Am Ende fällt alles zusammen…“Neu“-Anfang?
Schon möglich, z.B. prä-anthropologisch oder als Evolutionssatire. Wir werden das nicht mehr erleben. Aber vielleicht schon meine Urenkelinnen, oder gar deren Mütter? Wenn man die grauenhafte Götterdämmerung von Wagner bis zum Ende sieht, hat man eine Vorstellung vom Zerfall hier unten und von oben. Fromme Menschen fragen nach der jenseitigen Regie, aufgeklärte eher nach den diesseitigen Weichenstellungen.
Heute ist der 25. Oktober, die Uhrzeit ist ver-rückt, der Regen bestürmt uns, und trotzdem hören wir Nachrichten. Stichworte:
- Audi leckt Trump und baut in 4 Jahren ein Milliardenwerk in den USA. Erste Meldung
- Sudan und Südsudan metzeln einander zu Tode und hungern
- In Brasilien neigt sich die Wahl zu einem trumpischen Faschisten als Präsident
- In Israel bereitet sich Netanjahu mit seiner faschistischen Koalition auf den Wahlsieg vor; Hamas greift wieder an
- In Frankreich, Italien, Albanien, Spanien und anderswo rebellieren Junge, nicht mehr nur für Bildung und Wohnraum
- Die EU vertreibt weiter nicht-weiße Europäer und steuert auf einen hochaltrigen Zuwachs an nichtgepflegten Bedürftigen zu
Das alles in 7 Minuten. Das erträgt nur, wer aufgeklärt genug, satt und nachdenklich ist. Ukraine natürlich, nicht mehr im Zentrum. Und zur Zeit Innenpolitik zum Weghören, zB. Söder…
Gehen wir zurück:
Es gibt kein zurück:
Die Weltalter versinken in einer Richtung, nur in einer:
„…Hart ist das letzte von Eisen.
Jählings brachen herein in die Zeit von schlechterer Ader
Alle die Greul; es entflohen die Scham und die Treue und Wahrheit,
Einzug hielten statt dessen Betrug und tückische Falschheit,
Hinterlist auch und Gewalttätigkeit und verruchte Besitzgier.
…
Tod gar sinnet der Mann dem Weib, wie diese dem Gatten;
…Achtende Scheu ist dahin, und von blutbefeuchteten Ländern
Kehrte die Jungfrau heim Astraea, der Himmlischen letzte“. (Ovid, Die vier Zeitalter, übersetzt von R. Suchier, Reclam 1986, 10-11)
Keine Zeit beschreibt er so genau wie diese, soll ich sagen „wie unsere“. Astraea in der letzten Zeile lohnt sich nachzulesen Astraea (Mythologie) – Wikipedia . Sie war mit uns auf der Erde und ist nun ein Stern…Die scheinbare Gleichgültigkeit unserer Erdteile, vor allem im Norden, gegenüber Umwelt und Bildung, ist kein Zufall, darüber habe ich in letzter Zeit viel angemerkt. Mich fröstelt es dabei, aber ich teile nicht die Angst der Massen, die damit ja die Tyrannen befestigen.
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Gehen wir weiter:
Die aufgeklärte Moral gibt sich nicht einfach den Herrschenden hin, also auch nicht der Religion und der Ideologie. Schaut man auf die obige Liste, dann sieht man die rechtsradikalen Religionen in den USA, in Brasilien, in Israel – alle Religionen in ihrer dogmatischen Form, in ihrer Anbiederung an die Herrschaft, sind die Gegner von beidem: Glauben und Aufklärung. Wir können die ovidischen Prädikate allemal auf die gewalttätigen und ideologischen Akteure global anwenden. Dazu kommt ein Problem, das oft nicht sichtbar ist: wenn man über die großen Diktatoren denkt, spricht, schreibt, dann vermenschlicht man sie. Obwohl sie, nur sie, auch als Verrückte ihre Gewalt auch ausüben können. Die kleineren Diktatoren segeln sozusagen im Windschatten der großen, und machen genügend Ärger. Auch sie sind bisweilen verrückt. Nur: wenn ihr so etwas sagt, vor allem über die nukleare Dreifaltigkeit, müsst ihr fürchten, dass sie euch, uns, individuell bestrafen, vergiften, einsperren oder verarmen. Alle Diktatoren. Also sagen wir so etwas nicht direkt, das ist mehr als Kultur.
Oben sagte ich, dass ich die Angst der Massen nicht teilte. Warum eigentlich? Geht man an der Umwelt oder Asozialität oder Diktatur zugrunde, ist man tot und spürt nicht mehr, wie die Täter wahlweise feiern oder leiden. Meist letzteres. Da kann man an die Aufklärung anschließen. Was nicht nur sonnig ist, nein, auch schattig, aber richtig.
Nun kann man auch die Opposition gegen die Dogmen betreiben, für uns. Wenn ich sage, das wäre die menschliche Reaktion, ist das nicht kitschig oder pathetisch. Man kann mit den Diktatoren, Verrückten, auch mit den Gewalttätern und Ideologen nicht immer „umgehen“, oft muss man für sich selbst handeln. Das kann menschlich auch vorbildlich sein.