Nach wie vor: keine Untergangsstimmung oder Endzeit; auch keine konkrete Aussicht auf US Politik nach dem Ende von Trump. Aber leider auch kein Ausweichen der Tatsache, dass Trump im Zentrum der Weltpolitik nsteht, ob nun die USA langfristig schwächer werden oder ob China sie ersetzt.
Mark Danner, Berkeley, bekannt als kritischer Pädagoge, rezensiert eine wichtige Zusammenfassung NYRB #13/2026): Maggie Haberman und Jonathan Swan, beide Redakteure der NYT, schreiben: Regime Change. Inside the Imperial Presidency of Donald Trump. (Simon and Schuster 2026).
Nicht nur ich sammeln Presse und Analysen zu den Herrschaftsformen von Diktatoren, Putin, Xi, Trump…und, das ist wichtig, ihren untergebenen Politikern. Viele, in den US und weltweit, sind politisch und kulturell Trumpisten, ob sie es wollen oder nicht. Von ihnen wiederum sind viele kriminell – oder, wie in den USA, unterwürfig zu Trump zurückgekrochen – das kostete sie 1,9 Mrd. $ (nur Börsenchefs) an Spenden. Aber das ist nur die Oberfläche: die diktatorische Exekutive wird allenfalls am Rand durch die Justiz und kaum durch den Kongress, eher durch einige Staaten in ihrer Legislative – begrenzt oder bedrückt. Entscheidend ist, dass die Lüge des Diktators inländisch und international als Machtmittel und nicht als Lüge wahrgenommen werden will. Also, dass ein großer Teil des Volks dahinter steht – des Volks, nicht einfach der Bürgerinnen und Bürger. Darüber muss man in der Diktatur nachdenken, nicht nur in den USA.
Nun, die Informationen sind interessant, epinlich, und gut zugänglich. Auch bei uns. Aber es sollte uns interessieren, in welchen Bereichen wir dem Trumpismus uns unterwerfen, nicht nur in den Geldtransfers weltweit, nicht nur im IT Bereich. Wie die Wissenschaft degradiert oder entstellt wird, wie die Entwicklungspolitik auch bei uns heruntergefahren wird, – das sind auch Folgen von Trumps Politik, nicht nur. Ich denke dabei an die nächste Generation, der viel mehr Bildung entzogen wird, als wir erwerben durften – und konnten, weil u.a. die USA eine Nachkriegspolitik machten, nicht nur zu unseren, auch zu ihren Gunsten, nicht nur fehler- und moralfrei, aber erträglich, verhandelbar und vor allem kommuniziert. Das geht heute kaum mehr.
Regime Change braucht Hilfskräfte und Unterstützer, weltweit. Wir sind Teil davon. Wir werden uns nicht etwas von den USA befreien, wenn wir weiter an der Festung Europa, an den Grenzvergehen des rechten Regierungsflügels, an dem Sozialabbau der unteren Schichten bauen. Und natürlich sind andere Diktaturen auch keine Alternative, unterzukriechen. Zu diesem Thema sollten wir immer und immer wieder die individuellen Schicksale auch studieren, Schicksale der Flüchtlinge, der Asylanten, der Armen schlicht – nicht Statistiken, sondern Lebensläufe.
Das hat viel mit unserer innenpolitischen Realität, mit den nächsten Wahlen, mit dem Widerstand gegen eine Exekutive der Eindämmungen zu tun, aber auch mit der selbstkritischen Wahrnehmung unserer Freiheiten, die oft nur wohlständisch, aber nicht gerecht sind. Das trifft viele von uns, immer wieder. Es baut uns nicht ab.