende zustreben und nicht unsere Philosophie, sondern unsere Beziehung zu Kindern und Enkeln, unsere sozialen und ethischen Elemente herausfordern. Die andere Ebene: wer befördert wie das Ende der Menschheit, also die Überholung der Umweltzerstörung durch Krieg, Diktatur und Todespolitik? Anders gefragt: müssen wir nicht vor unserem Sterben noch Politik machen, als resigniert die Umwelt sich zerstören sehen und uns in die nächsten Diktaturen und Kriege einfinden?

(Der letzte Absatz – lasst die Ökologie außen vor), der letzte Absatz ist eine Art Neuauflage der Jahre 1910-1914 bzw. 1930 bis 1933, natürlich mit Veränderungen. Aber strukturell doch recht verwandt). Es kommt darauf an, die globale Zerstörung zu dekonstruieren, Europa, unser Europa, wird das erste Opfer beider beschriebenen Entwicklungen sein, d.h. unser Absturz wird auch schneller und tiefer erfolgen als in anderen Teilen der Welt. Also den Teilen, die direkt von einem der Atomdiktatoren beherrscht und von ihren faschistischen Gefolgschaften umgesetzt werden.

Hinweis: ich hatte immer davor gewarnt, Adjektive und Adverbien zu den drei globalen Diktatoren Xi, Putin und Trump abzugeben. Nur sie können nämlich alle Erscheinungsformen sich an- und ausziehen, ohne dass die Untergebenen wirklichen Einfluss haben. Das ist im Kampf zwischen Demokratinnen und Demokraten mit den Faschistinnen und Faschisten anders, da muss man genau angeben, was einem jeweils so missfällt, dass man politisch dagegen kämpft.

Keine Apokalypse. Der langsame Niedergang der humanen Spezies wird uns selbst ja kaum mehr erreichen, oder sagen wir so: der nächste Atomkrieg oder eine soziale und kulturelle Verarmung des Europa zwischen den Mahlsteinen sind wahrscheinlicher als das völlige ausweglose Verschwinden des Umgangs von Natur und Menschen miteinander. Das beruhigt nur die Kleinbürger und Aktionäre.

Nun könnt ihr fragen: warum ich das schreibe. Vielleicht überleben solche Texte die nächsten Schritte der Weltzerstörung oder auch nur des Niedergangs eines Staates oder einer Gesellschaft, dann weíß man wenigstens, was wirklich war. Der Sieg der Wirklichkeit über die Wahrheiten ist unangenehm, das ist uns allen klar.

Keine Angst. Morgen wird es durchaus ungezwungen fröhlicher. Noch leben wir ja. nicht schlecht, oder?

Krieg – anders als bisher? Frieden auch.

Wenn man die Verletzten, Toten, Geschändeten, erfährt, wenn man die zerstörten Felder und Häuser sieht, dann kommen die Erzählungen wieder hoch, die sich ja in Bildern – und Statistiken – ausdrücken. Dann spricht MAN vom KRIEG. Der Rückblick, in Deutschland Stalingrad, in den USA Vietnam, usw. erzeugt eine Lücke in der Wahrnehmung. Was ist jetzt anders?

Darüber nachzudenken ist ebenso wichtig wie sich die Zukunft vorzustellen. Wünschbar ist Frieden, aber ja, nur: den können wir uns schwer vorstellen, und den drohenden, näher rückenden Krieg stellen wir uns in den Bildern der vergangenen Kriege vor. Nur die Wahrnehmung des wirklichen Todes, verhungerte und geschändete Kinder, verlassene Alte, gemetzelte Menschen allen Alters, bringt uns die Wirklichkeit nahe, unabhängig davon, wie das Sterben verursacht wurde.

Darüber schreibt man nicht, wenn man nicht auch etwas Praktisches tut. Aber wir wissen es – oder etwa nicht?

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Die Zusammenhänge sind nie einfach gewesen, jetzt sind sie es auch nicht. Aber die unsittliche Plattheit, dass alle irgendwie (selbst) Schuld haben, wabert natürlich durch alle Plots und Kommentare derer, die sich jetzt schon bücken, um die Unterwerfung vorzubereiten.

Das geht in den Alltag.

Wenn man etwas wirklich weiß, muss man nicht dauernd mit sich und seinesgleichen darüber reden. Nur, wenn man etwas zu sagen hat, soll man das Thema ansprechen (das ist die Theorie von A.R.Bodenheimer, einem vor 13 Jahren verstorbenen Freund). Mit anderen Worten, diesmal meinen: über diese Kriege zu sprechen hat nur Sinn, wenn es der Aufklärung, dem politischen Bewusstsein, hilft, praktisch zu werden. Sich auf die Folgen dessen einzustellen, was möglich und wahrscheinlich ist, nicht Wissen durch Vertrauen zu ersetzen (auf Gott, auf Trump auf…).

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Und sonst müssen wir weiter so leben, wie wir es auch, auch! für richtig halten. Der Weltkriegsalltag und seine Vorboten soll keine Mitläufer erzeugen mangels Alternativen. Die derzeitige Regierung verstößt gegen viele Überlebensregeln der Umwelt- und Sozialpolitik. Es ist den Merzen und Dobrindts und Klöckners nicht bewusst, denke ich, dass sie damit indirekt auch die um sich greifenden Kriege unterstützen. Uns muss das zu denken geben – und zu handeln. Das kann uns durchaus stärker machen als uns auf den Ausbruch von Kriegsalltag in der Nähe angstvoll vorzubereiten. Wenn wir richtiger leben und handeln, haben wir weniger Angst. Nebbich?

Spannend

Die Weltordnung fällt auseinander. Nicht zum ersten Mal. Sie belebt alle gescheiten und weniger gescheiten Kommentare, warum das so ist, seit wann es so ist, und ob und wie man das ändern sollte. Meist landen diese Überlegungen in der dritten Kommentarstufe am Stammtisch oder in endlos sich überschneidenden Talkshows. Aber, werte Leserinnen und Leser: was erwartet ihr denn anderes?

In vieler Hinsicht sind die Vergleiche bei uns mit 1913 besser als mit dem Beginn des 2. Weltkriegs – bei anderen Gesellschaften vergleichbar anders. Es wird sich etwas verändern, eher wissen wir was als wie.

Lassen wir alle Esoteriker, Futurologen, Globalanalytiker einmal beiseite, aber auch erklärte Unterwürfige – die sind auf der politischen Ebene gut erkennbar, wenn sie Trump in den Trump und Putin in den Putin und Xi in den Xi kriechen. Genauer hinschauen muss man bei der zweiten Ebene, wer kriecht warum dem Erdögan in den Erdögan oder … aber geht es um die politische Ebene der Gegenwart, oder nicht vielmehr wird ihre Zukunft durch die gesellschaftlichen Entwicklungen – also Politisierung, nicht gleich Politik – vorher bestimmt? Nur wissen wir nicht, wie es wirklich ausgeht. Was wir kritisieren können, sollten wir durchaus kritisieren: z.B. die Renationalisierung, die Entrechtlichung der internationalen Abkommen, den Abbau von Umweltpolitik und die soziale Verarmung ganzer Gesellschaftsschichten aus budgetären Gründen. etc. ABER das alles sagt nicht, was wirklich kommen wird, wir haben nur eine Palette von Möglichkeiten, keinen eindeutigen Weg.

Das ist kein altmodischer Hinblick auf Schicksal, auch keine passive Erwartungshaltung über das, was für uns wahrscheinlich sich ereignen wird. Das sagt nur, welchen Aspekt aus dem Portfolio wir auswählen sollen – und dann versuchen es zu können, nicht umgekehrt – um uns resilient, beständig und politisch weiter zu entwickeln.

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Trivial? Na und. Banal? nein. Zur Möglichkeit der politischen Weiterentwicklung gehört neben der Bildung auch die dauernde Präsenz in der gesellschaftlichen und also auch persönlichen Kultur. Ein Beispiel: Adriana Altaras https://de.wikipedia.org/wiki/Adriana_Altaras hat gestern (9.9.25) in Potsdam schon zum zweiten Mal ein Podium dynamisiert, das die Diskussion in den Köpfen des Publikums diffundiert und nachher, vielleicht auch länger andauernd, Folgen hat, im Nach-Denken, sich Vergewissern. Die Darstellung und Vorstellung von Nachdenken und Musik hat belebt, gezeigt, wie soziale Kultur der Politik vorangeht. (DER JÜDISCHE SALON POTSDAM – 09. September, 18:00 Uhr – Die Landeshauptstadt Potsdam in Kooperation mit dem Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg hat eingeladen, schon das zweite Mal). Und nicht von der Politik gesteuert wird, zum Wohle der jeweils Regierenden. Daran muss ich jetzt denken, nach dem politischen Auftakt im ersten Absatz. Was aus uns wird, bestimmt die Politik morgen, nicht was wir heute geworden sind…