Was bedeutet das Sprichwort wirklich? „Die Redewendung „aus den Fugen geraten“ bedeutet, aus dem Gleichgewicht zu geraten oder aus der Ordnung zu fallen. Sie wird oft verwendet, um Situationen zu beschreiben, in denen etwas, wie ein Verhältnis … ein System, nicht mehr stabil oder in Ordnung ist. Beispiele für die Verwendung sind: „Die Welt gerät aus den Fugen“ oder „Das Leben der Familie gerät aus den Fugen“. “ (sagt des Lexikon…bing.com). Ich hänge mich daran, weil so viel aus den Fugen geraten ist, in der Weltpolitik, in der Regierungsarbeit, in der Wahrnehmung von Umwelt, also „überall“, und wenn alles zerfällt, dann ist die Vision von Neuaufbau ja fragwürdig (was früher die Ökonomie begeistert hatte: Schumpeter und andere…
Ich hänge mich daran, weil es ja sein könnte, dass das allgemeine Desinteresse daran liegt, das es kaum konkrete Wiederherstellungsinteressen zu geben scheint. Scheint? Wo man hinschaut, überall Auflösung und Trümmer?! Also, sagt der Entmündigte, nicht hinschauen. Das ist die Strategie nicht nur der Faschisten, aber ihr beständiges Prinzip. Und wenn Demokraten es imitieren, bleibt das Ergebnis doch unsinnig. Denn wenn ich nur von den Ergebnissen her bewerte, dann fallen mir die Opfer auf dem Weg zum Erfolg, die Weggeworfenen und aus der Gesellschaft Abgetriebenen gar nicht auf, ich kann sie nicht bedauern und muss nicht mit Moral gegen die Politik arbeiten.
Jetzt könnt ihr sagen: ganz schön abstrakt und verwinkelt. Klar, dass die Gegner von Freiheit und Gleichheit nicht mit offenen Karten ihre Strategie mitteilen. Und zusätzlich führt die Engführung von Bildung, Sozialisation und Erziehung dazu, dass vieles gar nicht mehr beim Einzelnen ankommt, man kann ja nachschauen…Nach schauen, gar kein dummes Wort. Aber, als Beispiel, wenn die o,8 Merzregierung für den Wohnbau (Einfamilienhäuser!…) Umwelt und Lebensqualität hintanstellt, dann ist das genau die ökonomische Unterwerfung der sozial und ethisch abgesetzten Massen durch die, die weiterhin gut und grün leben werden können, bis die Erdzeituhr abgelaufen ist. Kommt früh genug. Das Weiterhin fehlt der konservativen Regierung allerdings, bitte nicht einfach links-rechts-Achse aufmachen, es ist schon komplizierter. Faschisten und andere Engführer des Lebens berufen sich auf die unmittelbaren Zwänge der Gegenwart, und sie verdrängen beides: Vergangenheit als Belehrung und Zukunft als Hoffnung. Wenn wir nach dieser Regierung ohnedies nichts zu erwarten haben, brauchen wir auch nicht zu hoffen, dann konsumieren wir uns lieber jetzt. Und wenn es nur die Gegenwart gibt, hat die Demokratie keine Chance, und die Faschismen verankern sich.
Mich würden Einwände gegen diese Ableitung interessieren. Natürlich ist das alles intern kompliziert, aber nicht komplizierter als die Verengung des Blicks. Also unseres Blicks, nicht die Verengung der objektiven Wirklichkeit…Eine solche Verengung hat es immer schon gegeben, nach 1945 im ehemaligen Deutschen Reich, vgl. Ransmayer: Morbus Kitahara, also diese Verengung…). Der Vergleich „nach“ 1945 passt zur Welt aus den Fugen vor den Weltkriegen. Und auch wenn wir es vielfach nicht erinnern können, so bedeutet unsere Freiheit, dass wir es rekonstruieren, wissen können – anders als die, die schon gänzlich in den Diktaturen eingebunden sind. Und diese Freiheit, paradox, siehe oben!, ist ja das Moment der Hoffnung, also auch der Zeit – Vergangenheit und ZUKUNFT, die den Faschisten so völlig abgeht.