Der rechte Flügel der Bundesregierung kopiert, was sich gegen die Demokratie vor 1933 in Deutschland und Europa abgespielt hatte, natürlich nicht 1:1, aber analog. Die europäische Ausländerfeindlichkeit tarnt sich als Migrationspolitik, und die alten weißen Männer abnehmender arischer Bevölkerung werden schon tot sein, bevor sie die Versorgungslücken erfahren. So extrem wird es vielleicht nicht sein, aber um zu hoffen, müssen wir an vielen Fronten aktiv sein, Bildung, Sozialsystem und private Schwerpunkte…(Flugurlaubsideologie, in den Medien schon entfaltet; Einfamilienhäuser; etc.). Deshalb: heute einmal nicht ins Detail gehen, sondern in den Sommer schauen:
Der ist schon trocken und soll bzw. kann es werden. Jetzt ist einmal vieles Grün bei uns. Auch wenn der Kampf der Reaktionäre gegen Grün sich beschleunigt. Was die Trockenheit bedeutet, kann, leider: muss, man lernen, das war nicht immer so, wenn ich an die Jugend zurückdenke. Nicht nur auf anderen Kontinenten, auch in Europa, ist das bislang natürliche Gleichgewicht zunehmend gefährdet. Mein alpines Beispiel sind die Felsstürze überall, und Überschwemmungen sind keine Umkehr der Trockenheit. Mir geht es hier aber nicht vorrangig um eine Darstellung der „naturorientierten“ Lebensum-stände, die werden eigentlich breit diskutiert. Es geht um das „Eigentlich“. Meine Hypothese: wenn die Hoffnung schwindet, müssen globale Prinzipien nicht mehr so vorrangig sein (Was nützt die Umweltpolitik in Deutschland, wenn sie weltweit untergraben wird…ein klassisches Beispiel).
Nun gehts mir aber heute um den Sommer. Man kann nicht nur die Pflanzen wachsen sehen, auch das Licht auf den Menschen und manchmal auf den Häusern ist schöner, und die Wolken treiben im Blau. Nein, nicht sehr romantisch, fast „objektiv“ begegnet uns die Jahreszeit, jenseits der Frühlingspoetik. Warum mir das wichtig ist? Weil es wenig Sinn macht, sich nur in die Reflexion von Politik und Kultur einzugraben und nicht zu bemerken, was man noch wahrnehmen kann, an Natur: das gehört nämlich auch zu uns als Gesellschaft. Dass sie gefährdet ist, wissen wir, und müssen dagegen Politik machen. Aber da ist es nicht schlecht, im Detail, in der Nachbarschaft, auch zu sehen, wahrzunehmen, was man retten möchte und kann. Ist „retten“ kein zu großes, kitschiger Begriff? Nein, denn an den Bäumen und Tieren der Umgebung kann man schon auf das größere Ganze schließen – wenn ich mit meinem Hund durch den Park gehe, dann beobachte ich nicht nur die Umgebung, sondern eben auch, wie sich der Hund in ihr bewegt. Alles zeitlich befristet und begrenzt. Wie wir, das ist wichtig. Und ich schreibe das heute, hellen Tageslicht, weil mich die Gegenwartsverengung der Faschisten und Wirtschafts-wachstumspropheten und vieler Militaristen verstört. Die These ist nicht zu platt: ohne Vergangenheit und keiner Zukunft ist das Wort „Jetzt“ hohl. Das ist, paradox? eine Aufforderung zur politischen Aktivität, zur Kritik, zur Kultur, und nicht zum Vorwegnehmen von Lösungen, wenn man eigentlich nicht weiß, wie man den rechten Akteuren die Werkzeuge zur falschen Gegenwartspolitik entreißt, und ihren linken Steigbügelhaltern. Die Zukunft ist eben nicht die Mitte, sondern wir müssen nach vorne. Unsere Kinder verstehen das, bisweilen.