Sprich Gegen-Sätze

Ich könnte ausflippen. Die neoliberale, unternehmer-orientierte, asoziale Politik, vor allem der minderheitlichen neuen Faschisten in der CSU, obwohl manche von denen nur wirklich blöd sind, o,8, wie ich sage, geht es hier nicht um eine faschistische Regierung, vielmehr um die kaum mehr erwartete Normalitäterä einer konservativen Regierung mit einem unappetitlichen rechten Rand. Währenddessen ranzt sich Wagenknecht an die Weidel ran, was echte Faschisten nicht so gern akzeptieren, aber vielleicht wird sie, die Weidel, es brauchen. Nein, dass die CSU, die CDU überwiegend und die SPD Spitze, gegen die Faschisten von der AfD sind, ist taktisch, um Atem zu holen gegen den kaum mehr verhüllten Retrokapitalismus. Sagt nur niemand so. Und ich werde einmal versuchen, den Begriff Faschismus in den Hintergrund zu rücken, denn darüber zu räsonnieren, ist ja nicht unmittelbar politisch.

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Worüber soll man schreiben, wenn die Hitze gerade vorüber ist, die Fußballer abgemeiert zu Hause sind und die Regierung die schlechte Unendlichkeit der Selbstminimierung weiter betreibt? Es bleiben einem doch etliche Felder, Kultur, Wetter, Umwelt, aber vor allem die Anknüpfung an Dialog, an „Kommunikation„. Und über diese Felder gehe ich ganz gerne, anstatt Ihnen, werte LeserInnen, klar zu machen, wie Hormus und der Aktienkurs und der VW Abbau zusammenhängen.

Im Frühsommer schlittert unser Land in eine fatale Nähe der extrem normalisierten AfD. So konzentriert sind die Meinungen dazu, dass die Umwelt gar nicht mehr vorkommt, deren Handhabung ja von den Rechten und denn Wachstumsfetischisten und Ökonomieschwurblern gar nicht mehr ernst genommen wird. Obwohl Felsbrüche, Steinlawinen, Gletscherbrüche in den Alpen auch normal geworden sind. So einfach sind etliche Aufstiege nicht mehr zu bewältigen, was im Übrigen mich und uns auch belastet, einschließlich der Erfahrung, welchen Pfad man plötzlich nicht mehr steigen kann und darf. Das bedeutet natürlich für die Umweltfeinde, die sich als Politikprofis verkleiden, dass sie auch für eine andere Art der „Kultur“ stehen, eine, die scheinbar geschmackvoll die Massen anzieht, aber weder sättigt noch wirklich schmeckt. Das Verhältnis von Kultur und Umwelt ist ja komplex zerbrochen, weil es nie bruchlos zusammen war: das hat unsere Beziehung zu Kultur in der Natur und natürlicher Kultur ja geprägt, und da sperren sich die Konservativen und die rechten Retros dagegen, weil sie den Raum der Entwicklung von kritischer Kultur einengen (müssen), und wir ihn erweitern (wollen), damit auch neues und unerwartetes seine Plätze bekommt. Wir wollen ja auch überrascht und nicht nur bestätigt werden.

Das klingt ein wenig abstrakt, ich weiß. Aber wenn man die Auswirkungen der neoliberalen Ökodiktatur vorwegnimmt, ist das nicht so weit weg von der Wirklichkeit. Ein Beispiel, als Vergleich. In der Natur kennen die jungen Menschen bestimmte Tiere und Pflanzen und Erscheinungen nicht mehr, sie werden im Alltag nicht mehr erwähnt, und dass ihr Fehlen glyphosatisch ist, kann sie ja nicht beschreiben. In der Kultur ist das gewaltsame Ausblenden des unabgeschlossenen, produktiven und noch nicht festgelegten Rahmens so ähnlich, wenn wir nicht mehr die Freiheit haben, uns auch mit dem noch nicht gelungenen Experiment zu befassen, weil wir auf dem Sockel der festgezurrten Herrschaft stehen müssen. Sagt jemand: aber das muss ja nicht so kommen. Sage ich: aber wenn es kommt, ist es zu spät, und überall wird an der Kultur gekürzt, weil das 0, 8 Hirn gar nicht anders kann als die Kultur zu ignorieren, wenn sie ja kritisch sein kann. Täuscht euch nicht über die nicht nur rechtsradikalen, auch dogmatischen, religiösen, auch linken Eingriffe in die nach vornehin – zukünftig – offene Kultur. Täuscht euch nicht über die nicht nur rechtsradikalen, auch dogmatischen, religiösen, auch linken Eingriffe in die nach vornehin – zukünftig – offene Kultur.

Die neue

Rechter Sommer, nicht nur rechts

Der rechte Flügel der Bundesregierung kopiert, was sich gegen die Demokratie vor 1933 in Deutschland und Europa abgespielt hatte, natürlich nicht 1:1, aber analog. Die europäische Ausländerfeindlichkeit tarnt sich als Migrationspolitik, und die alten weißen Männer abnehmender arischer Bevölkerung werden schon tot sein, bevor sie die Versorgungslücken erfahren. So extrem wird es vielleicht nicht sein, aber um zu hoffen, müssen wir an vielen Fronten aktiv sein, Bildung, Sozialsystem und private Schwerpunkte…(Flugurlaubsideologie, in den Medien schon entfaltet; Einfamilienhäuser; etc.). Deshalb: heute einmal nicht ins Detail gehen, sondern in den Sommer schauen:

Der ist schon trocken und soll bzw. kann es werden. Jetzt ist einmal vieles Grün bei uns. Auch wenn der Kampf der Reaktionäre gegen Grün sich beschleunigt. Was die Trockenheit bedeutet, kann, leider: muss, man lernen, das war nicht immer so, wenn ich an die Jugend zurückdenke. Nicht nur auf anderen Kontinenten, auch in Europa, ist das bislang natürliche Gleichgewicht zunehmend gefährdet. Mein alpines Beispiel sind die Felsstürze überall, und Überschwemmungen sind keine Umkehr der Trockenheit. Mir geht es hier aber nicht vorrangig um eine Darstellung der „naturorientierten“ Lebensum-stände, die werden eigentlich breit diskutiert. Es geht um das „Eigentlich“. Meine Hypothese: wenn die Hoffnung schwindet, müssen globale Prinzipien nicht mehr so vorrangig sein (Was nützt die Umweltpolitik in Deutschland, wenn sie weltweit untergraben wird…ein klassisches Beispiel).

Nun gehts mir aber heute um den Sommer. Man kann nicht nur die Pflanzen wachsen sehen, auch das Licht auf den Menschen und manchmal auf den Häusern ist schöner, und die Wolken treiben im Blau. Nein, nicht sehr romantisch, fast „objektiv“ begegnet uns die Jahreszeit, jenseits der Frühlingspoetik. Warum mir das wichtig ist? Weil es wenig Sinn macht, sich nur in die Reflexion von Politik und Kultur einzugraben und nicht zu bemerken, was man noch wahrnehmen kann, an Natur: das gehört nämlich auch zu uns als Gesellschaft. Dass sie gefährdet ist, wissen wir, und müssen dagegen Politik machen. Aber da ist es nicht schlecht, im Detail, in der Nachbarschaft, auch zu sehen, wahrzunehmen, was man retten möchte und kann. Ist „retten“ kein zu großes, kitschiger Begriff? Nein, denn an den Bäumen und Tieren der Umgebung kann man schon auf das größere Ganze schließen – wenn ich mit meinem Hund durch den Park gehe, dann beobachte ich nicht nur die Umgebung, sondern eben auch, wie sich der Hund in ihr bewegt. Alles zeitlich befristet und begrenzt. Wie wir, das ist wichtig. Und ich schreibe das heute, hellen Tageslicht, weil mich die Gegenwartsverengung der Faschisten und Wirtschafts-wachstumspropheten und vieler Militaristen verstört. Die These ist nicht zu platt: ohne Vergangenheit und keiner Zukunft ist das Wort „Jetzt“ hohl. Das ist, paradox? eine Aufforderung zur politischen Aktivität, zur Kritik, zur Kultur, und nicht zum Vorwegnehmen von Lösungen, wenn man eigentlich nicht weiß, wie man den rechten Akteuren die Werkzeuge zur falschen Gegenwartspolitik entreißt, und ihren linken Steigbügelhaltern. Die Zukunft ist eben nicht die Mitte, sondern wir müssen nach vorne. Unsere Kinder verstehen das, bisweilen.

Herbstlicht

Ist doch alles so schön, wenn man in den wolkenlosen Himmel über Potsdam schaut, die Sonne und der kühle Wind. Natürlich: es ist sehr trocken und bleibt es wohl wieder eine Woche lang, anderswo regnet es, aber hier… Natürlich wollen alle über Politik reden, von der Ukraine bis zum Gaza, manche auch über den Sudan und Kongo und die Erdbeben in Südostasien, sogar über Trump und Kimmel wollen sie reden, und unermüdlich über die deutsche Regierung, die endlich aktiv werden muss, damit die Wirtschaft die Kultur und die soziale Wirklichkeit mit weniger Schulden wirkungsvoller unterstützt. Dabei reden sie eigentlich nicht über Politik, sondern über ihre Meinung dazu, also nicht, was sie alternativ zu tun empfehlen und was sie selbst machen wollen.

Noch immer keine Wolken, es bleibt schön, als ob die Umwelt sich auf den Ausblick konzentrieren möchte, wo es immer weniger Einblicke gibt. Gäbe es mehr, wäre die Umweltpolitik zentral und dynamisch und vielleicht wirkungsvoller, also wirklich Politik. Man kann manches nicht vergleichen: die dumpfe Stille vor dem Ausbruch des schon erwarteten Gewitters und die schwere Stille eines nicht wirklich abwendbaren Krieges, der nur anders ist als die Erzählungen und Erfahrungen bisheriger Kriege und Waffengänge. Aber viele unserer inneren Bewegungen sind vergleichbar und bedrückend, auch wenn ihre Anlässe unvergleichlich sind. Und wenn wir Widerstand aufbauen, so gegen die psychische Bedrückung in uns, nicht gegen die Wirklichkeit draußen, in der Welt, von unseren Gefühlen nicht beeinflusst. Warum ich den Vergleich ziehe: das Gewitter zieht ab, nach einiger, meist kurzer Zeit. der Krieg, die Zerstörung, die Folgen….ziehen nicht ab. Und schon gar nicht von selbst.

Kaum Wolken, helles Licht. Natürlich lebt es sich besser als die kleindenkenden Politiker es einem einreden, wenn sie Geld brauchen, aber so weit wissen das alle: nur weil es uns jetzt gerade besser geht als den meisten anderen, ist nichts entschieden, im sozialen Kontext von Karthago III gehen wir nicht in das Lager Rom Nfg. und ergeben uns vorzeitig. Deshalb schreibe ich ja auch.

Zum Widerstand gehört auch, so zu leben, wie man es für richtig hält in den Umständen, die herrschen, nicht denen, die kommen werden. Selbst die Vorbereitung auf soziale Rückstufungen, auf politische Pression und Widerstand kann nicht beinhalten, uns dort zu verkleinern, wo wir ganz richtig leben, von morgens bis abends. Das klingt absurd, ich weiß. Ist es aber nicht.

Europa, Deutschland, unsere Umgebung….werden nicht zu den Siegern und Paradiesen der Entwicklung der nächsten Perioden gehören. Das kann man begründen, politikwissenschaftlich, nicht unbedingt historisch, aber sich auch durch genaueres Durchdenken dessen, was wirklich geschieht, nicht, was in den Kommentaren übrigbleibt. Die Zerstörung der Kultur, die Zerstörung des Sozialen machen unser Leben schlechter und retten unsere Gesellschaft natürlich nicht, nur weil der Goldpreis und die Wirtschaftsdaten steigen. Und all das erreicht uns, früher oder später, eher früher, und der Widerstand macht uns, paradox, doch eher lebensfroh, mit dem NOCH, noch leben wir, noch denken wir, meinetwegen noch lieben, aber jedenfalls gleiten wir nicht die Apathie des „Man kann eh nichts machen“. Der Widerstand: „Es muss etwas geschehen“, ist näher als die kollektive Apathie, das haben wenigstens einige von uns schon gelernt.

Lebensfroh, das ist auch das NOCH leben wir besser als viele. Das kommt nur in den Kommentaren zu Gaza, Ukraine und Kongo nicht vor, oder bestenfalls zu wenig. Die Wiederherstellung der Politisierung des Alltags ist das Gegenteil der sporadischen Stimmabgabe für die Politik der Anderen, denen wir doch nicht vertrauen….würden wir ihnen vertrauen, könnte das ja zusammengehen: Politik und Gesellschaft.