Taleban ohne Moral, AfghanInnen ohne Regierung

Seit der gewaltsamen Machtübernahme durch die Taleban hat sich der Westen weggeduckt und viele haben gehofft, dass die ökonomische Krise des Landes und ein Lernprozess der Taleban die Situation humanitär und sozial verhandlungsfähig machen würde. Auch war klar, dass es keine unmittelbar wirksamen militärischen Mittel gegen das scheinbar religiöse Regime gibt, also trotz alledem: verhandeln statt schimpfen, die Opposition (die gibt es) und die Zivilgesellschaft (die gibt es) stärken. Und: wir haben es in der Hand, mit den Taleban eine Linderung der entsetzlichen Hungersnot gegen rechtsstaatliche und kulturelle Erleichterungen auszuhandeln.

Nun haben, im Schatten des russischen Krieges gegen die Menschen in der Ukraine, die Taleban den gegenteiligen Kurs eingeschlagen. Frauen und Mädchern werden weiter diskriminiert, und zwar unter Berufung auf den Islam.

Deshalb habe ich oben geschrieben: „scheinbar“ religiös sei das Regime. Kein Regime der Welt darf sich auf die Religion oder gar einen Gott berufen, wenn es die Menschenrechte einschränkt. Keines – das gilt auch für Christen und andere, die Gott vorschieben um gewaltsam Menschen zu unterdrücken. DAS ist in der Tat eine rote Linie, dass man nicht mit Rücksicht auf einen Regimegott (Kyrill in Moskau, das gilt auch für dich) Konzessionen in Menschenrechten und Duldung von Unterdrückung macht.

Nur unter dieser Prämisse darf udn soll mann verhandeln. Aber es muss einem auch klar sein: die Geflüchteten aus Afghanistan soll man nicht schlechter oder weniger humanitär behandeln als die aus der Ukraine oder dem Jemen oder….UND mit den Taleban muss man weiter verhandeln, siehe oben; weil sonst nicht ein paar tausend Menschen verhungern, sondern Millionen.

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