Wenn man durch die Landschaft wandert, ausdauernd und mit dem Hund, freut man sich, dass es doch geregnet hat, wenigstens ein paar Tropfen. Aber bei starkem Wind sollte man auch nicht in die schönen Wälder gehen, zu viele trockene Äste fallen aus den Bäumen oder liegen schon am Weg, große und schwere Äste, keine Zweiglein.
Auf den größeren Wiesen ist das Gras noch trocken. Die meisten Blumen sind blau, violett oder weiß, kaum mehr gelb, und rot sowieso nicht. Wenig Pilze, nur ein paar weiße Falter, kaum Insekten. Die Wälder schauen auch von außen schön aus, Bäche und kleinere Tümpel sind ausgetrocknet, der Boden ist steinhart.
Was ist daran so schön? Die Erinnerung. Erstmals an Zeiten wie früher und was alles schöner und besser war – stimmt natürlich nicht, und frühere Schäden und arge Perioden werden verdrängt. Aber denkt man nach, hat sich doch vieles geändert. Und leider können wir unseren Kindern und Enkeln nur mehr erzählen, was sich in der Natur nicht mehr zeigen und beschreiben lässt. Und dann: ganz andere Vorstellungen von Umwelt und Entwicklung der Zukunft als, sagen wir, 1968 (als symbolisches Jahr von uns im Westen). Das klingt seltsam, es war auch im Osten anders, aber man kann es nachzeichnen und belegen. Spannend. Mich interessiert auch und vor allem, wie diese Vorstellungen entstanden sind. Es klingt fast wie ein Witz, aber Gesellschaft und Politik waren unser Rahmen, Natur und Freizeit bestenfalls in den Lücken – naja, ehrlich: doch nicht so, es gab viele Ausweichungen. Aber mit der Übernahme der amerikanischen Kultur bei gleichzeitig zunehmender Ablehnung der US Politik entstand mit uns eine Generation, die nach dem Weltkrieg so nicht wirklich bei uns erwartet worden war. Und wir waren natürlich nicht ganz. Dieser Befund gilt übrigens auch später, für die nächsten Generationen. Aber was „ganz“ bedeutet, darüber kann man nachdenken, auch wenn man weiß, dass keine neue Generation jemals ganz war und ist – und die alten Generation erst recht nicht. Aber dann ist die idealistische Vorstellung von Ganzheit nicht haltbar, außer in der Utopie.
Und jetzt denke ich wieder an meine Wanderungen durch die geschändete Natur und die Blödheit, mit der manche, viele, Politiker sowohl das Klima als auch das Wetter klein reden. Es ist schon gut und richtig, sich der Natur als Möglichkeit des Überlebens menschlicher Evolution mehr als nur auf Postkarten zu widmen. Aber das Überleben ist für die Gegenwartspopen keine Frage, wenn es ohnedies keine Zukunft mehr gibt. Das gilt vor allem, wenn man die jungen Generationen gar nicht im Blick hat. Daraus aber sollte, denke ich, müsste man POLITIK machen. Das ist das Alternativprogramm zum gegenwartsintensen Faschismus. Ja schon, aber dazu muss man die Demokratie schon auch weiterentwickeln.