Interesse…Dabei sein ist alles?

Manche denken, ich sei Pessimist. Bin ich so wenig wie Optimist.

Manche denken, ich habe nichts Besseres zu tun als Nachdenklichkeit zu fördern.

Manche sind eben Manche.

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Ich habe gehört, wie ein Psychologe erklärt, warum viele und nicht nur Manche sich gar keine Nachrichten, keine Politik, keine Klimameldungen, keine Brandstiftungen mehr anhören wollen. Dass sie endlich etwas Gutes, aufbauendes, erwärmendes hören und erfahren wollen, sonst kann man doch überhaupt nicht richtig leben. Kann man nicht?

Diese chronische Unterschätzung der eigenen Bewältigung von Wirklichkeit macht mich etwas ratlos, weil ich ja auch bestimmte Sachen nicht mehr dauernd hören, lesen, sehen und fühlen möchte. Aber ich will sie auch nicht ersetzt haben, nur weil ich sie schon kenne. was aber will ich wahrnehmen? Der Krieg ist kein Normalzustand, trivial. Aber er zeigt deutlich, was man vermisst und was man plötzlich schätzt, obwohl man es lange vernachlässigt hat. Zum Beispiel alte Briefe und Bilder, die man aufbewahren möchte, weil man sie bisher aufbewahrt hatte. Warum eigentlich? damit sie für unsere Kinder und Enkel da sind – kein schlechter Grund. Jetzt muss man sie schützen (nicht nur die Museen mit ihren Millionenwerten; wir sind keine Museen). Und wenn ich diese Ordner und Briefe und Bilder anschaue, dann frage ich nach den vergangenen Jahren, nach den vielen Ereignissen, an die ich mich kaum mehr erinnere. Jetzt, plötzlich?

Nur wenn es hart auf hart kommt, nur dann, fragt man sich, was und wer man bisher gewesen ist. Meist ist man ja zufrieden, dass es WEITERGEHT, und wenn ja, dann ist es ja nicht zu spät. Davor fürchten sich viele, zu spät….

Die Nachdenklichkeit über sich selbst ist kein Zustand, der nur wegen der verheerenden Situation um uns, „in der Welt“ provoziert wird, aber natürlich fragt man sich in diesen Tagen genauer und eindringlicher über den eigenen Platz in der Welt, nicht nur, wer man ist, vor allem, was man tun kann und soll. Und wozu man es tut.

So wenig man das Elend der Wirklichkeit ignorieren kann, so wenig soll man sich hinunterziehen lassen, das wäre eine maßlose Selbstüberschätzung. Und so bleibt einem nur, die zu unterstützen, die das richtige tun, und sie zu beglückwünschen und hochzuverbreiten, wenn sie es tun. Das erfordert gar nicht so viel Mut, meistens, und doch muss man sich überwinden, ein Attentat auf Putin zu loben, die iranischen Frauen zu unterstützen und nicht gleich sich als siegreicher Feldherr auf die russischen Soldaten stürzen zu wollen, die man ja fiktiv ohnedies nicht unter die Erde bringt. In Zeiten des Kriegs ICH zu sagen, bevor man sich für das eine oder andere WIR entscheidet, ist gar nicht so dumm…denn auch meine Zeit ist beschränkt, und die meiner Kinder und Freunde. Und da bedeutet auch, dass wir abweisend, böse, aggressiv gegen Russland sein können, und hilfreich für die Ukraine, dass wir von der Politik genervt sind, dass wir aber, was uns selbst angeht, nicht resignieren dürfen, sonst können wir nicht helfen. Klingt pathetisch, ist aber so: aus der Verzagtheit kommt keine Unterstützung. Aus dem Ernst, dem Nachdenken, kann Politik kommen, aber die muss nicht gruftig sein, denn wir sind ja, bis jetzt, nur am Rande im Krieg und können helfen und ermutigen.

Ich schreibe das, weil es uns nicht unverschämt, aber doch ziemlich gut geht. Und daraus solidarische Politik zu machen ist einfacher als unter Zwang, der kommt früh genug, vielleicht. Aber wenn wir uns mit dem Krieg, wenn wir uns mit den Faschisten in Schweden, Italien und Ungarn auseinandersetzen wollen, dann dürfen wir uns nicht anstecken lassen vom Unglück der Welt, sonst können wir gleich aufgeben.

Vorkriegskrieg und Hampeln

Da sich fast niemand auf seine oder ihre Erlebnisse in einem Krieg erinnern kann, werden Bilder bemüht, solche von anderen Kriegen, früheren oder weit entfernten; Filmen und Texten; und Bilder der eigenen Phantasie. Die Vorstellung simuliert, was (noch) nicht der Fall ist.

Ein paar Stunden von hier wird gestorben, getrauert, gefroren. Das hat natürlich mit uns auch zu tun, aber nicht so gradlinig, einfach, wie das die Diktatoren propagieren. Es geht nicht einfach Ost gegen West, Nord gegen Süd. Dass es nicht einfach ist, kommt den Tyrannen entgegen.

Und dass es der letzte Sommer, der letzte Herbst vor der manifesten Gewalt bei uns ist, das kann die Psychologie besser erklären. Warum auch nicht, fragt man sich in den Urlaubstagen, den Herbstferien, bei den Kultur- und Sportereignissen. Der simulierte Frieden kann durchaus die Widerstandskräfte stärken, kann uns auf schlimme Tage vorbereiten, kann uns aufrichtig machen.

Natürlich nicht so wie die verantwortungslosen Hamburger Pfeffersäcke mit ihrer Unterwerfung unter die chinesischen Diktatoren (Cosco: Scholz, Tschentscher….Hauptsache, die Konten stimmen bis zum Grabschmuck). Aufrichtig heißt noch nicht einmal immer hungern, frieren, sich ängstigen: aber auch das wird möglich. Aufrichtig heißt, unser eigenes Leben etwas anders einrichten.

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Und ist das so schwierig? Es kommt darauf an. Bachmanns „Alle Tage“ (1953) habe ich schon mehrfach zitiert, und Hölderlins „Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!/Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,/Dass  williger mein Herz, vom süßen/Spiele gesättigt, dann mir sterbe!“ (1798) wird zu Unrecht verspottet, dass man wohl wenig Zeit habe. Zeit wofür?

Ich denke, man kann politisch unser aller Zeit darauf einrichten, den Klimawandel zu bekämpfen, und damit Krieg, Hunger und Diktatur. Und nicht den Krieg vorziehen und die Energieversuchsspiele und die roten Linien gegen die Demokratie dauernd hin und herschieben. Man kann = wir können, weil wir müsse4n. Das setzt Konfliktbereitschaft ebenso voraus wie Abkehr von den gefälligen Prognosen. Und dazu können wir nicht nur denken, darüber sollen wir reden und vielleicht streiten. Und? Macht das unseren Alltag schlechter?

Ich denke, das ist eine Fragen, die wir gegen den ausweichenden Hedonismus stellen müssen, der ja im Grunde nur sagt, weil ohnedies „alles“ VERLOREN IST; KANN MAN JENSEITS ALLER Moral und Regeln noch einmal so richtig den privaten Ballermann und den sozialen Ballermann ausleben. Weil der Kater auch dann kommt, wenn mans nicht tut.

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Keine Privatphilosophie, bitte. Vielmehr Politik. Das bedeutet, dass die Meinungen hintan stehen müssen, sie haben nur wenig Anteil an der Freiheit. Cosco und Hamburg sind so ein Beispiel.

Nicht alle Flüchtlinge sind weiß,

das weiß man.

Die weiße Faeser ist sich mit schwarzbraunen Söder einig: Den weiteren Zuzug von Asylbewerbern aus europäischen Nachbarländern wollen sie verhindern. … Auch diese Menschen fliehen vor dem Krieg in ihrer Heimat und erhalten in der Regel in Europa Zuflucht (SZ am 12.10.2022).

Das bedeutet, dass die in der Regel nicht-weißen Kriegs- und Diktatur-Opfer nicht so menschlich behandelt werden wie die zu Recht aufgenommenen Menschen aus der Ukraine. Die Österreicher sollen mitspielen, die haben ohnedies schon Grenzkontrollen zur Slowakei und Bayern, letztere werden verlängert (leider kann man das Einströmen von Bayern nach der Alpenrepublik nicht verhindern).

Wenn es nicht so peinlich und unmenschlich wäre, könnte man ein Kabarett draus machen. Nichts lernen aus der Geschichte (zB. 1933 oder 2014/5), nichts lernen aus der weltweiten Attacke auf die Demokratien (Chinazögling Orban ist noch immer in der EU, von Scholz betätschelt), nichts lernen aus der Tatsache, dass wir längst im Krieg SIND und uns auf lange Zeit einstellen müssen, die nicht nur von Wohlstandsverlust gekennzeichnet sein werden.

Nun übertreibst du aber, sagen dann auch Freunde. Wenn man ARD und ZDF sieht, ja. Schon die arte-Nachrichten sind da weniger „diplomatisch“. Diplomatie ist keine Nervenberuhigungsapotheke, nebenbei.

Gut, ich übertreibe. Was machen wir dann mit den Flüchtlingen nicht-ukrainischer Herkunft. Zurück zu den Taliban? Zurück zum IS? Oder Nach Myanmar – die sind nicht so viele, zurück nach Ungarn, sind ja nur Roma?

Das Schlimme ist, dass die Asyl- und Rettungspolitik noch immer zwischen AA und BMI zerrieben wird. Und zwischen Bund und den Kommunen. So, es ist DAFÜR zu wenig Geld da? Das ist die von den so genannten Liberalen der FDP vertretene Analogie zwischen den Privathaushalten und dem Staat. Der Staat kann noch ganz andere „Schulden“ machen, die werden, abgesehen von Zinsen, ohnedies nicht zurückgezahlt, wenn sichs um reiche und wirtschaftsstarke Ländern handelt.

Natürlich können wir in Deutschland nicht ALLE Flüchtlinge aufnehmen, kein Land kann das. Aber es können jetzt schon viel mehr sein, und es werden ohnedies bald viel mehr sein: Kriege, Klima, Hunger sorgen dafür.

Und ebenso „natürlich“ hätte Frau Faeser dies noch sehr viel genauer analysiert darstellen können. Auf der Ebene der Wahrnehmung des gestern geführten Bund-Länder Diskurses zu den Flüchtlingen hat sie das unterlassen. WEIL wir zu Recht die ukrainischen Flüchtlinge aufnehmen und mit besonderen Vergünstigungen für ihren geretteten Aufenthalt bei uns ausstatten, MÜSSEN wir das bei den anderen genannten Flüchtlingsgruppen auch entsprechend umgestalten, damit diese nicht innerhalb der Flüchtlingswelt diskriminiert werden. Gut gehts ihnen bei uns sowieso nicht.

Machen wir doch

In einem gerade fertig geschriebenen Buch, das demnächst erscheint („Flanieren im Mythos“)[1], schreibe ich: Im Übrigen ist das eine entscheidende Grundlage für meinen negativen Ausblick auf die kommende Geschichte: was wird alles geschehen, bevor die Menschen wirklich da sind, „wirklich da“, bevor sie unumkehrbar in die inhumane Natur abstürzen?

Das ist keine pessimistische Attacke auf die Gaspolitik oder die Ausrottung der meisten Insekten zugunsten des Wachstums (Truss-Tussy: „Grow, grow, grow!“ 4.10.2022). Ich denke, nur eine nicht vollendete Evolution der Menschen kann sich so verhalten, wie es alle tun (mich eingeschlossen), und dann wird die Spezies nicht still verbleichen, sondern einen ungemütlichen Abschied feiern. Feiern müssen?

Negative Utopien, auch resignative Zukunftsszenarien sind nichts neues, sie unterhöhlen die positiven, selbst-tröstenden Vorstellungen, wann und wie sich das Rettende auch zeigen wird.

In dieser Situation drehen die meisten PolitikerInnen der Wirklichkeit den Rücken zu und predigen, sie wollten ohnedies das Nächstliegende tun, und was liegt näher als das zu tun, was die meisten kennen, ohne sich dafür verantwortlich und haftbar erklären zu müssen. Der Gasverbrauch stieg im Herbst, weil es ohnedies „egal“ ist. Egal heißt, man kann entweder nichts machen oder, was man macht, kehrt wie Entwicklung nicht wirklich um. Das „Wirklich“ ist ein Schlüsselwort, hinter dem jede(r) Einzelne die Nichttätigkeit versteckt. Die Philosophie nennt das Teil der schlechten Unendlichkeit. (Gas war eine Metapher, ich mache hier keine Energiedebatte).

Wahrscheinlich ist, dass es demnächst allen schlechter geht, gemessen am Wohlstandsdogma (das sagt der humane Ausnahmeliberale Gerhard Baum angesichts des Schuldenbremsers Lindner, aber seine Wahrheit hatte wenig Wirkung). Was heißt „schlechter gehen“? Noch mehr Menschen werden verhungern, noch mehr Menschen werden hungern, die Rückzugsgebiete der Superreichen werden flächenmäßig kleiner, und die Menschen dazwischen werden allmählich die Abnehme ihres bisherigen Lebensstandards wirklich spüren, nicht nur von 20° auf 19°. Und? Wird das die Diktaturen mäßigen, wird es die Kleriker von ihrer Gottesdiktatur abbringen, wird es die Börsen schwächen? Wird es der zunehmenden Faschisierung der Demokratien Einhalt gebieten in ihrer Abwehr gegen die Diktaturen? Wird es die Geburtenrate rasch senken?

Natürlich nicht. Natürlich, weil wir noch nicht so weit in der Evolution sind.

Und, was soll dieser düstere Ausblick?

Nichts. Wenn ich hoffentlich nicht Recht habe, bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als kontrafaktisch, als gegen diesen Ausblick so zu handeln, als wären die 1,5° erreichbar, als könnte man Putin und XI und den Supreme Court und und und stürzen, und die Faschisten bei uns unter 15% halten und und und.


[1] Flanieren im Mythos – Sexualität und Gewalt. Edition Splitter, Wien 2022

Das Ende von Grün? Neuer Anfang.

Analysen allein bringen uns nicht weiter. Wir müssen nicht nur erklären, warum sich etwas ändert, sondern auch bewusst machen, was wir selbst wollen, um die Wirklichkeit beurteilen zu können.

Konkret: In Österreich sinken die Zustimmungswerte zu den Grünen. Und in Deutschland führt die Debatte um die Energiepolitik zu einer Menge von Unmut, die den strahlenden Spiegel der besten Partei, die wir haben, in Splitter und blinde Flecken bersten lässt, wenigstens teilweise.

Wenn Habeck und andere die AKWs ein paar Monate am Netz lässt, ist das Verrat – am Programm, an den Überzeugungen, an der Glaubwürdigkeit? Und wenn die Antwort korrekt lautet, ja UND nein, dann frage ich, was denn Politik anderes sei als dieses „Und“ immer wieder gegen die Grundüberzeugungen zu stellen und zu prüfen wo man noch handeln kann und soll und wo man sich in die Opposition begeben muss.

Natürlich sind die Energiefrage und die AKW Laufzeit nicht das Ende von Grün.

Aber an diesem kleinen Beispiel kann man sehen, dass wir nicht immer im gleichen Fluss treiben und uns nicht auf die Arché (den Anfang und die Herrschaft) unseres Gründungsprogramms und unserer Überzeugungserfolge berufen können. Gerade wenn wir keine „Realpolitik“ wollen, müssen wir realistisch sein, und das heißt in der Politik über die Gegebenheiten hinauszudenken und tätig zu sein. Denn gerade das, was wirklich gelungen ist, erzeugt neue Widersprüche und wiederholt nicht die alten.

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Ich schreibe das anlässlich des faschistischen Vormarschs in ganz Europa. Der macht zurecht und drängend unsicher. Wie wenig (oder schon viel?) bedarf es, um aus der gefestigten Demokratie eine volatile, unterwerfungswillige Mehrheit oder große Minderheit zu schaffen? Die Leichtfertigkeit der Meinungsdiktatur wirft um eines, gerade aktuellen, Aspekts willen eine ganze demokratische Struktur um (Italien, Schweden sind nur Beispiele), und wenn sich Nationalismus mit Religion oder Spielen paart, ist die Reduktion des Brotes sekundär.

Und da waren und sind die Grünen gegen die traditionellen und etablierten Parteien angetreten, um aus der Programmeinung in den ständig erneuerbaren Diskurs zu treten – und zwar erfolgreich auch dort, wo sie keine unmittelbaren Erfolge hatten oder wirkliche Opposition sind und waren. Dass dies angesichts der Größe und des Wachstums der Partei z.B. in Deutschland oder Österreich nicht mehr ausgedeutet und analysiert Parteitage bestimmt, ist verständlich, wenn auch schade. Regierungsdisziplin ist etwas altmodisches, manchmal.

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Wir sind im Krieg. Und wir drohen die Abwendung des 1,5° Ziels im Klimakampf zu verlieren. Also das Ende der europäischen Zivilisation, wenn der Krieg der Diktatur Russland so weiter geht, als Vorläufer eines Endes der Menschheit? Ich schreibe das weder pathetisch noch ironisch. Das IST die realistische Ansicht gegen alle realpolitischen Kompromisse. Diese Ansicht muss und kann man vielleicht nicht teilen. Aber sie mehr als eine Meinung, weil sie z.B. große praktische Folgen für Wirtschaft und Kultur hat.

100 Jahre Faschismus, und seine Zukunft

Mussolini in aller Munde. Der Wahlsieg der Faschistin Meloni belebt das Geschichtsbewusstsein, dessen Verlust unter anderem zum Fortbestehen faschistischer Programme und Einverständnisse führt. Dazu hat klug Durs Grünbein in der SZ (28.10.22) geschrieben. Viele, auch Sekundärschreiber, zeigen zu diesem Wahlergebnis zwei Hauptseiten: den Unterschied der neuen Faschisten zum Nationalsozialismus und die Frage, wie man mit diesem Pack, das ja parlamentarisch legitimiert ist, umgehen soll. Fast allen ist eine seltsame Contenance eigen, als hätte MAN ohnedies mit einem Erstarken des Faschismus und einer rechten Hegemonie gerechnet, ohne Vorschau auf das Wie?

Man kann vieles erklären, das man nie richtig verstehen wird, zB. den Sie der Faschisten im ehemals sozialdemokratischen Schweden oder die Demokratiefeindlichkeit des ehemaligen DDR-Sektors der Bundesrepublik. (Ja, ich rechne das auch für eine Vorstufe faschistoider Grundhaltungen). Es gibt überraschend viele stimmige oder erwägenswerte Teilerklärungen für diesen Gesamttrend der so genannten westlichen Hemisphäre und seine Parallelen im globalen Süden.

Ich stecke für einige vereinfacht ausgedrückte Grund-Sätze Kritik ein, selten aber die Möglichkeit, sich in der Erwiderung ebenso kritisch auszutauschen; dazu gehören u.a.

  • die bewusste und nachdrücklich Analogie Hitler und Putin, und weitere strukturelle Hierarchien mit Xi und den anderen Diktatoren
  • die Zusammenhänge und Differenzen von Nationalsozialismus und den Faschismen
  • die Vermutung, dass es nicht die jeweilige soziale Lage ist, die die faschistoiden Trends befördert, sondern eher die Situation in Kultur und Politik (das ist mir wichtig, weil sich die Kapitalismuskritik auch verändert hat und verändern muss, zB. Wachstum vs. Klimapolitik).

Hier geht es nicht um mehr oder weniger nachweisbare Expertise versus Laienverstand, sondern um das Bewusstsein von praktischer Theorie. Praktisch, weil ich, weil wir uns ja verhalten müssen zu diesen Phänomenen des sich faschistoid verhärtenden „Westens“ und der relativen Hilflosigkeit gegenüber einem „Osten“, der noch weniger fassbar erscheint als früher (die Gabe auch von WissenschaftlerInnen und Intellektuellen, bei warnenden oder alarmierenden Texten wegzuschauen, ist einen eigenen Blog wert. Die Kassandrisierung der Warnungen, solange die Temperatur bei 20° liegt, habe ich immer als ärgerlich empfunden, und oft wurde ich selbst eben deshalb aus dem Diskurs genommen, was mich bis heute nicht beleidigt, aber ärgert).

Tenor: man wird sich irgendwie mit den Faschisten arrangieren („müssen“, sie sind ja in der EU, in der NATO, im Weltkirchenrat usw.). So gelingt es Kaczynski und Orban, so gelingt es den faschistischen Parteien, sich im Gewebe demokratischer Grundregeln festzusetzen, manchmal mit mehr, bisher meist mit weniger Erfolg.

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Die Medien wissen oft genau, was „die Politik“ mit diesen Phänomenen anfangen soll. Ich kann das bedenken, dazu zustimmen oder kritisieren. Aber die Frage ist, wie gehe ich, wie gehen wir damit um. Nicht mehr in diese protofaschistischen Länder auf Urlaub fahren? Familienstreit bei vielen vorprogrammiert. Bestimmte Produkte nicht mehr kaufen? Wenn wir wüssten, was von „dort“ wo drin ist. Cancel Culture zuspitzen, ausladen. Die Diskussion um russische Kunst und Kultur ist gespenstisch. Lest Sorokin. Natürlich ist die Frage falsch gestellt. Wie gehen wir damit um bedeutet eine Antwort nach der politischen (Neu)verortung von jeder/m von uns in der Zivilgesellschaft und gegenüber dem Staat. Wer nur sich antifaschistisch fühlt, ist kein Antifaschist, (Paraphrase Erich Fried), das antifaschistische Verhalten darf ja nicht taktisch angemessen sein, sondern sollte etwas mit unserer Wahrnehmung von Gesellschaft und Lebenswelt zu tun haben.

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Ein auf den ersten Blick seltsamer Ratschlag. Ich komme gerade aus Südtirol zurück, war da häufig und jetzt, bis zur Wahl am letzten Sonntag, wieder einige Wochen. Ich habe die Geschichte des Verhaltens der Südtiroler seit Tolomei 1906 über die Pariser Verträge 1919-23, über die Zeit Mussolinis, Hitlers, nochmals Mussolinis, dann die Nachkriegszeit (De Gasperi und Gruber), Attentate und Bomben, Kreisky, UN und Moro, nachgelesen. Auch was deutsch-freundlich, was österreichisch, was verlogen und was aufrichtig war…Nein, es geht hier nur wenig um Analogie bis heut, bis auf die Folgen der Wahl Melonis und die Schwächung der SVP. Es geht darum, wie die Menschen, Familien und Gruppen mit den verschiedenen Stadien der Faschismen, der Nazis, des Widerstands umgegangen sind.

Das Problem der „politischen“ Lebensführung hat uns 1968 +/- sehr bewegt und zu viel Unsinn in der Praxis geführt. Aber die Grundfrage war nicht falsch. Damals ging es auch stark um die Geschichte der Eltern und Großeltern. Scheinbar hat sich die friedlich umhegte spät- und Postmoderne davon emanzipiert, solange MAN ordentlich mit einander umgeht. SOLANGE, fein, aber WIE LANGE? ist das, war es, ist es? Hier geht die Antwort in das Detail, das sich in der persönlichen Diskursumgebung tatsächlich auswirkt, mit den Kindern, Freunden, Gruppen und Partnern….Kurz: Meinungen sollten überwunden werden, wenn wir nicht tatenlos uns überwältigen lassen wollen vom Dialog der Guten (Demokraten) mit den Bösen (Faschisten).

Man kann diese Frage kritisieren; u.a. weil ich ja hier NICHT darauf verweise, was für kluge Ratgeber und Anweisungen zur nicht protofaschistischen Lebensführung es gibt bzw. welche davon auf dem Markt sind. Aber das ist ja der Zweck dieser Überlegungen gewesen. Im Aufsuchen des Widerstands kann man auch lernen, sich zu entscheiden.

Betreten, Durchgang, Durchfall verboten…

Salzburger Elegie, möchte man sagen. Aber endlich regnet es, wenigstens für Minuten, und der Himmel entzieht dem Blau den Farbstoff. Ich bin auf der Durchfahrt und hab an sich wenig mit der Stadt zu schaffen heute, aber als Salzburger Staatsbürger (ja, da schauen die Wiener, wie der Wiener am Meldeamt vereinnahmt wird, obwohl bei vielen Einkäufen die Frage kommt: Sind Sie Wiener?). Man kann sich und seinen Dialekt halt nicht ablegen.

Am Morgen gehe ich mit den beiden Hunden meines gastgebenden Freundes durch die Wiesen und Villen am Stadtrand, entlang der Hellbrunner Allee und über die bis in die Universität hineinreichenden Freisaalgründe: ich nenne das, weil es fußläufige Empfehlungen sind. Bei fast jeder Hauseinfahrt eine Tafel: BETRETEN VERBOTEN! DURCHGANG VERBOTEN! EINFAHRT FREIHALTEN, AUCH GEGENÜBER (!, SALATSCHÜSSL FÜR MEINE KUH, KEIN KLO FÜR IHREN HUND,,,): das ist nicht so ungewöhnlich, die harschen Strafandrohungen schon eher, und die Wandersperre für Wiesenquerungen auf schönen Wegen ganz absurd. Salzburg hat 1803 mit dem Ende des liberalen Kirchenstaates (Fürsterzbischof, Primas Germaniae) seine Liberalität abgelegt und wurde ernsthaft konservativ bis ganz braun, konterkariert durch etliche Kulturgrößen, die das 20. Jahrhundert, abschnittweise glänzen ließen. Die so genannten Festspiele sind eine Mischung aus all dem. Und weil mein coming of age mit den Sommern in dieser Stadt ebenso verbunden ist wie spätere Kulturschizophrenie, gehe ich mit größerem Interesse durch die nicht von Touristen- und Parkplatzsuchenden verstopften Bezirke. es ist ja eine der schönsten Städte überhaupt, aber unheimlich durch die Salzburger, die Besucher, die Verunstaltungen (kein Wortspiel, Veranstaltungen gibts angeblich auch woanders).

Warum ich das überhaupt schreibe? weil mich die Verbotstafeln so genervt haben, die hier die Idylle noch mehr stören als anderswo, aggressive Kleinhäusler.

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Für meine Forschungen zum demnächst erscheinenden Buch über Mythos, Sex und Gewalt, setzt Salzburg sozusagen einen Legendeneintopf frei, aus dem sich Mythen herausfischen lassen, man glaubt gar nicht, wie viele sich da anordnen, als ob die vielen, die meisten Touristen darauf ausrichten. Warum wurden die Protestanten vertrieben? (Potsdam hat davon profitiert. https://www.sn.at/wiki/Protestantenvertreibung#), wie wurde Morat (wieder) zum Mythos (https://mythos-mozart.com/de/ueber-mythos-mozart)? Und wir rechts waren die Salzburger unter Dollfuss und Hitler? Und es ist dieses angeklebte Vergangene, das mich fast überall einholt und zu Salzburg wird es noch Gedanken geben müssen.

Die holen mich jetzt, eine Woche später, in den Bergen, im Ahrntal ein. Aus dem Gastzimmer sieht man auf den Friedhof und den südlichen Kircheneingang einer gotischen Kirche. Der Parkplatz ist vor der Sonntagsmesse ganz voll, und viele gehen, im Regen, an die Familiengräber, Kerzen auswechseln. Kaum jemand bleibt länger als eine halbe Minute, das Ritual ist der Grablichtbesuch vor der Messe.

Das hat mehr mit den Gedanken zur Geschichte von Salzburg zu tun als es den Anschein hat. Südtirol, dieses tirolisch-bairisch-österreichisch-italienische Alpinprezios erlaubt ähnliche Ausflüge in die politischen Kulturabgründe, nicht nur zwischen Italien und Österreich im ersten Krieg und danach, bis Bruno Kreisky die Autonomie über die UNO befestigen konnte. Die nostalgischen Österreicher vergessen ihre imperiale, vielleicht nicht koloniale, Geschichte als Herrschaft über Oberitalien, sie vergessen Bündnisse und Verrate und Niederlagen, die Alpen und der Isonzo, und wie es war, hat Karl Kraus besser als andere in den Letzten Tagen der Menschheit festgehalten, und heute noch findet man aufgetaute Leichen im schmelzenden Marmolada Gletscher. Und die „deutsch-österreichischen, tirolischen“ Terroristen der Nachkriegszeit, Georg Klotz u.a. (https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Klotz) und es hatte seit meiner Schulzeit immer neue Deutungen gegeben, und an der Oberfläche merkt man nichts. Oder doch, dass die Wahlplakate für die fascista Meloni runtergrissen und wieder angeklebt werden. Das Tal war ja auch für die jüdische Geschichte über den amerikanischen Sektor Österreichs für eine kurze Zeit ganz wichtig: https://www.sn.at/wiki/Krimmler_Judenflucht . (warum die Briten und Franzosen die Juden nicht rausgelassen haben…). Über Triest gings dann nach Palästina. An der Oberfläche merkt man nichts. Oder doch, in der Hotelbibliothek, und ab und an eine Gedenktafel, und die SVP (Südtiroler Volkspartei) ist heute nicht so rechtsdeutsch wie die Rechten in Deutschland, man kann die Dolomiten täglichen lesen. Das liegt alles unter den guten Wandertagen hier, unter der guten Kulinarik, der reichhaltigen EU Förderung der autonomen Provinz, unter der Gegenwart.

Es tut gut, sich an das zu erinnern, was in der Kindheit schon zur Erinnerung angeboten und nicht verstanden worden war, einschließlich des ultrakonservativen Andreas Hofer, der sogar dem Kaiser zu radikal war, und einschließlich der Wirklichkeit. Aber wenn man bestimmte Wege geht, ist das nicht nur Erinnerung. Und so gehts mir in Salzburg und in St. Jakob. Eben nicht „überall“.

Reisen & Urlaub & = nicht NICHTS aber

Liebe Blogleserinnen und -leser,

wenn ich in der nächsten Zeit nicht soviele Blogs schreibe, dann wegen beruflicher und urlauberlicher Reisen, die manchmal IT-dünner sind. Man wirtd sehen. Meine Bitten:

  • kommentieren Sie bitte die Blogs der letzten Wochen
  • schreiben Sie Themenvorschläge für meine nächsten Blogs
  • schauen Sie bitte auf jede4n Fall ab 28.9. wieder in meine Blogbox hinein. Dann weiß ich schon, dass es Überraschungen gibt.

UND HABEN SIE ES GUT UND GESUND.

Ihr/Euer Michael Daxner

Pullover & Angst

Jene Galaxie ist von der Erde etwa soweit fort wie die Empfindungen der Nächstenliebe von Wladimir Putin. Dieser wiederum ist Verursacher einer weiteren Sorge in diesem Land, nämlich im Winter aufgrund der Heizkosten daheim einen Pullover tragen zu müssen. Auf der Suche nach Energiequellen sind manche auf die noch herumstehenden und nicht abgeschalteten Atomkraftwerke gekommen“ (SZ, 3.9.2022).

Besser hätte ich Gemütslage des Groszen Deutschen Volkes nicht beschreiben können. Dass dieser Befund zu einer Verspottung der Grünen missbraucht wird, ist nicht weiter schlimm: so sind sie halt, die Liberalen. Aber die vom Pöbel geschürte Hysterie macht nicht nur denkschwach, sondern erst recht handlungs- und empathieunfähig.

Angst macht gefügig, weil man sich von der starken Stimme Hilfe und Rettung erwartet. Die Medien schüren die Angst, vor allem wenn sie fake news verbreiten; das schafft auch Abhängigkeiten von Verängstigten und Gefügigkeit bei ich-schwachen PolitikerInnen.

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Das Gegenteil von Angst ist nicht unbedingt Mut, schon gar nicht Übermut. Es ist die besonnene Abwägung der Wirklichkeiten, auch wenn man nicht alle Wahrheiten zur Hand hat. Man kann nicht alle Zusammenhänge wissen, verstehen und auf sein eigenes Leben hin konzipieren. Aber man kann Sektoren dieser Wirklichkeit sehr wohl verstehen und aneignen. Es kommt schon darauf an, die jetzige Situation verstehen zu wollen. Schließlich haben viele daran mitgewirkt, nicht nur bei Wahlen. Das geht nicht abstrakt. Wenn eine Ukrainerin sagt, ihr betrauert euren Wohlstand und wir unsere Toten, dann stimmt das SO nicht, aber es geht in die richtige Richtung. Außerdem sollte man wissen, worüber man sich aufregt.

Herfried Münckler hat heute im DLF eine beneidenswert klare Politikanalyse geliefert, die sowohl Widerstand als auch Abbau von Illusionen gut begründet. (DLF 4.9., 17.00-17.30). Darüber nachdenken und sich dann zum Handeln zu entschließen und sich etwas von Glaubensartikeln der eigenen Gesellschaft und Geschichte etwas zu distanzieren, je mehr Russland und China das Gegenteil aktiv betreiben. Plötzlich wird Oswald Spengler wieder aktuell, das hätte meine Generation nicht im Entferntesten angedacht. Und: man müsse den Preis für die gewalttätige Politik Russlands und Chinas höher und immer höher schrauben. Hört das an, bedenkt es.

Und: Annalena Baerbock hat Recht.

PAUSE.

In den Zwischenräumen kann man statt sich an die Stelle der haftenden Politik zu setzen, auch sich kräftigend reproduzieren: denken, essen, lieben und lesen und…nebbich? Gar nicht. Um sich zu ertüchtigen, bevor man die großen Singulare Mut und Widerstand schmiedet, muss man lebendig bleiben und nicht vor Angst zur Salz-Eule zu erstarren.

Es gibt den Krieg ja. Und der besteht nicht nur aus Kampf, Toten allenthalben und Verwüstung. Die Logistik, die Etappe, das Hinterland, die Schutzzonen….da sind wir, und nicht in den Kommentarkammern.

Das ist keine Lebensphilosophie und kein Rückzug ins Private, sondern Teil der Aufbauleistung. In diesem Krieg wird mehr von uns verlangt werden als höhere Steuern, mehr soziales Engagement, mehr Aufklärung und weniger wehleidiges Tragen der Pullover vom vorigen Jahr.

Zeit des Pöbels…

Als hätten sie drauf gewartet, die plebejischen, klassenübergreifenden Zukunftsfeinde. Jaha, jetzt hetzen wir Habeck und Baerbock. Stefan Aust von der Welt, immer gut für Absenken des Medienniveaus … gibts den überhaupt noch?“ und bei Baerbock will der Pöbel natürlich glauben, was die Putin-Fake-Produktion da verbreitet. Nicht nur den schlichten Oberschlicht-Liberalen Lindner wirds freuen, auch die ganzen Zögerer der alten Großparteien. Wie schön war doch die große Koalition, man hatte weder das Parlament noch die Kritik zu fürchten und hat sich russisch geölt und amerikanisch angebiedert. Das ist der Stoff für Politsatire, gewürzt durch das neue Bündnis von Linkspartei und AfD.

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Deutschland, erwackle.

Gegenthese: Habeck hat handwerkliche Fehler gemacht und sich unklug verteidigt. auch wenn das seine Ministerialfachleute waren, und auch wenn es keine optimale Lösung gibt, er hat sie schlecht vermittelt. Baerbock muss damit rechnen, dass ausländische Geheimdienste, die inländische Hetzpresse und natürlich die politischen Gegner ihre Worte nicht auf die Goldwaage, sondern auf den Augenschein legen. Und Lindner tut nichts anderes als seine Partei und alle Marktliberalen, nämlich die Reichen schützen und Freiheit für die Ärmeren zu deren Lasten und Verantwortung predigen. Hat man gewusst, als man diesen Inselfürsten in die Koalition nahm.

Deutschland, wackle.

Mir ist egal, welche Lesart jetzt „stimmt“. Meine Überschrift zum Pöbel bleibt. Denn beide Varianten sind unwürdig Anlass für hysterische Erregungsdebatten zu sein.

Wenn erst Angst geschürt wird und dann Staatsvermögen zur Besänftigung ausgehandelt wird, ist das fragwürdig. Dass Russlands Angriffskrieg auch unsere Ökonomie schwächen wird, hat man vom ersten Augenblick an gewusst, zumal im Energiesektor wir an Russlands Politik mit schuldig sind UND dazu im Inland viel versäumt haben (Seitenhieb: vor allem im dumpfdeutschen Baiern).

Solidarität besteht nicht einfach darin, Flüchtlinge aufzunehmen und die richtigen Waffen im Kampf gegen Russland zu liefern. Sie muss auch darin bestehen, die eigenen Lebensformen, den Wohlstand, vielleicht unsere Errungenschaften zu prüfen, – nicht wieweit sie verdient sind, das nehmen wir einmal an, nein, wieweit sie eingesetzt werden können, um im Verteidigungskampf – nicht nur der Ukraine, da gibts noch mehr bedrohte Gesellschaften – einen Beitrag zu leisten, den wir auch spüren. Wir müssen nicht „leiden“, aber Empathie und Mit-Leiden haben auch ihren Preis. Solange man es sich leisten kann, unverändert weiterzuleben, obwohl man hilft, solange hilft man zu wenig.

Das heißt natürlich, dass die Reichen und Wohlhabenden mehr Steuern zahlen müssen und dass die Armen entlastet werden müssen. Ein Lufthansapilot verdient 280.000 € und verlangt 16% mehr im Tarifvertrag für die nächsten Jahre: diesen Kampf müssen wir genauso aufnehmen wie den Schutz derer, die wir nicht durch Steuerentlastungen und Almosen absichern können. Krieg und Sozialpolitik sind enger verknüpft, als man gemeinhin von oben deklariert.

Und das bedeutet, dass man sich den vielfachen Diskursen des Pöbels entgegenstellen muss, anstatt allen ihre Freizügigkeit am Heruntermachen zu gönnen.

Zu den Anlässen: Welche der obigen Varianten richtig ist, steht auf einem Blatt. Welche schwer zu heilenden Angriffe auf Menschen hier aus den ideologischen Schreibstuben des Pöbels getätigt werden, steht auf einem andern.

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